Mal ein Statement Vergleich Inkontinenzskip / Kinderwindel

Hier geht es um alle saugenden Hilfsmittel, angefangen von den Einlagen, über Vorlagen und Trainers bis hin zu den Inkontinenzslips.

Moderatoren: Helmut, Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Mal ein Statement Vergleich Inkontinenzskip / Kinderwindel

Beitrag #1 von mike » 21 Jul 2003 12:08


Hallo Leute,

gerne möchte ich einmal einen Vergleich wagen zwischen einem regulären Inkontinenzslip und einer Kinderwindel, z.B Pampers etc....

Was mir auffällt ist, das die Kapazität einer Kinderwindel im Verhältnis um viele Faktoren höher ist, als bei einem Inkoprodukt.

Wie bin ich drauf gekommen?

Vor einiger Zeit habe ich einen Besuch bei meiner Schwester getätigt. Dummerweise hatte ich die falsche Tasche mitgenommen und daher meine Hilfsmittel vergessen. Ich brachte aber nicht nach Hause fahren (immerhin knapp 150 Km), sondern konnte mich notdürftig mit einer Pampers Gr. war glaube ich bis ab 18 KG, behelfen.

Abgesehen von dem Tragekonfort, ( die Windel war mir natürlich viel zu klein) war das Saugvolumen aber wirklich unschlagbar. Diese kleinen Kinderwindeln saugen nach meinem individuellen Erlebniss unlägst schneller, halten auch mehr Urin gebunden, und sind eventuell saugfähiger als eine Tena Super. Jedes normale Inkotinenzprodukt, z.B Attends, oder Hartmann Molicare wird um längen geschlagen.

Habe mal danach selbst eine Packung Pampers bei Schlecker gekauft. Ich glaube es war die Größe 6. Die kleinen Teile haben quantitativ gesehen mehr Suberabsorber drinn als ein Inkoprodukt. Wie kann dass denn sein?

Wenn ich nun einmal hochrechne komme ich zu dem Ergebnis, dass wenn man die Größe einer Pampers auf eine Erwachsenenwindel überträgt, eigentlich das optimale Hilfsmittel erhalten würde. Natürlich bräuchte ich nicht diese bunten Bildchen auf dem Hilfsmittel. Aber pragmatisch gesehen sind die Velcoverschlüsse sehr hilfreich, da auch ich als Inko mal gehörig cremen und fetten muß, bei Hautreizungen und schon öfter mal die Tapes mit fetthaltigem in Kontak gekommen sind. Auch gefällt mir der sehr dünne Aufbau der Kinderwindel. Der Aufbau ließe sich doch auch auf den Erwachsenenbereich übertragen.
Wenn man nun noch eventuell die doppelte Superabsorbermenge im erwachsenen Produkt hätte, wäre es doch nun auch ein wirklich sicheres Produkt. Ich meine nicht nur beim theoretischen Saugvermögen, sondern auch bei den alltäglichen Situationen

Z.B Beim Setzen dringt bei den derzeitigen Inko Hilfsmitteln immer mal wieder im hinteren Po Bereich Flüssigkeit nach Außen, weil der Urin nur unzureichend gebunden wird.. Bei den Kinderprodukten wird hingegen sehr viel mehr an Sicherheitsreserven geliefert.

Klar weiß ich auch, dass die jeweiligen Käufer, halt die Eltern, eine menge Geld für die Babywindeln ausgeben und somit interessante Wirtschaftskunden sind.

Aber ich glaube, ich würde auch etwas dazubezahlen oder vielleicht sogar die Rechnung komplett übernehmen, wenn ich eine vergleichbare Qualität bekäme. Schon jetzt muß ich bei bestimmten Inkohilfsmitteln dazubezahlen, und bekomme schlechtere Ware (siehe mein Tena Beitrag)

So hätte ich zumindest die Wahl - und ich könnte in den nicht so wichtigen Situationen z.b. zu Hause die regulären Produkte verwenden. Und wenn mal Besuch da ist, oder ich bin selbst unterwegs.... dann könnte ich das Turbo Sichere Luxusprodukt einsetzen.

