Was ist weniger infektanfällig:ein transurethraler oder suprapubischer Katheter

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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Beitrag #31 von Sebald » 14 Okt 2013 14:50


Hallo Doreen,

das ist ärgerlich. Aber vielleicht wäre dieses System hier eine Alternative?

http://www.urox.com/default.aspx?language=German

Beste Grüße,
Sebald
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Sebald
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Beitrag #32 von Doreen77 » 14 Okt 2013 15:15


Hallo Sebald,

ich hab mich mal mit der Firma in Verbindung gesetzt, bin aber skeptisch, dass das eine Alternative sein könnte.
Gerade Uroclean wurde uns ja speziell bei seinem Problem, also dem extrem retrahierten Penis, immer empfohlen, dieses System hier verfügt aber überhaupt nicht über besonders kleine Größen und daher wird das wohl auch nichts sein.
Aber natürlich trotzdem Danke für den Tipp, Sebald.
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Beitrag #33 von Struppi » 15 Okt 2013 14:42


Hallo Doreen,

in diesem Fall würde ich es trotz aller Widrigkeiten mit der Entfernung des DK ausprobieren und in dieser Zeit halt saugende Hilfsmittel verwenden. Auch damit hätte er die Möglichkeit, ein Toilettentraining und vor allem unter physiotherapeutischer Anleitung ein Beckenboden- und Blasentraining anzugehen.

Die Inkontinenz ist nach der Entfernung im Regelfall gut reversibel und hält nicht dauerhaft an; das Training allerdings muss schon angegangen werden.

Auch beim ISK würde ich "dran bleiben" und hartnäckig nachfragen. Vor dem Schlafengehen könnte das ebenfalls helfen, häufige nächtliche Toilettengänge zu vermeiden. Ein Toilettenstuhl neben dem Bett kann helfen, alternativ eine Ente, die auch sitzend an der Bettkante benutzt werden könnte (siehe auch den Link von Sebald; dort gibt es ein System fürs Bett). Somit wäre nur ein Aufsitzen, nicht aber das Verlassen des Bettes und ein ggf. beschwerlicher oder gar gefährlicher Weg ins Bad nötig.

Grüße

Hannes
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Beitrag #34 von Doreen77 » 16 Okt 2013 17:08


Hallo Struppi,

wir haben das ja nach wie vor, am Montag soll der Katheter entfernt werden und ICH HOFFE, dass er noch selbstständig urinieren kann, falls nicht, haben wir ein riesen Problem, denn so schnell lernt er es bestimmt nicht, sich selbst zu katheterisieren.

Das Problem bei ihm nachts ist auch, dass er durch 2 künstliche Hüftgelenke, gewisse Bewegungsabläufe möglichst vermeiden sollte.
So kann er beispielsweise nur noch auf dem Rücken schlafen, weil er sich weder rechts noch links auf die Seite drehen soll.
Bei der "Ente" muss er sich aber auf die Seite drehen, also ist das auch eher schlecht, außerdem ist immer noch nicht geklärt, ob er damit überhaupt klar kommt.
Sind halt lauter Probleme, die jetzt auf uns zukommen, aber wir geben trotzdem nicht auf.

Danke, dass man uns hier so viel Mut macht, ich bin dafür wirklich sehr dankbar!

Gruß,
Doreen
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Beitrag #35 von Doreen77 » 21 Okt 2013 17:36


Ich hab ja versprochen, dass ich mich nach dem Urologen-Termin nochmal melde.
Nun heute war es soweit, mein Vater hat den Katheter ziehen lassen, es wurden leider keinerlei Anstalten gemacht, ihn zu untersuchen.
Wie es also bei ihm mit dem Restharn aussieht, weiß ich nicht.
Urinieren kann er wohl noch, wie weit sich dabei seine Blase entleert, keine Ahnung.
Das "Beratungsgespräch" war deprimierend, erst wollte man ihm nicht mal den Katheter ziehen, er sei doch schon 86 und laufen könne er ja auch nicht mehr richtig, da müsse er halt damit am Ende seines Lebens mit dem transurethralen Dauerkatheter klar kommen und WARUM er denn nicht ins Pflegeheim geht?
Der suprapubische Dauerkatheter ist bei ihm laut Arzt ausgeschlossen, mein Vater hätte aufgrund seines starken Übergewichts ein erhöhtes Infektionsrisiko durch seine Bauchfalten, die dann ständig wund werden würden.
ISK sei laut Arzt "Blödsinn", das würde er nie lernen und sei auch nicht so leicht, als ich darauf verwies, dass mir ja SELBSTBETROFFENE dazu geraten hätten, lachte er mich mehr oder weniger aus.
Heute kam außerdem ein Anruf von der Firma Urox, für die "Ente" muss sich mein Vater auf jeden Fall auf die Seite drehen und wie gesagt, wegen der 2 künstlichen Hüften ist das für ihn nicht gerade angebracht.
Im Moment bin ich sehr deprimiert, ich hab große Angst, wie er heute Nacht mit dem Urinieren klar kommt und ob das überhaupt alles klappt.
Wir haben absolut null Hilfestellung vom Arzt bekommen, keinerlei Empfehlung, was man jetzt machen kann und wie es weitergehen soll.
Er sagte nur, wenn man nicht klarkommt, kann man ja wieder einen Dauerkatheter legen lassen.
So das ist der aktuelle Stand der Dinge.
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Beitrag #36 von Struppi » 21 Okt 2013 19:48


Hallo Doreen,

oh man, wenn ich das lese, bekomme ich (noch mehr) graue Haare...

