anspruch oder nicht

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anspruch oder nicht

Beitrag #1 von papa0861 » 05 Jan 2007 23:19


hallo leute,

ich habe da mal eine frage zu der ausstellung eines rezeptes.

kann ich von meinem arzt verlangen, daß er mir für inko-hilfsmittel ein dauerrezept ausstellt?
ich muß zur zeit alle 4 wochen bei meinem doc antanzen, um mir mein windelrezept abzuholen. daß heißt für mich natürlich, jeden monat in die apotheke zu laufen um es einzulösen. damit entgeht mir aber auch die möglichkeit, einen dauerlieferanten zu wählen und dessen rabatte zu nutzen.

in dem zusammenhang fällt mir noch die frage ein, ob ich nur rezepthilfsmittel von der steuer absetzen kann, oder ob dies auch bei artikeln möglich ist, die keine hilfsmittelnummer haben.

für den abendlichen gebrauch habe ich pants für mich entdeckt, die aus fernostasien kommen. leistungsmäßig liegen diese teile sogar noch über tena und co. sind billiger. sogar noch billiger als die zuzahlung bei deutschen markenartikeln. eigentlich müßte die krankenkasse ja dankbar für meine art der versorgung sein, da sie damit ja nicht belastet wird. wie sieht das aber steuermäßig aus?

kann ich diese frei erwerbbaren artikel auch absetzen?


lg
jürgen
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Beitrag #2 von just4u » 06 Jan 2007 23:46


Hallo Jürgen, auch ich habe so meine Probleme mit dem Rezept für Windeln. Hier an meinem neuen Wohnort, weigern sich sogar regelrecht alle aufgesuchten Ärzte, mir ein Rezept für "Windelslips" auszustellen. Obwohl ich seit über 30 jahren inkontinent bin, soll ich nun alle Diagnostischen Untersuchungen nochmals durchlaufen um eine nach dem Kassengesetz zutreffende Diagnose zu erhalten !? >>Enuresis<< gibt es bei Erwachsenen ja schließlich nicht. Zum Thema Steuer kann ich Dir allerdings sagen, wenn Du ein Attest vom Arzt beilegst aus dem hervorgeht das Du

a) chronisch erkrankt bist ... und / oder
b) auf diese Hilfsmittel angewiesen bist

- dir das Fianzamt in der Regel die Aufwendungen anrechnet.
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Beitrag #3 von Stefan » 07 Jan 2007 12:45


Hallo Jürgen,

es gibt ja 2 Arten von Dauerrezepten.

1. das Quartalsrezept es gilt nur ein bestimmtes Quartal
2. das Jahresrezept, es gilt ein Kalenderjahr lang

Nun hat der Betroffene das Recht eines der Rezepte von seinem Arzt zu verlangen, wenn der Arzt keine begründeten medizinschen Bedenken hat und sich vorraussichtlich die Inkontinenz im Gültigkeitszeitraum nicht ändert.

Ich würde mir vom Arzt die Weigerung schriftlich begründen lassen. So kann ein Arzt z.B. bei einem Reflux oder bei chronischen Infekten auf einer monatlichen Vorstellung bestehen oder zumindest einmal im Quartal.

<b>Und so sollte ein Dauerrezept* aussehen!

Beispiel:
Dauerrezept gültig bis 31.12.2007
Attends Slip Super Plus 10 Größe Medium
PZN 2646172 - 112 Stück = 1 OP
Jahresbedarf ca. 16 OP
Diagnose: Bei Inkontinenz zur Teilnahme
am öffentlichen Leben

Beispiel:
Dauerrezept gültig bis 31.12.2007
LoFric Female 20cm CH12
PZN 3458202 - 100 Stück = 1 OP
Jahresbedarf ca. 15 OP
Diagnose: Bei Inkontinenz zur Verhinderung
von Folgeschäden

Und zusätzlich auch die "aut idem" - Kästchen ankreuzen lassen!

</b>
Bei der Versorgung musst Du einen Anbieter wählen der Rezepte mit den Krankenkassen abrechnen kann*. Einige Krankenkassen bieten an, dass man als Versicherter direkt mit Ihnen abrechnet. Hier ist jedoch eine Bearbeitungsgebühr (Abschlag) fällig.

Liebe Grüße

Stefan

* gilt nur in der Gesetzlichen Krankenversicherung, nicht in der Privaten!
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Beitrag #4 von eckhard11 » 07 Jan 2007 22:02


Guten Abend, Jürgen,

bei uns hier in Hagen stellt zwar der behandelnde Arzt ein entsprechendes Rezept aus, allerdings muß man sich von der Krankenkasse erst eine “Kostenübernahmezusage” holen.
Ohne diese Zusage bekommt man kein Dauerrezept.

