Also ich finde....

Hier geht es um alle saugenden Hilfsmittel, angefangen von den Einlagen, über Vorlagen und Trainers bis hin zu den Inkontinenzslips.

Moderatoren: Helmut, Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Also ich finde....

Beitrag #1 von mike » 08 Feb 2005 11:44


.......

derzeit das Sortiment auch etwas Stagnierend.

Ich habe vor kurzem die neue Molicare Premium Super ausprobiert. Aber speziell dieses Produkt hat mich sehr enttäuscht. Der Slip saß sehr schlecht am Pobereich. Die Pobacken wurden gar nicht richtig abgedeckt. es fehlten ca. 1 cm an beiden Backen. Deswegen gefiehl mir schon einmal das Tragegefühl überhaupt nicht. Warum die von Hartmann aber den vorderen Bereich viel zu niedrig gestaltet haben, kann ich nicht nachvollziehen.

In der Nacht ist der Slip sehr oft ausgelaufen. Da die Flüssigkeit Vorne und dann zur Seite gelaufen ist. Bin halt ein Seitenschläfer. Und aufgrund der männlichen Anatomie wird der Penis quasie nicht richtig innerhalb der Windel gehalten. Auch sind die von Hartmann gelobten anatomischen Bündchen großer Quatsch. Die sitzen viel zu locker. Nach ner Zeit entsteht soviel Spiel, dass auch Flüssigkeit seitlich auslaufenkann. Die saugqualität ansich ist ok. Aber was nützt es, wenn die Technik einfach schlecht bis miserabel durchdacht ist. Bei leichteren Inkontinenzformen u.U. empfehlbar und praktikabel. Bei Dranginkontinenz oder Bettnässen schlichtweg nicht zu empfehlen.

Derzeit teste isch die neue Molicare Classic Super. Das sollen die neuen Hilfsmittel von Hartmann sein, die zum Festbetrag angeboten werden. leider mußte ich aber trotzdem zuzahlen. Denn die neuen Preise sind noch nicht bei jedem Großhandel hinterlegt. So daß mein Apotheker inklusive der regulären Zuzahlung von 10%, insgesammt knapp 12 EUR veranschlagte. Wohlgemerkt für eine 90er Packung. Hat zwar nicht ganz geklappt mit Zuzahlungsfrei, aber billieger als sonnst ist es allemahl.

Diese neuen Molicare scheinen eine Mischung zu sein, zwischen der Marke Vlesi und Soffisoff. Die Folie ist sehr weich, das Saugpolster sehr, wirklich sehr dünn. Die Saugquallität ist gut für ca. 2 Blasenentleerungen. Also der Bringer ist es auch nicht. Aber zumindest ist die technische Seite in Ordnung. Klebetapes halten und die Folie ist Dicht. Für den Heimbereich bei mittlerer Inkontinenz ok. Sind aber trotzdem nominell schlechter, als die alten Molicare Super.

Zu Tena und Co kann ich derzeit nichts sagen. Mich schreckt es einfach ab, dass fast bei jeder Charge mal wieder die Undichtigkeitsprobleme auftreten.

ich kann deswegen im Grunde keinen wirklichen Hersteller empfehlen.

Obwohl wir nun mittlerweile das Jahr 2005 schreiben - muß ich wieder einmal meine alte Schallplatte auflegen.

Der Unterschied in der Qualität zwischen Babywindeln und Inkontinenz Windeln ist weiterhin immens groß. Keine Mutter würde Ihre Kinder in einer Windel wickeln, die die Qualität eines aktuellen Inkontinenzproduktes hätte. zuviele Nachteile und oder Handicaps.

Mir ist weiterhin schleierhaft, warum nicht einfach die Entwicklungsinnovationen der Babywindel 1:1 für den Erwachsenen Bereich übernommen wird. In Punkto Discretion, Saugstärke, Handling und Komfort. Da man das Rad bekanntlich nicht zweimal erfinden kann, wundert es mich, warum es im Inko Bereich ein eigenes Produktmanagement gibt. Nimmt man dort nicht zur Kenntnis, dass viele Innovationen transponierbar sind?