Aber die Wahl hat man ja nicht, weil der Markt trotz Auswahl doch noch eher Budgetorientiert agiert.

Was spricht eigentlich dagegen eine Fixies oder Pampers Kinderwindel um den Faktor 3 oder 4 oder 6 zu vergrößern und in entsprechenden Erwachsenengrößen im Supermarkt anzubieten oder im Sanitätshaus oder in der Apotheke. So würde ich doch auch die um diese Faktoren gesteigerte Größe und deren Bestandteile nebst Vorteilen ebenfalls erhalten? Würde sogar keine oder nur eine geringe Entwicklungszeit beanspruchen, da der Produktionsablauf ansich ja bereits schon feststeht.

Ich finde, dass die Industrie schon sehr genau weiß, wenn eine Windel bei den Kindern ausläuft, dass die Eltern auf ein Wettbewerbsprodukt wechseln. Deshalb läuft speziell bei den kleineren Windeln auch genau kein einzige Produkt aus. Auch kann man dort sehr genau sehen, das die Kinderprodukte 300-400% mehr Sicherheitsreserven bieten, als es ein Kind überhaupt beansprucht. Damit erst gar kein Zweifel aufkommt. Bei den Inkoprodukten finde ich, ist es genau andersrum - da gehen viele Hersteller speziel wegen der Kosten ans Limit und riskieren, das bei dem einen oder anderen eben das Produkt nicht hält.....und ausläuft.

Warum bekomme ich denn z.B keine 300 oder 400 % Sicherheitsreserven?

Auch finde ich, das ich gerne als Betroffener bei der Integration eines Hilfsmittels Mitspracherecht haben möchte. Wenn bei den Kinderprodukten die jeweiligen Eltern eine Macht ausüben, damit die Qualitäten überdurchschnittlich hoch sind, kann ich es nicht verstehen, warum bei den Inkoprodukten irgendwelche Fuktionäre in den Kassengremien eine Entscheidung für die Rezeptierbarkeit für uns treffen.

Warum gibt es keine Kommisssion der Betroffenen, die zumindest Empfehlungen aussprechen dürfen. Oder eben auch bei permanenten Fehlern und unzulänglichkeiten eine Entziehung einer Hilfsmittelnummer veranlassen können. Sollen doch die Kassen eine Ausschreibung verschiedener Produkte, entsprechend der jeweiligen Inkontinenzgraden machen.

Wenn jeweils nur eine Fima ein Produkt liefern dürfte, wären doch die Wettbewerber sehr motiviert vielleicht im nächsten Jahr ein besseres Produkt zu liefern um den Auftrag zu erhalten. Und speziell durch den Wettbewerb käme mehr Bewegung in den Inkosektor.

In anderen Bereichen der öffentlichen Gelder bekommt doch auch derjenige den Auftrag, der die beste Leistung zum günstigsten Preis bietet.

Solange der Sektor von Menschen bestimmt wird, die nicht im entfertesten mit der Materie vertraut sind, wird sich nichts ändern.

Mein Apell: Betroffene müssen in die Entscheidungsgremien der Kassen. Erst dann wird auf unsere Meinung wert gelegt. Ich glaube die großen Konzerne würden dann sogar Betroffene mal als Berater für Geld beschäftigen. Die jetzigen Berater sind wohl alles keine Betroffenen, wohl eher Betriebswirte und Manager.

Wie könnte man erreichen, das dergleichen Gremien gebildet werden. Wie kann man Einfluß auf die Gesundheitspolitik nehmen.Geld ist wie ich finde genug da, es muß bloß besser aufgeteilt werden. Lediglich die innovativsten und besten Firmen dürften dieses Geld bekommen. Wer schlechtes leistet oder zu profitgierig ist, dem ist der Auftrag zu entziehen. So hätten wir zumindest gute Chancen wesentlich bessere Produkte zu erhalten - durch die bessere Verteilung des Geldes sogar vielleicht zuzahlungsfrei?