Oder man kann mit der Krankenkasse vereinbaren, daß diese direkt mit dem Versorger abrechnet. Die anfallende Gebühr übernimmt in der Regel der Versorger.

Derartige Rezepte oder Vereinbarungen gelten gemeinhin ein Jahr.
Wenn Du einen Schwerbehindertenausweis hast, so lange, wie dieser Ausweis gilt.

Hinsichtlich der Absetztbarkeit ist die Auskunft von just4u absolut richtig.
Beim Besitz eines Schwerbehindertenausweises reicht im allgemeinen eine beigelegte Kopie.

Gruss
Eckhard
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Beitrag #5 von jokel » 07 Jan 2007 23:40


Hallo an alle

Bei mir ist das so, das ich mir jedes halbe Jahr ein Dauerverordnungsformular von der Krankenkasse zuschicken lassen muß. Das der Arzt ausfüllt, das schicke ich dann nach Abena, die regelt dann alles mit der Kasse, und die bewilligt mir dann die Verordnung für ein halbes Jahr.

Gruß Jokel
es kommt nicht drauf an, wie man sich sieht,
sondern wie man sich ansieht.
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Beitrag #6 von Ramona » 09 Jan 2007 19:22


Hallo zusammen!

Ich werde ja über einen Versand mit Inko -Slips versorgt. Meine Ärztin hat mir ohne Probleme ein Rezept mit folgenden Text aus gestellt:

Dauerverordnung
von 01.01.2007 - 31.12.07
für Inkontinenz Slips

Den Text habe ich vom Versand bekommen und es ist ohne Probleme von der Krankenkasse so genehmigt worden. Ich kann in diesen Jahr dann so bestellen, wie ich benötige.

Gruß Ramona
GESTERN ist vorbei,
MORGEN ist noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.

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Dauer-Rp Anspruch?

Beitrag #7 von Mon » 09 Jan 2007 20:56


zur Dauer-Rp Thematik

Das Problem, so es eines ist, liegt meist NICHT am verordnendem Arzt, sondern zu allererst an der Krankenkasse, welche ja dafür aufkommen "darf".

Allgemeinhin ist es leider so, dass die AOK keine Dauerrezepte akzeptiert - zumindest nicht die AOK Sachsen. Als weitere Art der "Schikane" werden ALLE Rezepte (das gilt auch für sonstige/andere Hilfsmittel!), auf denen keine korrekte Diagnose steht, zurück gesendet, d.h. nicht akzeptiert. Da ich hiermit lieber keine Abmahnung der allseits beliebten grünen Kasse riskieren möchte, nur noch so viel dazu: auch die Praxen werden unter Druck gesetzt! Also macht es dem Arzt/den Praxen nicht noch schwerer. Am besten ist es, wenn Ihr direkt am Monatsanfang eine "Monatsbedarfs-Bestellung" per Fax sendet. Bei Gelegenheit das Rp abholt und dann den Lieferanten damit beehrt. Wer nicht gerade Stubenhocker ist, dem ist es wohl zuzumuten, ein Mal im Monat raus zu gehen. Übrigens: man kann sich schon für das ganze Jahr von den Zuzahlungen befreien lassen. Das erspart ein wenig das quartalsmäßige, äußerst anstrengende Anstellen in der Praxis.

AOK typischer Text als Beispiel:

Monatsbedarf 02/2007
anatomische Formslip Größe "large" 3 x 12 Stk.
anatomische Formslip Größe "large" 4 x 22 Stk.
Diagnose: Inkontinenz bei xyz, zur Teilnahme am gesellsch. Leben

Das genügt in den allermeisten Fällen so. Wichtig ist aber, dass bei der Diagnose eben steht WARUM.

Die DAK akzeptiert Quartalsrezepte, manch andere Kasse Halb- oder sogar Ganzjahrs-Rp's.

@ Ramona: Wie hast Du das geschafft, so ohne Anzahl und Diagnose auf dem Rp?

@ papa: Kasse wechseln, wenn AOK. Bester Tipp, den es gibt. Der Spruch "Wir tun mehr für Sie" bezieht sich aller Wahrscheinlichkeit auf das Kürzen und Streichen von Geldern/Mitteln/Leistungen. Einen Anspruch auf ein Dauer-Rp hat man nicht. Ein Mal pro Quartal soll der Arzt den Pat. ja eh sehen... Die leidige "Ermessensfrage" also.