Weiter gehts im Schneckentempo....mal sehn was noch so kommt.

Meine Notlösung sieht im Übrigen so aus. Ich nehme auf Rezept meist ein preisgünstiges Produkt. z.B. Attends No. 10, oder Hartmann Classic Super usw.

Dann kaufe ich mir noch aus meinem privaten Geldbeutel eine Packung Pampers in Gr. 6. Die Seitenteile der Pampers schneide ich ab. Die Folie wird ein wenig mit einer Schere geschlitzt. Diese Einlage kommt dann in den Inkontinenzslip als Saugverstärkung. Fertig ist ein angemessen Saugstarkes Produkt.

Vorteil ist, dass ich seitdem nicht mehr auslaufe. Auch kann man, zwischenzeitlich einmal die durchnäßte Vorlage rausziehen und durch eine neue ersetzen. So kann man den eigentlichen Inkoslip relativ lange tragen, und braucht nur eine bereits vorbereitete Pampers zum Wechseln mitnehmen. Und die passt in jede kleinere Jackentasche. Das Kozept ist also ideal für unterwegs.

Wenn also die Firmen nicht innovativ sind, so muß ich mir selbst etwas einfallen lassen. Trotzdem ärgert es mich, dass die Firmen dadurch zweimal an mir verdienen. Einmal durch die Festbeträge der Kasse, zuzüglich meiner Zukäufe.

Ciao

Mike
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Beitrag #2 von Helmut » 08 Feb 2005 12:46


Hallo Mike,

also warum es große Unterschiede der Inkontinenzhilfsmittel im Vergleich zu Babywindeln gibt, das lässt sich leicht erklären. Zum einen ist der Preis ein Kriterium, da Inkontinente in der Regel ihre Inkontinenz oft sehr lange haben und womöglich ihr Leben lang damit auskommen müssen. Bei den Baby's ist es in der Regel so, daß sie mit 3 Jahren im Durchschnitt sauber sind und dadurch die Kosten für die Eltern überschaubar sind. Zum anderen werden Kinder von haus aus verwöhnt, den Eltern ist oft das beste gerade gut genug.

Da die meisten schon Betroffenen älter sind und in der Regel ihre Produkte von der Krankenkasse bekommen, können sie sich oft aus sozialen Gründen keine besseren Produkte leisten, so müssen auch die Hersteller dem Rechnung tragen und entsprechend Produkte anbieten. Natürlich bieten die Hersteller auch hochwertige Produkte an, aber da hier der Absatz geringer ist, spielen die Entwicklungskosten eine große Rolle. Zum Beispiel hat die Entwicklung der neuen Molicare premium von der Idee bis zur Markteinführung fast zwei Jahre gedauert. Diese Kosten müssen erst einmal wieder erwirtschaftet werden und bei sinkender Zahlungswilligkeit der Krankenkassen wird das immer schwerer für die Hersteller.

Dann spielt auch die Art der Inkontinenz eine Rolle bei der Entwicklung neuer Produkte. Bei den Baby's ist es so, daß sie im Durchschnitt alle 90 Minuten einnässen und dabei etwa 30 bis 50ml Urin abgeben. Das kommt daher, daß alle Baby's mit einer Reflexinkontinenz geboren werden und sich die Blasenkontrolle erst später entwickelt.

Beim Erwachsenen sieht das ganz anders aus, da gibt es unterschiedliche Inkontinenztypen, die dazu führen, daß unterschiedlich viel gleichzeitig ausgeschieden wird. Dann spielt noch die Stärke der Inkontinenz eine Rolle, sowie das Geschlecht. All diese Faktoren müssen bei Erwachsenen berücksichtigt werden und daher kann nur ein "goldener Mittelweg" gefunden werden, in dem man Kompromisse eingehen muß.

