Permanenter Harndrang trotz Katheter

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Permanenter Harndrang trotz Katheter

Beitrag #1 von Olivia » 12 Mär 2006 12:09


Hallo allerseits,

mein Freund (nicht inkontinent) bekam anlässlich einer länger dauernden Operation in Narkose einen Blasenkatheter gelegt. Als er aus der Narkose erwachte, spürte er trotz des Katheters einen permanente starken Harndrang, so als ob die Blase voll wäre, was ja nicht der Fall war, denn alles lief in den Beutel. Nach einiger Zeit wurde dieses Gefühl für ihn so unangenehm, dass er sich den Blasenkatheter schließlich selbst herauszog.

Die Erfahrung meines Freundes bestätigt einmal mehr das, was ich schon von vielen - gerade nach OPs (die nichts mit der Blase etc. zu tun haben) in der Klinik gehört habe - nämlich dass der anlässlich des chirurgischen Eingriffs gelegte Katheter für den Patienten nach dem Erwachen aus der Narkose häufig sehr starkes Unbehagen auslöst.

Hat jemand von euch Erfahrungen, wie man den ständigen Harndrang trotz Katheter vermeiden kann?

Vielen Dank!

Olivia
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Olivia
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Beitrag #2 von eckhard11 » 12 Mär 2006 12:51


Mahlzeit, Olivia,

ja, dieses Problem hatte ich nach der Ausschälung meiner Blase auch :
( Hier ein Auszug aus meinem "Tagebuch" im Forum "Blase und Prostata" )
Mittlerweile bemerkte ich auch, daß mir ein Doppel-Katheter gelegt worden war, durch welchen die Kochsalzlösung in die Blase floß und - unter Mitnahme des Originalurines - wieder hinaus in den Behälter.

Außer eines etwas unangenehmen Gefühles in meinem Lümmel hatte ich keine Beschwerden.
Die kamen erst, wenn ich durch Umwälzen oder andere Bewegungen den Fluß der Kochsalzlösung zum Erliegen brachte. Dadurch, daß der Durchfluß unterbrochen war, kam nur noch der Urin der heilen Niere in die Blase. Es entstand ein starker Pinkeldrang, welcher aber durch den Katheter nicht befriedigt werden konnte. Dies war eigentlich das Unangenehmste, was ich ertragen mußte. Wenn die Kochsalzlösung wieder lief, war sofort wieder Ruhe.


Warum dies so war, konnte mir von den Ärzten nicht beantwortet werden, aber es war ausserordentlich unangenehm !!

Ich kann Deinen Freund verstehen, wenn er den Katheter rausgezogen hat, aber durch einen Rat helfen kann ich - leider - nicht.

Gruss
Eckhard
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Beitrag #3 von Jens Schriever » 12 Mär 2006 14:50


Hallo Olivia

Ich selber habe am Mittwoch den 08.03.06 einen Bauchdeckenkatheter bekommen. Das ist ein Dauerkatheter gelegt durch die Bauchdecke. Dieser Katheter ist bei mir offen, das heißt der Harn läuft permanent in den Auffangbeutel. Die ersten Zwei Tage hatte ich auch das Gefühl, als wenn ich immer müsse aber es kam nichts. Das ist der Katheter der an der Blasenwand Reize verursacht. Schließlich ist der Katheter ein Fremdkörper in der Blase.
Seit dem 3. Tage merke ich nichts mehr vom Katheter in der Blase. Kommt wahrscheinlich davon dass sich die Blase an den Katheter und seine Reize gewöhnt hat.
Diese Symtohme haben nichts mit der OP zu tun. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit sind diese verschwunden.


Gruß Jens
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Beitrag #4 von Gulliam » 12 Mär 2006 14:57


Auch ich habe einen Blasenkatheter gehabt, doch das einzige unangenehme war, bei Bewegungen, tat die Stelle weh, wo der Schlauch am Bauch angenäht war.
Und das war nach 8 Wochen immer noch so.
Ich habe immer gesagt, wäre ich nur diesen Katheter los.
Heute mit Windeln sehne ich mich nach den Katheter zurück.
Viele Grüsse
Gulliam
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Beitrag #5 von Olivia » 12 Mär 2006 16:20


Hallo Eckhard, Jens und Gulliam,

innerhalb von so kurzer Zeit gleich drei Antworten zu bekommen, dürfte wohl fast den neuen Rekord darstellen - danke Euch sehr herzlich!

Offensichtlich ist das Problem der Blasenreizung durch den Katheter also tatsächlich sehr weit verbreitet und nur - wenn man Glück hat - durch einige Zeit der Gewöhnung zu lösen. Auch wenn Ihr schreibt, dass Ihr mir im Grunde nicht helfen könnt, waren Eure Antworten doch sehr aufschlussreich und werden mich selbst zumindest davor bewahren, mir allzu leichtfertig einen Katheter legen zu lassen, sollte ich einmal in der Klinik sein. Natürlich wird es Situationen geben, in denen es wirklich angezeigt und daher nicht zu umgehen ist, aber ansonsten lieber nicht. Früher dachte ich nämlich, ein Katheter könnte die Situation für den Patienten eher erleichtern und hätte wahrscheinlich ziemlich locker darum gebeten; nun bin ich eines Besseren belehrt.