Dies ist meine Meinung

Ciao

Mike
Benutzeravatar
mike
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 48
Registriert: 14 Jul 2003 09:24
Wohnort: OWL
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Refelex
Hilfsmittel: Inkontinenz-Slips

Beitrag #2 von wide » 21 Jul 2003 17:27


Hallo Mike,

ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Als es bei mir losging, habe ich zuerst einfach mal die größte Babywindel gekauft, die erhältlich ist. Heute weiß ich, daß diese Babywindeln tatsächlich besser sind als Vorlagen gleicher Größe für Erwachsene.
Wie kann das sein ? Ich glaube, daß wir mit schlechten Produkten abgespeist werden.
Ich war mal in Singapur und habe mir da eine Packung Tena gekauft. Die werden in Malaysia produziert. Die waren um einiges billiger und viel besser als hiesige Tena Produkte.
Ich habe schon viele Vorlagen ausprobiert, aber bei gleicher Größe ist eine Babywindel nicht zu schlagen.

Viele Grüße

Wide
Benutzeravatar
wide
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Alter: 55
Registriert: 07 Jul 2003 19:26
Wohnort: Köln
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz
Hilfsmittel: Ein- und Mehrwegwindeln/Vorlagen

Kosten - Nutzen

Beitrag #3 von Regenmacher » 23 Jul 2003 21:48


Hallo,

Stefan könnte ein Lied darüber singen, was der Unterschied ist. Kinderprodukte werden viel aggressiver beworben, sind im Vergleich zur Größe wesentlich teurer.

Die Hersteller haben ziemlich genaue Vorgaben, was das Finanzbudget angeht. Wenn ein Inkontinenzprodukt zu teuer wird, dann muss der Patient zuzahlen und es wird wahrscheinlich (so die Annahme der Hersteller) nicht mehr gekauft, gefordert. Probiert hat das natürlich noch niemand.

Ich denke, wenn jemand endlich hingeht und den Herstellern erklärt, was wir wirklich wollen und was wir zu zahlen bereit sind, dann wäre allen geholfen. Aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

Gruß Marco
----
Ohne Signatur geht es auch.
Benutzeravatar
Regenmacher
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 217
Alter: 44
Registriert: 13 Mär 2003 03:00
Wohnort: Musterstadt
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: geschieden
Art der Inkontinenz: Reflexinkontinenz
Hilfsmittel: Spezialunterwäsche

Beitrag #4 von Olivia » 27 Jul 2003 14:27


Hallo Mike,

du hast mir mit deinem Beitrag aus der Seele gesprochen, denn genau das ist auch meine Meinung und Erfahrung: Eine gute Babywindel (neben Pampers haben übrigens auch die babylove vom dm-Drogeriemarkt bei der Stiftung Warentast mit "Sehr gut" abgeschnitten, sind aber wesentlich preiswerter), vergrößert um den Faktor X - das wär's!

Ciao

Olivia
Benutzeravatar
Olivia
Superautor (min. 50 Beiträge)
Superautor (min. 50 Beiträge)
 
Beiträge: 65
Alter: 56
Registriert: 06 Jun 2003 17:01
Wohnort: Hamburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: ***
Hilfsmittel: Immer mal wieder andere

Tja, das isses ja.....

Beitrag #5 von mike » 27 Jul 2003 20:32


wir, die Betroffenen haben alle konkrete Vorstellungen und es ist einfach keine Lösung in Sicht....

Ich habe gehört dass ja derzeit eine neue Gesundheitsreform verabschiedet worden ist. Demnach soll nun auch immer ein Patientenvertreter zur Sprache kommen. Ob und vor allem wer das für den Bereich Inkontinenzversorgung sein wird, kann meinerseits leider nicht festgestellt werden. Deswegen mein Apell an die Forenbetreiber.....

"Vielleicht könnt Ihr ja einmal das Gesundheitsministerium anschreiben" und Euch um diesen Posten bewerben. Ich halte das für besser, als wenn sich da eine GIH bewirbt, die z.B Ihre Gelder durch Anzeigen der Hilfsmittelindustrie bezieht - nur mal angenommen, die würden in so eine Beraterfunktion kommen, ist bereits mit großer Warscheinlichekit wieder einmal der falsche am Platz.....

