Überlegung zum hier vorgestellten Hollister-Produkt für Frauen

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Überlegung zum hier vorgestellten Hollister-Produkt für Frauen

Beitrag #1 von Carlo Lehman » 06 Jan 2012 23:33


Eine kleine ergänzende Überlegung Aus der Anwengung eines ähnlichen Produktes mit gleicher Funktionsweise kann ich folgende Hinweise geben:

Das Produkt haftet am besten auf Haut ihne Haarbewuchs. Der Haftschicht sollte wie folgt aktiviert werden (steht nicht in der Gebrauchsanleitung): Produkt in einen Plastikbeutel geben, der innen leicht feucht ist. Einige Stunden verschlossen liegen lassen. Vor dem Einsatz das Produkt im Beutel erwärmen, z. B. durch kurzes Fönen ca. 2 min. Dann auf die gewünschte Stelle aufbringen und gut andrücken.

Dann den Anschluss an den Beinbeutel herstellen. Dabei wird der Zuleitungsschlauch auf das Auslassende gesteckt. Hersteller bieten Beinbeutel an, die wahlweise am Oberschenkel oder am Unterschenkel getragen werden können.

Sinn des hier beschreibenen Verfahrens: Das Produkt kann auch für mobile Inkos genutzt werden. So wird die Klebewirkung hautfreundliche Haftfolie maximal aktiviert. Im Prinzip sind Tragezeiten von 24 h möglich. Es sollte kein Zug auf dem Produkt sein. Normale Mobilität, z. B. Büroarbeit, geht, Sport eher nicht. Am besten ausprobieren.

Keine Angst. Die Anwendung braucht etwas Übung. Beim ersten Mal kommt es einem kompliziert vor. Das gibt sich aber schnell. Das Produkt kann nach Gebrauch vorsichtig abgezogen werden. Das Klebematerial ist magisch. Einmal aktiviert, klebt es gut (aber nur auf Haut). Dennoch verletzt es die Haut nicht und macht keine Probleme beim Abziehen.

Ich beziehe mich auf dieses urinableitende System für Frauen:
http://tinyurl.com/female-inko-help
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Beitrag #2 von Helmut » 07 Jan 2012 12:28


Hallo Carlo Lehman,

also ich sehe da gerade bei sehr mobilen inkontinenten Frauen doch das Problem der Undichtigkeit in erster Linie. Was auch ein nicht zu vernachlässigende Punkte ist, das ist die verwendete Kleidung. Bei eng anliegenden Hosen ist der Abfluss des Urins durch den Beutel in der Art behindert, das er stark zusammengedrückt und ggf. geknickt wird wodurch sich ein Überdruck aufbauen kann, welcher wieder zu Undichtigkeiten führt.

Daher halte ich diese Klebebeutel nur für immobile bzw. mobile inkontinente Patienten mit wenig körperlicher Betätigung für sinnvoll anzuwenden.

Ein ähnliches System bei Stuhlinkontinenz ist der Fäkal-Kollektor, auch ein Beutel welcher an den After angeklebt wird. Hier gelten die gleichen Einschränkungen.

Gruß Helmut
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Beitrag #3 von Struppi » 07 Jan 2012 15:07


Hallo Helmut,

es gibt inzwischen neue Fäkalkollektoren, welche nicht mehr verklebt werden sondern in den Anus eingeführt und dort aufgeblockt werden (ähnlich wie beim Irrigationssystem von Coloplast); der Stuhl kann dann in einen dafür vorgesehenen Beutel geleitet werden. Habe das System selbst während meiner letzten Chemo benutzt und muß sagen: ist eine echte Alternative, die auch wirklich dicht hält.

Nachteil ist der Preis; das System soll wohl recht teuer sein, ist aber voll verordnungsfähig.

Leider habe ich grad keinen Link greifbar, werde mich aber noch mal drum kümmern falls Interesse da ist.

Gruß

Hannes
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Beitrag #4 von Helmut » 07 Jan 2012 15:30


Hallo Struppi,

Das System welches du meinst kenne ich auch. Mir sind da zwei Hersteller bekannt Flexi-Seal® und ActiFlo Darmverweilkatheter, beide mit Halteballon. Geht aber nur wenn der Stuhl recht flüssig gehalten wird, also nicht bei jedem anwendbar.

Vom Preis her habe ich auch gehört dass diese wohl so um 260,- € pro Stück liegen sollen.

Gruß Helmut
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