Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Hier geht es um alle saugenden Hilfsmittel, angefangen von den Einlagen, über Vorlagen und Trainers bis hin zu den Inkontinenzslips.

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Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #1 von Greg O » 18 Okt 2016 17:59


Etwas das mich sehr wundert ist:
Weshalb gibt es keine wirklich guten Inko-Hosen aus Baumwolle (o.ä.) mit einem waschbaren Saugkern?
Oder einem austauschbaren Stoffkern?

Zugegebenermaßen habe ich bisher nur 2 verschiedene Inko-Slips aus Baumwolle und angeblicher Schutzfaser im Supermarkt gekauft
und versucht über Google ein gutes Produkt zu finden.

Aber nichts scheint auch nur irgendwie gut verarbeitet worden zu sein.

Entweder war der Schrittbereich zu dünn, der Saugkern zu dünn oder es gab nichteinmal Platz für einen Mehr- oder Einwegsaugeinlage!

Weshalb ist diese Art von Schutzunterwäsche nicht schon längst Realität?
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Greg O
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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #2 von Mylenium » 19 Okt 2016 09:06


Greg O hat geschrieben:Weshalb ist diese Art von Schutzunterwäsche nicht schon längst Realität?


Na warum wohl? Kann man sich doch an 'ner halben Hand ausrechnen und die Argumente zusammenzählen. Das mit der Passform hast du ja schon selber festgestellt und dann kann man da noch Hygiene, direkte und indirekte Kosten (Beschaffung und Pflege), praktische Handhabung und so weiter mit heranziehen.... Das könnte man jetzt noch für jeden Punkt ausmalen, aber sagen wir mal so: die Wirtschaftlichkeit und Praktikabilität ist in vielen Fällen nicht gegeben. Das fängt schon damit an, dass sich viele Betroffene das gar nicht leisten könnten, solange die Kasse die Kosten nicht übernimmt. Und ob 'ne Oma das dann auf die Reihe kriegt, die Sachen regelmäßig zu waschen, ist noch 'ne andere Frage. Zu viele Unklarheiten und deswegen stellt eben auch keiner was her, was sich nicht verkaufen würde...

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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #3 von Greg O » 19 Okt 2016 09:51


Im Prinzip hast du schon Recht,
aber dem entgegen steht, dass viele jüngere und weniger Junge Menschen mit Behinderung nach Alternativen gefragt haben.

Es sind ja nicht nur Senioren von Inkontinenz betroffen.

Auch haben (private) Schneider für "Trainer"-Hosen ihr Angebot mittlerweile auf Inko-Wäsche ausgeweitet.


Es ist leider noch nicht bei den großen Herstellern wie Suprima & Co angekommen.
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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #4 von Mylenium » 20 Okt 2016 07:27


Schlüsselwort: Wirtschaftlichkeit. Kein großer Hersteller wird sich auch nur ansatzweise da drüber Gedanken machen, solange die Stückzahlen nicht in die -zig Tausende gehen. Mag schon sein, dass die "Näh-Muttis" ganz gut ausgelastet sind und man auch den einen oder anderen China-Rümpel auf eBay kaufen kann, aber 'ne Großserienproduktion hat ja ganz andere Anforderungen, erst recht, wenn es adäquat sein soll und im Zweifelsfall auch die Zertifizierung als Medizinprodukt bestehen muss, um von den Kassen erstattungsfähig zu sein. Und die "technischen" Grundprobleme bleiben ja trotzdem zusätzlich zur persönlichen Präferenz. Gut möglich, dass es technisch möglich wäre, eine wirklich gute textile Mehrfachwindel zu konstruieren, aber bis jetzt sind meine Erfahrungen mit derartigen Produkten nicht so, dass ich sowas sonderlich vermissen würde. Ich find's unangenehm. Und nimmt man mal an, es gäbe die perfekte Windel, könnte ich mir das ohne Kassenrezept auch erstmal nicht leisten, da zehn Stück oder so zu jeweils 70 Euro anzuschaffen, um eine entsprechende Wechselrotation aufrecht zu erhalten zwischen den Waschgängen. Dabei wäre dann auch die Frage, ob es sich für die Kasse rechnet. Irgendwann fällt ja bei so einer intensiven Nutzung wieder eine Ersatzbeschaffung an. Es gibt also vermutlich mehr Argumente dagegen als dafür, weshalb kein hersteller das Risiko eingeht...

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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #5 von Greg O » 24 Okt 2016 10:24


Schade und ärgerlich eigentlich.

So werden viele Inkontinente in "Schutzhosen" gezwungen die wie Oma-Wäsche aus dem letzten Jahrhundert wirken.
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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #6 von Mylenium » 24 Okt 2016 13:26


Nun ja, Schutzhosen ist ja wieder ein anderes Thema. Auch da kann man sich stundenlang drüber streiten, allerdings greifen die gleichen Argumente auch hier: für industrielle Produktion muss es sich rechnen und irgendwer muss es auch bezahlen. Leider ist es eben so, dass vieles genau so aussieht, wie es aussieht, weil der Markt es nicht hergibt. Kann man drehen, wioe man will. Da wird man unter derzeitigen Bedingungen zu keinem vernünftigen Ergebnis kommen. Das würde sich nur ändern, wenn die Krankenkassen zu vernünftigen Versorgungspauschalen zurückkehren würden und man damit wieder die Wahlfreiheit hätte, wie man seine Inkoversorgung gestaltet.

