Bauchdeckenkathter

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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Bauchdeckenkathter

Beitrag #1 von Hermann » 17 Mär 2005 20:35


Hallo, wer hat Erfahrung mit einem Bauchdeckenkatheter? Ich selbst trage seit 2 Jahren einen und hätte gerne gewusst wie viele Jahre man ohne Komplikationen so etwas tragen kann.
Hier meine Vorgeschichte
Habe eine Darm- und Blasenlähmung schon seit vielen Jahren, doch vor ca. 3 Jahren entleerte sich meine Blase nicht mehr ganz und es blieb zuviel Restharn übrig. Da begann das Dilemma. Ich konnte nicht mehr richtig atmen und bekam am ganzen Körper Schwellungen und wurde von einem zum anderen Arzt überwiesen. Nach ca. 1 Jahr kam kam man dann auf den Restharn der das Ganze auslöste ( mittlerweile hatte sich das Ganze schon auf die Herzklappe ausgebreitet welche demnächst erneuert werden soll). Dann wurde ich vor die Alternative gestellt, Blasenentfernung oder Bauchdeckenkatheter. Ich enschied mich für den Bauchdeckenkatheter. Wenn ich den Urologen frage wie lange man mit dem Leben kann, kommt immer der Spruch, viele Patienten haben ihn Jahre lang.
Hat jemand von Euch schon über Jahre einen Bauchdeckenkatheter?
Gruss Hermann
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Beitrag #2 von Helmut » 04 Apr 2005 11:12


Hallo Hermann,

also mit einem Bauchdeckenkatheter (Subrapubische Blasenfistel) kannst du genauso lange Leben wie mit anderen Hilfsmitteln auch. Wichtig ist nur daß der Bauchdeckenkatheter gut gepflegt wird und du in der Handhabung ausreichend unterwiesen wirst.

Wenn es bei dir Möglich ist, dann würde auch der ISK (intermittierende Selbstkatheterismus) eine Option sein, bei dem du in regelmäßigen Abständen deine Blase mit einem Katheter entleerst. Dieses Verfahren wird sehr häufig bei Querschnittgelähmten und Personen mit neurogenen Blasenentleerungsstörungen eingesetzt.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von Hermann » 04 Apr 2005 21:04


:aerger: Hi, Helmut, danke für Deine Antwort, mir ist aber nicht klar, dass ich trotz Bauchdeckenkathether noch immer ein Urinal tragen muss und auch noch Windeln bei Nacht. Alles doppelt gemoppelt. Wenn ich mich mit meinem Urologen unterhalte über das Thema, kommt der Spruch (das ist halt mal so). Irgend wann wird die Harnröhre trocken? Aber man hat keine Chance richtig Auskunft einzuholen. Stehe demnächst vor der OP mit meiner Herzklappe und die Belastung ist doch gross (wenn man das 1 Problem nicht begriffen hat, kommt schon das 2). Aber trotzdem Danke. Gruss Hermann :lol:
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Beitrag #4 von Hans » 05 Apr 2005 08:31


Hallo Hermann!
Ich habe jetzt problemlos seit über einem Jahr eine suprapubische Blasenfistel. Dieser sog. Pufi ist mit einem Beinbeutel verbunden, nachts wird der Beinbeutel an einen Nachtbeutel mit größerem Volumen verbunden.
Warum Du trotzdem ein Urinal und Windeln wegen der Harn-Inko tragen mußt, verstehe ich nicht.
Viele Grüße
Hans
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Beitrag #5 von Hermann » 07 Apr 2005 20:31


Hallo, Hans, danke für Deine Antwort.
Da sich meine Blase nicht ganz entleert und sich immer zuviel Restharn ansammelt, trage ich den Bauchdeckenkatheter, da ich immer starke bakterielle Entzündungen hatte.
Das Urinal muss ich tragen, da der Schliessmuskel an der Blase auch nicht mehr richtig funktioniert und so der Urin auch über die Harnröhre weg geht. Gruss Hermann
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Beitrag #6 von Ramona » 08 Apr 2005 19:25


Also, daß verstehe ich auch nicht. Normal ersetzt ein Katheder doch die anderen Hilfsmittel. :?:

Hast Du schon mal überlegt Dir eine zweite Meinung ein zu holen? Dieses Recht hast Du auf jeden Fall. Vielleicht weiß ein anderer Urologe, warum Du trotz Katheder noch zusätzlich Hilfsmittel brauchst.

