Krankenkasse und Kostenübernahme von Hilfsmitteln

Du hast allgemeine Fragen zum Thema Blasen-, Darmschwäche oder Inkontinenz? Oder Du weißt nicht wo Deine Frage hingehört? Dann bist Du im allgemeinen Inkontinenzforum richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Krankenkasse und Kostenübernahme von Hilfsmitteln

Beitrag #1 von QYX69 » 11 Aug 2005 03:29


:lach: Hallo Leute,

wegen eines Problems mit meiner Krankenkasse und Kostenübernahme von Hilfsmitteln wende ich mich an Euch.

Da ich mich Katheterisieren muss so benötige ich zur Desinfektion des Harnröhrenausgangs folgendes:
- OCTENISEPT farblos, 1 Liter, Hersteller: SCHUELKE & MAYR GMBH, PZN: 3853401
- Schlinggazetupfer, 500 Stück, pflaumengross

Monatlich einmal gehe ich zu meinem Hausarzt der das und anderes auf Rezept schreibt. Da er letztens in Urlaub war, so ging ich zu meinem Urologen. Die Arzthelferin sagte, dass diese beiden Sachen seit Juli 2005 nicht mehr von der Kasse übernommen werden und dass ich diese privat zahlen muss. Weiter sagte sie, dass falls die Kasse das dennoch zahlen sollte, braucht sie das schriftlich.

Bin dann gleich zu meiner Krankenkasse DAK gefahren. Die Beraterin hat das Hilfsmittel-Kompetenz-Zentrum angerufen und mir wurde bestätigt, dass die das tatsächlich nicht mehr zahlen.

Dann bin ich zu meiner Stamm-Apotheke. Dort haben die sich gewundert. Sie sagten, dass sie einige Kunden haben die Octenisept benötigen und bis jetzt zahlen es die Kassen.

Das ist aber für mich sehr teuer (bin ALG II bezieher). Octenisept kostet je Flasche ca. 20 EUR und davon brauche ich monatlich ca. 2 Flaschen.
Schlinggazetupfer kosten ca. 50 €, ungefähr alle 2 Monate.

Leider gibt es nichts günstigereres als Octenisept, es ist das einzige Produkt in Deutschland das es für Schleimhautdesinfektion gibt. Der Hersteller hat sowas wie ein Monopol und bestimmen somit wieviel es kostet.

:?: Was ich nun von Euch möchte:
Wer von Euch benötigt ebenfalls Octenisept?
Wird das von Euerer Kasse finanziert oder nicht?

Für Euere Antorten Danke ich herzlichst.
:fleissig: Grüsse
QYX
==============;-)================
Mein Lebensmotto:
"Behandele deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest."
Benutzeravatar
QYX69
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Alter: 55
Registriert: 09 Aug 2005 04:17
Wohnort: Karlsruhe
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Paraplegiker-Inkontinenz
Hilfsmittel: Katheter/Kunstblase/Scott-Sphinkter

Beitrag #2 von Jens Schriever » 11 Aug 2005 10:14


Hallo Qyx 69

Auch ich Katherisiere mich 5x am Tag. Ich verwende die Actreen Set von Braun wo ein Auffangbeutel schon dran ist. Warum brauchst du so viel von den Octenisept? Ich habe da eine 50 ml Pumpflasche die recht lange hält. Tupfer benötige ich nicht. Zum Katherisieren wird die Vorhaut zurückgeschoben und die Eichel gewaschen. Die Harnröhrenöffnung mit
1-2 mal pumpen einsprühen das reicht. Der Katheter ist gebrauchsfertig mit Gleitmittel in einer Plastikfolie eingepackt. Der Katheter wird aus der Folie geschoben wobei die Folie wie ein Handschuh wirkt. Wenn du aufpasst das der Katheter nicht mit der Kleidung in Berührung kommt und du ihn auch nicht anfasst reicht das alle mahle. Du solltest auch aufpassen das keine Haare mit dem Katheter in Berührung kommen. Die 50 ml Pumpflasche kann man auch nachfüllen so reicht sie sehr lange. Was für Katheter verwendest du?
Versuche es doch mal so mit der Pumpflasche. Es muss doch nicht die Harnröhrenöffnung mit Octenisept gewaschen werden.