Hier in diesem Forum zumindest habe ich den Eindruck, dass keinerlei Bestechung der Hilfsmittelindustrie vorliegt.... Respect

Vielleicht könnte sich ja im Zuge der bestehenden Reform eine Möglichkeit zur Einflussnahme ergeben - besser an einem Strohhalm greifen, als gar nichts tun.

Wegen der Qualitätsunterschiede zu den Kinderprodukten hege ich derzeit eine Idee..... es müßte doch möglich sein, eventuell einen kleineren Hersteller zu finden, der nicht diese monopolistische Einstellung hegt.....

vielleicht könnte man speziell solche Hersteller ansprechen und kleinere Chargen der gwünschten Produkte herstellen lassen. Mit kleineren Mengen meine ich vielleicht 1000-2000 Stück. Selbst wenn das Stück 2 EUR kostet, sind das nicht mehr als 4000,- EUR. Zwar ne Menge Geld, aber sicherlich nicht unmöglich zu finanzieren.

Und wenn das "Wunschprodukt" die benannten Eigenschaften hat, werden sich sicherlich auch entsprechende Käufer finden. Würde mich gar nicht wundern, wenn auch diesem kleinen Hersteller plötzlich ein ganz großer würde.....

Sind halt so ein paar Ideen, die aus dem Umstand der derzeitigen Unzufriedenheit geboren werden......

Utopie oder Realität?

Mike
Benutzeravatar
mike
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 48
Registriert: 14 Jul 2003 09:24
Wohnort: OWL
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Refelex
Hilfsmittel: Inkontinenz-Slips

Das ist nicht so einfach...

Beitrag #6 von Regenmacher » 27 Jul 2003 22:09


Hallo Mike,

dein Vorschlag ist natürlich schon ein netter Vorschlag. Aber vorweg erst einmal Danke für das Lob an das Forum. Aber bitte nicht verwechseln - das Forum ist nur ein Teil von Selbsthilfeverband-Inkontinenz e.V.! Ziel des Vereins ist ja, allgemein die Probleme inkontinenter Menschen aufzugreifen.

Zu deinem Vorschlag. Sicher wird sich der eine oder andere Hersteller finden, der gerne auch mal gute Windeln herstellt. Problem ist nur - es sind eben nicht mal nur 4.000 Euro - da muß ja eine Maschine für eingestellt werden - Umstellung, Planung etc. Das ist nicht einfach und mit entsprechenden Kosten verbunden.

Natürlich hoffen wir sehr, daß die Hersteller auf die Belange der Inkontinenten mehr Rücksicht nehmen - ich weiß, daß nächste Woche Gespräche mit Leuten aus dem Verein anstehen, wo auch solche Fragen auf den Tisch kommen.

Aber da sehen wir mal weiter, was so noch kommt - es kann nur besser werden.

Gruß Marco
----
Ohne Signatur geht es auch.
Benutzeravatar
Regenmacher
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 217
Alter: 44
Registriert: 13 Mär 2003 03:00
Wohnort: Musterstadt
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: geschieden
Art der Inkontinenz: Reflexinkontinenz
Hilfsmittel: Spezialunterwäsche

Beitrag #7 von Helmut » 28 Jul 2003 13:04


Hallo Mike,

ganz so Einfach ist es nicht, eine Pampers zum Beispiel nur um den Faktor 3 oder was zu vergrößern. Eine Pampers XL nimmt etwa 800ml an Flüssigkeit auf, was für eine Babywindel doch eine beachtliche Menge darstellt. Wenn du nun das zum Beispiel auf eine Attends der Größe Medium überträgst, dann müßte diese gut 4 Liter an Flüssigkeit aufnehmen. Überlege jetzt mal, wie das in der Praxis aussieht, wenn du eine solche volle Windel am Hintern hättest. Sie würde ja dann um die 4 kg wiegen und ganz schön durchhängen. Sowas kannst dann auch nichtmehr im Alltag verbergen, denn das würde bestimmt jeder mitbekommen.

