Wieviel Urin auf einmal per ISK ablassen ?

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Wieviel Urin auf einmal per ISK ablassen ?

Beitrag #1 von Helmut60 » 11 Aug 2012 22:24


Hallo zusammen,

nachdem ich in der Diskussion um Ärger mit Attends geschrieben habe, das ich "keine Windelvollaufdemo wollte", hab ich heute so einen Test unbewußt selber gemacht = Ich hab zur Zeit kaum noch Beutel für ISK, aber noch 60 Katheder, die noch satt reichen, wenn es so weiter geht. Da in letzter Zeit maximal 400 ml Urin kamen, hab ich mir gedacht.. nutz ich halt "die Müllwindeln" von Attends, um den Urin da rein laufen zu lassen. Das klappt so weit gut. Nur kamen heute abend überraschend schnell 800 ml bzw. Gramm Urin.

Als wir vor 3 Jahren mit dem ISK angefangen haben, habe ich mehrfach gelesen das man nach 500 ml eine Pause machen soll, weil sonst die Blase kolabieren könnte. Die Krankenschwester die uns damals eingwiesen hat, .. die hoffentlich eine bessere ist wie die von Attends.. hat nix davon gesagt, das es da eine Grenze oder die Gefahr eines Kolaps gibt. Dennoch habe ich in der Anfangszeit immer einen Blick auf den Beutel gehabt, und hab bei ca. 500 ml eine Pause gemacht. Was sagen die Erfahreren ISKler zur Gefahr eines Blasenkollaps, wenn man sie per ISK "zu schnell" auf einmal leert ? Gibts ein zu schnell dabei überhaupt ?

:-) Helmut
Vater ....einer 34 J. alten, schw. mehrf. behinderten Tochter, die neben Windeln mit ableitenden Hilfsmitteln ISK, und wg. Darmproblemen mit analer Irrigation versorgt werden muß...... und nun selbst Prob. mit dem Harndrang hat.
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Helmut60
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Beitrag #2 von Struppi » 12 Aug 2012 01:36


Hallo Helmut,

mmh, 800 ml sind aber schon ein ziemlicher "Kracher" als Füllmenge der Blase, insbesondere bei einer Frau (normalerweise setzt Harndrang bei ca. 250 ml ein, ein max. Volumen von 500 ml ist der Durchschnitt). Wann war der letzte Termin bei einem Urologen, der sich das mal angeguckt hat? Ein derartiges Volumen sollte nicht sein, ggf. müssen die Abstände, in denen die Blase geleert wird, kürzer gesetzt werden.

Von einem Kollabieren der Blase während oder durch den ISK habe ich in diesem Zusammenhang noch nichts gehört bzw. darauf wurde ich bislang noch nicht hingewiesen und ich betreibe selbst den ISK seit vielen Jahren. Kann natürlich ein Versäumnis meiner Urologin bzw. der Stomaberaterin seinerzeit gewesen sein (meine Blase hat z.Zt. ein Volumen von ca. 700 ml - nicht optimal aber besser als der 1 l, bei dem ich schon mal war).

Es tut mir leid, dass meine Antwort nicht sehr hilfreich für Euch ist, vielleicht findet sich ja noch ein "Fuchs", der das kennt oder schon mal davon gehört hat.

Gruß

Hannes
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Beitrag #3 von Marilee » 12 Aug 2012 10:24


hallo,

800ml sind natürlich deutlich zu viel.
Das mit dem kollabieren ist schon richtig, jedoch sollte eine gesunde Blase eine Leerung von ca. 1l schon noch gut verkraften.
Mein Uro strebt bei mir immer ein Volumen von 300-400ml an, was auch ganz gut funktioniert.
Wenn solch hohe Mengen bei Dir öfter vorkommen, solltest du unbedingt den ISK-Rhythmus anpassen.

LG,
M.
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Beitrag #4 von Helmut60 » 12 Aug 2012 10:59


Hallo zuzsammen,

das wir bei der Menge nun öfter per ISK die Blasenentleerung kontrollieen ist klar. Das war das erste mal seit über einem Jahr das soviel kam. Dazu kommt, das 90 Minuten später nochmal 500 g "einfach" in der Windel waren. Ich kann nur hoffen, das sie sich zur Zeit "nur" durch Stauen von Urin anderen Problemen ablenkt. Sie hatte in letzter Zeit häufig eine schwere Sinusitis, und hat zur Klärung des Hintergrundes morgen im Krankenhaus ein CT in Narkose. Da werd ich vorher mit ihr wohl zum Urologen gehen.. bzw. sofort da anrufen, und fragen ob man den Bereich mit abbilden soll... oder er die Narkose für andere Untersuchungen nutzen kann... wenn er es denn für nötig hält und zeit hat.

