Dranginkontinenz: Was tun?

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Dranginkontinenz: Was tun?

Beitrag #1 von Woyzeck » 04 Feb 2005 14:05


hallo zusammen,
ich bin neu hier im Forum und möchte einfach mal meine Situation und die Entwicklung dahin schildern: in meiner Kindheit nässte ich ungefähr bis zu meinem 12. Lebensjahr nachts ein. Ich litt sehr darunter und schämte mich für diese Schwäche. Nach verschiedenen fehlgeschlagenen therapievrsuchen stellte sich das nächtliche Einnässen schließlich nach einer Akkupunkturbehandlung ein. In den darauffolgenden Jahren war ich dann "trocken". Ich mußte aber bereits damals tagsüber häufig die toilette besuchen und meine blasenkapazität war und ist nicht die größte. Ab Mitte Zwanzig muß ich zudem nachts ein bis zweimal auf Toilette. Seit einigen jahren kommt zu häufigem nähtlichen Toilettengang eine Dranginkontinenz dazu (soweit ich das selbst einschätzen kann). Zunächst gelang es mir noch, die Toilette rechtzeitig zu erreichen, mittlerweile gelingt mir das immer häufiger nicht. das Phänomen belastet mih mittlerweile sehr bei der Bewältigung meines Alltags. Es gelingt mir kaum, mal eineinhalb Stunden ohne Toilettengang auszuhalten. In bestimmten Situaionen, wie Aufregung, Anspannung, nasse badehose kommt der plötzliche Harndrang alle 20 Minuten. Immer seltener kann ich den Harn in solchen Situationen halten und deshalb trage ich mittlerweile tagsüber Einlagen. Ich bin auch in urologischer Behandlung. Mein Urologe erscheint mir jedoch relativ ratlos zu sein. Er hat eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen (alles ok) und mir Oxybutyninhydrochlorid verschrieben. das hat aber nicht wirklich geholfen. Toilettentraining versuche ich, eine Vergrößerung des Blasenvolumens ist aber nicht eingetreten, eher das Gegenteil ist der fall. Mittlerweile geht immer öfter aauch ein Urinschwall ab, ohne dass ich vorher einen starken harndrang verspürt habe. Diese Entwicklung macht mir doch schon Sorgen und ich würde mich freuen, die eine oder andere Einschätzung zu bekommen. Konkret wüßte ich auch gerne, welcher urologe im Raum Frankfurt empfehlenswert ist.
Über die Ursachen bin ich mir ebenfalls nicht recht im Klaren. Es ist aber so, dass ich ein außergewöhnlich sensibles vegetatives Nervensystem habe, das mit psychosomatischen Symptomen auf Stress reagiert (u.a. früher: Angstzustände, Schwindel, Panikattacken). Andererseits nässten meine Großmutter und meine Mutter als Kindersehr lange ein und auch meine Tochter nässt mit 6 Jahren ebnenfalls recht häufig nachts ein und hat auch eine Giggle-Inkontinenz.

Viiele Grüße

woyzeck
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Beitrag #2 von Helmut » 05 Feb 2005 13:40


Hallo Woyzeck,

so wie du deine Situation beschreibst, tippe ich auch auf eine klassische Dranginkontinenz bei dir. Hat dein Urologe noch weitere Untersuchungen gemacht oder nur diese Ultraschalluntersuchung?

Falls er keine weiteren Untersuchungen gemacht hat, dann sollte er unbedingt noch eine urodynamische Untersuchung machen, um die Ursache der Inkontinenz noch besser erfassen zu können. Dadurch läßt sich auch erkennen, ob es bei dir um eine sensorische oder eine motorische Dranginkontinenz handelt. Je nachdem muß die Behandlung dann unterschiedlich ausfallen.

Das Medikament mit dem Wirkstoff Oxybutyninhydrochlorid ist schon mal nicht schlecht, aber aus der Reihe der Anticholinergika gibt es noch andere Wirkstoffe wie zum Beispiel Tolterodin, der bei dir vielleicht besser Wirksam ist. Es kommt auch auf die Dosis an, die du nehmen mußt, es könnte sein, daß du zuwenig nehmen mußtest. Die Kombination aus Toilettentraining und den Anticholinergika ist eigentlich der übliche Weg, um eine Dranginkontinenz zu begegnen.

Als Ursachen für eine Dranginkontinenz können mehrere Dinge eine Rolle spielen. Neben psychosomatischen Ursachen, Ausbildung von gut- oder bösartigen Veränderungen der Blasenwand, sind oft entzündliche Vorgänge in der Blasenschleimhaut, Steinbildung sowie Nervenschädigungen als Auslöser zu finden. Du schreibst weiter, daß deine Großmutter und deine Mutter als Kinder lange brauchten, bis sie trocken waren und deine Tochter auch Probleme damit hat. Eine Vererbung zur verstärkten Neigung zu einer Dranginkontinenz wird zwar nach heutigem Wissensstand von Wissenschaftlern nicht ganz ausgeschlossen, aber bis jetzt gibt es keine zuverlässigen Zahlen darüber, daß hier ein Zusammenhang besteht.

Welcher Urologe in Frankfurt und Umgebung gut ist, das kann ich dir nicht sagen. Aber die urologische Klinik am Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz soll nicht schlecht sein .......

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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