Würde man theoretisch die Babywindeln 1:1 auf die Erwachsenengrößen übertragen, so würde kein Betroffener dieses Produkt mehr nehmen. Die Windel würde dann im trockenen Zustand fast 3cm dick sein und Urin bis zu 6 Liter aufnehmen. Da kommt man bei so einer Menge dann schnell an die Grenzen der Materialbelastungen, denn die Windel würde über 5 kg wiegen. Außerdem muß die Menge an Urin auch irgendwo seinen Platz in der Windel finden, was zu einem deutlichen Anschwellen der Dicke der Windel führen würde. Also mal ehrlich, würdest du mit so einer Windel deinen beruflichen Alltag nachgehen? ...... ich sicher nicht!


Gruß Helmut
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Re

Beitrag #3 von mike » 08 Feb 2005 13:35


Hallo Helmut,


gerne möchte ich auf Deinen Antwort Thread etwas sagen....

Zitat: Zum anderen werden Kinder von haus aus verwöhnt, den Eltern ist oft das beste gerade gut genug.

Weißt Du, obwohl ich kein Kind mehr bin, vetrete ich für mich den Anspruch, dass auch ich das Beste vom Besten verdient habe, um mit meiner Lebenssituation fertig zu werden. Nur die Wahl habe ich nicht, denn die Qualität der Inkoprodukte hinkt der Babywindel um Jahre hinterher. Wenn alles irgendwie egal ist, dann würde es doch auch heute für Kinder immer noch die Pampers der ersten Generation geben. Es gibt aber fast in jedem Jahr eine Verbesserung. Und ich glaube nicht, dass der Preis ansich keine Rolle bei der Entwicklung spielt. Denn würde eine Pampers 3 oder 4 EUR kosten, so würde sie mit Sicherheit nicht gekauft werden, da es ein Luxusprodukt wäre. Unabhängig, ob die Eltern das beste für Ihr Kind wollen. Auch im Kindersektor ist man bemüht ein tolles und inovatives Produkt zum möglichst attraktiven Preis (Preis/ leistungsverhältnis) anzubieten. Dies sollte aber grundsätzlich auch im Inkosektor funktionieren. Nur dass die Kräfte der Marktwirtschaft und deren Regulierungen durch die Festbeträge unwirksam werden. Wenn ich die Wahl habe zwischen Drei mal Schrott - einmal billigen Schrott - einmal mittleren Schrott - und einmal teuren Schrott.... so suggeriert dies eine Entscheidungsmöglichkeit- Unterm Strich erhalte ich aber Schrott - soviel steht fest.

Zitat: Natürlich bieten die Hersteller auch hochwertige Produkte an, aber da hier der Absatz geringer ist, spielen die Entwicklungskosten eine große Rolle. Zum Beispiel hat die Entwicklung der neuen Molicare premium von der Idee bis zur Markteinführung fast zwei Jahre gedauert. Diese Kosten müssen erst einmal wieder erwirtschaftet werden und bei sinkender Zahlungswilligkeit der Krankenkassen wird das immer schwerer für die Hersteller.

Gerade an den Entwicklungskosten ließe sich sparen, wenn man die bereits gemachten Erfahrungen aus dem Kindersektor in den erwachsenen Bereich übernehmen würde. Man braucht nicht etwas neues entwickeln, was sich schon bewährt hat- Siehe Velco Verschlüsse. Ist ein Vorteil bei der Anwendung von Wundschutzcremes. Eigentlich ist es sogar ein erheblicher Vorteil. Wenn die neue Molicare Premium zwei Jahre Entwicklungszeit beanspruchte, bin ich wirklich ettäuscht, dass dann so ein Müll dabei rauskommt. Alles rausgeschmissenes geld, was die Produkte unnötig teuer macht. Ich denke, dass bei steigendem Altersspiegel, die Zuzahlung der Kassen sowieso irgendwann einmal wegfallen wird. Von da an ist es ein grosser Nachteil für Viele. Bedeutet aber dennoch eine Chance für die Qualität. Bei dem Zahnersatz beschwert sich ja auch keiner, dass man zuzahlen muß, wenn man etwas besseres haben möchte. Entweder das Kassen Modell, trotzdem mit Zuzahlung. Oder die Luxuskronen aus der privaten Geldbörse. Da ist es normal. Ich prophezeie, dass es in einigen Jahren im Inko Bereich ähnlich sein wird.