Liebe Grüße

Olivia
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Beitrag #6 von Matti » 12 Mär 2006 18:52


Hallo

Ein Katheter kann unter umständen Leben retten! Nämlich dann, wenn es aufgrund von Blasenentleerungsstörrungen nicht zu einer restharnfreien Entleerung kommt. Dies kann als folge einer Operation schon einmal der Fall sein, gerade, wenn es sich um schwere Operationen handelt.

Die häufigste Todesursache z.B. von Querschnittgelähmten ist eine Harnvergiftung oder ein Nierenversagen. Ein Dauerkatheter der ausschließlich zur Pflegerleichterung dient ist zwar teilweise verständlich, sollte aber durchaus skeptisch betrachtet werden. Ein Dauerkatheter kann aber gerade nach einer Operation auch dazu dienen um eine lückenlose Kontrolle über die Menge der Ausscheidung zu erhalten. Den Katheter selbst zu entfernen ist extrem gefährlich. Wenn der Katheter geblockt (der kleine mit Kochsalzlösung gefüllte Ballon, der das Herausrutschen verhindert) ist, kann es zu schweren Verletzungen der Harnröhre kommen, wenn man die Blockung nicht vorher entleert.

Die von dir beschriebenen Beschwerden sind recht häufig. In der Blase sind viele Rezeptoren, welche auf die mechanische Reizung durch den Fremdkörper reagieren. Dies verliert sich in der Regel innerhalb weniger Tage.

Gruß

Matti
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Beitrag #7 von danny » 13 Mär 2006 05:12


Wie schon mehrfach gesagt, kommt dieses Gefühl durch den permanenten Fremdkörper in der Blase. Dies läßt sich auch durch die Gabe von Spasmolytika reduzieren. Meist wird das Fremdkörpergefühl aber schon nach nem halben Tag deutlich besser. Das Problem ist auch der angeschlossene Beutel. Würde man die Blase wenigstens immer wieder sich füllen lassen, so würde der Katheter nicht immer an dr Wand anliegen und das Problem reduziert sich. Allerdings wird im Krankenhaus grundsätzlich abgeleitet, da zum einen frisch operierte meist nicht mobil sind und das Handling des Ventils wohl zu befremdlich ist und außerdem durch die Dauerableitung die Gefahr von Harnwegsinfekten reduziert wird, die oft mit Dk einhergehen.
Wurde man natürlich an der Blase operiert, ist die Ableitung natürlich wichtig.
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Beitrag #8 von eckhard11 » 13 Mär 2006 11:12


Matti hat natürlich recht , wenn er vor dem Herausziehen des Katheters warnt.
Hier kann es tatsächlich zu schweren Verletzungen der Harnröhre kommen.

Wer allerdings schon einmal dieses fürchterliche Gefühl verspürt hat, diesen permanenten,
äusserst starken Harndrang, ohne dass etwas passiert, der kann sicherlich nachvollziehen,
wenn man sich am liebsten das Teil rausreissen würde.....

Aber man darf es natürlich nicht !!


Gruss
Eckhard
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Beitrag #9 von danny » 15 Mär 2006 08:26


Bevor man auf die Idee kommt das Ding zu ziehen, sollte man ihn entblocken. Dann kann nämlich nichts passieren.
im Krankenhaus habe ich gesehen, wie eine demente Frau einen Katheter gezogen hat, der mit 30(!!!) ml Wasser geblockt war (war auch noch ein Spülkatheter). Keinerlei Verletzungen :shock:
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Thema Katheter

Beitrag #10 von klaro (+16.05.2008) » 15 Mär 2006 20:35


ich kann selber sagen, wie es isd, in verschiedenen Siuatzionen, nen DK gehabt zu habne.

Es war nie geleich. Jedoch kann ich Patienten ferstehen, die sagen, es sei unangenhm. Eben, wil die Umstànde sind nie dieselben.

Selber weis ich, dass wens ebne weh tut, dan aam einfachsten zu beheben geht, mit Blasenrtraining, also Abklemmen fr ne Zeit.

Somit underschreibts dasselbe, wie heir schon gesagt wurd... die lere Blase ist dann nich mehr. Und es wird so der Schmezr weggenommne.

Dass Patienten sich solche, eben demente oder auhc so.. selber zogen... egal auf welsche Art, hab ich frèher oft erlebd. weis nicht wieso, die immer so Glèck haten.

Auch kenn ich die Schmezren, wie es ist, wen ein DK in der Harnréhre das Balönchen aufgefülled wurd... und der DK nid bis in die Blase kam.

das war unbeschreiblich, das damals dem Personal begreilich zu machen.
Da gabs nur eins, warden, bis endlich ne gute Fee... damals.. das Baléndchen leerde, dann zog ich ihn raus, dies zwang sie, ihn neu zu legen, dann gings richdig.


es war ein grausamer Schmerhz, scheint einem, das sollde in der Medizin nie pasieren. Aber wenns mans den selber erlbebt, na ja.


aber ich sag immer noch dasselbe.

DK tragen oder D K tragne, kommd immer wieder neu auf die Situation draufan.
Den Zustand, Grund, Ferfasugn, etc...

aber seitdher kann ich Patienten auch besr ferstehen, die es stört, einen zu tragen, denn eigentlich lernt man.. dass man den DK nid spürt.

aber da isd wohl weider mal

Theorie und Praxis....
wie eben so oft.

klaro :?
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klaro (+16.05.2008)
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