Selbstkatheterisieren

Hier findet ihr alles zu den ableitenden Hilfsmitteln wie zum Beispiel Urinalkondom, Katheter, Beinbeutel, ISK usw...

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Selbstkatheterisieren

Beitrag #1 von Merlin » 09 Sep 2005 07:59


Hallo !
Da ich schon sehr viel über die Vorteile der Selbstkatheterisierung gelesen habe und mir mein Urologe auch schon diesen Vorschlag gemacht hat, habe ich mich nun einigemal daran versucht. Nach eingehender Untersuchung durch meinen Arzt, hat er mir die LoFric (HydroKit II) Katheter verschrieben. Durch die Gleitbeschichtung soll man angeblich kaum etwas vom Einführen merken !? - Von wegen !!! Die ersten 10cm gehen noch, aber dann .... Zwicken - Brennen - " Wie scheiße is dass denn ? " Also wieder hin zum DOC. Der hat alles nochmal nachkontrolliert: Größe CH=14 / O.K .... Harnröhre, Prostata / O.K .... Anwendung, Wartezeit vor dem Einführen / auch O.K ... und nun ? Außerdem, ist das mit dem ganzen Handling wie Beutel halten, Einführhilfe abfummeln, Katheter einführen etc, mit nur 2 Händen auch nicht gerade unkompliziert. Was mache ich falsch ? In welcher Position fürhrt man den Katheter am besten ein ? Und, ist das mit dem Brennen, Zwicken normal .... lässt das mit der Zeit wirklich nach ?

HILFE
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Merlin
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Beitrag #2 von eckhard11 » 09 Sep 2005 13:01


Hallo merlin,

auch wenn sich bisher niemand gemeldet hat, wirst Du sicherlich in Kürze einige gute Antworten von Betroffenen erhalten.....

Ich selbst bin vor meiner Operation zweimal kathedert worden. Durch den Arzt.

Dieser hat meinen Lümmel an der Vorhaut richtig langgezogen, in einem ganz bestimmten Winkel, und schwupp, war der Katheter drin.
Ich habe davon überhaupt nichts gemerkt.

Ich glaube also, dass es schon wichtig ist, sein Glied entsprechend lang zu ziehen und auch, dass es eine bestimmte Position dabei einnimmt.
Aber ich nehme an, das Wichtigste ist das Langziehen.....

Hinsichtlich der Umstände mit Beutel usw. solltest Du Dir einen dritten Arm wachsen lassen, hi, hi.


Ich lege mich jetzt - kurz und bündig - wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #3 von Brandy » 09 Sep 2005 15:27


Halo Merlin,

ich habe das Kathederisieren vor mittlerweiile 8 Jahren gelernt und mache es (in letzter Zeit intensiver) 5 - 6 Mal am Tag.

Ich sitze während des Kathererisierens auf dem WC, weil ich dann den Urin gleich abfließen lassen kann, ohne ihn vorher noch wo sammeln zu müssen. Es ist aber am Anfang einfacher, mit dem ganzen Gesäß auf einer ebenen Fläche aufzusitzen.

Übrigens: Da ich Rollstuhlfahrer bin, kann ich nur über das Katheterisieren im Sitzen schreiben.

Die Einwirkzeit, damit der Katheter gleitfähig wird, solltest du genau einhalten. Ich verwende den Lofric-Katheter ohne Auffangbeutel, auch Größe CH 14.

Für mich ist es am einfachsten, den gleitfähigen Katheter ohne Einführhilfe gleich direkt am färbigen Endstück mit Daumen und Zeigefinger aus der Verpackung zu nehmen, und ihn direkt einzuführen. Vor dem Einführen des Katheters musst du deine Pensisspitze unter der Vorhaut natürlich gut waschen, bzw. am besten desinfizieren (z. B. mit Octenisept).

Ich habe auch versucht, die Verpackung des Katheters als Einführhilfe zu verwenden, aber damit komme ich nicht zurecht. Da die Funktion der oberen Extremitäten bei mir völlig erhalten ist, ist es mir so am liebsten.

Zum Einführen des Katheters halte deinen Penis am besten so, dass die Harnröhrenöffnung Richtung Nabel "schaut". So geht das Einführen am Besten. Schiebe den Katheter langsam und ohne Druck Richtung Blase bis Harn heraus fließt. Warte bis kein Harn mehr fließt und schiebe den Katheter dann ein Stückchen heraus. Meistens kommt dann noch etwas nach. Enferne dann den Katheter ganz.