Gruß Ramona
GESTERN ist vorbei,
MORGEN ist noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.

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Beitrag #7 von Matti » 09 Apr 2005 11:53


Hallo,


ich würde mal sagen das du zum einen schlecht Beraten und zum anderen schlecht Versorgt bist. Der Suprapubische Kathteter ist laut deiner Aussage zur Restharnentleerung gelegt worden. Das macht insoweit aber keinen Sinn, weil zusätzlich noch eine Inkontinenz vorliegt. Wenn du nun den Katheter blockst, muss es zwangsläufig zur Inkontinenz kommen da sich ja Urin in der Blase sammelt und bei einer bestehenden Inkontinenz nicht gehalten werden kann. Es gibt eigentlich nur eine Möglichket bei bestehender Inkontinenz eine Kontinenz durch einen Bauchdeckenkatheter zur gewährlleisten. Du müsstest ihn offen tragen. Das hat aber wiederum zur Folge das du eine Schrumpfblase enwickelst ( verringerung des Blasenvolumens ) weil die Blase ja als Speicherorgan ihren Dienst einstellen kann.
Die richtige Lösung wäre in diesem Fall der Intermitierende Selbstkathterismus ( ISK ), bei dem du dir 4-5 mal am Tag einen Kathter durch die Harnröhre selbst legst und somit Restharnfrei Entlerrst. Eine absolute Kontinenz ist damit aber auch nicht Gewährleistet.
Ein liegender Katheter sorgt binnen 24 Stunden für eine Bakterielle Besiedelung der Blase, auch bei extrem Sterrieler Anwendung.

Matti
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Beitrag #8 von Hermann » 09 Apr 2005 14:17


Hallo, erst einmal vielen dank für Eure Ratschläge.
Aber der Bauchdeckenkatheter war die letzte Möglichkeit, die man mir anbot in der urologischen Klinik.
Als ich 2002 in die Urologie eingeliefert wurde, da ich Aufgrund meiner Darm- und Blasenlähmung, eine starke bakterielle Entzündung hatte und und die Bakterien schon im ganzen Körper waren, stellte man mich vor die Alternative eine Blasenentfernung durchzuführen oder den Bauchdeckenkatheter zu legen, damit der Restharn aus der Blase geht. Nun ist aber das Problem, dass der Schliessmuskel auch nicht funktioniert und der Urin in das Urinal läuft.
Als ich vor kurzem wieder in der Klinik war, machte man mir den Vorschlag die Blase entfernen zu lassen und einen künstlichen Ausgang zu legen, wovon ich aber nichts wissen will, denn wenn ich auch ein Urinal brauche kann ich mich doch frei bewegen, was ich mit einem künstlichen Ausgang wahrscheinlich nicht mehr kann.
Dann ging ich in eine andere urologische Klinik um deren Meinung einzuholen und siehe da, die hatten die Meinung, bloss keine Blasenentfernung durchführen zu lassen und lieber so weiter machen wie bisher. Das ist es in groben Zügen. Gruss an alle und nochmals Danke Hermann
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Beitrag #9 von der Blinki » 12 Apr 2005 09:17


hallo hermann

da kann man doch wieder sehen wie wichtig es ist sich eine zweite meinung heran zu holen.

ich kann mich noch an meiner anfangszeit der inkontinenz erinnern.
da wollte man mir in einen großen universitätskrankenhaus in hh die hoden aufschneiden weil man dachte das darin der grund der inkontinenz und meiner nicht zeugungsfähigkeit liegen könnte.

aber ich hatte damals schon eine heiden angst vor operationen, und wer läßt sich schon gerne an den "allerheiligsten" operieren. :aerger: :aerger:

ich hatte jedenfalls erst einmal abgelehnt und mir noch eine zweite meinung geholt, und siehe da es musste nicht diese komische operation gemacht werden, sondern man konnte auch mit de "normalen" untersuchungen die ursache heraus finden
:roll: :roll: :roll: :roll:
ein kleines statement von

marco
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Beitrag #10 von eckhard11 » 12 Apr 2005 15:31


Hallo Herrmann,

als man mir die Diagnose “Blasenkrebs” stellte, wurden mir Unterlagen ausgehändigt und in Gesprächen mit dem Arzt erläutert, welche Alternativen bei einer Radikalen Zystektomie ( Entfernung von Blase, Prostata, Samenbläschen und Lymphe sowie der inneren Schließmuskeln ) beständen.

Als “eleganteste” und angenehmste Alternative wurde mir eine Illeum-Neoblase ( orthotope Neoblase ) vorgeschlagen, dies bedeutete, daß aus einem doppelten Darmstück eine neue Blase gefertigt würde, welche es mir ermöglichen würde, weiterhin normal auf die Toilette zu gehen.
Diese Operation wäre allerdings auch die größte Operation, welche in der Urologie durchgeführt würde, mit allen Risiken einer richtig großen OP. Meine Narbe ist gut 25 cm lang.....
( Die daraus resultierende Inkontinenz wurde mir aber schamhaft verschwiegen )

Danach wurde mir als zweite Alternative der Bauchdeckenkatheter ( Nephrostomie oder Transureteropyelostomie) empfohlen, da dieser recht angenehm und unsichtbar und die Selbstkatheterisierung unkompliziert sei.
Allerding ist eine Selbstkatheterisierung, auch durch einen Bauchdeckenkatheter, in einer öffentlichen Toilette ja nicht gerade angenehm.....

Als Drittes wurde mir eine Nierenfistel ( Illeum oder Colon - Conduit ) vorgeschlagen, bei welcher der Urin von der Niere aus durch einen Schlauch, der durch den Leib geführt wird, seitlich heraustritt und in einem Auffangbeutel oder einem Beinbeutel endet.
Vom Tragen her recht unkompliziert, diese Fisteln habe ich wochenlang auf beiden Seiten gehabt. Ich hatte auf jeder Seite eine Fistel, da dies für meine Staunieren ( Folge des Krebsgeschwüres, welches schon einen Harnleiter fast komplett zugemacht hatte, daher hatte ich eine starke rechte Stauniere ) besser war, aber im "normalen" Leben werden die Harnleiter im Körper "übergeleitet", sodaß es nur eine Fistel mit einem Schlauch ist.
Mit dem Beinbeutel kommt man tagsüber gut zurecht. Für des Nachts habe ich einfach einen größeren Beutel angeschlossen und ans Bett gehängt.
Aber hier ist, wie auch beim Bauchdeckenkatheter, absolute Sauberkeit eine unbedingte Voraussetzung, um sich vor Bakterienbefall zu schützen.

Zu guter Letzt wurde mir eine innere Harnableitung ( Ureterosigmoidostomie ) vorgeschlagen, das heisst, durch Einpflanzen der Harnleiter direkt in den Dickdarm würde der Urin gemeinsam mit dem Stuhl entleert.
Dies habe ich sofort abgelehnt, da ich nicht aus dem Hintern pinkeln wollte. :lol: :lol:

Selbstverständlich kann man sich mit allen vier Methoden frei bewegen, Herrmann, da brauchst Du keine Befürchtungen zu haben.....

Ich habe mich dann für eine Neoblase entschieden.
Mit der nächtlichen Inko kann ich leben......

Hermann, hast Du schon einmal mit Beckenbodentraining versucht, den Schließmuskel zu stärken ?
Mir hat es sehr geholfen, ich bin durch dieses Training - tagsüber - fast kontinent und trage eine kleine Vorlage nur zur persönlichen Sicherheit.

Ich leg mich ob dieser anstrengenden Erläuterungen wieder hin .sleep:
Eckhard
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