So viel sollte bei einem einzige Besuch gar nicht schief laufen. Und was sind das eigentlich für Aussagen, die da getroffen wurden?! Das kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Das Erst, was mir einfällt, ist: Wechselt den Urologen!

- ISK kann in jedem Alter erlernt werden, sofern motorische der kognitive Gründe nicht dagegen sprechen.

- Nach Entfernung eines DK ohne weitere Versorgung entlassen zu werden, ist schon höchst verwunderlich.

- Da Dein Vater über eine Pflegestufe verfügt, könnte er problemlos ein Pflegebett bekommen, bei dem er dann im Fall des Falles das Kopfteil bis in die aufrecht sitzende Position hochfahren und somit eine Ente benutze könnte. Bei meinem Vorschlag dachte ich eher daran, dass er sich zum Urinieren an die Bettkante setzt, als wolle er aufstehen.

- Wenn auch unschön, aber eine Alternative: Ein SPK kann auch direkt über die Öffnung des Nabels geführt werden. Ob und in wie weit sich Infektionen bilden, ist maßgeblich von der Hygiene und der Wundversorgung in den ersten Tagen abhängig, dann hat sich zumeist ein statischer Fistelgang gebildet, der relativ reizlos ist.

Was mir sonst noch einfällt: Holt euch einen vertrauenswürdigen Pflegedienst ins Haus. Dieser muss nicht unbedingt pflegerisch tätig werden sondern könnte auch in diesen Fragen eine gute Stütze sein und beraten/helfen. Das bleibt am Ende natürlich auch eine Frage der Akzeptanz Deines Vaters.

Ich sehe es zwar auch mit gemischten Gefühlen, wenn man Menschen mit einem Lebensalter jenseits der 80 noch zu irgendwelchen "therapeutischen Gewaltmärschen" anhält, aber im Fall Deines Vaters könnten die in den vorstehenden Threads besprochenen Vorgehensweisen eine deutliche Steigerung seiner Lebensqualität bedeuten.

Was ich fast vergessen hätte: Ein Rezept für eine Physiotherapie zur Beckenboden- und Kontinenztherapie wäre auch gut.

Halte uns weiter auf dem Laufenden.

Gruß

Hannes
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Beitrag #37 von Doreen77 » 21 Okt 2013 20:22


Hallo Hannes,

ich hab zwar nicht damit gerechnet, dass es heute gut läuft, aber so schlecht dann auch nicht.
Vor allem ist auf Seiten des Arztes absolut NULL BEREITSCHAFT da, meinem Vater zu helfen.
Für den Arzt war das quasi ein Unding, dass er mit 86 noch vom Dauerkatheter wegkommen will, er hat meinen Vater richtig abgefertigt und runtergemacht.
Heute kam ja wie schon vorher erwähnt ein Anruf der Firma Urox, am Apparat war ein Vertreter, der praktisch alle Urologen in unserem Bundesland gut kennt.
Wir haben hier im Ort nur noch eine große Gemeinschaftspraxis, von der riet er uns AUSDRÜCKLICH ab und dann noch einen Arzt der im Dezember in Rente geht.
Der nächste, wirklich gute Arzt ist 15 Kilometer entfernt und da mein Vater immer noch auf einen Krankentransport angewiesen ist, weiß ich nicht, ob da die Kasse Probleme machen könnte.

Das Problem nachts ist gerade schon das Aufrichten für ihn.
Vor der zweiten Hüft-Op war er sehr viel beweglicher, jetzt ist die Bandscheibe in Mitleidenschaft gezogen, die Arme sind auch kraftlos, es ist eine Qual für ihn sich mehrfach nachts aufrichten zu müssen.
Und eine Bettflasche geht ja wie gesagt gar nicht bei ihm, Kondomurinale kleben keine 2 Stunden, wir haben es heute ausprobiert, es haftet einfach nicht.
Ehrlich gesagt, bin ich mometan ziemlich ratlos, ich mache mir große Vorwürfe ihm das alles zugemutet zu haben, andererseits denke ich aber auch, wenn wir es jetzt nicht versuchen, würde es in einem Monat kaum besser laufen.
Und er hat doch die Problematik mit seinem Darm, durch die Darm-Op 2009 haben sich Stenosen gebildet, er muss wahnsinnig vorsichtig mit Antibiotika sein, weil viele davon die Darmmotorik verlangsamen oder noch schlimmer eine Darmentzündung auslösen können.
Das alles hab ich beim Arzt auch angesprochen, es hat ihn null interessiert.