:-) Helmut
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Beitrag #5 von Marilee » 12 Aug 2012 15:07


hallo,

wieso denn ein CT und kein MRT? Ob dieser Bereich gleichzeitg mit untersucht werden kann, also in einer Sitzung wird so sicher nicht möglich sein. Das hängt mit den Einstellungen am Gerät zusammen. Empfehlenswert wäre hier sicher auch eine Laborunteruchung bezüglich evtl. Elektrolyt-, Stoffwechsel- oder Hormonstörungen. Ihr solltet auch mal ein Mikionsprotokoll führen: wieviel trinkt sie und wann? wieviel scheidet sie wann spontan aus (also wieviel ist in der Windel)? wie hoch ist die Menge beim ISK?
Das ist sicher hilfreich für euren Doc.

LG, M.
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Beitrag #6 von Helmut60 » 12 Aug 2012 16:12


Hallo Marilee,

ob morgen letztendlich ein CT oder auch ein MRT gemacht wird, wid nach Rücksprache mit dem Urologen wohl er morgen entschieden. Wir haben einfach umschrieben eine seltene Kranhkeit, bei der sich der Kieferknochen einfach umschrieben überwiegend schmerzlos auflöst. Damit diese Stellen früh genug erkannt werden, muß regelmäßig geröngt werden. Vor ein paar Jahren wurde von mir ein Ct gemacht. Der Radiologe erkannte darauf nix... alles OB stand im Bericht.. der Kieferchirug sah sehrwohl entspr. Veränderungen am Knochen und lud mich zur OP... laut histologischem Befund zu recht. Da meine Tochter überhaupt nicht konkret mitteilen kann woh es weh tut.... die Sinusitis viel erst auf als die Backe dick und wund wurde..... ist es bei ihr noch wichtiger, das Bildgebende Verfahren koreckt ausgeführt, und ausgewertet werden. Wir hatten schon den Fall, das ein Radiologe sagte.. oke... und der Chirug die Bilder reklamierte, weil man nix darauf erkennen konnte. Da nicht jede radiologische Praxis eine Untersuchung in Narkose machen kann.. und auch nicht darf, hängen wir so zwischen vielen Stühlen. Da wir jetzt zum 3. mal dafür in dem Kh sind, sollten die wissen wie es geht.

Das mit der Urinmenge ist kaum sicher festzustellen. Meine Tochter ist sehr eigen. Sie macht viel "selbstständig" auf der Toilette. Stelle ich um die Menge zu erfahren, eine Schüssel rein, macht sie nix.... und läßt 5 Minuten nach dem sie wieder angezogen ist die Windel überlaufen. Andererseits macht sie aber regelmäßig auf der Toilette... nur das man die Menge nicht weis. Da es beim ISK bis jetzt nur darum geht, eine weitere Vergößerung der Blase u. Probleme für die Nieren zu vermeiden, mache ich abends.. oder auch zwischendurch, je nachden wieviel sie getrunken, nach gehör gemacht.. und in der Windel hatte, ein Kontrolle per ISK. In letzter Zeit kamen da überwiegend unter 50 ml....dann machen wir eine Pause mit dem Kathedern. Wenn oft mehr kommt, Kathedern wir 3 Tage nacheinander... dann wirds wieder weniger.... bis sie gestern mal wieder zugeschlagen hat. Aber wie gesagt.. ich hoffe das sie sich "mit dem Stauen" nur von anderen Problemen ablenkt... und nicht wirklich Blasentechnisch was dahinter steckt.

Wir haben im Bekanntenkreis einen behinderten Jungen, der ähnliches Verhalten beim Wasser lassen hatte wie meine Tohter. Die Eltern waren auch beim Urologen.. der auch fürs erste ISK verschrieb. Das mit dem ISK ging mangels kooperation des Jungen nur schlecht. Dann gabs wohl über das ISK eine böse Entzündung, die zu spät erkannt wurde, böse auf die Nieren geschlagen ist... und er jetzt auf der Warteliste steht. Soviel zur Motivation, darauf zu achten, das da nicht mehr draus wird.

:-) Helmut
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Beitrag #7 von Helmut60 » 13 Aug 2012 16:12


Hallo zusammen,

kurze Rückmeldung wegen dem CT. Unser Urologe fand die Urinmengen vom Wochenende zwar auch groß, bezogen auf die Mengen die wir vor 3 Jahren hatten jedoch nicht bedenklich. Daher sah er keinen Bedarf für weitere Untersuchungen... außer Ultraschall. Ich hab dann auch nach der Gefahr eines Blasenkolaps gefragt, wenn eine zu große Menge auf einmal abgelassen wird. Diese Gefahr gibt es. Es würde jedoch eher passieren, wenn eine "frisch überdehnte Blase" zu schnell gelehrt würde, aber nicht bei den Mengen, wenn sie schon längere Zeit weit über einem Liter standgehalten hat. So machen wir mit dem ISK weiter wie bisher.

:-) Helmut
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