Was ist weniger infektanfällig:ein transurethraler oder suprapubischer Katheter

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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Beitrag #41 von Doreen77 » 22 Okt 2013 15:49


Hallo nochmal Hannes,

habe jetzt beide Hersteller (Abena und Attens) angeschrieben und um Muster gebeten, hoffentlich kommt man meiner Bitte nach, denn ein Formular zur Musterbestellung gab es bei beiden Seiten nicht.

Ich hab da noch eine Frage bezüglich des Restharns:
Mein Vater scheidet mengenmäßig normal aus, wie erkennt man, wenn er einen größeren Harnverhalt haben sollte, also die Blase sich nicht vollständig entleert?
Das ist im Moment meine allergrößte Sorge, wie gesagt, er muss oft Urinieren und mengenmäßig ist es auch viel, aber ich hab halt Angst, dass er sich nicht vollständig entleeren kann, schon wegen der vergrößerten Prostata.
Er sagt, dass er genauso oft und viel muss, wie VOR dem Dauerkatheter, er würde keinen Unterschied merken.

Und er hat mich nochmals gefragt, ob es auch Inkontinenzhosen gibt, die sehr dicht und eng am Bein abschließen.
In der Mitte saugen die Windeln sehr gut auf, nur seitlich ist halt ein Problem.

Ansonsten möchte er im Moment auf keinen Fall mehr zum transurethralen Dauerkatheter zurück.
Wenn wir also nachts eine halbwegs befriedigende Lösung für ihn finden sollten, wäre alles gut.
Tagsüber kommt er ja schon jetzt so gut klar, wie vorher.

Und wieder kann ich nur DANKE sagen, ich habe mich hier immer gut beraten gefühlt und würde euch auch JEDEM BETROFFENEN weiterempfehlen!
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Beitrag #42 von Struppi » 23 Okt 2013 11:06


Hallo Doreen,

der Restharn kann nur von einem Urologen bestimmt werden, z.B. relativ "simpel" nach dem Urinieren (sofern dies möglich ist) über eine Ultraschallkontrolle, ob sich noch Harn in der Blase befindet, darüber hinaus gibt es dann noch weitere Untersuchungen um das Ergebnis zu konkretisieren.

Restharn muss nicht unbedingt und unweigerlich zu einem riesigen Problem werden, sollte aber in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dieser Befund könnte auch die ständig wiederkehrenden Harnwegsinfekte erklären.

Da er nur in Rückenlage und nicht auf der Seite schläft, ist der seitliche Auslaufschutz bei den o.g. Slips recht zuverlässig. Wenn er die unteren Klebetapes beim Anlegen noch leicht nach schräg oben ( / und \ ) verklebt, sollte ein guter Beinabschluss gewährleistet sein.

Grüße

Hannes
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Beitrag #43 von Doreen77 » 23 Okt 2013 13:41


Hallo Hannes,

oh, dann müsste er ja wieder zum Urologen, im Moment will er aber keinen mehr sehen, was ich auch gut verstehen kann.
Harnwegsinfekte hatte er vor dem transurethralen Dauerkatheter noch nie, die kamen erst MIT dem Katheter.
Aber dann halt geballt.

Meinst du, er hat jetzt das Schlimmste hinter sich?
Also ich meine, wenn man Kontrolle über seine Blase hat, dürfte das ja mit der Zeit eher besser und nicht schlechter werden, oder?
Er hat vor dem Katheter jahrelang die Kapseln TADIN genommen, aufgrund seiner vergrößerten Prostata.
Kann er die jetzt weiternehmen oder soll er sie lieber erst mal weglassen?

Ich weiß, du bist kein Arzt, aber ich frag halt trotzdem, weil im Beipackzettel steht, dass es den Harndrang herabsetzen soll und ich weiß nicht, ob das in der Entwöhnungsphase vielleicht eher schädlich ist.


Jedenfalls Danke für den Tipp mit den Klebetapes, wir werden das ausprobieren.
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Beitrag #44 von Sebald » 23 Okt 2013 16:59


Hallo Doreen,

es sind natürlich Fragen über Fragen, die da auf euch zu kommen. Aber das zeigt nur: So ganz ohne Urologen könnt ihr nicht bleiben. Ob ein Krankentransport zu einem entfernten Urologen von der Kasse bezahlt wird, wäre zu klären. Meines Erachtens nach ja, weil man sich in schwierigen Fällen immer ein zweite Meinung holen sollte. Wahrscheinlich wird nach diesem Erstbesuch einiges auch telefonisch abgeklärt werden können.