In der Praxis bedeutet das dann, daß hier ein Kompromiss eingegangen werden muß, zwischen Aufnahmekapazität und Diskretion/Tragekomfort. Die Hersteller sind durch uns schon darauf aufmerksam geworden, daß es auch viele jüngere und mobile Betroffene gibt und sie sind dabei ihre Produkte an unsere Anforderungen anzupassen. Sicher geht das nicht von Heute auf Morgen, aber es tut sich was.

Das mit der "Eigenentwicklung" ist sicher machbar, die Firma Ontex produziert nach Kundenwunsch, dabei kann sich der Auftraggeber "seine Windel" wie mit einem Baukasten zusammen stellen lassen. Aber um das Produkt dann auf den Markt zu bringen bedarf es noch einiges mehr an Vorarbeiten. Wenn es über die Kassen abgerechnet werden soll, dann brauchst du eine Hilfsmittelnummer dazu. Nur die Zulassungstests kosten eben auch nicht gerade wenig, genauso wie deine Windel in Sonderanfertigung, hier rechnet es sich nur, wenn du eine groß Menge absetzen kannst.

"Vielleicht könnt Ihr ja einmal das Gesundheitsministerium anschreiben" und Euch um diesen Posten bewerben. Ich halte das für besser, als wenn sich da eine GIH bewirbt, die z.B Ihre Gelder durch Anzeigen der Hilfsmittelindustrie bezieht - nur mal angenommen, die würden in so eine Beraterfunktion kommen, ist bereits mit großer Warscheinlichekit wieder einmal der falsche am Platz.....

Hier in diesem Forum zumindest habe ich den Eindruck, dass keinerlei Bestechung der Hilfsmittelindustrie vorliegt.... Respect

Ja wir sind schon dabei, Kontakte zu allen Ebenen zu knüpfen. Sowas dauert aber seine Zeit und es ist noch ein steiniger Weg dort hin. Weil die GIH schon länger besteht, hat sie natürlich schon mehr Einfluss als wir, aber das ändert sich bestimmt noch. Wir lassen uns von keinem in unserer Meinung beeinflussen, selbst wenn der Hersteller zum Beispiel jetzt Partner bei uns ist. Schließlich geht es ja um uns die Betroffenen, wir müssen mit den Produkten leben. Nur durch unsere kritische Haltung sind wir bei den Firmen "bekannt" geworden, es gab früher sogar schon Bestechungsversuche von Seiten der Hersteller, nur damit wir nicht weiter unsere Meinung öffentlich vertreten, aber wir liesen uns dadurch nicht einschüchtern. Unsere kritischen Darstellungen sollen ja nur die Hersteller darauf aufmerksam machen, daß da Handlungsbedarf besteht, wir wollen sicher nicht auf Konfrontation gehen, schon wegen einer möglichen Zusammenarbeit zum wohle der Betroffenen.

Gruß Helmut :fleissig:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

@Helmut

Beitrag #8 von mike » 28 Jul 2003 13:48


Hallo,

ich finde die Argumetation der 4 Liter nicht angemessen. Denn es geht mir ja lediglich um die Sicherheitsreserve die entsteht. Vorausgesetzt der Faktor X einer Kinderwindel auf den Erwachsenenbereich käme zum tragen.

Klar ist, das diese 4 Liter keiner benötigt. Dennoch vermittlet es ein ungemein sicheres Gefühl, wenn dem nächsten Kinobesuch oder auch mal einer intensiveren Feier mit oder ohne Alkoholica nichts im Wege stünde.

Auch ist ja derzeit das genaue Gegenteil der Fall. Viele Produkte brüsten sich mit Angaben die aber lediglich fiktive Werte wiederspiegeln. Wenn ein Produkt mit einem Fassungsvermögen von 2 Litern glänzt, kann man doch derzeit davon ausgehen, dass eventuell die Hälfte reinpasst. Bei den schlechteren Produkten sickerts dann durch die Folie, oder es gibt Flecken im hinteren Beinbereich.....weil die Passform nicht stimmt. Selbst bei Produkten aus dem Hause Hartmann brüsten sich die Fixies Windeln mit derzeit noch mehr Suagstärke....bei den Molicare hingegen sind die Klebetapes selbst nach deren Verbreiterung immer noch ein Schwachpunkt.

