lernen selbst zu kathetern

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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lernen selbst zu kathetern

Beitrag #1 von Moritzwiese » 07 Dez 2007 15:48


Hallo Betroffene,

war vor 3 wochen zur urodynamik und man sagte mir das ich
lernen müsse mich wegen des restharns selbst zu katheterisieren.
macht das überhaupt sinn wenn eh alles in die windelhose geht ?

bin seit 7 j. inko nach bwk 12 fraktur aber soweit noch mobil ,kein rolli .
benötige 4-5 saugstarke windelhosen am tag.
muss demnächst zu meinem uro zwecks auswertung.
ich bin schon sehr gespannt obwohl mir schon angst und bange wird
wegen des katheterns .

LG wolfgang
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Beitrag #2 von Miriam » 07 Dez 2007 17:15


Hallo Wolfgang,

Das selbständige Kathetern (ISK) macht Sinn, wenn du zu viel Restharn hast. Hauptziel ist dann nicht zu verhindern dass es "in die Windel geht", sondern der Schutz deiner Nieren vor Infektionen. Denn eine zu große Menge an Restharn bietet Bakterien viel Platz um sich auszubreiten.

Bei mir ist es genauso: Ich bin trage ständig eine Windel und katheterisiere trotzdem mehrmals am Tag, da sonst mein Urin zur Niere zurückfließen und diese weiter schädigen würde.

Vor dem Kathetern selbst brauchst du das keine Angst zu haben. Ich mache das seit der 4. Klasse, also ca. 20 Jahre. Es tut, wenn keine Infektion vorliegt, nicht weh, ich spüre es kaum
mehr. Ich bin zwar eine Frau (bei denen ist es wegen der kürzeren Harnröhre noch einfacher), aber kathetern lernt auch Mann schnell in wenigen Tagen. Keine Angst!

Gruß,

Studitiger
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kathetern die 2.

Beitrag #3 von Moritzwiese » 07 Dez 2007 21:18


hallo studitiger,

danke,du hast mir etwas mut gemacht hast, wenn einer(e) mit 10 j. das hinbekommt
werde ich das im fortgeschrittenen alter auch meistern.
die ärzte sind immer viel zu kurz angebunden nach solchen untersuchungen und man
bekommt oft auch aus unwissenheit nur die hälfte mit.
mein uro wird sich etwas mehr zeit nehmen müssen um alles verständlich
rüber zu bringen.
fahre erst mal in urlaub.danach melde ich mich wie es weitergeht.
versprochen.

LG Wolfgang
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Beitrag #4 von Helmut » 08 Dez 2007 00:52


Hallo Wolfgang,

der ISK ist wirklich nicht so schwer zu erlernen, aber es kommt auch auf den passenden Katheter an.

Zuerst einmal musst du die richtige Katheterstärke mit deinem Urologen bestimmen, wird vermutlich Chr. 14 oder 16 sein, das trifft für die meisten Männer zu. Wenn die Größe klar ist, dann geht es darum den richtigen Katheter zu finden, denn es gibt eine riesige Auswahl davon.

Nun kommt es darauf an, wie häufig du den ISK machen musst, danach suchst du die passende Katheterart aus. Die drei Katheterhaupttypen sind der Nelatonkatheter, der Tiemankatheter, und der Störerkatheter. Diese Katheter unterscheiden sich in der Form der Spitze, wenn du mehrmals am Tag kathetern musst, dann ist dein Katheter mit Störerspitze die beste Wahl. Dieser Katheter besitzt eine konisch zulaufende Spitze welche am Ende eine kugelförmige Verdickung besitzt. Die Spitze ist sehr flexibel, so dass sich der Katheter leichter einführen lässt.

Der nächste Punkt ist die Gleitbeschichtung des Katheters. Hier gibt es Katheter, welche keine Beschichtung haben, hier brauchst du zusätzlich ein Gleitgel wie z.B. Instillagel. Dann gibt es Katheter welche das Gleitmittel bereits in der Verpackung haben, diese kannst du direkt aus der Verpackung mit Gleitmittel beschichten und einführen. Die besten Gleiteigenschaften haben die hydrophil beschichteten Katheter, hier wird die Beschichtung mit Wassser aktiviert, welches auch in der Katheterverpackung dabei ist.

Dann kommt es noch darauf an, ob du zum ISK eine passende Toilette hast, oder ob dir nur beengte Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Hier gibt es dann Katheter welche gleich einen Urinbeuten fest mit dabei haben, da kannst du den ISK sogar außerhalb der Toilette machen.