Wenn dein Vater die Slips als solche akzeptiert - dann ist das schon mal mehr als die halbe Miete und reicht für die nächste Zeit sicher aus. Alle anderen Maßnahmen aber, die Hannes angesprochen hat, müssten halt auf kurz oder lang dann eben doch urologisch bedacht und begleitet werden.

Ich schreib das jetzt nur, weil Deine Frage, ob man ein Medikament nun weiter nehmen soll oder nicht, niemand hier guten Gewissens wird beantworten können. Wir sind alles Laien - leider.

Alles Gute & beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #45 von Doreen77 » 23 Okt 2013 23:23


Hallo Sebald,

ich verstehe euch, wahrscheinlich würde ich genauso antworten.
Morgen will er kurz beim Urologen anrufen, er sollte sich ja die Woche melden, ob er einen neuen Dauerkatheter braucht.
Wahrscheinlich kommt er zum Arzt selbst nicht durch, sonst hätte er wenigstens so die Frage nach dem Tadin stellen können.
Mein Vater ist halt extrem stinkig auf die Ärzte, er hat dieses Jahr so einiges an Inkompetenz und Gleichgültigkeit erleben müssen, nicht nur beim Urologen.
Durch einen groben Behandlungsfehler im Krankenhaus, wäre er fast gestorben, obwohl er einen Darmverschluss hatte, wurde er laufend mit Abführmitteln abgefüllt, bis es ihm tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes von oben wieder rauskam, erst als das Krankenhaus nicht mehr weiterkam, wurde er in ein andere besser ausgerüstete Klinik überwiesen, die dann mit Mühe und Not die ganzen Fehler ausbügeln mussten.
Ärzte kann er einfach nicht mehr sehen!

Ich will ja auch UNBEDINGT, dass er den Urologen wechselt, auch wenn er immer sagt, dass die bestimmt alle gleich schlecht sind, aber das stimmt natürlich nicht, er sagt das halt aus Verbitterung.
Die Inkontinenzhosen akzeptiert er schon, aber super ist das für ihn natürlich trotzdem nicht.
Wir müssen halt jetzt viel Herumprobieren, bis er das für ihn optimale Produkt gefunden hat.

Was ich kurz noch fragen wollte:
Könnt ihr mir Tipps geben, nach welchen Pflegeprodukten für die Haut ich mich umsehen könnte?
Durch das feuchtwarme Klima der Inkontinenzhosen leidet seine Haut natürlich sehr.
Vielleicht klingt die Frage doof, aber kann man theoretisch nicht Pflegeprodukte für Babies verwenden?
Oder ist das schlecht, weil er ja im Alter eine ganz andere Haut hat?
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Beitrag #46 von Sebald » 24 Okt 2013 12:37


Hallo Doreen,

ich kam jetzt hoffentlich nicht so rüber, als wollte ich deine Fragen abbügeln. Mitnichten. Nur Medikamentenfragen sind problematisch. Also dann, wenn sie sich auf das Nehmen oder Nicht-nehmen beziehen. (Mal abgesehen davon, finde ich es sehr beeindruckend, mit welcher Energie Du hier am Ball bleibst.)

Den Ärztestress deines Vaters kann jeder nachvollziehen. Es wäre halt einfach schön, wenn ihr doch noch jemanden nettes fändet.

Du fragtest nach Hautpflegemitteln: Es gibt da diverse Barrierecremes, die man verwenden kann. 'Excipial Protect' hat mir mein Hautarzt mal genannt. Belastbare Erfahrungen habe ich damit nicht gesammelt. Ich denke, wichtig ist es, die Grundreinigung möglichst hautneutral und parfumfrei zu gestalten. Puder würde ich nicht verwenden.

Haben sich denn die angeschriebenen Firmen bei Euch gemeldet?

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #47 von Struppi » 24 Okt 2013 14:03


Hallo Doreen,

bezüglich des Medikamentes kann ich mich nur Sebald anschließen: Dazu können und sollten wir als Laien nicht Stellung beziehen; dies ist die alleinige Aufgabe eines Arztes. Hier würde ich mich vertrauensvoll an den Hausarzt wenden und um Hilfe bitten.

Einen übermäßigen Hautpflegebedarf gibt es im Grunde nicht, dann lieber häufiger das Produkt wechseln. Sebald hat ja bereits "Excipial Protect" benannt, persönliche Erfahrung habe ich nur mit "Cavilon" gemacht (fand ich sehr gut; ist sparsam in der Anwendung und braucht nur 1 x in 24 h aufgetragen werden); beide Produkte sind in der Apotheke erhältlich.

