materialunverträglichkeit?

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materialunverträglichkeit?

Beitrag #1 von filo » 18 Feb 2010 16:04


hallo,

ich bin seit mehreren jahren inkontinent. anfangs behalf ich mir mit einlagen, dann mit pants.
bei einem zweiwöchigen klinikaufenthalt wurde mir ein harnröhrenkatheter gelegt, dadurch gewann ich wieder etwas mehr lebensqualität. kurz bevor die zwei wochen um waren muss der ballon am katheter geplatzt sein, der katheter flutschte raus. das kann u.u. damit zusammenhängen weil ich ständig mit einem lifter vom und zum rolli, vom und zum bett transportiert werden muss. dadurch entsteht u.u. eine spannung die mir den katheter langsam aus der blase zieht. mutmaßung.
ich ließ mir dann einen suprapubischen katheter legen. eigentlich wäre das die lösung für mich gewesen wenn nicht...
die einführwunde am bauch wollte nicht heilen. ich schmierte fleißig jodsalbe drauf, die entzündung wurde besser. sobald ich die salbe weg ließ, begann sie wieder zu nässen und zu bluten. katheterwechsel war fällig, aber auch da wurde nichts besser. nach ca zwei wochen ging nur noch etwas im liegen ab, am nächsten tag nichts mehr. ich ging sofort zum urologen - zu spät, auch dieser katheter hing nur noch an einem kleinen stückchen im bauch fest. da sich der kanal schon nach zwei bis drei stunden schließt konnte kein neuer katheter eingeführt werden.

nun habe ich wieder einen harnröhrenkatheter. nun aber wieder das alte problem - er juckt und brennt. ist es möglich, dass ich auf das material (ich denke es ist silikon) allergisch reagiere? wenn ja, gibt es katheter aus einem anderen material?

ich bin nahezu am verzweifeln. muss ich wieder auf die alte, nasse methode zurückgreifen?
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Beitrag #2 von Struppi » 19 Feb 2010 02:43


Hallo filo,

zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

Einen ständigen Transfer mit dem Lifter kenne ich aus eigener Erfahrung - doch dabei sollte auf gar keinen Fall Zug auf den Katheter bzw. dessen Schlauch entstehen. Im Zweifelsfalle sollte der Katheter auch am Bein festgeklebt werden um unnötigen Zug wenn nicht vollständig zu verhindern so doch zu reduzieren.

Ich würde dir statt des transurethal geführten Katheters* wirklich einen weiteren Versuch mit einem suprapubischen nahelegen. Statt einer Jodsalbe (kontraindiziert) die Wunde mit einer geschlitzten Kompresse abdecken u. in der Anfangsphase mit Octenisept spülen/reinigen. Auch hier gilt: Der Katheter sollte beim Transfer keinem Zug ausgesetzt werden - jede gute Pflegekraft sollte dies beherrschen und wissen.

Einen zweiten Versuch mit einem SPK auf der anderen Bauchseite würde ich noch mal versuchen.

Gruß

Hannes


*(Dauer-)Katheter:
Hier täuscht das Wort, er wurde nie zur dauerhaften Urinableitung erdacht. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt das Entfernen eines solchen Katheters nach spätestens 14 Tagen; eine der wenigen Indiaktionen für einen solchen (über die Harnröhre geführten) Katheter ist Harnverhalt. Sollte der Katheter aus rein "bequemen" pflegerischen Gründen liegen, so gilt dies heute als Pflegefehler.
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Beitrag #3 von filo » 24 Feb 2010 15:09


hallo hannes,

hab recht vielen dank für deine antwort.

ich glaube nicht, dass ich mir nochmals einen suprapubischen katheter legen lassen möchte.
zum einen muss die vernarbung des ersten beachtet werden, zum anderen sitze ich durch meine extreme rumpfschwäche sehr schief, es ist also alles sehr verschoben. mein urologe würde unter diesen umständen den eingriff nicht machen wollen, er würde mich dazu in eine klinik einweisen. solange ich nicht weiß ob es katheter aus einem anderen material gibt sowieso nicht. auch der transurethrale katheter juckt und brennt.

deshalb hier noch einmal meine frage: gibt es katheter aus einem anderen material.

ich hatte beim transfer schon darauf geachtet, dass der katheter keinem zug ausgesetzt ist, auch jetzt achte ich mehr denn je darauf. trotzdem ist es passiert.
danke auch für den tip mit dem octenisept, kann jedenfalls auch bei anderen entzündlichen stellen angewandt werden.

grüßle
filo
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Beitrag #4 von Struppi » 24 Feb 2010 22:56


Hallo filo,

es gibt Katheter aus Latex-freien Materialien, z.B. Silikonkatheter, ferner sind seit einiger Zeit mit Silber beschichtete Katheter auf dem Markt, welche wohl recht verträglich sein sollen und eine längere Tragezeit ermöglichen.

Wenn du von dem SPK Abstand nehmen möchtest, dann gäbe es ja alternativ die Möglichkeit des ISK/FSK. Kannst du dir das für dich vorstellen bzw. würdest es versuchen? Spastische Aktivität der Blase kann ggf. mit Medikamenten (oder - falls nichts anderes wirkt/vertragen wird: Botox) ruhiggestellt werden. Es ist insgesamt betrachtet besser als die jetzige Versorungsform.

Gruß

Hannes
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