Erfahrungen mit Zystofix?

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Erfahrungen mit Zystofix?

Beitrag #1 von manu » 29 Jun 2005 09:38


Hallöchen,

bin ganz neu hier und suche jemandanden, der Erfahrungen mit einem Zystofix hat (Hege und Pflege eines Zystofix :wink: ).

Ich bin seit 1978 Querschnittler, bekam meine Blase jahrelang mittels Bauchmuskelpresse einigermassen leer. Dadurch hat die Blase über die Jahre etwas Schaden gelitten und mir der Urologe in Murnau erklärte, ich solle mittels ISK die Blase entleeren.

Das klappte aber bei mir nie so recht, mußte jetzt dann alle 3 Stunden katheterisieren - auch nachts, wodurch ich irgendwann ziemlichen Schlafmangel hatte.
Aber paßte man nicht auf, hatte Husten oder einen Lachanfall usw. saß ich dann auch zwischendrin mal im "Nassen" - was in der Arbeit superpeinlich ist.

Das ging mir dann ziemlich auf den Keks und legte mir selbst einen Dauerkatheder - wie schön, ich konnte endlich trinken soviel ich wollte, ohne immer daran zu denken, "was, wieviel und wann haste getrunken", man kann mit Freunden jederzeit in jedes Lokal gehen (denn, ob ich in die Toilette reinkomme, konnte mir jetzt relativ egal sein).
Ich weiß, DK ist auf Dauer nicht gesund - und habs jetzt auch meinem Hausarzt "gebeichtet".

Überraschung, der war gar nicht sauer - er meinte, ich solle mir überlegen, ob ein Zystofix dann was für mich wäre (hatte ich bisher einmal, als ich wegen Dekubitus länger im Krankenhaus war, da hatte man mir auch so einen gelegt - aber KH und alltägliches Leben sind zwei verschiedene Dinge).

Darum dachte ich mir, ich frag mal hier, ob jemand Erfahrungen mit dem Zystofix hat und mir ein bisschen darüber erzählen kann (Wechsel wie oft, Dichtigkeit, Pflege usw.).

So, das war zwar etwas lang und ausführlich - aber nun wißt ihr, warum ich nach Erfahrung mit einem Zystofix fragte.

Ich sag schon mal danke schön

Manu
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Beitrag #2 von Matti » 29 Jun 2005 19:50


Hallo Manu,

ein Zystofix oder auch subrapubischer Katheter ist eine gute Alternative vor allem zum Dauerkatheter durch die Harnröhre. Beim Zystofix ist eine sterielle und saubere Handhabung von Nöten, mittlerweile streitet sich die Experten ob man die Punktionstelle abkleben sollte oder nicht. Ich würde sie aus persönlichen Erfahrungen abkleben um ein Eindringen von Fusseln o.ä. zu Verhindern. Bei mir hat die Dauerableitung durch Katheter nicht sogut Funktioniert, da ich doch zu heftigen Infektionen neigte. Da du aber schon mit dem Harnröhrenkatheter gute Erfahrungen gemacht hast wäre es auf jeden Fall einen Versuch wert. Der Katheter sollte ca. alle 4 Wochen gewechselt werden, was allerdings vom Fachmann gemacht werden muss ( sollte ) da dies doch unter sterrielen Bedingungen gemacht werden sollte. Beim Stechen ( Punktieren ) des Zystofix besteht die Gefahr den darn zu Verletzten, was einem Erfahrenen Arzt aber nicht passieren sollte.

Jeder Blasenkatheter - ob suprapubisch oder transurethral - führt nach wenigen Tagen zu einer Keimbesiedlung der Harnblase. Dies ist normal, nicht vermeidbar und nicht therapiebedürftig. Eine antibiotische Behandlung wegen eines Bakteriennachweises im Urin ohne Infektionssymptome stellt einen Fehler dar: Schon bald nach Absetzen des Antibiotikums kehren die Keime wieder oder werden durch neue, resistentere Keime ersetzt. Jeder Blasenkatheter bahnt Bakterien den Weg von außen nach innen. Wichtig ist daher die reichliche Flüssigkeitszufuhr, die zu einem natürlichen Spüleffekt beiträgt.

Hoffe Dir ein wenig geholfen zu haben

Gruß

Matti
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Bauchdeckenkatheter

Beitrag #3 von Hermann » 30 Jun 2005 16:42


Hallo, Manu, ich trage seit 3 Jahren einen Bauchdeckenkatheter und hatte noch nie Schwierigkeiten. Er wird alle 5 Wochen beim Urologen gewechselt und das geht problemlos über die Bühne. Nach dem Duschen mache ich mir einen Verband darüber und das war es. Alle 2-3 Tage wird er gespült mit Cysto-Myacyne und sonst ist nichts zu tun. Bei mir gab es bis jetzt keine Entzündung und auch das Problem, dass der Katheter verstopft war nicht, also für mich eine feine Sache, Stöpsel raus, Urin ablaufen lassen, Stöpsel drauf das wars.
Gruss Hermann
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