Zitat: Dann spielt auch die Art der Inkontinenz eine Rolle bei der Entwicklung neuer Produkte. Bei den Baby's ist es so, daß sie im Durchschnitt alle 90 Minuten einnässen und dabei etwa 30 bis 50ml Urin abgeben. Das kommt daher, daß alle Baby's mit einer Reflexinkontinenz geboren werden und sich die Blasenkontrolle erst später entwickelt

Das kann ja alles sein. ich denke für die Stress Inkontinenz oder bei einer leichten Blasenschwäche werden Vorlagen eingesetzt. Im Grunde geht es bei Inkontinenzwindeln speziell um die Themen Dranginktinenz und Reflexinkontinenz. Ebenfalls geht es noch um das bettnässen und um diverse Mischformen. Es geht aber auch um größtmögliche Sicherheit für die Anwender, die spezielle Lebenssituationen zu meistern haben. Auch geht es um die Pflegeabhängigen in den Heimen. Was dort mit Windeln und diversen Improvisationen mit den Bewohnern gemacht wird ist manchmal ein Skandal. Meine Frau hat mir mal erzählt, dass es Heime gibt, in denen lediglich Billigprodukte eingesetzt werden. Dort gibt es nicht mehr als drei Windeln dieser Billigwindeln pro Bewohner, der eine Inkontinenz hat. Unabhängig ob, er ausläuft und einen Dekubitus bekommt. Denn dann hat man ja eine Argumentation, nun einen DK zu legen. Diese ganzen Machenschaften halte ich für ein verbrechen am bewohner. Am Rande sei erwähnt, ist meine Frau dann aus der Pflege ausgestiegen.

Zitat: All diese Faktoren müssen bei Erwachsenen berücksichtigt werden und daher kann nur ein "goldener Mittelweg" gefunden werden, in dem man Kompromisse eingehen muß

Eigentlich sollte es doch eher in eine Spezialisierung münden. Überleg mal, wieviel Spezialisierung es im medizinischen Sektor gibt. Ein Chirurg kann auch nicht einfach mal ein Instrument einsetzen, was zu groß oder zu klein für den Patienten ist. Sonnst entstehen Schäden am Patienten. Er kann nur dass Instrument einsetzen, welchen geeignet ist. Ich versteh deswegen nicht, warum bei Dir im inko Bereich so viel Tolleranz vorhanden ist, einen gegebenen Zusatnd, als gegeben zu aktzeptieren. Ich finde, ich habe das Recht, genauso hohe Ansprüche an den Inko Sektor zu stellen. Ein Rolli Fahrer möchte auch, dass die Bremsen funktionieren, genügend Luft auf den Reifen ist und das das gerät gut zu steuern ist. er möchte bequem sitzen und mit seinem Hilfsmittel zurecht kommen. In dem Bereich gibt es sogar spezielle Teile zum Sport machen usw. Diese Entwicklungen gibt es aber nur, weil auch im Vorfeld ein Anspruch bestand, eine Verbesserung anzustreben. Sonnst gäbe es dort auch nur einen goldenen Mittelweg. Mir reicht dieser goldene Mittelweg aber immer noch nicht.

Zitat:Würde man theoretisch die Babywindeln 1:1 auf die Erwachsenengrößen übertragen, so würde kein Betroffener dieses Produkt mehr nehmen. Die Windel würde dann im trockenen Zustand fast 3cm dick sein und Urin bis zu 6 Liter aufnehmen. Da kommt man bei so einer Menge dann schnell an die Grenzen der Materialbelastungen, denn die Windel würde über 5 kg wiegen. Außerdem muß die Menge an Urin auch irgendwo seinen Platz in der Windel finden, was zu einem deutlichen Anschwellen der Dicke der Windel führen würde. Also mal ehrlich, würdest du mit so einer Windel deinen beruflichen Alltag nachgehen? ...... ich sicher nicht!