Bevor du dir ein Rezept für die Katheter geben lässt, bestellst du dir von den Katheterherstellern verschiedene Kathetermuster welche du dann testset. Der ideale Katheter ist der, welcher sich sehr leicht einführen lässt, du dabei kaum etwas spürst und welcher zu deinen Alltagsbedingungen am besten passt. So kann es durchaus sinnvoll sein, dass du zuhause einen Katheter ohne Beutel verwendest, während du unterwegs einen Katheter mit Beutel benutzt.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #5 von Brandy » 08 Dez 2007 11:25


Hallo Moritzwiese,

in den bisherigen Antworten wurde von Studitieger und Helmut schon sehr viel wichtiges über das Katheterisieren angeführt. Ich selbst entleere meine Blase seit mittlerweile fast 11 Jahren auch regelmäßig über Einmalkatheter.

Sehr wichtig scheint mir noch zu sagen, dass du dir für das Erlernen das Katheterisierens die für dich notwendige Zeit nehmen musst. Ich habe es während eines fünftägigen stationären Aufenthaltes in einem Krankenhaus gelernt.
Ich möchte dir jetzt keine Angst machen, aber für mich war die psychische Komponente nicht zu unterschätzen. Schließlich und endlich ist ein Männer-Katheter 40 cm lang und der verschwindet während das Katheterisierens zum Großteil in der männlichen Harnröhre.

Ich habe zu Beginn nur 2 x pro Tag katheterisiert, was den Ärzten zu wenig war. Erst nachdem ich mir Kontakt zu Gleichgesinnten gesucht und dieses Forum gefunden hatte, habe ich es geschafft, entsprechend dem Rat der Ärzte 5 - 6 x am Tag zu katheterisieren. (abhängig von der Schlafdauer. - Während der Nacht katheterisiere ich mich nicht.)

Wie du sicher beim Erlernen des Katheterisierens lernen wirst, ist Hygiene das oberste Gebot. Wenn es dir nicht gelingt, unter (annähernd) sterilen Bedingungen zu Katheteriseren, werden wiederkehrende Harnwegsinfekte nicht ausbleiben.

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht völlig entmutigt. Für mich ist das Katheterisieren schlussendlich eine postitive Sache, denn so konnte ich das Saugvermögen meiner Windeln/Einlagen ca. um die Hälfte reduzieren. So schaffe ich es auch, bei Bedarf einmal ca. 2 Stunden trocken zu bleiben.

Ich stehe für weiteren Gedanken- bzw. Erfahrungsaustausch gerne zur Verfügung.

Gruß
Brandy
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Beitrag #6 von Moritzwiese » 09 Dez 2007 11:40


Hallo Helmut und hallo Brandy,

ich möchte mich hiermit für euere hilfreichen empfehlungen recht
herzlich bedanken.
bin froh den selbsthilfeverband gefunden zu haben.
ist schon sehr hilfreich für mich, denn die doks haben eben
nicht immer die zeit genau auf alles einzugehen.

LG Wolfgang
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Beitrag #7 von Helmut » 09 Dez 2007 12:18


Hallo Wolfgang,

freut mich zu hören, dass wir dir helfen konnten.

Die Sache mit der Zeit von Arzt für Beratungsgespräche ist leider ein leidiges Thema. Die Kassen zahlen nur für eine bestimmte Zeit pro Monat für solche Gespräche pro Patient. Wenn du ein Gespräch benötigst das länger dauert als er bezahlt bekommt, dann muss er diese Zeit bei anderen Patienten irgendwie abzwacken, damit er praktisch nicht umsonst arbeitet. Hier könnte es nützlich sein, wenn du ihm vorher ankündigst, dass du ein ausführliches Gespräch willst, dann kann er das so einplanen und an anderer Stelle die Zeit etwas verkürzen.

Gruß Helmut
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Beitrag #8 von Brandy » 09 Dez 2007 18:53


Hallo Moritzwiese,

es freut mich zu lesen, dass ich dich mit meinem Beitrag unterstützen konnte. Gerne geschehen. ;-)

Gruß
Brandy
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Re: lernen selbst zu kathetern

Beitrag #9 von wernermeurer » 25 Dez 2007 20:28


Moritzwiese hat geschrieben:Hallo Betroffene,

war vor 3 wochen zur urodynamik und man sagte mir das ich
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macht das überhaupt sinn wenn eh alles in die windelhose geht ?

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LG wolfgang


Mir hat die Umstellung auf ISK sehr gut getan!
Bisher war in inko, Restharn, Kondomurinal....
jetzt bin ich tagsüber kontinent!
regelmäßig ISK.....
nur noch nachts Kondomurinal.......

finde ich super!

Gruß
Rolli
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