Deswegen fände ich es mal gelungen, wenn ein Produkt zumindest eine gewisse Menge Flüssigkeit binden könnte. Auch halte ich es für Irreführung den Verbraucher mit hypothetischen Laborwerten eine Sicherheit vorzugaukeln, wo keine ist.

Der Kompromiß läge vielleicht genau in der Mitte. Man könnte sagen 2 Liter, die auch wirklich gesaugt und gebunden werden, könnten schon sehr hilfreich sein.

Vorteil ist für mich eine bequeme Trageweise mit unauffälligem Charakter, Funktionalität in Verschluß und Saugkraft mit Bindung der Flüssigkeit ohne Auszulafen. Das ganze bitte in einer fehlerfreien Qualität. Speziell bei der Prämisse bin ich wieder bei dem Gedanken angelangt, dass es auf eine Kinderwindel aktueller Qualität hinausläuft, die auf eine Erwachsenengröße modifiziert wurde.....

Wenn bloß mal einer bei den Kassen begreifen könnte, dass mit dergleichen Notlösungen wie derzeit erhältlich, kein Blumentopf zu gewinnen ist. Ich will nicht wissen, wieviel Geld die "Pilzbehandlungen" und Arztbesuche der letzten Jahre gekostet haben - auf jeden Fall meine Zeit und ne Menge Geld aus dem Solidarbeitrag........

Eine Psychotherapie mußten die Kassen auch schon zahlen.....nicht allein wegen schlechter Produkte.....aber es ist für meinen Seelenfrieden schon sehr einträglich , dass die Hose trocken bleibt. Und da würde mir ein adäquates optimales Hilfsmittel sehr gut tun.

Ciao

Mike
Benutzeravatar
mike
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 48
Registriert: 14 Jul 2003 09:24
Wohnort: OWL
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Refelex
Hilfsmittel: Inkontinenz-Slips

Beitrag #9 von Helmut » 29 Jul 2003 10:09


Hallo Mike,

nun das mit den 4 Litern ist ja auch der theoretische Wert, den eine solche Windel dann aufnehmen müsste. Die Angaben, die die Hersteller machen, sind immer die Werte, die der DIN-Norm entsprechen, weil du mußt ja irgendwie vergleichbare Ergebnisse erzielen und das geht nur mit genormten Labortests. In der Regel kannst du die theoretischen Werte nehmen und etwa 45% davon abziehen, dann kommst in etwa hin mit der Aufnahmekapazität im Alltag. Wir arbeiten ja schon seit einiger Zeit mit einem Testinstitut zusammen, das die Zulassungsprüfungen für die Hilfsmittelnummern macht. Die Hersteller haben durch uns erkannst, daß auch sehr viele mobile Betroffene die Windeln lieber nutzen, als Einlagen und daher finden jetzt immer häufiger auch Testreihen mit uns statt.

Um einen praktischen Vergleich im Alltag zwischen den einzelnen Produkten zu erhalten, habe ich hier ja den Aufruf gestartet, eure Erfahrungen mit den verschiedenen Windeln so genau wie möglich zu schildern, nur leider ist die Beteiligung mehr als nur bescheiden. Mit den wenigen Ergebnissen von euch bis jetzt ist keine Vergleichsliste machbar.

Zur jetztigen Kapazität der verschiedenen Windeln kann ich nur sagen, daß diese schon mit etwa 1300ml tatsächliche Aufnahmekapazität bei einer Molicare super plus zum Beispiel dem Entspricht, was im Alltag erforderlich ist, nur im Punkt "schnelle Aufnahme des Urin und sichere Bindung" ist noch Nachholbedarf von Seiten de Hersteller. Es ist doch so, daß du im Normalfall nicht mehr als maximal 500ml bis 1000ml Urin in 5 Stunden verlierst und da sollte es schon in dieser Zeit möglich sein, seine Windel zu wechseln. Ich kenne keinen Film, der mehr als die 5 Stunden dauert, um dein Beispiel mit dem Kino nochmal zu bringen.