Gruß Jens
Benutzeravatar
Jens Schriever
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 258
Bilder: 1
Alter: 56
Registriert: 21 Aug 2003 12:44
Wohnort: Uelzen/Lüneburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: Verh.
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz MS bedingt
Hilfsmittel: Bauchdeckenkatheter, Windeln, Irrigation

Beitrag #3 von Jens Schriever » 11 Aug 2005 10:34


Hallo QYX69

Ich habe vergessen zu erwähnen dass ich nie Octenisept mir aufschreiben lassen habe, da ich davon so wenig verbrauche das sich das gar nicht lohnt. Ich wusste auch gar nichts davon dass man sich das aufschreiben lassen konnte/kann. Bei mir reichen 50 ml mindestens ¼ Jahr.



Gruß Jens
Benutzeravatar
Jens Schriever
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 258
Bilder: 1
Alter: 56
Registriert: 21 Aug 2003 12:44
Wohnort: Uelzen/Lüneburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: Verh.
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz MS bedingt
Hilfsmittel: Bauchdeckenkatheter, Windeln, Irrigation

Beitrag #4 von QYX69 » 12 Aug 2005 00:47


Hallo Jens,

Danke für Deine Antwort.
Ich verwende Medical-Service Liquick Katheter CH16. Der Katheter ist mit Gleitmittel benetzt. Es muss mit Aqua-Dest befeuchtet werden das dem Katheter beiliegt. Hat keinen Auffangbeutel, aber das brauche ich auch nicht. Den Urin lasse ich direkt ins Klo abfliessen.

Seit Juni 2002 katheterisiere ich mich. Habe das damals in der Werner-Wicker-Klinik in Bad Wildungen gelernt in der Neuro-Urologischen Abteilung (dort lag auch mal der Ex-Aussenminister Wolfgang Schäuble). Ich katheterisiere mich (fasst) so wie es mir dort beigebracht wurde.
Seit dem war ich insgesamt 7 mal in dieser Klinik. Dort wurde ich auch operiert: Aus einem Teil meines Darmes (50cm) wurde eine Harnblase geformt.

In ein Urinbecher gebe ich ca. 12 Stück Schlinggazetupfer und ca. 90ml Octenisept.
Aus diesem Becher entnehme ich mit der Pinzette Tupfer um meinen Eichel abzuwischen.
Laut Klinik sollte ich jeweils 4 Tupfer verwenden, aber ich verwende nur 2.

Laut Klinik ist es wichtig die Keime mit Octenisept + Tupfer abzuwischen. Leider bin ich sensibel für Keime und habe keine Lust Antibiotika zu schlucken. Deshalb finde ich gründliche Desinfektion sehr wichtig. Übrigens machen das alle Patienten so, die ich in der Klinik kennengelernt habe.

Mit den Geschlechtshaaren habe ich kein Problem, da ich mir diese kurz halte bzw. ganz abrasiere. Auch ich katheterisiere mich 5-6 mal am Tag.

Gruss
QYX
==============;-)================
Mein Lebensmotto:
"Behandele deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest."
Benutzeravatar
QYX69
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Alter: 55
Registriert: 09 Aug 2005 04:17
Wohnort: Karlsruhe
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Paraplegiker-Inkontinenz
Hilfsmittel: Katheter/Kunstblase/Scott-Sphinkter

Beitrag #5 von Jens Schriever » 12 Aug 2005 12:30


Hallo QYX

Ich katheterisiere mich auch schon ein Paar Jahre und habe noch keine Harnwegsinfektion davon bekommen. Wenn du aber sehr sensibel bis auf Keime und du damit so gut zurecht kommst, solltest du es weiter so handhaben. Mir Persönlich währe dass ein zu großer Aufwand. Wie du nun das Octenisept und die Tupfer günstiger kriegst kann ich dir leider auch nicht sagen. Ich hoffe du findest da noch eine Lösung.


Gruß Jens
Benutzeravatar
Jens Schriever
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 258
Bilder: 1
Alter: 56
Registriert: 21 Aug 2003 12:44
Wohnort: Uelzen/Lüneburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: Verh.
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz MS bedingt
Hilfsmittel: Bauchdeckenkatheter, Windeln, Irrigation

Beitrag #6 von eckhard11 » 12 Aug 2005 16:30


Hallo QYX69,

willkommen im Klub !!

Ausser mir scheinst Du momentan der Einzige im Forum zu sein, welcher eine "radikale Zystektomie mit Illeum - Neoblase" erfahren hat.
Jedenfalls hat hier seit fast 2 Jahren kein Mann mit einer Neoblase geschrieben.
Ich hatte im Forum mal kurzen Kontakt mit einer Betroffenen....

Warum brauchst Du einen Katheter ?