Kann man ein Rezept für eine Physiotherapie zur Beckenboden und -KOntinenztherapie eigentlich auch beim Hausarzt bekommen?
Ich glaube kaum, dass der Urologe uns unterstützen will, für ihn sind wir nur lästig.

Dass mit dem Pflegedienst müssen wir so oder so in Angriff nehmen, er hat damit auch schon Erfahrung gemacht, als er 2009 nach seinem langen Krankenhausaufenthalt am Rücken ein Dekubitus-Problem hatte.

Vielen Dank für die Unterstützung, hier hat man es wenigstens mit echten Menschen zu tun, ich wüsste sonst echt nicht, an wem ich mich jetzt wenden sollte.
Der Urologe ist für mich kein Ansprechpartner mehr.
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Beitrag #38 von Doreen77 » 21 Okt 2013 21:08


Noch kurz ein Nachtrag:

Bei meinem Vater liegt der Bauchnabel durch die Darm-OP stark versetzt, würde das beim SPK ein Problem darstellen?

Im Moment muss er praktisch ständig Wasserlassen, er merkt es aber noch, also das Gefühl für seine Blase hat er wohl noch nicht verloren.
Ehrlich gesagt, glaube ich aber nicht, dass er ohne Katheter dauerhaft klar kommt, wir haben zwar Windeln da, die stark aufsaugend sein sollen, aber bei der Menge - er hatte nachts oft über einen Liter Harn - wird das kaum möglich sein.
Es sieht alles ziemlich hoffnungslos aus.
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Beitrag #39 von Doreen77 » 22 Okt 2013 13:00


Mein Vater hat die erste Nacht ganz gut überstanden, wir haben heute Nacht Inkontinenzhosen von MoliMed benutzt.
Die Firma Hartmann hatte uns diese zum Ausprobieren in einem Paket zugeschickt.
Mein Vater war damit ganz zufrieden, er wünscht sich nur ein Produkt, was gerade seitlich am Bein etwas dichter abschließen würde.
Hat jemand Erfahrung mit Inkontinenzhosen oder -Auflagen?
Welche sind die besten?
Er braucht auf jeden Fall welche, die sehr stark aufsaugend sind, weil er nachts viel Harn verliert.
Tagsüber scheint er schon jetzt tatsächlich Kontrolle über seine Blase zu haben, er merkt, wenn er auf die Toilette muss und kann es selbst aktiv steuern.
Sein Problem ist also nur nachts, weil er nicht mehr so oft aufstehen kann.

Vielen Dank im Voraus für jede Antwort!
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Beitrag #40 von Struppi » 22 Okt 2013 14:22


Hallo Doreen,

alles in allem klingt das doch gar nicht so schlecht. Wenn er die saugende Versorgung akzeptiert und von einer dauerhaften Lösung mittels DK weg kommt, ist doch schon sehr viel erreicht; der "kleine Rest" ist nur noch eine Frage der Optimierung - also Kopf hoch, ihr habt doch bis jetzt alles richtig gemacht und auf Eurem Standpunkt bestanden.

Es gibt saugstarke Inkontinenzslips für die Nacht, so zum Beispiel Attens regular L10 oder Abena AbriForm X-Plus L4 (diese gibt es auch in einer XL-Ausführung, falls die Größe ein Problem darstellen sollte) und andere Hersteller - probiert einfach ein paar Hersteller aus, die bemustern im Regelfall recht großzügig und gern. Eine nächtliche Harnausscheidung von 1.000 ml fassen diese Produkte sehr gut und das Bett sollte kaum in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wenn das passende Produkt gefunden wurde, kann der Hausarzt ein Rezept ausstellen (gleiches gilt auch für die Physiotherapie, "Hausbesuch" aufschreiben lassen, dann muss er nicht die Praxis aufsuchen; der Besuch bei diesem unfähigen und höchst unmotivierten Urologen ist also unnötig).

Für das Bett gibt es ferner die Möglichkeit, sich im Jahr 3 Stück Mehrweg-Auflagen verordnen zu lassen, zusätzlich gibt es auch Einweg-Unterlagen. Die Kosten für die Einweg-Unterlagen können als "Pflegenebenkosten" in Höhe bis ca. 32,00 €/Monat bei der Pflegekasse eingereicht und erstattet werden.

Um ein Pflegebett bemühen. Hier reicht ebenfalls ein Rezept des Hausarztes aus.

Das er über Tag seine Blase bzw. deren Füllstand wahrnehmen kann, ist ein sehr gutes Zeichen.

Grüße

Hannes
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