Der Vergleich hinkt natürlich gewaltig. Sortieren wir einmal aus, was Realität ist. Ein Kleinkind hat ein Produkt, was eine reale Saugleistung von 750 - 1000 ml hat. Das finde ich ehrlich gesagt enorm. Die Kinder werden aber alle drei oder vier Stunden gewickelt, bis auf die Nacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach drei oder vier Stundendas Produkt an seine Grenzen kommt. Wenn Du sagst, ein Säugling verliert 50 ml, so alle 90 Minuten. Dann könnte man sagen, dass in einem Wechselintervall von 4 Stunden, nicht mehr als 200 ml Urin, eventuell + Stuhlgang im Produkt sind. Über Nacht wäre es dann etwa das Doppelte. Sagen wir einmal 400 ml + eventuell Stuhlgang. So komme ich zu der Erkenntnis, dass die Babywindeln so gut sind, dass eine Sicherheitsreserve von mindestens 50% gewährleistet ist, für den Träger. Der Anwender kann quasie machen was er will. Das Produkt wird sich immer sehr trocken anfühlen. Es ist also nicht die Vorstellung, ein Produkt mit 5 Litern vollzupinkeln. Sondern es geht darum festzustellen, dass ich als Betroffener in dergleichen Situation bin. Nämlich festzustellen, dass ich eine Sicherheitsreserve von mindestens 50% habe - egal, was ich mache. Egal ob ich Unterwegs bin, oder ob ich Nachts schlafe. Und diese Sicherheitsreserve habe ich meist nicht - oder es besteht der Deckmatel, der theoretischen Werte, die natürlich nichts mit Alltagssituationen zu tun haben.

Es geht aber nicht allein um ein Saugverhältnis oder um eine Sicherheitsreserve. Sondern es geht auch um Funktionalität. Ein Produkt, was exakt gut sitzt und wo die Bündchen git abdichten aber nicht kneifen. Ein Produkt wo die Folie nicht knistert und wo Klettverschlüsse vorhanden sind usw. Wenn ich von einer 1:1 Implementierung spreche, meine ich natürlich eine Flächenmäßige Übertragung auf eine Erwachsenen Größe. Dabeimuß das Produkt nicht automatisch eine größere Dicke hervorbringen. Auch benötige ich keine bunten Bildchen usw., das sollte aber klar sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass es realisierbar ist.

Ciao

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Beitrag #4 von Helmut » 08 Feb 2005 14:44


Hallo Mike,

ich habe die Diskussion über die Qualität der Inkontinenzprodukte zum Vergleich mit Babywindeln vom anderen Thema abgetrennt, da es nicht direkt etwas mit der Anfrage von Beate zu tun hat. Übrigens hatten wir diese Diskussion schon einmal vor einiger Zeit und ich möchte dazu auch weiter keine Stellung mehr nehmen, da bereits damals jeder seinen Standpunkt dazu abgegeben hatte. Hier gehts zum alten Thema:

Mal ein Statement Vergleich Inkontinenzslip / Kinderwindel vom 21 Jul 2003 11:08 :13

Gruß Helmut
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Beitrag #5 von Matti » 08 Feb 2005 22:39


