Welche Vorlagen?

Hier geht es um alle saugenden Hilfsmittel, angefangen von den Einlagen, über Vorlagen und Trainers bis hin zu den Inkontinenzslips.

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Welche Vorlagen?

Beitrag #1 von Kerstin_K » 06 Apr 2009 00:05


Hallo zusammen,

Das wird jetzt etwas länger, aber das ist mein erstes Postng hier und ich muss Euch erstmal einiges erklären, sonst kommen wir nicht weiter:

Meine Mutter ist 83 Jahre alt. Nach 5 Geburten, Unterleibsoperation, Entfernung einer Zyste zwischen Steissbein und Darm und zuletzt Entfernung der Gallenblase und des Blinddarmes im Rahmen einer Not-OP mit nachfolgenden Komplikationen, u. a. fulminanze Urosepsis mit zeitweisem Nierenausfall, ist sie harn- und teilweise auch stuhlinkontinent.

Die Inkontinenz mener Mutter äussert sich darin, dass Sie nach Aussage unseres Arztes einfach zu spät merkt, dass sie muss. Sobald sie etwas getrunken hat, muss sie schnellstens zur Toilette. Oft schafft sie das natürlich nicht mehr, zumal sie jetzt auch nicht mehr so gut zu Fuss ist. Der Schliessmuskel ist wohl auch schon etwas schlaff und sie neigt sehr zu heftigen Durchfällen beim kleinsten Anlass.

Eigentlich hatte sie diese Probleme schon länger, aber sie hat das verdrängt und zudem hatte man ihr erzählt, dass sie eventuelle Vorlagen eher selber zahlen müsste und hinzu kommt eine Altersdemenz, die sich teilweise in Form von unglaublichem Starrsinn äussert. Allerdings hat sie sich ständig mehrer Lagen Toilettenpapier untergepackt. Das war natürlich nicht das Wahre. Aber das echte Inkoprodukte anders funktionieren, das wollte sie nicht glauben. Die Urosepsis kam dann schließlich wohl auch durch ihr ständiges zu wenig Trinken zustande. In der Reha hat man ihr dann zeitweise wirklich unmögliche Vorlagen verpasst. Riesen Teile. Ich vermute, dass die eigentlich unter Netzhosen gehörten. da die nicht in ihre Schlüpfer passten, hat man ihr die einfach so in die Hose geschoben. Unmöglich. Das hat meine Mutter in ihrem Widerstand natürlich bestärkt.

Nachdem sie dann nach drei Monaten Krankenhaus und Reha wieder zu Hause war, haben wir gleich beim ersten Arztbesuch Vorlagen verschreiben lassen. Nach einigen Irrungen (Der Pflegedienst wollte sich um alles kümmern, aber deren Lieferant arbeitet nicht mit der KK meiner Mutter zusammen.) habe ich dann herausgefunden, dass die BKK ATU einen Vertrag mit Attends hat. Okay, ich hatte da grausiges gelesen und ein Sanihaus mit Auswahl von verschiedenen Firmen wäre mir lieber gewesen, aber ich bin erstmal unvoreingenommen auf die zugegangen. Die Dame von der KK meinte allerdings gleich: "Wenn die zu langsam sind, sagen Sie bescheid, dann rufe ich da an."

Erster Anruf: Die Situation meiner Mutter beschrieben und die Zusendung von Mustern von Vorlagen der Saugstärke 3 und 4 vereinbart. Nach einer Woche kommt dann plötzlich eine riesen Kiste Windelhosen Regular Fit Saugstärke 9. Hilfe, was sollen wir denn damit? Meine Mutter möchte unbedingt ihre egenen Schlüpfer weiter tragen. In einer Durchfallphase haben wir und mit Tena Pants super (selbst gezahlt) geholfen. Windelhosen gehen schon deshalb nicht, weil sie gerade so stehen kann, dass sie sich eine Hose mit Gummizug selber hochziehen kann. Meine Mutter ist tagsüber alleine. Also Windelhosen, das geht einfach nicht.

