Harnröhrenkatheter undicht

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Harnröhrenkatheter undicht

Beitrag #1 von welle » 21 Dez 2007 20:29


Hallo,

seit mehr als einer Woche trägt mein Vater (81Jahre alt), schwer an Morbus parkinson erkrankt, einen Harnröhrendauerkatheter. Dieser hat 20Ch., mein Vater ist dennoch ständig nass.
Kennt dieses Problem noch jemand von euch? Was kann ich da tun?

Viele Grüße
welle
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Beitrag #2 von Struppi » 22 Dez 2007 20:02


Hallo Welle,

mein erster - und dringendster Rat - ist folgender: Laßt bitte sofort den Dauerkatheter wieder entfernen!!!

Aus heutiger Sicht in der modernen Pflege ist die tatsächliche dauerhafte Versorgung mit einem Dauerkatheter (und hier täuscht der Name) schon fast ein Pflegefehler! Er führt häufig zu entzündlichen Prozessen in der Blase/Harnröhre und gilt auch als ein "Tor" für Keimverschleppung und chron. Blasenentzündungen. Für eine kurzfristige Versorgung, z.B. nach einer Operation ist das vollkommen in Ordnung, nicht jedoch als bequeme Dauerlösung bei einer Inkontinenz.

Die Undichtigkeit hat meines Erachtens weniger etwas mit der Charrié zu tun, als vielmehr mit einem spastischen Verhalten der Blase (dabei kommt es vor, dass der Druck in der Blase ausreicht, um den Harn an dem Katheter vorbei zu drücken). Woher dies herrührt, kann nur eine urologische Abklärung ergeben (evtl. falsche Ch., ungeeignete Katheterspitze, der Katheter liegt zu tief, zu wenig/zu viel Flüssigkeit zum Blocken verwendet etc. - die Liste ließe sich endlos weiterführen).

Es gibt bessere, dem DK gleichzusetzende Systeme wie ein Kondomurinal (mit dem auch ein Toilettentraining möglich ist) oder eine Blasenfistel (z.B. Cystofix). Sollte dies nicht akzeptiert werden, bleibt noch immer die Versorgung mit Vorlagen/Windeln. - Auch mit diesen Systemen ist eine gute, menschenwürdige und pflegerisch sinnvolle Versorgung möglich.

Grüße

Struppi
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Beitrag #3 von MonaLisa » 23 Dez 2007 11:51


Hallo Struppi,

sehe das etwas anders als du.

Dank der geschlossen Systeme ist das mit der Keimverschleppung sicherlich deutlich besser geworden. Was die Keimbildung betrifft- solange reichlich getrunken wird sehe ich das nicht so schwarz wie du.
Ist auch m.E. ein Riesenunterschied, ob jemand zu Hause einen DK trägt oder im Krankenhaus.

@welle--ich würde es mal mit einem Spasmolytikum (z.B. Buscopan comp) versuchen. Halte es für sehr wahrscheinlich, dass eine Spastik die Ursache ist.

Grüße
von
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Beitrag #4 von Albi » 25 Dez 2007 05:32


Hallo welle,

ich kann dir zu diesem Thema nur eines sagen. Der Dauerkatheter (DK) wird natürlich in der Anfangszeit von der Blase als störend empfunden, daher versucht die Blase mit Kontraktionen diesen Fremdkörper wieder los zu werden.

Nach ca. 2 bis 4 Wochen wird sich die Blase beruhigen und den DK akzeptieren, so dass die unwillkürlichen Kontraktionen verschwinden und dein Vater dann "dicht" sein wird. In der Zwischenzeit wäre natürlich die Gabe eines Spasmolytikums vorteilhaft, daher solltest du mit diesem Problem so schnell als möglich den Arzt aufsuchen.

Ich selber hatte das gleiche das Problem auch als ich nach einer OP für längere Zeit einen DK tragen musste.

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Beitrag #5 von Fraenkyboy » 26 Dez 2009 06:14


Hallo,

dieser Beitrag ist schon in die Jahre gekommen, aber passte am Treffendsten zum Problem und ich wollte keinen neuen Thread aufmachen.

Es geht sich um meinem Schwiegervater (80 Jahre) er hat seit mehreren Jahren einen Dauerkatheter durch die Bauchdecke um die Blase zu entleeren. Anfangs war das Loch so stabil, dass dort so gut wie kein Urin seitlich entwichen ist. Seit einigen Monaten gibt es aber hier erhebliche Probleme, ständig entweicht Urin seitlich am Schlauch vorbei. Einmal war er auf einem Fest und da war der Urin so stark entwichen, dass die ganze Hose nass war. Seitdem hat er Angst, dass sowas nochmal passieren kann. In letzter Zeit läuft es ständig raus. Der Arzt hatte beim letzten mal einen größeren Schlauch dort eingesetzt, aber irgendwie bleibt es dort nicht dicht.

Da mein Schwiegervater ansonsten relativ Gesund ist belastet ihn dies seelich schwer.

Deswegen meine Frage, gibt es inzwischen andere Systeme die man empfehlen könnte. Oder wie könnte man das Problem menschenwürdig lösen.

M.f.G
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Beitrag #6 von Helmut » 26 Dez 2009 11:34


Hallo Fraenkyboy,

das Problem das du da beschreibst, ist nicht ganz unbekannt. Besonders bei sehr langem tragen eines Bauchdeckenkatheters kann die Durchtrittsstelle mit den Jahren vernarben und undicht werden. Hier bringt ein dickerer Katheter oft nur für eine kurze Zeit eine Besserung, auf Dauer gesehen aber nicht. Hier kann vielleicht ein neuer Einstichskanal an einer anderen Stelle etwas versetzt eine Besserung bringen. Ansonsten empfehle ich das tragen von Vorlagen, da gibt es von Hartmann die MoliForm® for men, die speziell für Männer gedacht sind und vorne höher herauf reichen.

Gruß Helmut 8)
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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