Hallo Mike,

wow, bei deinen Texten hat man schon etwas zu Lesen.
Allerdings sehe ich den Unterschied zwischen einer Kinderwindel und einem Inkontinenz Slip nicht so stark wie du. Worin liegt den der Unterschied, den du so stark bemängelst?
Ich habe eine Cousine, 2 Jahre alt, bei der läuft die Windel auch ab und zu mal aus ( gerade nachts.
Ich denke das eigentliche Problem ist die Tatsache das viele Inkontinente ihr Leben genauso gestalten möchten, als wenn sie keine Inkontinenz haben. Das Beispiel des Seitenschläfers eignet sich dafür. Wenn ich in einer Seitenlage einnässe gibt es kein mir bekanntes Produkt was absolut zuverlässig ist. Nun kann man sich doppelt und dreifach schützen, über den Erfolg läst sich auch Streiten, die einfachste Lösung wäre aber das man auf dem Rücken schläft. Eine Windel ist nun mal kein "Vakuumverschluss" ( was ja auch gut für die Haut ist, und somit auch nicht absolut dicht.
Im Akzeptieren seines Handicaps und dem anpassen an die Situation sehe ich die einzige Lösung. Als Inkontinenter kannst du nun mal nicht Stundenlang Fahrradfahren ohne die Gefahr zu haben das durch die ständige Reibung und dem Druck es zum Auslaufen kommt. Genauso kann kein Blinder die Bildzeitung lesen ( es sei den es gibt sie in Blindenschrift.

Ich bin selbst Schwerstbehindert, weiß also wovon ich spreche. Es ist immer ein Grad, sich einzuschränken oder sein leben den Gegebenheiten anzupassen. Inkontinenz ist auch eine Behinderung und wenn es "nur" eine Soziale Behinderung ist, das denke ich muss noch in viele Köpfe von Betroffenen.
Zur Innovation von Inkontinenzslips kann ich nur soviel sagen: Gut das die Zeiten von Certina Windeln vorbei sind. Was sich in den letzten Jahren auf dem Hilfsmittelmarkt alles Positiv getan hat lässt mich auf weitere Fortschritte hoffen. Ich vergleiche es immer damit das es in den 7oer auch noch kein Airbag oder ABS gab. War die Menschheit in den 70er zu blöde so etwas in ein Auto einzubauen? Nein, der technische Standart war noch nicht so weit. Und so wird es auch auf dem Hilfsmittelmarkt immer wieder Innovationen geben, aber alles zu seiner Zeit.


Gruß

Matti
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Beitrag #6 von Wolfgang_S » 08 Feb 2005 22:55


Matti hat geschrieben:Nein, der technische Standart war noch nicht so weit. Und so wird es auch auf dem Hilfsmittelmarkt immer wieder Innovationen geben, aber alles zu seiner Zeit.


die technik ist schon einige zeit lang so weit....
fuer den hersteller besteht jedoch das risiko, wenn er die technik von babywindeln auf inko-produkte umlegt auf der ware sitzen bleibt weil der preis zu hoch waere...

das jedoch ist ein trugschluss...
seht euch mal den stueckpreis ner pampers no 6 an....
grob gesagt denke ich mal doppelte menge superabsorber und zellstoff, dreifache menge folie und vliess und schon hat man ein diskretes inkoprodukt am stand der technik...
was kosten nun 2 pampers no 6? ca. 70ct
addieren wir noch 20% fuer folie und vliess hinzu...
kommen wir auf cirka 84ct das stueck...
und nun nehmen wir am markt befindliche "saugstarke" produkte her....
sieh an sieh an...
ne "riesen"pampers muesste guenstiger sein als das schrott-zeug am inkosektor...

DAS ist der springende punkt... und nix anderes
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Beitrag #7 von Matti » 09 Feb 2005 00:11


Hallo Wolfgang,

bitte nicht falsch verstehen. Meinst du es wäre wirklich möglich einen Inkontinenz-Slip zu Entwickeln der zum einen Diskret und Unauffällig wäre, zum anderen vom Preis Zuzahlungsfrei und der dann auch nach dem Motto der OB Tampons Reiten , Schwimmen (na,ja Schwimmen vielleicht nicht) und Fahrradfahren zulässt, ohne jegliches Risiko des Auslaufens? Ich finde dem Produkt "Windel" sind schon durch seine Art Grenzen gesetzt. Das man immer Verbessern kann und ich nichts gegen Innovationen habe versteht sich von selbst. Vielleicht sollte man sich aber auch mal Gedanken machen ob es immer eine Windel sein muss, es gibt ja schließlich noch andere Hilfsmittel.