Also ich habe wirklich selten Probleme mit meiner Windel, ich verwende die Attends super plus, mit dem Auslaufen. Ich wechsle so alle 4 Stunden etwa und damit komme ich gut hin. Es wäre sogar bei mir noch genügend Reserve da, um zwei weitere Stunden damit aus zu kommen. Außerdem wenn meine Attends wirklich bis oben hin voll ist, dann wechsle ich sie gerne, weil sie dann einfach unangenehm zu tragen ist und wie ein nasser Sack zwischen den Beinen hängt, das aber schon mit den 1300ml was sie maximal aufnimmt.

Das Problem mit der direkten Umsetzung einer Babywindel zu einer Erwachsenenwindel ist auch aus kostengründen zur Zeit nicht machbar, da die Kassen momentan im Bundesdurchschnitt nur etwa -,55 Euro pro Stück einer Windel für starke Inkontinenz zahlen und da haben die Hersteller kaum einen Spielraum. Würde mann es trotzdem machen, dann würde eine solche Windel über 2 Euro pro Stück kosten. Im Verhältnis zu den Erwachsenenwindeln sind die Babywindeln nämlich wesentlich teurer im Stückpreis von den Herstellungskosten her gesehen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

Also ich kann das schon bestätigen.....

Beitrag #10 von mike » 29 Jul 2003 11:34


Hallo nochmal,

ich finde, dass alle derzeit auf dem Markt befindlichen Inkontinenzprodukte irgendwelche Macken haben.....

Das Hauptproblem ist tatsächlich in der Bindung des Urins zu sehen. Meist ist das erste Einnässen kein Problem. Aber bei einer zweiten oder dritten Blasenentleerung häufen sich die Unfälle.....

Beispiel: Bitte nimm einmal als Beispiel die heißen Sommertage der letzten Zeit. Darf ich als Inkontinenter keine 2-3 Liter Wasser am Tag trinken? Ich denke doch wohl, dass soll ich sogar. Alles andere wäre glaube ich ungesund. Auch bin ich im Grunde ein großer Kaffetrinker, Das diese Gewohnheit durch den diuretischen Effekt für einen Inkontinenten nicht einträglich ist, brauche ich wohl nicht zu sagen. Was ich möchte ist, so wenig wie möglich, in meinem Alltag, durch die Inkontinenz beschnitten zu sein. Ich möchte ein Produkt, dass meine alltäglichen Sitautionen gerecht wird. Ich habe keine Lust mehr, Flüssigkeit zu bilanzieren, weil ein Inkoprodukt die jeweilige Grenze bestimmt.

Jetzt nehmen wir mal an, ich trinke eine Flasche Mineralwasser aus Durst und zwei Tassen Kaffee aus Genuß. Dann wird der Liter Urin auch nach 1-1,5 Stunden spätestens draußen sein.

Mit einer Attends Windel kann eine solche Sommerflüssigkeitskapazität nicht gebunden werden. Denn wenn ich mich mit nem Liter Urin in der Attends hinsetze, wird durch die schlechte Bindung die Flüssigkeit im hinteren Bereich durch den Druck nach Außen gepresst und diese typischen Flecken im Oberschenkel/Pobereich entstehen. Erstaunlich finde ich die jeweilige Flüssigkeitsbindung mit normalen Wasser. habe ich mal getestet. Wenn man kaltes Leitungswasser mal Testweise in das Produkt gibt, quillt es auf und bindet auch gut. Urin hingegen ist 37 Grad warm und salzhaltig. Entsprechend ist die Bindung herabgesetzt. Mir würde es schon genügen, wenn die Bindung beim Urin genauso gut wäre, wie bei diesem Wassertest. Vielleicht liegt es am Absorber, oder an der Menge des Absorbers. Das z.B mehr Absorber nötig ist, um eine gleichgroße Menge Urin zu binden. Da fällt mir natürlich auf, wenn alle gemachten Herstellertest mit eine Wasserähnlichen Flüssigkeit ihr Produkt testen, dass natürlich ein chemischer Unterschied besteht und der Test dann Makulatur wäre......weil das Ergebnis nicht auf die salzhaltige Urinflüssigkeit im körperwarmen Temperaturzustand umsetzbar ist.