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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #7 von Cveta » 17 Apr 2017 16:32


Es gibt da Angebote aus China, wir wurde aber ausdrücklich verboten darüber zu schreiben. Andere Behinderte Menschen oder ihre Eltern berichten im Netz auch von ihren Erfahrungen damit.
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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #8 von Greg O » 18 Mai 2017 08:17


Ich denke auch, dass der direkte Hautkontakt mit Baumwolle um ein vielfaches besser für das Hautbild ist, als diese pseudo-luftdurchlässigen "Cottonfeel-Air"-Flügel!

Ich suche nachwievor Inko-Unterwäsche mit einer freien Zwischenschicht, in die man bsp. Einwegsaugvorlagen schieben kann, so würde man Baumwolle o.ä. auf der Haut haben und der Saugkern könnte dann einfach herausgezogen werden!

Ich habe Suprima, Teaxamed und Mediset diesbezüglich angeschrieben :fleissig: , allerdings bekam ich nur als Antwort, dass es unmöglich wäre auf einzelne Kundenwünsche einzugehen! (wie verrückt ist das denn?)

Auch habe ich mit unserem Lieferanten gesprochen, dort war man eh nur auf die eigenen Lieferlisten fixiert!

Zum Kopfschütteln, wie verklemmt und verfahren diese Firmen sich vor Verantwortung drücken!
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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #9 von Stefan » 20 Mai 2017 09:24


Lieber Greg,

um wiederverwertbare Windeln als Hilfsmittel anbieten zu können, sollte man Sie als Hilfsmittel im Hilfsmittelverzeichnis anmelden können. Leider erfüllt keine Einzige im Moment die strengen Mindestkriterien was Aussauggeschwindigkeit und insbesondere Rücknässung betrifft. Technisch wären die Mindestkriterien, wenn überhaupt, nur dann möglich, wenn die Windel extrem teuer werden würde. Dies ist dann für Kassen überhaupt nich wirtschaftliche. Wenn Du 150 Euro über hast für eine Windel, ok. Daher sollte jede gesetzliche Krankenkasse die Kostenerstattung verweigern.

Ich gehe sogar soweit, dass man die Gruppe Mehrwegprodukte aus dem Hilfsmittelverzeichnis löschen sollte. Im Moment sind ja NULL Produkte zugelassen.
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Re: Waschbare Inko-Hosen / Unterwäsche. Weshalb nicht etabliert?

Beitrag #10 von xja » 01 Jun 2017 08:53


Hallo,
Ich denke es sind auch noch andere Gründe.
Ich selber habe früher auch waschbare Windeln verwendet. Es waren Freestyle Windeln. Bei meiner Inko war die Aufnahmefähigkeit der Windel kein Problem. Aber für viele hier wären die zu Schwach. Waschbare Windeln mögen viel weniger aufnehmen als Einwegprodukte. So nach 0.5 l musste die Windel gewechselt werden.
Zudem ist es wirklich so dass die Windel sich immer wieder freucht anfühlte. Dieses Gefühl habe ich bei den Einweg nie. Die sind immer gleich trocken.
Aber das Problem wieso ich wieder zu Einweg gewechselt habe sind diverse. Ich selber benötige pro Tag etwa 1.5 Windeln. (Das ist relativ Wenig andere benötigen bis zu 8 Stück). Aber das ich genügend hatte zum Wechseln Waschen trocknen. Brauchte ich 10 Stück. Eine Windel damals kostete etwa 60 Euro... Heute wären es schnell 100 Euro. Das heisst ich habe mal 600 Euro ausgegeben. Windeln sind leider nicht wie Unterhosen. In eine Waschladung bekam ich nur 4 Windeln rein. Das heisst bei mir alle 2 - 3 Tage musste ich eine Ladung Windeln waschen. Wenn jemand 8 braucht muss er täglich 2 Waschgänge machen. Diese sollte man nicht Tumblern also aufhängen. Das dauerte auch etwa 2 Tage bis sie trocken waren. So Sachen sorgen dass man so viele Windeln braucht. Tja. Der Hauptgrund kommt jetzt. Die Hersteller schrieben die Windeln lassen sich mehre 100 male Waschen. Leider musste ich feststellen, dass nach 1 - 1,5 Jahre bei den Windeln die Klettverschlüssse nicht mehr halteten. Tja. Wenn man dann ausrechnet wie viele Waschgänge eine Windel hatte. Kam ich auf etwa 40 - 60 Waschgänge. Dann ist die Windel nicht mehr zu gebrauchen.
Wenn mann dann die Kosten rechnet. Sind Einwegwindeln etwa gleich teuer. Zudem sind die Chemischen Windeln viel Dünner (unaufällig zu tragen) und vom Handling viel einfacher. Ich denke das ist sicher auch ein Problem.
Der Tragkompfort von Einwegwindeln finde ich auch angenehmer. Obwohl die Stoffwindeln auch ok waren, solange sie nicht all zu voll waren.
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