Gruß

Matti


Webtipp: Neue Selbsthilfe Datenbank im Aufbau:http://www.selbsthilfe-hessen.de
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Beitrag #8 von eckhard11 » 09 Feb 2005 00:28


Hallo mike,

ich kann Dir in allen Deinen Ausführungen nur Recht geben.

Ich suche seit 1 1/2 Jahren eine vernünftige Windel, mit der ich in Seitenlage schlafen kann.
Auch wäre ich bereit, dafür einen angemessen hohen Preis zu zahlen, aber :
Es gibt keine vernünftige Windel auf dem Markt.
Ich bin sicher, eine solche könnte hergestellt werden, wenn die Hersteller daran ein Eigeninteresse hätten.
Aber eine solche Windel würde sich nicht häufig genug verkaufen und daran scheitert es wohl......

Helmut,
was hast Du Dir denn bei dem Vergleich mit dem 5 ltr- Beutel zwischen den Beinen gedacht ?
Kein Mensch kommt auf die Idee, sich mit fünf (!!) Litern vollzuschiffen......
Der Vergleich ist abwegig.

Und wenn die Hersteller behaupten, in die Entwicklung einer - nicht einmal guten - Windel zwei Jahre Zeit gesteckt zu haben, dann sind sie entweder unfähig ( Grundmaterial wie Absorber, Vlies und Klettband ist vorhanden und bedarf keiner Entwicklung mehr ) oder sie lügen, um höhere Preise durchsetzen zu können.

Matti, Matti,
wenn ich "stundenlang" Fahrrad fahren wollte, dann weiss ich, daß es dabei zu Problemen kommt. Ebenfalls ein abwegiger Vergleich. Einen Kommentar über den Blindenvergleich spare ich mir.

Ich gehe jeden Tag mit meiner Inko Kompromisse ein, aber irgendwo ist dort doch auch mal eine Grenze.
Soll ich - als Seitenschläfer - jetzt auch noch den Kompromiss eingehen und auf dem Rücken schlafen, nur weil die Hersteller zu dämlich oder zu uninteressiert sind, eine entsprechende Windel zu entwickeln ?
Zwei Jahre Entwicklungszeit für Müll, da kann man sich doch nur an den Kopf fassen !!!!!

Wolfgang S. hat Recht : Am Preis kann es eigentlich nicht liegen.
Es liegt am Desinteresse seitens der Hersteller !
Und solange wir ( ich meine Dich, Helmut ) dies akzeptieren und von einem "goldenen" Mittelweg schwafeln, wird sich hier auch nichts tun.

Mike hat auch recht : Es gibt billigen Müll, mittleren Müll und teuren Müll.
Aber wir akzeptieren ja. Noch.....


Ich leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #9 von Matti » 09 Feb 2005 01:02


Hallo Eckhard,


Na, wie sagt Jochen Busse immer wieder in seiner Show 7 Tage 7 Köpfe: Ich begrüße Sie in meiner bekannt liebenswürdigen Art.... Ne, Spass bei Seite Eckhard bleib wie du bist, mag dich immer mehr ( ist kein annäherungsversuch). Ohne Ironie ist das Leben ein Witz.

So, nun werden wir mal Ernst:
wenn ich "stundenlang" Fahrrad fahren wollte, dann weiss ich, daß es dabei zu Problemen kommt.

Das du in der Seitenlage ausläufst aber anscheinend nicht. ( ich weiß das du das weiß, handelst aber nicht so).
Ich gehe jeden Tag mit meiner Inko Kompromisse ein, aber irgendwo ist dort doch auch mal eine Grenze.