Die Molicare hält es besser im Inneren. Dennoch entsteht ein relativ nasses Gefühl. Bei der Molicare Super ist zudem der untere Klebestreifen ein Problem. Die sind zwar in letzter Zeit überarbeitet worden. Dennoch kritisiere ich, das sich der untere Teil von der Folie ablöst. Die Klebefläche wandert irgendwie weiter nach unten und bereits nach kurzer Tragezeit kommt ein Teil der Klebefläche mit der Haut im Oberschenkel/Leistenbereich in Kontakt. Juckreiz und Quaddelbildung sind die Folge weil die Kante des Klebetapes an die Haut kommt.

Bei der Tena Maxi habe ich bereits ausführlich geschrieben, das ich mit der fehlerhaften Folie nicht zufrieden bin. Was nutzt mir ein Produkt, was bereits nach der 2. Blasenentleerung Undichtigkeiten in der Folie mitbringt.

Derzeit setze ich die Abri Form X-Plus ein. Dieses Hilfsmittel kommt zwar nicht ganz an die Saugleistung einer Tena Slip Maxi ran, hat aber zumindest keine schadhaften Mikroleckagen. Dort haben aber auch die Klebetapes einen kleineren Mangel, da sie aus Papier gefertigt sind. Die Tapes neigen zum Durchriß und zum Verformen, bei längerer Tragezeit. Speziell im Sommer, wenn man schwitzt, ist dies eine Schwachstelle. Derzeit aber dennoch das Produkt mit dem meisten Nennwert wie ich finde.

Vor ungefähr nem Jahr gab es mal eine Eoron Form Nacht Windel, Die war in der Saugleistung echt gut. Das Produkt gibt es aber nicht mehr. Und die jetzigen Euron sind echt ein Zustand. Wenig Saugkraft, minimale Urinbindung, Mikroleckagen in Folie. Wie kann man so etwas nur anbieten.

Zu den Kosten kann ich nur immer wieder sagen, dass ich durchaus für ein optimales Produkt auch bereit wäre 50-75% dazu zu bezahlen. Das wäre es mir echt wert. Beim Auto bekommt man ja auch lediglich ne Grundausstattung und muß für Klima, Radio und anderer Extras bezahlen. Würde auch für ein Inkontinenzprodukt mit Extras bezahlen. Bloß kappiert es keiner, dass ich das Geld hätte und auch ausgeben würde.

Auch sei noch genannt, dass es in den Staaten die Tranquility Linie gibt. Man erhält eine Grundwindelhose mit knapp 1 Liter Suagvermögen und kann spezielle Boosterpads in die Windel legen. So kann man entsprechend der geplanten Unternehmung oder der womöglichen Trinkmenge, die Windelhose in der Kapazität vergrößern. Diese Boosterpads schaffen nochmal jeweils 500 ml effektiv. Das besondere ist dabei, dass in diesem Boosterpads eine große Menge Superabsorber enthalten ist. Also somit keine Zellstoff/Vlieswindelprodukt ist.

Die Tena Flex sind vom Saugvermögen nicht schlecht und binden auch sehr gut. Ich komme aber mit dem Konzept nicht so gut klar. Ich finde die Elastik im Schrittbereich zu minimal. Wenn der Superabsorber quillt, schließen die Beinabschlüssen nicht mehr ab. Hinten passt quasie noch ne Menge rein und es läuft am vorderen Beinausschnitt raus, weil ne Lücke klafft. Warum kann denn der Tena Slip nicht in einer ähnlichen Qualität wie in einer Tena Flex gefertigt werden. Da könnte doch ne Menge positives übernommen werden?
Ich denke die von Mölnlycke möchten wohl mer Flex verkaufen und deswegen wird nichts mehr in die Slips inverstiert.

Hersteller, macht mal was!

Ciao

Mike
Benutzeravatar
mike
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 41
Alter: 48
Registriert: 14 Jul 2003 09:24
Wohnort: OWL
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Refelex
Hilfsmittel: Inkontinenz-Slips

Nächste

Zurück zu saugende Hilfsmittel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron