Dauerkatheter und Probleme

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Dauerkatheter und Probleme

Beitrag #1 von mariep32 » 11 Jan 2009 19:46


Hallo Forumsmitglieder,
Vielleicht weiß jemand Rat?
Meine Mutter,88 Jahre,trägt einen Dauerkatheter mit dem sie überhaupt nicht klar kommt.
Oft tritt zwischen Harnröhre und Katheter Urin aus,was sie natürlich sehr verunsichert und ihr ohnehin schon eingeschränktes Leben ( Parkinson usw.) noch mehr belastet.
Außerdem kommt sie mit dem Beinbeutel überhaupt nicht klar.
Nun habe ich von dem Hüftbeutel gelesen,wäre das eine Alternative?
Und weiß jemand ,wodurch der Katheter ständig undicht sein kann?Verschiedene Blockungen haben z.B.nichts verbessert.
Ich wäre euch sehr dankbar für Tipps , Erfahrungen und Hilfe
Mit freundlichen Grüßen
Marie
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Beitrag #2 von Struppi » 14 Jan 2009 21:25


Hallo,

der Verlust von Urin, der am Katheter entlangläuft, deutet auf eine spastische Blasenaktivität hin, die mehrere Gründe haben kann, z.B. eine Harnwegs-/Blaseninfektion, Unverträglichkeit des Kathetermaterials, eine Verschlechterung des Morbus Parkinson etc.

Hier sollte auf jeden Fall ein (anderer?) Urologe konsultiert werden.

Zudem ist die dauerhafte Versorgung mit einem transurethal geführten Katheter immer schwierig und nicht empfehlenswert. Es gibt andere, ggf. bessere Systeme. Angefangen mit der ganz "normalen" Versorgung mit Vorlagen/Windeln bis hin zu einem Cystofix resp. einer suprapubischen Blasenfistel (der Katheter wird durch die Bauchdecke geführt).

Es sollte auch darauf geachtet werden, dass ein System gefunden wird, welches von Deiner Mutter am ehesten akzeptiert wird und welches sie (wenn es optimal verläuft) selbst bedienen kann bzw. sich selbst zu versorgen in der Lage ist.

Gruß

Hannes
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Beitrag #3 von mariep32 » 15 Jan 2009 20:46


Hallo Hannes,

vielen Dank für deine Antwort.
Vermutlich ist es die Verschlechterung des MP.
Wahrscheinlich ist ein anderes " Ablaufsystem" besser bzw. geeigneter für meine Mutter,nur habe ich (aus Erfahrung) die Befürchtung,dass sich mit einer 88-jährigen Frau keiner mehr so richtig Mühe gibt.
Wie funktioniert das von dir Beschriebene durch die Bauchddecke?Wird da die Harnröhre verschlossen oder wie muss ich mir das vorstellen?
Wäre nett,wenn du mir nochmal antworten könntest.
Mit freundlichen Grüßen
Marie
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Beitrag #4 von Struppi » 20 Jan 2009 18:19


Hallo Marie,

bei einer Blasenfistel wird unter örtlicher Betäubung mittels einer großen Hohlnadel ein Katheter direkt in die Blase gelegt. Dieser Katheter verbleibt dort und wird vom Urologen gewechselt. Die Harnröhre wird dabei keineswegs in irgendeiner Form geblockt oder verschlossen, nach einigen Tagen tritt die Kontinenz von alleine ein und der Harn geht ausschließlich über die Fistel ab.

Es bieten sich verschiedene Systeme dieser Art an - das im Falle Deiner Mutter am besten geeignete bestimmt schlussendlich der Urologe.

Deine negativen Erfahrungen im Umgang mit alten Menschen beim Urologen kann ich durch persönliche Erfahrungen in der Familie nicht teilen, es mir aber durchaus vorstellen. Daher empfehle ich Dir nochmals, ggf. einen anderen Urologen aufzusuchen, bei dem Ihr Euch beide wohlfühlt.

Die Blasenfistel stellt allerdings auch wieder ein invasives System dar - die einfachste Versorgung einer Inkontinenz stellt in diesem hohen Alter m.E. eine Vorlage oder (je nach Schweregrad) Windel dar. Laßt Euch bitte noch einmal gründlich von einem Urologen oder aber einer Stoma-/Kontinenzberatung beraten und helfen.

Grüße

Hannes
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