Ich also nochmal bei Attends angerufen. Meine Mutter war mit falsch geschriebenem Namen im Computer. Wie es zu der Zusendung der Windelhosen kam, wusste man auch nicht so genau. Ich solle die auf unsere Kosten zurückschicken. Nö, ich bin Rollstuhlfahrerin, die kriege ich nicht zur Post und zahlen tue ich für die Fehler anderer auch nicht. Wenn sie die zurückhaben wollen, müssen sie sie schon abholen. Wollten sie nicht, die Kiste steht jetzt erstmal im Keller. Ich habe dem Mitarbeiter dann nochmals die Situation meiner Mutter erklärt. Das Ergebnis war Attends Discrete 4. Muster würde man nicht mehr verschicken, ich soll doch bitte gleich ein Rezept für mindestens drei Monate einreichen. Meinen Einwand, dass wir wohl erstmal probieren müssten, ob diese Vorlagen wirlich die richtigen sind und dass es dann wohl nicht so toll wäre, gleich einen Dreimonatsvorrat von einem Produkt zu haben, ließ er unbeachtet. Naja. Da ich bezüglich der Menge noch keien Erfahrungswerte habe und dass auch davon abhängt, ob meine Mutter eine Toilette in der Nähe hat oder nicht, haben wir auf seine Empfehlung hin erstmal mit drei Stück je Tag geplant.

Ich hatte das Rezept noch nicht abgeschickt, da war der Karton schon da. Vorrat bis 17. Mai. Na gut. Ich habe dann erstmal alles eingesammelt, was meine Mutter an Slipeinlagen und diesen kleinen Inkovorlagen aus dem Supermarkt angehäuft hatte und ihr nur die Attends hingestellt. Unter Protest benutzt sie sie auch regelmäßig. Verbrauch sind mal 2 Stück am Tag, aber auch mal 4 oder 5, je nachdem. wir haben jetzt ein Paket (48 Stück glaube ich) in ca. drei Wochen verbraucht. Nachts muss meine Mutter mindestens 2x raus.

Probleme: Die Vorlagen könnten etwas kleiner sein. Hinten gehen sie für meinen Geschmack doch sehr weit hoch, vorne höher ziehen geht nicht, weil das Ende der Vorlage dann wohl genau auf die Narbe kommt, das kann nicht gut sein.

Die Dinger haben ja vorne und hinten je einen Klebepunkt. Das hält aber eh nicht. Und meine Mutter läuft viel rum und so. Oft knüddelt sich das dann hinten zusammen und das drückt dann beim Sitzen. Das muss doch auch anders gehen!

Die Saugstärke ist für mich wahnsinnig schwer einzuschätzen. Meine Mutter kommt derzeit wenig raus. Deshalb musste bisher keine Vorlage einen echten Test bestehen. Mama gibt sich grosse Mühe, immer ganz schnell zm Klo zu kommen, teilweise mit der Hand zwischen den Beinen, denn sie will uns ja unbedingt beweisen, dass sie keine Inkoprodukte braucht. Wenn sie dann vorher weiss, dass es zum Arzt, Friseur oder sonstwo hin geht, trinkt sie vorher weniger. Das geht natürlich nicht, sonst landet sie in Kürze an der Dialyse. Aber das sieht sie halt nicht ein.

Das schlimmste Problem ist aus meiner Sicht, dass die Dinger stinken. Ich vermute, immer dann, wenn doch mal etwas Urin reingegengen ist. Bäh, wiederlich. Im Bad haben wir nur einen kleinen Kosmetikeimer stehen. Für mehr ist kein Platz, wir nutzen schon jeden Winkel. Die Windeltonne, so ne Oskartonne mit Deckel, steht auf dem Balkon. Muss dieser Gestank sein?

Ich weiss jetzt nicht genau, wie ich weiter vorgehen soll. Erstmal werden wir wohlden Vorrat aufbrauchen, denn ich wollte hier nicht zum Aussenlager der Firma Attends werden. Man könnnte die Saugstärke 3 probieren. Die ist etwas kleiner und dünner. Aber auch weniger saugstark. Der Zustand meiner Mutter ändert sich derzeit ständig und wir denke, dass sie, wenn es jetzt wärmer wird, auch wieder raus kann. Was ist, wenn Saugstärke drei dann nicht reicht? Ich lasse das Rezept bisher ohne Stückzahl ausstellen, von daher wäre ein höherer Verbrauch wohl das kleinere Problem. Aber kann Attends z. B. auch eine andere Saugstärke liefern als au dem Rezept vemerkt ist ? Oder soll ich einfach mal ein Rezept nur für einen Monat einreichen und Attends quasi auf diesem Weg zwingen, erstmal nicht so viel zu liefern?

Ich würde ja auch gerne mal was anderes testen. Muss ja nicht gleich Tena sein. Aber z. B. Medimarkt sagt mir einfach "Ich darf sie nicht beliefern." Auch ein Hinweis auf Wahlfreiheit, selberZuzahlen und dass man das dann mit der KK klärt half da nicht. Jetzt könnnte ich natürlich selber bei verschiedenen Hersteller Muster anfordern. Aber ich brauche da einfach noch ein Stück Beratung und die Fragen immer alle sofort nach der KK. Sonst tesen wir nächstes Jahr noch. Denn die Saugstärken sind ja bei jedem Hersteller anders.

Habt ihr ein paar Tipps für mich? Ich muss ein passendes bezahlbares Produkt für meine Mutter finden, sonst wird sie demnächt wieder eine Rolle Klopapier am Tag verbrauchen.

Vielen Dank im Voraus.

Kerstin
Ich kümmere mich um meine 83 Jahre alte Mutter. Das Thema Inkontinenz ist noch neu für uns.
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Wahl des richtigen Produkts

Beitrag #2 von Chris » 06 Apr 2009 10:26


Hallo Kerstin,

zunächst einmal - herzlich Willkommen und Glückwunsch zu deinem Engagement für das Wohlbefinden deiner Mutter.

Ein paar Dinge in deiner "Information" kann ich so nicht nachvollziehen. Zum einen - ich kann durchaus glauben, dass deine Mutter sich massiv dagegen wehrt, sich wie ein Kleinkind zu fühlen, aber ... Ich selbst bin voll Harn und Stuhlinko und kann vermutlich nachvollziehen, welche Produkte wann richtig und nützlich sind. Außerdem habe ich mir zwischenzeitig einen ganz guten Marktüberblick verschafft und auch einige Erfahrungen sammeln können.

Das die Einlagen so "stinken" ist wahrscheinlich auf den sehr konzentrierten Urin zurück zu führen - es hat wohl eher nichts mit dem Produkt an sich zu tun, sondern damit, dass deine Mutter einfach zu wenig trinkt!!!! Wenn der Geruch in Richtung Neutral oder wenig intensiv geht, ist das gleichzeitig ein Hinweis, dass sie genug trinkt - es sollte schon deutlich mehr als 1l reine Flüssigkeit zusätzlich zum Essen sein, gut wären 2l. Immer wieder anbieten, auf die Folgen hinweisen .... nur so ist der Starrsinn zu durchbrechen und hoffentlich Einsicht zu erreichen.

Nun aber zu den Tipps, die ggf. weiter helfen können.

Du solltest bei allen Herstellern, die du über das Internet erreichen kannst (Tena, Harmann, Euron, Seni ....) Muster in der geschätzt richtigen Saugstärke besorgen - ich rate dringend dazu lieber eine Nummer größer zu nehmen, als im Bedarfsfall doch mit nassen Hosen da zu stehen - also ich rate dazu lieber eine Tena Comfort zu verwenden, auch wenn die "riesig" aussieht, als eine Tena Lady, die im Zweifel überläuft und bei Suhl wirkungslos ist!! Die Peinlichkeit würde ich nicht riskieren. Insbesondere, wenn Ausflüge nach Draußen geplant sind, ist eine größere Saugstärke sinnvoll, zumal sie auf die Dauer auch ein Mindestmaß an Sicherheit gibt - ist ja auch nicht zu verachten!!

Dann würde ich diese Produkte immer mit einer Netzhose verwenden, es gibt neben der "Billigvariante" auch noch etwas bessere, die geben mehr Halt und die Einlage bleibt da wo sie hingehört, verknautscht nicht und behindert auch nicht beim sitzen. Das bringt auch Sicherheit und Komfort. Sind in der Apotheke oder besser im Sanihaus zu bekommen, ggf. im Internet - frag nach den Adressen.

Was den Aspekt der Akzeptanz und der psychischen Barriere angeht - sprich mit deiner Mutter über das Thema und zeige ihr ggf. diese Seite, dann sieht sie, dass sie damit nicht allein ist (ca. 8-10 Mio. Menschen sind in Deutschland betroffen - das sind 10%) - binde sie in den Prozess zur Auswahl des passenden Produktes mit ein, dass sie sich nicht übergangen fühlt. Langfristig wird sie ohnehin zu den saugstärkeren Produkten greifen, insbesondere wenn die Stuhlunfälle zunehmen. Wenn das so kommen sollte, dann solltest ihr über die Irrigation nachdenken - du findest eine Menge Infos unter dem Stichwort sowohl hier im Forum, als auch bei den diversen Herstellern, unter Anderem bei der Fa. Coloplast.

Hoffe mal, das das ein wenig weiter hilft

Chris
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Beitrag #3 von Kerstin_K » 08 Apr 2009 15:32


Hallo Chris,

Du hast sicher recht, aber hast Du schonmal mit jemandem zu tun gehabt, der an Altersdemenz erkrankt ist? Da kommt Du mit vernünftigen Argumenten nicht weit..... Unser Hausarzt, Meine Schwester, ich, wir alle reden uns seit Jahren den Mund fusselig, was die Trinkmenge angeht. Überall in der Wohnung stehen Wasserflaschen. Wenn sie mir dann manchmal abends, wenn ic nach Hause komme, erzählt, wie "viel" sie heute getrunken hat und ich rechne das zusammen, komme ich im besten Fall auf 1,5 Liter. Sie sagt dann, das würde reichen. Wir wollen alle nur, dass sie es nicht mehr zur Toilette schafft. In der Reha haben sie sie oft einfach an den Tropf gehängt. Das war ihr egal.

Bestes Beispiel unsere kleine Diskussion heute beim Frühstück: Sie sagte, heute dürfe sie nicht soviel trinken, weil sie nachmittags zum Altenkreis geht uns sie keine Lust hat, dort mehr als einmal zur Toilette zu gehen. Ich: "Genau deshalb hast Du ja die Vorlagen. Das geht nicht, dass Du wegen sowas Deine Trinkmenge einschränkst. Oder willst Du nbedingt an die Dialyse?" Sie: "Die halten das eh nicht, wenn ich da richtig reinpuschere." Ich: "Kann sein, aber es gibt auch saugstärkere Produkte. Können wir ja mal ausprobieren. z. B. zu Hause die dünnen und wenn Du weggehst was anderes. Von Attends z.b. gibt es neun verschiedene Saugstärken. Das machen die nicht zum Spass." Sie: "Da sind viele Frauen, sie Vorlagen oder Windelhosen brauchen würden, manche stinken nach Urin. Ich brauche sowas nicht." "Mama, die stinken nach Urin, weil sie sowas brauchen würden, aber sich stattdessen in die Hose machen. Eine gute Vorlage bindet den Uringeruch. Dann fühlst Du Dich auch nicht gleich nass, wenn Du es nicht mehr ganz zum Klo geschafft hast." Sie: "Das kann nicht sein, das habe ich schon mit Slipeinlagen probiert, das stinkt trotzdem." Ich: "Mama, Slipeinlagen sind was ganz anderes wie richtige Inkontinenzvorlagen. Die haben einen ganz anderen Saugkern. Der bindet den Geruch und wandelt den Urin in Gel um." Sie: "Du glaubst auch alles, was in der Werbung steht. Ihr wollt alle nur, dass ich die Vorlagen trage." Danach war sie nicht mehr bereit, mir zuzuhören.

Netzhosen kann ich gleich vergessen. Keine Chance. Ich habe ihr jetzt ihre Schlüpfer schon eine Nummer kleiner gekauft, weil sie abgenommen hat und das alles schlabbert. Nichtmal die zieht sie an. Sie hat Stapel von den größeren und die müssen erst aufgetragen werden, weil sie Geld gekostet haben.

Selbst die Pants, die sie während der letzten Durchfallattake benutzt hat, durften wir nicht richtig hochziehen "Weil ja sonst gleich alles da rein geht."

