Gefahren bei der Katheterisierung ?

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Gefahren bei der Katheterisierung ?

Beitrag #1 von Dennis (+02.05.2003) » 28 Apr 2003 15:55


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Geschrieben von heinz am 08. April 2003 15:34:37

Hallo,
was kann eigentlich passieren, wenn ich den Katheter, zu weit einführe, können dardurch Blasenschäden wie z.B. Fisteln, oder gar ein Blasendurchbruch (mit dem Katheter) entstehen?
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Dennis (+02.05.2003)
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Beitrag #2 von Dennis (+02.05.2003) » 28 Apr 2003 15:56


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Geschrieben von <a href="mailto:stefan.suess@selbsthilfeverband-inkontinenz.org">Stefan</a> am 08. April 2003 17:30:01

Als Antwort auf: Gefahren bei der Katheterisierung ? geschrieben von heinz am 08. April 2003 15:34:37:

Hallo,

also Du brauchst keine Angst zu haben, dass Du deine Blasenwand mit einem Einmalkatheter beschädigen kannst. Der Katheter würde sich lediglich einrollen, wenn Du ihn zu weit hineinschieben würdest. Es gilt allerdings zu beachten, dass ein Katheter nur soweit hineingeschoben wird, bis Urin fliest. Andernfalls kann es sein, dass sich Deine Blase nicht vollständig entleert. Große Gefahren beim Einmalkatheter sind Blaseninfektionen. Hier kannst Du durch die vorschriftsmäßige Anwendung der Produkte relativ gut vorbeugen. Auch ist es wichtig Einmalkatheter nur im mit Gleitmittel oder im aktivierten Zustand (z.B. mit Leitungswasser) zu verwenden, da ansonsten erhebliche Verletzungsgefahr (inbesondere bei Trockenkathetern) besteht. Du solltest auch einen Einmalkatheter niemals länger als nötig in der Blase belassen, da der Gleitfilm recht schnell seine Wirkung verliert. Ein Entfernen des Katheters ist dann sehr schmerzhaft und kann die Harnröhre beschädigen. Trotzdem gilt, dass die Selbstkatheterisierung an sich immernoch die Beste Methode zur Inkontinenzversorgung ist, wenn keine Medikamente zur Blasenberuhigung eingenommen werden müssen.

Die Einnahme von Medikamenten zur Blasenruhigstellung (Anticolinerika) stellt immer mehr ein Risiko dar. Aufgrund der lähmenden Wirkung dürfen die im Beipackzettel angegeben Tageshöchstdosen niemals überschritten werden. Bei dauerhafter Überschreitung (ab 4 Wochen) der Höchstdosen (teilweise nur um 1 Gramm mehr pro Tag) können sehr schwere Nebenwirkungen auftreten. So stellte eine Studie in den Phoenix/USA fest, dass es häufig zu Lähmungserscheinungen und Durchblutungsstörungen in den Extremitäten, Muskelschwäche, und bei jahrelanger Überdosierung zu irreparablen Leberschäden und einer starken Zunahme von Leber-, Nieren- und Blasenkrebs kommt. Leider wurde diese Studie von der Pharmaindustrie abgebrochen, und so sind diese Daten nicht repräsentativ. In den USA wird die Therapie mit ISK unter Anticolinerika aus diesem Grund bereits als "Worst-Case" (schlimmste Möglichkeit) betrachtet. Ist ISK nur möglich mit Blasenruhigstellung, dann sollte auf ISK verzichtet werden. Im Falle einer Restharnbildung sollte ISK unterstützend (einmal pro Tag z.B. vor dem Schlafengehen) eingesetzt werden.

MFG

Stefan
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Dennis (+02.05.2003)
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Beitrag #3 von Dennis (+02.05.2003) » 28 Apr 2003 15:58


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Geschrieben von heinz am 08. April 2003 18:38:35

Als Antwort auf: Re: Gefahren bei der Katheterisierung ? geschrieben von Stefan am 08. April 2003 17:30:01:

Danke für die Antwort,
jetzt ist mir viel wohler bei der Sache.

Heinz
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Beitrag #4 von Malcolm » 02 Nov 2003 14:20


Was kann passieren, wenn ein Katheter zu lange im Körper bleibt? Können da irgendwelche Schäden auftreten?
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Malcolm
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Beitrag #5 von Helmut » 02 Nov 2003 17:08


Hallo Malcolm,

nun es gibt da eine ganze Reihe von "Gefahren" die dabei auftreten können. Problematisch wird es aber erst, wenn der Katheter für längere Zeit getragen wird, also ab drei Tagen und länger. Hier gibt es einige wichtige Punkte die zu beachten sind.

Erstens sollte hier nur ein Dauerkatheter verwendet werden, der mit Silikon überzogen ist, wegen einer möglichen Latexallergie zum Beispiel und die bessere Verträglichkeit im Körper. Wenn der Katheter mehr also eine Woche getragen werden muß, dann dürfen nur Vollsilikonkatheter zum Einsatz kommen.

Zweitens ist auf eine sorgfälltige Hygiene zu achten, sprich die regelmäßige Säuberung und Desinfektion der Eritrittsstelle des Katheters in den Körper. Das verringert schon einmal das Infektionsrisiko an einer Blasenentzündung zu erkranken. Denn durch die Reizung des Katheters in der Harnröhre wird von der Harnröhre mehr Schleim produziert, der dann für Keime eine ideale "Autobahn" zur Blase darstellt.

Drittens sollte dann auch täglich eine Blasenkatheterspülung mit einer speziellen desinfizierenden Lösung gemacht werden, um Ablagerungen im Katheter zu verhindern und um Blasensteinen vorzubeugen. Die Ablagerungen bestehen aus kristallisierter Harnsäure die sich an der Außenwand des Katheters ablagert. Beim Entfernen des Katheters kann dadurch die Harnröhre ernsthaft verletzt werden, was sehr schmerzhaft sein kann.

Viertens muß immer ein geschlossenes Ableitungssystem verwendet werden, damit keine Keime in die Blase gelangen. Dabei ist es auch wichtig, daß der Katheter ein Rückschlagventil besitzt, um zu verhindern daß der gesammelte Urin wieder in die Blase zurück fließt. Auch soll das Ventil dann so gestaltet sein, daß eine Blockung des Katheters vorgenommen werden kann, um ein ständiges Abfließen des Urins zu verhindern, damit beugt man eine Schrumpfung der Blase vor. Der Urin wird dann zum Beispiel alle 3 Stunden abgelassen.

Aus diesen Gründen werden Dauerkatheter nur sehr ungern verwendet, da sie einen hohen Pflegeaufwand darstellen und das Infektionsrisiko recht hoch ist. Besser ist es, mittels ISK die Blase in regelmäßigen Abständen zu entleeren.

Gruß Helmut :sm4:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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