Umgang mit Dauerkathetern

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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Umgang mit Dauerkathetern

Beitrag #1 von Lucky » 21 Okt 2005 23:42


Hallo, hallo,
da ich mich vor einiger Zeit nach den verschiedenen Formen von Dauerkathetern (Latex oder Silikon) hier im Forum erkundigt hatte und freundlich und fachgerecht beraten wurde, möchte ich schnell meine ersten Eindrücke aufschreiben. Weil ich denke, daß es nicht nur mir so geht.

Ausgangspunkt meiner ursprünglichen Frage war die Tatsache, daß es, obwohl ich seit 4 Jahren mit dem ISK sehr gut zurechtkomme, immer wieder Zeiten gibt, wo es mir zu anstrengend und/ oder zu unpraktisch ist. Manches war eben doch nicht möglich.

Aus dieser Situation heraus fragte ich meine Urologin, ob es nicht möglich sei, daß ich auch lerne könnte, wie man einen Dauerkatheter selbständig legt. Die Sache wurde abgenickt und meine Stomatherapeutin hat es mir gezeigt.

Inzwischen habe ich an mehreren Tagen die Sache geübt und dabei verschiedene Dauerkatheter benutzt und diese über den Tag getragen. Dabei habe ich festgestellt, daß sich die etwas festeren Silikonkatheter leichter einführen lassen. Zu spüren sind sie überhaupt nicht, was aber auch daran liegen kann, daß ich eben auch kaum Gefühl in der Harnröhre habe. Das Gleitgel (Instillagel) ist gut gleitfähig, man muß sich nur daran gewöhnen, daß von den 11ml, die man in die Harnröhre einspritzt, ein Großteil wieder herausläuft. Bei den Auffangbeuteln habe ich mich für den Belly Bag entschieden, weil er am wenigsten stört. Zwar werde ich, wenn ich einen Dauerkatheter habe, auf Latzhose umsteigen, aber das ist auch schon alles. Die Beinbeutel waren mir bei vielen Bewegungen irgendwie im Weg.

Als Alternative zum ISK würde ich die Sache nicht betrachten. Aber im schon beschriebenen Ausnahmefall ist es durchaus machbar und ich sehen einen Vorteil in der Tatsache, daß ich mit beiden Formen von Kathetern umgehen kann - noch etwas selbständiger, als ich durch den ISK ohnehin schon geworden war.
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Beitrag #2 von danny » 22 Okt 2005 11:09


Du mußt nicht die 11 ml komplett in die Harnröhre spritzen. Es genügt eine deutlich kleinere Menge. :wink:
Du kannst auch einfach Gleitgel auf dem Katheter verteilen (zum Beispiel in die Verpackung des Katheters rein und wenn Du den Katheter rausziehst wird er automatisch benetzt).
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Beitrag #3 von Lucky » 23 Okt 2005 10:15


Hallo danny,
die Idee ist wirklich gut und so werde ich es auch machen.

An dieser Stelle noch eine kleine Bemerkung, die das Probleme Partnerschaft zum Inhalt hat.

Durch den Einsatz des ISK kann ich ein ganz normales partnerschaftliches Leben führen; durch Viagra ist auch mehr möglich geworden und die Behinderung fällt in der Beziehung so gut wie nicht auf.

Der Dauerkatheter verändert diese Lage spürbar, auch im Kopf. Allerdings ist der Einsatz des Belly Bags auch hier ein großer Vorteil. Es reicht schon ein längeres T-Shirt um alles zu verstecken. Vom Katheter schauen etwa 8 cm aus mir heraus und die gehen ohne Umwege direkt (leicht nach oben geführt) in den Auffangbeutel. Keine Schläuche am Bein entlang und keine Boxershorts. Dies stört, wenn es nun nicht für lange Zeiträume ist, auch keine Beziehung.

Einen schönen Sonntag noch,
Lucky
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Beitrag #4 von danny » 23 Okt 2005 15:47


Ich finde es ganz einfach ekelig das Gleitgel direkt in die Harnröhre zu spritzen :oops: - das macht erfinderisch.

Naja, mich stören die Katheter schon in der Partnerschaft. Ich habe einfach ein Problem damit, wenn mir jemand näher kommt. Irgendwie habe ich das Thema wegen der KAtheter einfach ausgeschaltet. :oops: :cry: :cry: :cry:

Natürlich ist der ISK besser als DK. Man kann normal schwimmen gehen oder zum Sport ohne das jemand beim Umzeihen etwas merkt.
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Beitrag #5 von Helmut » 24 Okt 2005 10:32


Hallo Lucky,

warum nimmst du nicht von dem Instillagel die Version mit den 6ml Spritzeninhalt, dann läuft auch nicht soviel daneben. In der Regel genügen auch die 6ml um eine ausreichende Benetzung der Harnröhre für den Dauerkatheter zu erreichen. Ich mache normal keinen ISK, nur gelegentlich mal zur Restharnkontrolle, aber da habe ich die Actreen® - Katheter von B.Braun die schon mit einem Gleitmittel versehen sind. Ich mag es auch nicht, das klebrige Gleitgel an den Fingern und sonst noch überall. Früher habe ich auch Instillagel® und normale Katheter verwendet.

Könntest du mal einen ausführlichen Erfahrungsbericht über den BellyBag® Hüftbeutel hier im Forum einstellen, ich kenne den Beutel schon länger, aber habe bis jetzt noch nirgens über Erfahrungen damit gelesen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #6 von Lucky » 25 Okt 2005 10:49


Hallo danny, hallo Helmut,

ich habe Eure Anmerkungen aufmerksam gelesen und hoffe, daß ich jetzt passend antworte.