Ich habe neulich mal was anderes versucht. Ich hatte selber eine Erkältung, die wohl auf die Blase geschlagen ist. Da ich gehbehindert bin und draussen einen Rollstuhl benutze ist es für mich manchmal nicht so einfach schnell ein Toilette zu erreichen. Ich habe mir dann ein Paket solcher kleineren Vorlagen für leichte Blasenschwäche, wie man sie überall bekommt besorgt, weil ich mich einfach sicher fühlen wollte. Ein "Unfall" im Job wäre nicht so toll gewesen. Ich habe die Dinger etwa eine Woche benutzt und absichtlich offen im Bad rumliegen lassen. Sie dachte wohl, das seine Monatsbinden und fragte mich, warum ich keine Tampons mehr benutze. Ich habe ihr dann erkärt, was Sache ist. Sie meinte nur, sie fände das total übetrtrieben, einige Lagen Klopapier erfüllen den selben Zweck. Ich habe versucht ihr klarzumachen, dass das erstens nicht stimmt, dass mir das zweitens nicht weiterhilft (Wegen meiner Gehbehinderung habe ich einen etwas schiefen Gang und alles, was nicht wirklich fest im Schlüpfer klebt, rutscht mir irgendwann durchs Hosenbein.) und dass ich mich drittens einfach wohler fühle so. Sie meinte nur, dass ich spinne und hatte nichts besseres zu tun, als meine Schwester anzurufen und der zu erzählen, dass ich jetzt "Windeln" benutze. Meine Schwester hat sich das nur angehört und sich ihr Teil gedacht. Meine Mutter war völlig entsetzt, dass meine Schwester sie in ihrer Meinung nicht bestärkt hat und dachte mal wieder, alle haben sich gegen sie verschworen.

Ich habe jetzt erstmal verschiedene Muster von Vorlagen mit Klebestreifen im Internet angefordert und sie zu meiner Schwester schicken lassen. Die werden wir ihr in die Tüte mit den Attends reinschmuggeln. Anders geht es nicht, sonst gibt sie die Dinger dem Postboten glich wieder mit odrwirft sie in den Müll. Mal sehen, vielleicht ist was dabei, wo sie dann mal sagt, die Vorlage heute sei viel besser oder so. Dann ist der nächste Schritt, diese Vorlagen zumindest zum teil von der Kasse zu bekommen....
Ich kümmere mich um meine 83 Jahre alte Mutter. Das Thema Inkontinenz ist noch neu für uns.
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Menschen mit Demenz

Beitrag #4 von Chris » 08 Apr 2009 16:54


Hallo Kerstin,

ja, ich habe schon und erlebe Menschen mit Demenz und Altersstarrsinn etc. - Meine Mutter, sie ist dann vor ca. 3 Jahren verstorben und meine Schwiegeroma - 97, erfreut sich noch recht guter Gesundheit, hat aber die beschriebenen/beklagten Einschränkungen.

Meine Schwiegermutter ist Ärztin recht übergewichtig und hat selbst erhebliche Inko Probleme. Erst als die Schwiegeroma mitbekommen hat, dass ich nach einem Unfall 2001 voll inko bin, war sie, was das Thema angeht etwas offener und wenigstens bereit mal etwas zu probieren. So bekam sie 2008 zu Weihnachten von mir ein Paket Pants - die fand sie Super, bequem praktisch, saugfähig ... aber nur und ausschließlich, wenn sie länger außer Haus geht, sonst wurden die kleinen Tena Lady verwendet - wenn da mal was daneben ging, war es ein Fall für die Waschmaschine, insbesondere, wenn ihre "Früchtewürfel" mal wieder mit Verzögerung wirkten oder Morgens, wenn der Weg vom Bett zur Toilette zu lang wurde. Das hat sich zum Glück gebessert, weil sie bei mir erlebt, dass man auch mit einer voll inko ganz gut und vor allem Normal leben kann - eben durch einen angemessenen Schutz.

Fazit - es bleibt mir nichts anderes übrig, als dir viel Geduld und eine glückliche Hand zu wünschen - ich weiß, dass ist nicht einfach und so wie du die Situation beschreibst - meine Hochachtung, da ruhig zu bleiben kostet eine Menge Nerven.

Ein Argument könntest du deiner Mutter sicher nochmal präsentieren - in ihrem Alter sind es nicht mehr so viele Menschen, die ohne eine richtige Windelversorgung auskommen - sie kann sich also glücklich schätzen, wenn sie "nur" Vorlagen braucht - die Zahlen auf die Bevölkerung gesehen habe ich ja schon erwähnt (>10%).

Ich wünsche dir und den Deinen viel Kraft und eine schöne Osterzeit

Chris
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