Hausarztwechsel ist heutzutage riskant. Bleib lieber beim "alten". Der weiss schließlich, was los ist. Sonst kann es eben tatsächlich passieren, dass die ganze Untersuchungsprozedur noch mal von vorne los geht. Tipp: gesetzlich verpflichtet ist der Pat. aktiv an seiner Genesung, also der Wiederherstellung seiner Arbeitsfähigkeit/Gesundheit mit zu wirken. NICHT, Myriaden von Untersuchungen zu erdulden, deren Risiken und Nebenwirkungen oft nicht deutlich genug beschrieben (wenn überhaupt) werden. Also ist demnach die Verwendung eines HM durchaus zu werten als eine Art, wieder arbeiten gehen zu können. (Wollen wir es mal ganz flach sagen.)

Wie an anderem Ort bereits geschrieben, hat ein Herstellername auf dem Rp nix zu suchen. Es ist allein des Patienten Sache, welche Sorte er verwenden möchte. Manche Lieferanten möchten gerne die HM-Nummer auf dem Rp haben. Die Kassen zahlen eh bloß einen Pauschalbetrag. Bis zu 160 Stück pro Monat dürften toleriert werden. Was mehr ist, bw. wenn nur Nachtwindeln benötigt werden wegen der größeren Saugstärke, so muss das EXTRA auf dem Rp stehen! Sonst kommen Fragen und Querelen.

Am sichersten ist es, sich VORHER schlau zu machen. Also erst die Kasse befragen (auf Vertraulichkeit bestehen), dann das Reha-/Sani-Haus bzw. Apotheke (Vorsicht vor dem sog. "Eigenanteil"!), dann die Arztpraxis mit einem perfekt vorgearbeiteten Rp-Wunsch konfrontieren. Dann geht eigentlich nix mehr falsch. Hinweis an die Praxis: "so will es die Kasse". Bzw. "wenn wir (!) das nicht so schreiben, kommt das Rp zurück, und wir müssen nochmal schreiben". Das hilft meist. Auch der Hinweis, dass HM das Praxisbudget NICHT belasten, hilft mitunter enorm. Die Ärzte haben Bammel vor den sog. Regressforderungen. Kann man ja gut verstehen. Also: helft denen auch mal ein bisschen.

Zusatz: manch Lieferant möchte ja auch 'was verdienen, also wird ein Eigenanteil berechnet. Das ist durchaus üblich bei manchen. Vor der gesetzlichen Zuzahlung kommt man ohne Befreiung nicht drum herum. Vor dem Eigenanteil sehr wohl. Also: VOR der Abgabe des Rp danach fragen!

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Beitrag #8 von papa0861 » 11 Jan 2007 19:41


hallo,


vielen dank für eure antworten. da werde ich mal eure hinweise auswendig lernen und meiner krankenkasse (die ja im eigentlichen sind gar keine kasse ist) auf den zahn fühlen.

lg
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Re: Dauer-Rp Anspruch?

Beitrag #9 von Ramona » 12 Jan 2007 21:39


Mon hat geschrieben:@ Ramona: Wie hast Du das geschafft, so ohne Anzahl und Diagnose auf dem Rp?


Frag mich nicht, ich weiß es selber nicht. :wink:
Schon beim ersten Versand lief es so (Medi Markt). Beim zweiten (Leo Osterheider) war es dann nicht anders. Den Text bekam ich ja vom Versand und meine Ärztin hat es so übernommen.

Übrigens, als Diagnose stand natürlich Harniko drauf.

Gruß Ramona
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Manchmal läuft es seltsam - in meinem Fall positiv

Beitrag #10 von Siggi » 19 Jan 2007 17:23


Hallo,

es ist immer wieder seltsam, in welcher Weise die Rezeptversorgung läuft. Der/die eine hat Schwierigkeiten mit dem Arzt, der/die andere mit der Kasse. Bei mir ging die Geschichte seltsam positiv vonstatten. Ich wechselte das Sanitätshaus, das mir für die Versorgung per Rezept horrende "wirtschaftliche Aufzahlungen" zur gesetzlichen Zuzahlung aufdrückte.

Das neue SaniHaus wollte mit meinem Rezept ganz sicher gehen und forderte vor der Belieferung von der GKK eine Übernahmezusicherung. Die kam - aber nicht nur für dieses eine Rezept mit der "Monatsration", sondern gleich für ein ganzes Jahr. So problemlos kann es also auch gehen. Nun rufe ich nur nach Bedarf bei der Zentrale der von mir gewählten SaniHaus-Kette an und prompt kommt die Lieferung gleich per motorisierten Boten ins Haus. Doch sehr praktisch -oder? :lach:

MfG
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