ISK und Partnerschaft ist für mich schon seit vielen Jahren kein Thema mehr. Ich habe von Anfang an aus meiner Erkrankung und den daraus resultierenden Problemen kein Geheimnis gemacht und meiner Freundin erklärt, was der ISK für eine Partnerschaft bedeuten könnte. Was merkt meine Frau davon? Fast nichts. Ich habe mir einen Rhythmus angewöhnt und versuche alle 3 Stunden die Blase zu entleeren und ich habe immer eine Kosmetiktasche dabei. Das ist schon alles, denn auf die Toilette gehe ich allein. Problematischer war und ist da schon eher die Impotenz. Wobei ich immer wieder feststellen muß, daß dieses Problem viel häufiger in meinem Kopf als in der Partnerschaft entsteht.

Zum Belly Bag.
Nachdem ich den Katheter eingeführt und geblockt habe, nehme ich den BellyBag aus der Verpackung und schließe ihn gleich am Katheter an. Gleich danach drehe ich das Ablaufventil richtig zu, sonst erlebt man eine feuchte Überraschung. Da der BellyBag mit einem Gürtel ausgeliefert wird. befestige ich diesen jetzt über dem T-Shirt in Hüfthöhe. Über der Hüfte finde ich nicht so gut, weil vom Katheter nur etwa 6-8 cm aus dem Penis herausschauen und das reicht dann nicht bis zum Beutel. Ich schiebe den Belly dann leicht nach links; er kommt mit in die Unterhose. Nichts zu sehen. Man kann im T-Shirt und Unterhose in der Wohnung herumlaufen, ohne das etwas zu sehen ist.
Mag sein, daß der Urin nun leicht nach oben laufen muß und vielleicht immer eine kleine Menge in der Blase verbleibt. Da ich die Dauerkatheter aber nur für kurze Zeit trage (2-3 Tage) ist das sicherlich kein Problem. Es funktioniert perfekt. Die 1000ml lassen genügend Spielraum und unter der Latzhose - in normalen Hosen wird es eng und in Sporthosen laufe ich nicht herum - ist der sich langsam füllende Beutel nicht zu sehen und eigentlich auch kaum zu spüren. Ich kann sogar aufs Fahrrad steigen, was ich früher, mit dem Beutel am Bein und dem langen Schlauch nur einmal versucht habe.
Ich habe auch nicht das Gefühl, daß der Belly nach unten rutscht. Er sitzt wie eine Gürteltasche fest an der Hüfte. Wenn ich schon einen Dauerkatheter trage, dann ist diese Variante ganz praktisch.

Gruß Lucky
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Beitrag #7 von danny » 25 Okt 2005 20:16


Das ganze ist für mich ein Kopfproblem. Ich ha be auch nicht die Erfahrung gemacht, das es meinen Partner gestört hätte .- es war für ihn kein Thema. Er ist ganz normal damit umgegangen. Ich habe aber ein problem damit. :roll: ES ist schwer zu erklären. Es ist eine reine Gefühlssache. :roll:
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Beitrag #8 von Lucky » 26 Okt 2005 20:43


Hm, kommt mir irgendwie bekannt vor.
Als ich vor vielen Jahren merkte, daß ich meine Blase immer schlechter leer bekomme und immer auch eine Restmenge zurückbleibt, daß ich nicht richtig spüre wenn sie sich füllt und zugleich auch alle Empfindungen weniger werden; daß ich mit 33 Jahren Erektionsprobleme hatte; das alles hat mich ziemlich sprachlos und unsicher gemacht.
An den ISK habe ich mich schnell gewöhnt und ich denke auch icht mehr darüber nach. Manchmal, wenn es Situationen gibt, wo mir meine Frau helfen muß und sie direkt neben mir ist, dann ist das ein komisches Gefühl. Aber was schwieriger war, obwohl sich meine Frau nie negativ darüber äußerte, ist die Impotenz. Wobei ich an dieser Stelle einen Zustand kurz beschreiben will: Es war ein schleichender Zustand. Langsam wurde es schlechter und schlechter und es hat mich ziemlich gedemütigt. Seitdem es gar nicht mehr geht, konnte ich mich mit dem Zustand abfinden. Es ist nun einmal so und ich muß mir oft sagen, daß es die Partnerschaft nicht stört. Es ärgert mich und für die Partnerschaft gibt es Viagra.
Es gibt eine Lösung und das ist gut.

???
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Beitrag #9 von Lucky » 08 Nov 2005 22:30


Hallo danny,

da ich doch recht gut mit den Dauerkathetern klarkomme und dies mit meiner Ärztin auch besprochen habe, werde ich die Katheter, wenn ich mich für diese Variante entschieden habe, immer so für einige Tage liegenlassen.

Bis jetzt war ja noch Testbetrieb und es ist alles gut verlaufen.

Aber sage doch mal, hast Du einen guten Vorschlag wie man mit Belly duschen kann?

Gruß Lucky
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Beitrag #10 von der Blinki » 09 Nov 2005 11:24


hallo Lucky.

Sage mir mal bitte , bekommst du das Viagra von deinen Urologen verschrieben ?

Ich habe ebenfalls Erektionsprobleme ( die liegen bei mir aber wegen der Rückenmarkserkrankung vor ) :oops: :oops: :oops: , und mein Urologe hatte es auch mit Viagra probiert.
Ich hatte von ihn 3 Päckchen bekommen geholfen hat es aber nichts.
kann sein das ich mit den Kopf dagegen war, und es deswegen nicht geklappt hat :aerger:
Ich selber habe mich dann gegen Viagra entschieden, auch weil ich mir dann diese Tabs selber kaufen mußte.

Marco
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