Mir hat man im Nov. 2003 ebenfalls alles rausgenommen, ( Blase, Prostata, Lhympdrüsen und Samenbläschen ), aber ich bin inko, also genau das Gegenteil, denn wenn Du katheterisieren musst, bist Du ja hyperkontinent.....

Lass mal rüberwachsen, was so passiert ist.

Ich leg mich jetzt wieder hin .sleep:
Eckhard
Benutzeravatar
eckhard11
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 1185
Registriert: 24 Dez 2003 14:51
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Beitrag #7 von QYX69 » 16 Aug 2005 04:04


Hallo Eckhard,

ganz so radikal war es bei mir nicht. Bei mir wurde die obere 2/3 der Blase entfernt und darüber der Dünndarm gestülpt. Ausserdem wurde noch der Schliessmuskel entfernt und deshalb habe ich noch einen Scott-Sphinkter (künstliche Schliessmuskel) bekommen.

Ich hatte eine spastische Schrumpfblase. Deshalb ging über die Jahre die Blasenmuskulatur kaputt in dem diese sich in Bindegewebe umwandelte.

Den Katheter brauche ich damit die Blase ohne Restharn entleert wird. Ausserdem bildet der Dünndarm schleim. Dieser kann mit dem grössten Katheter CH16 mit rausfliessen.

Ist genug rübergewachsen?

Grüsse
qyx
==============;-)================
Mein Lebensmotto:
"Behandele deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest."
Benutzeravatar
QYX69
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Alter: 55
Registriert: 09 Aug 2005 04:17
Wohnort: Karlsruhe
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Paraplegiker-Inkontinenz
Hilfsmittel: Katheter/Kunstblase/Scott-Sphinkter

Beitrag #8 von eckhard11 » 18 Aug 2005 13:12


Jau, OXY,

das mit dem Schleim kenne ich auch......

Da meine ganze neue Blase aus einem Darmstück besteht, ist bei mir der Schleimanfall sicherlich noch größer als bei Dir.

Wenn man nicht richtig aufpasst : Schwupp, isser draussen und der Unterleib versaut, hi, hi.

Andererseits hat der Schleim auch seine Vorteile :
Er legt sich vor die Harnröhre, hindert daher den Urin beim Rauslaufen und lässt einen gewissen Druck im Unterbauch entstehen.
Dadurch kann man bemerken, dass sich die neue Blase füllt ( normale Nerven, welche mir sagen, die Blase ist voll, sind bei mir ja nicht mehr vorhanden ) und früh genug reagieren.

So hat alles seine Vor - und Nachteile

Ich nutze jetzt den Vorteil und leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
Benutzeravatar
eckhard11
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 1185
Registriert: 24 Dez 2003 14:51
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Beitrag #9 von danny » 11 Sep 2005 03:06


Man kann das Octenisept auch aufsprühen. Dann hat man einen deutlich geringern Verbrauch und man braucht keine Tupfer.
Benutzeravatar
danny
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
 
Beiträge: 143
Alter: 39
Registriert: 22 Apr 2005 15:30
Wohnort: Südwestdeutschland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: neurogene Blase
Hilfsmittel: Einmalkatheter

Beitrag #10 von Lucky » 14 Sep 2005 17:47


Ich habe mir bei BUTLERS (ein Wohnraum,- und Küchenausstatter) ganz wunderbare Sprühflaschen gekauft, die für kosmetische Produkte bestimmt sind. Die Dinger sind viel besser als die Octenisept-Sprühflaschen aus der Apotheke, es gibt auch unterschiedliche Größen und da ich nur sprühe - auf Desinfektion will ich nicht verzichten - reicht die 450ml Pulle Octenisept bei mir ca 3. Monate. Und manchmal - für unterwegs, oder im Urlaub, oder in Situationen wo ich mich irgendwie gerne waschen würde, bevor ich mich katheterisiere, und genau das nicht geht - benutze ich die fertig abgepackten Alcohol Pads von B. Braun.
Die sind natürlich nicht für die Schleinhautdesinfektion gedacht. Aber die 100 Tupfer kosten 2 Euren (?). Negative Begleiterscheinungen konnte ich noch nicht feststellen und ich nehme sie nur in besagten Situationen.
Benutzeravatar
Lucky
Megaautor (min. 100 Beiträge)
Megaautor (min. 100 Beiträge)
 
Beiträge: 106
Alter: 52
Registriert: 12 Sep 2005 07:28
Wohnort: Berlin/ Brandenburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: feste Beziehung
Art der Inkontinenz: Neurogene Blase
Hilfsmittel: Easi Cath Set

Nächste

Zurück zu Inko Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron