ISK und Dauerkatheter

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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ISK und Dauerkatheter

Beitrag #1 von Lucky » 08 Mär 2012 18:27


ISK seit 15 Jahren, alle 3-4 Stunden mit Blick auf die Uhr, hinsetzen, desinfizieren, Katheter rein usw. ..., es gibt Tage, wo mich die Sache total nervt und ich im wahrsten Sinne des Wortes genau darauf keine Lust habe, doch ohne Katheter geht es nun mal nicht. Bleibt nur die Möglichkeit des Dauerkatheters, den aber meine Urologin so gar nicht mag - der mich aber, wenigstens zeitweise gar nicht stört.

Wem geht es ähnlich mit welchen Erfahrungen? Wechselt noch jemand zwischen ISK und DK?
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Lucky
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Beitrag #2 von PatrickKaufmann » 17 Mai 2012 21:28


Hallo Lucky, ich hab erst vorgestern vom ISK auf den Dauerkatheter gewechselt. Mein Urologe meinte das wir es erstmal ausprobieren werden. Es kann also auch gut sein das ich wieder zum ISK zurück wechsel.

Hast du schon mal ein DK ausprobiert? Freu mich sehr über eine Antort von dir.


Gruß Patrick
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Beitrag #3 von Struppi » 18 Mai 2012 15:16


Hallo zusammen,

der Einsatz eines DK ist heute nur noch in relativ seltenen Fällen medizinisch indiziert, z.B. bei einem akuten (!) Harnverhalt. Ansonsten wird von dessen Einsatz gerne Abstand genommen, und zwar aufgrund der zum Teil doch gravierenden Nebenwirkungen (hierzu ist die Seite des Robert-Koch-Instituts sehr gut).

Ich kenne alle 3 Systeme zur Harnableitung aus persönlicher Erfahrung, also ISK, DK und Blasenfistel. Wenn schon eine dauerhafte Ableitung, so würde ich - wie vermutlich die meisten Urologen - zu einer suprapubischen Blasenfistel raten. Auch da ist die ständige Harnableitung ohne weiteren ISK gewährleistet, das System ist allerdings nicht so stark mit unerwünschten Effekten behaftet wie der Dauerkatheter, der über die Harnröhre geführt wird.

Gruß

Hannes
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Beitrag #4 von Lucky » 18 Mär 2013 21:01


So, bin mal wieder da.

Also das ein Dauerkatheter keine Lösung ist, soll unbestritten bleiben. Aber wenn ich für ein verlängertes WE mal mit Freunden unterwegs bin, hab ich keine Lust, ständig überlegen zu müssen, wo ich mich vielleicht gut katheterisieren könnte. Für 3-4 Tage einen Dauerkatheter mit Ventil und ich kann lange Wanderungen prima mitmachen und bei Bedarf an jeden Baum pinkeln, schwimmen gehen und mich selbst in kurzen Hosen frei bewegen, ohne das man etwas sieht oder merkt. Flug - Bus - Bahnreisen ... Dauerkatheter für die Zeit der Reise hat sich bei mir bewährt. Länger als 14 Tage mache ich das nicht - jedenfalls nicht oft und wenn, dann nur mit Beutel, was für mich aber eine Einschränkung ist - und dabei hatte ich in den letzten 20 Jahren eigentlich keine Probleme. Sonst einfach ISK. Logisch.

Inzwischen bin ich auch ganz sicher, wenn ich den DK selber lege. Das war früher ein Problem.
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Alternativ Bauchdeckenkatheter

Beitrag #5 von Hermann » 18 Mär 2013 22:39


Hallo, ich selbst habe seit 14 Jahren einen Bauchdeckenkatheter und bin rundum zufrieden.
Hatte vorher ein Kondom-Urinal, habe mich dann katheterisiert und mich dann für den Bauchdeckenkatheter entschieden und dann fing das Leben für mich wieder richtig an.
Alle 6 Wochen problemloser Wechsel und die Welt ist wieder in Ordnung.
Kann das auch bei dir helfen? Gruß :fleissig:
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ISK oder Dk

Beitrag #6 von monile » 29 Mär 2013 20:18


Hallo zusammen, hab gerade für mich überlegt ob das eine Lösung für mich wäre.
Mache ISK seit 2008 und muß immer eine Antibiotika Prophylaxe einnehmen, denn Ohne Antiboiotika habe ich spätestens nach 4-5 Tagen eine HWI. Mein Urologe meint, dass ich nicht die einzige bin mit diesem Problem und 70 % seiner Patienten die ISK machen eine Prophylaxe brauchen. Wenn ich auf die Dauereinnahme des Antibiotika hinweise tröstet er mich mit den Worten, es gebe Studien die keine Langzeitschäden aufweisen....
Vielleicht wäre ein Dauerkatheter mal eine Lösung um ohne Tabletten auszukommen, weil ich zwar kein Arzt bin, trozdem weiß dass das keine Lösung auf ewig sein kann und ich sicher noch viele, viele Jahre ISK machen werde, oder muss....
Was sagt ihr dazu???!!!!!!!!!!!
L.g. monile
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Beitrag #7 von Struppi » 29 Mär 2013 20:55


Hallo Monile,

vorsicht beim Einsatz eines transurethal geführten DK! Hier ist die Infektionsgefahr (trotz eines geschlossenen Systems; Beutelwechsel etc. sollten nach Möglichkeit nicht durchgeführt werden) wesentlich höher als beim ISK.

Mich wundert auch die Aussage Deines Urologen, beim ISK wäre eine Dauerantibiose bei 70 % aller seiner Patienten normal. Ich z.B. führe den ISK seit viele Jahren durch und habe (wenn überhaupt) mal 1 - 2 (leichte) Infektionen im Jahr (und das trotz Chemotherapie).

Hat man bei Dir schon einmal eine Harnkultur angelegt um den Keim genau zu bestimmen und dann eine gezielte Antibiose vorzunehmen? Flächenbombardement kann in meinen Augen kaum eine dauerhafte (und nieren-/leberverträgliche) Option darstellen.

Gruß

Hannes
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Beitrag #8 von Lucky » 02 Apr 2013 07:59


@Monile

Ich weiß, daß einige Leute den Kopf schütteln, wenn ich sage, daß ich manchmal für einige Tage auf Dauerkatheter umsteige, weil es Situationen gibt, wo es einfach praktischer ist, wenn ich einfach so - wie Männer das eigentlich können sollten - mich in einer ganz normalen Toilette hinstellen kann und dann Ventil auf und fertig. Niemand sieht den Katheter in mir und es funktioniert wunderbar.

Nur einen Dauerkatheter so lange liegen zu lassen, daß es sich lohnen würde, auf eine Dauermedikation zu verzichten, wird nichts bringen, weil Dir auch der Dauerkatheter Probleme machen wird und Du dann Deine Antibiotika Prophylaxe trotzdem brauchst.

Wie schon gesagt, ich bin völlig mobil und bin auch viel unterwegs, und in einigen Situationen ist es halt praktischer und angenehmer für mich, wenn ich mich nicht katheterisieren muß, sondern z.B. bei einer langen Wanderung mal einfach so an den Baum pullern kann. :-)
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