Harndrang trotz Dauerkatheter

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Harndrang trotz Dauerkatheter

Beitrag #1 von klakab » 05 Aug 2006 19:27


Hallo im Forum
mein Vater 92 Jahre, hat vor ca. eineinhalb Monaten wegen Harnröhrenverschluss einen Bauchdeckenkatheter bekommen. Zuvor war unter Vollnarkose versucht worden die Harnröhre zu weiten was misslang. Das einzige was größer geworden ist, ist seine Demenz. Das mit dem Katheter funktioniert auch soweit, wäre da nicht der ständige Harndrang. Ich gehe mit Ihm zur Toilette wohl wissend, daß da nicht ein Tropfen kommt, nach 30 Sekunden steht er wieder auf, geht zurück zu seinem Platz um direkt wieder auf die Toilette zu wollen. Das Spiel geht so Tag und Nacht und wir sind alle total mit den Nerven runter. Er sagt er hätte Schmerzen und müsste Wasserlassen. Von den Ärzten haben wir bis jetzt keine brauchbaren Antworten erhalten.
Spasmex sollte helfen, tat es aber nicht und wg der Nebenwirkungen bzgl. Verstopfung haben wir es nicht mehr angewendet.
Ich hoffe ich bekomme von hier einen Rat.
Danke im Voraus und viele Grüße
Klausl
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Beitrag #2 von Jens Schriever » 05 Aug 2006 20:09


Hallo klakab

Wahrscheinlich reizt der Katheter die Blase. Nach eineinhalb Monaten sollte sich die Blase am Katheter gewöhnt haben. Ich selber habe auch ein Bauchdeckenkatheter, und musste mich erst daran gewöhnen. Das hat aber nur 2-3 Tage gedauert. Da sind die Symptome wie du sie beschreibst. Vielleicht sollte der Sitzt des Katheters überprüft werden. Vielleicht bringt auch ein anderer Katheter was z.b. mit Ringelschwanz oder kurzer Spitze. Was auch sehr wichtig ist, und unbedingt gemacht werden soll, ist prüfen ob nicht eine Infektion vorliegt. Jeder Katheter bildet innerhalb von wenigen Tagen in der Blase Bakterien. Darum ist es auch sehr wichtig, dass man viel trinkt, um die Blase gut zu spühlen.


Gruß Jens
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Beitrag #3 von Matti » 05 Aug 2006 20:09


Hallo Klabak,

ich denke das bei deinem Vater mehrer Ursachen in Frage kommen können.

Zunächst sollte unbeding einmal geprüft werden ob evtl. eine Entzündung vorliegt. Gerade bei liegendem Dauerkatheter ist dies recht häufig. Die könnte schon einmal die Drangsympomatik erklären. Hier könnte eine Antibiotika Behandlung Linderung schaffen.
Des weiteren könnte es sein das die Spitze des Katheters an der Blasenwand reibt. Die führt zu Schmerzen und evtl. auch zu Drangsymptomen. Es gibt unterschiedliche Katheterspitzen, frage einmal den behandelnden Arzt. Manche Menschen reagieren auch nach Monaten noch auf den Fremdkörper mit Blasenkrämpfen. Dies fühlt sich tatsächlich wie ein starker Harndrang an. Ich lann dies aus eigener Erfahrung berichten.

Menschen mit Demenz neigen manschmal dazu sich eigene "Beschäftigungstrategien" zu überlegen. Dauernde Toilettengänge erzeugen Aufmerksamkeit und Zuwendung. Dies ist auch der Grund, warum z.B. einige Menschen (in Heimen häufig anzutreffen) einnässen.

Ganz wichtig ist das dein Vater genug trinkt! Ich weiß, dass dies häufig nur mit größter Anstrengung (vor allem für die Betreuenden) zu realisieren ist. Zu wenig Flüssigkeisaufnahme kann die Symptome der Demenz allerdings verstärken und bakterielle Infektionen begünstigen.

Ergänzung: Siehst du, Jens hat dir in der gleichen Minute wie ich auch geantwortet, deshalb überschneiden sich wohl auch unsere Ratschläge!

Gruß

Matti
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Beitrag #4 von klakab » 06 Aug 2006 13:01


Lieber Jens, lieber Matti
zunächst vielen Dank für Eure Antworten und vor allem für Eure Offenheit und die Selbsverständlichkeit mit der Ihr hier helft.
Ihr schreibt beide von den gleichen Auslösern der Symptomatik.
Trinken; ein ganz großes Problem wie macht ich meinem "alten Herrn", der das nicht versteht deutlich, daß er möglichst 2 Liter am Tag trinken soll.
Das mit dem scheuern an der Blasenwand habe ich durch das Lesen von anderen Beiträgen auch schon in Erwägung gezogen. Eigentlich hätten die behandelnden Ärzte, Hausarzt und Uruloge, die beide schon auf das Problem mehrfach angesprochen wurden, entsprechende Vorschläge unterbreiten müssen. Zum Glück haben wir jetzt über einen Neurologen das Problem der Tag/Nachtverschiebung wie es scheint im Griff. Jetzt ist es nötig den Rest zu überprüfen.
Letzte Nacht habe ich mal wieder am Bett meines Vaters verbracht. Es ist unglaublich wie dieser Mensch trotz 200 Mlg Melperon, ein Schlafmittel, ab 04:00 Uhr ständig versuchte aus dem Bett zukommen und erst gegen 06:30 etwas eingeschlafen ist. Obwohl er feststellen mußte, daß er es nicht schafft aufzustehen lies er nicht locker.
Ich weiß nicht was Ihn da so treibt.
Gibt es einen Link auf dem ich mir verschiedene Katheder ansehen kann und vieleicht auch sehen kann wie die in die Blasen kommen und dort verankert sind.
OK vielen Dank und Grüße
Klaus
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