Soll ich - als Seitenschläfer - jetzt auch noch den Kompromiss eingehen und auf dem Rücken schlafen

Wenn du das Auslaufen verhindern willst, JA. ( hatten wir ja schon mal )

nur weil die Hersteller zu dämlich oder zu uninteressiert sind, eine entsprechende Windel zu entwickeln

Wie soll den so eine Windel aussehen? Da müsste doch eine Unmenge Vlies und Superabsorber an der Seite der Windel sein, die Bündchen bis in den Hüftbereich gehen.
Was ist dann mit der Diskretion? Ich denke die meisten Hersteller ( einige Schlafen vielleicht andere wollen nur billig viel Verkaufen) haben sehrwohl ein Interesse daran vernünftige Produkte auf den Markt zu bringen. Da deine Inkontinenz ja noch nicht so Alt ist, denke ich das du die wirklich grausamen Jahre der Inkontinentenversorgung gar nicht am eigenen Leib erfahren hast. Der Technische Standart eines Inkontinenz-Slips ist geradezu Revolutionär gegenüber der Hilfsmittel die es noch vor 10 Jahren gab. Die Zeiten der Moltonwindel und Gummihose sind noch nicht solange her und da hätte dir selbst mein Tipp des Rückenschlafens nichts genützt.

ich leg mich jetzt wirklich hin .sleep:


Lieben Gruß

Matti
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Beitrag #10 von Sirius » 09 Feb 2005 09:25


Hallo Mike, hallo an alle

da hast Du Dir aber kräftig den Frust von der Seele geschrieben und damit eine heftige Diskussion ausgelöst. Es hat sich bei der Entwicklung von Inkontinenzhilfen sicher einiges getan, aber ich glaube, dass es sich hierbei um ein prinzipielles Problem, um eine andere Herangehensweise, handelt.

Das Problem Inkontinenz ist nach wie vor mit einem sehr hohen Tabu belegt. Für viele ist es das wichtigste, dass ihre Umwelt davon nichts merkt. Daher liegt das Hauptaugenmerk der Entwickler der verschiedenen Hersteller nicht auf der Sicherheit des Produktes, sondern vielmehr auf der Unauffälligkeit desselben. Wie der Vergleich von Helmut auch deutlich macht: Bei einem Kleinkind ist ein Windelpopo noch niedlich, aber eine 3 cm dicke Windel am Hintern eines Erwachsenen...?

Wenn man sich die Entwicklung der Produkte so anschaut, so fällt auf, dass die Inkontinenzslips immer dünner und die Saugkörper kleiner wurden, bei vergleichbarer Aufnahmeleistung. Für die Anwendung tagsüber, wenn man beispielsweise sitzt oder steht, bestimmt für die meisten eine positive Entwicklung. Für die Fälle jedoch, in denen von der „genormten Standardbelastung“ abgewichen wird, eine Entwicklung mit negativen Folgen, wie hier im Thread diskutiert.

Die neue Molicare Premium ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung: Saugkörper dünner und kleiner im Vergleich zur Molicare Super Plus, seitlich ohne Plastikfolie, praktisch gleich hohe Aufnahme nach dem Sowieso-Test. Für den Tag bestimmt eine sehr gute und bestimmt auch eine angenehm zu tragende Lösung. Aber wie Eckhard schlafe ich meistens seitlich oder auf dem Bauch, daher würde ich diese Windel des Nachts nicht tragen wollen, da ich den seitlichen Vliesbereichen nicht traue, bzw. der Saugkörper vor allem im vorderen Bereich zu schmal ist. Unfälle wären bei mir mit diesem Produkt praktisch vorprogrammiert.

Das bei manchen Anwendern eventuell die Sicherheit, also der Schutz gegen ein Auslaufen, höher bewertet wird als die Diskretion (wobei man auch trefflich streiten kann, was diskreter wäre: Auftragende Slips oder die Gefahr nasser Ränder), gerät bei dieser Entwicklung leider in den Hintergrund. Jedoch sind die Anforderungen während der Nachtversorgung ganz andere. Aber nasse Stellen im Bett, da die Windel mal wieder undicht war, sind nun mal per se nicht indiskret, da die Nachbarn dies nicht mitbekommen.

Abschließend noch eins: Ich gehe völlig konform mit Eckhard: Ich erwarte von einem Produkt, dass ich ausreichend versorgt bin. Wer käme denn auf die Idee, sein Kind zu nötigen, nur noch auf dem Rücken liegend zu schlafen, damit die Windel nicht ausläuft?


Cu Sirius
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