Von Puder oder Penatencreme rate ich dringend ab. Puder verklumpt in Verbindung mit Flüssigkeit und wirkt dann wie Schmirgelpapier, Penaten- oder andere Cremes verkleistern lediglich das Vlies und vermindern somit die Flüssigkeitsaufnahme des Inkoslips.

Gruß

Hannes
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Beitrag #48 von Doreen77 » 24 Okt 2013 14:23


Hallo Sebald und Hannes,

nein, es kam überhaupt nicht so rüber, dass man meine Fragen "abbügelt".
Ihr seid beide verantwortungsvoll und es ist richtig, dass ihr euch dazu nicht äußern könnt und möchtet.
Heute Morgen hat mein Vater ja - wie gestern bereits erwähnt - den Urologen angerufen und auch nach den Tadin gefragt.
Er könnte sie von ihm aus nehmen - wobei ich mich frage, wie der Arzt das OHNE UNTERSUCHUNG wissen will - aber es könnte Probleme wegen Verstopfung geben.
Und da mein Vater ja höllisch aufpassen muss, wegen seiner Stenosen im Darm, muss er die Tabletten jetzt doch weglassen.
Schade, gerade nachts wären sie gut gewesen, weil sie den Harndrang etwas herabsetzen.

Nein, bis jetzt hat noch keine Firma mit uns Kontakt aufgenommen, ich hatte extra Adresse und Telefonnummer immer hinterlegt, aber das ist erst 2 Tage her, das muss ja noch nichts heißen.

Die beiden Pflegecremes sind notiert und gut, dass man mich aufgeklärt hat, dass Baby-Pflegeprodukte bei ihm kontraproduktiv sind.
Ich war echt so doof und hab gedacht, das würde bei ihm auch gehen.

Nochmal Danke für die Tipps und generell für alles.
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Hautpflege Produkte

Beitrag #49 von Chris » 25 Okt 2013 07:44


Hallo Doreen,

bei Hannes und Seebald bist du ja bestens aufgehoben und beraten - in einem Punkt möchte ich allerdings widersprechen

Ich verwende Penaten Creme seit Jahren - in letzter Zeit die sehr feste in der goldenen Dose, die beugt Hautreizungen ganz gut vor und verkleistert das Vlies nur gering, so dass ich keine Beeinträchtigungen der Saugleistung feststellen konnte, außerdem sind viele Substanzen enthalten, die bei leichten Reizungen zur Heilung beitragen (Zink etc.). Damit die sich gut auftragen lässt habe ich sie immer auf der Heizung stehen, so ist sie schön weich und man braucht auch nicht so viel. Außerdem creme ich nur die besonders gefährdeten Stellen - Skrotum und unmittelbare Umgebung, da werde ich schnell mal wund. Falls das passiert ist, dann hilft Bepanthene, damit bin ich wunde Stellen schnell wieder los.

Allergrößte Hochachtung zu deinem Einsatz, schön, dass es das heute noch gibt - ist ja wohl eher die Ausnahme. Da sind unsere Ratschläge nur ein ganz kleiner Beitrag!!

Machs gut und viel Kraft

Chris
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Beitrag #50 von Doreen77 » 25 Okt 2013 13:09


Hallo Chris,

ich habe mit großem Interesse deinen Beitrag gelesen.
Mein Vater hat im Moment das Problem, dass er gerade hinten am Rücken nach ein paar Stunden stark einnässt, er verliert wohl so viel Urin, dass selbst Inkontinenzhosen mit 3 Liter Fassungsvermögen zu schwach für ihn sind.
Seine Haut brennt am Rücken sehr, jetzt möchte ich ihm natürlich helfen, dass man sein Problem lindern kann.
Gerade hinten am Steißbein hat er auch seit Jahren ein leichtes Dekubitusproblem, da er gehbehindert ist, sitzt er tagsüber sehr viel und es kann so nie richtig abheilen.
Der Dekubitus könnte jetzt wieder zu einem größeren Problem werden, wir brauchen also unbedingt etwas was die Haut vor den Körperausscheidungen gut schützt.
Hannes empfahl mir Cavilon, und wir haben das auch bereits bestellt, aber wir können ja einen Versuch mit der Penatencreme wagen.

Ich finde jetzt eigentlich nicht, dass mein"Einsatz" für meinen Vater besonders bemerkenswert ist.
Mein Vater hat früher immer alles für mich getan, ich konnte mich IMMER auf ihn verlassen, jetzt da er nicht mehr die Kraft hat, sich um sich allein zu kümmern, ist das doch normal, dass ich ihn helfe so gut es geht.
Ich hoffe halt nur, dass ich mit ihm zusammen immer die besten Entscheidungen für ihn treffe.
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