Das Ein- und Ausführen des Kahtheters darf tut nicht weh. Es kann aber auch sein, dass sich dein Körper erst an die Dehnung der Harnröhre (bei jedem Katheterisieren) gewöhnen muss, und deine Schmerzen von selbst vergehen.
Wenn ich beim Katheterisieren schmerzen habe, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und zum Arzt gehen sollte.

Merlin, ich hoffe, dir mit diesem Posting ein bisschen helfen konnte.

Liebe Grüße
Brandy
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Beitrag #4 von danny » 11 Sep 2005 02:54


Ich persönlich bin mit lofric nicht zurecht gekommen (Mir war der zu labberig und ich hatte probs die Harnröhre zu treffen, weil der so extrem flexibel ist und durchhängt - bin aber auch eine Frau, da hat frau das Problem, das es nicht so leicht zu sehen ist, wo es rein geht :roll: ). Ich kann nur den Rat geben, Dich an ein Sanitätshaus zu wenden, welches eine Fachberatung hat, als Pfleger oder Schwestern, die einem das Katheterisieren beibringen.
Dort kann man Dir auch Probeartikel von verschiedenen Firmen geben und Du wählst einfach denjenigen, mit dem Du am besten klar kommst.
Anfangs hat es bei mir auch weh getan. Mittlerweile spüre ich nichts mehr.
Du kannst übrigens auch bei beschichteten Kathetern zusätzlich Instillagel (Gleitgel mit Betäubungsmittel) verwenden. Das mache ich, wenn ich eine starke Entzündung habe.
Empfehlenswert finde ich übrigens die Katheter von Hollister und von medical service. Bei beiden kannst Du problemlos Probekatheter via internet anfordern und sie liefern zuverlässig.
Laß Dir mal zusätzlich Instillagel verordnen.
Die Hollister und medical service haben auch Katheter nur mit Gleitgel, die ich persönlcih besser fand. Sie haben auch so eine Dosierhülse, durch die der Katheter durchgeführt wird und dann mit Gleitgel gleichmäßig beschichtet ist.
Jetzt habe ich welche von Coloplast, da mit den Frauenkathetern von denen echt kein anderer Hersteller mitkommt.
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Beitrag #5 von Merlin » 11 Sep 2005 23:32


Hi; Vielen Dank für die Beiträge zu meinen Fragen ! Als ich am Freitag in meiner Apotheke war, hat sich die Beraterin danach erkundigt wie ich mit den Kathetern klar komme. Ich habe ihr das Problem geschildert und sie hat mir angeboten, nächste Woche nochmal einige Produkte in aller Ruhe zu besprechen und ggf. auszuprobieren. Mir ist das zwar Mega-Peinlich, aber ich werde das Angebot wohl am besten annehmen. Vielleicht komme ich ja mit einem anderen Produkt wirklich besser zurecht !? Ich halt Euch auf dem laufenden ...
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Beitrag #6 von Lucky » 12 Sep 2005 20:47


Hallo, hallo,
ich bin neu im Forum und wollte eigentlich nur etwas lesen, so zum Anfang, aber nun möchte ich doch einige Tipps abgeben; in der Hoffnung, daß sie etwas nützen.
Ich selbst katheterisiere mich seit 4 Jahren und komme sehr gut damit zurecht.

Was mich wundert, ist die Tatsache, daß hier ein Arzt einen Patienten losschickt, ohne ihm ein Sanitätshaus, einen Stomatherapeuten/ eine Stomatherapeutin, zu empfehlen. Wenn jetzt die Apotheke diese Lücke schließt ist es ja gut, aber man sollte wirklich, wenn man den ISK erlernt, eine fachkundige Anleitung haben. Mir hat es damals z.B. auch sehr geholfen, daß ich einmal zuschauen konnte, während mich meine Stomatherapeutin katheterisierte. Vorher hatte ich oft Dauerkatheter und wie die in die Blase kamen hatte ich, immer auf dem Rücken liegend, nie gesehen.

Ich finde auch, daß es in der sitzenden Position am besten geht. Man muß eigentlich auch nicht ziehen und strecken. Die Harnröhre hat einen ganz normalen Verlauf und der Katheter findet seinen Weg von ganz alleine - bei mir jedenfalls.

Vielleicht wäre es auch gut, verschiedene Katheter auszuprobieren. Für mich gab es nie den besten Katheter, sondern nur den für mich am besten geeigneten.

Außerdem würde ich nicht auf eine Schleimhatdesinfektionsmittel verzichten; auch wenn die Kassen die nicht mehr bezahlen und manche Ärzte dies im Zusammenhang mit dem ISK sogar für sinnlos halten. Hol Dir eine kleine Sprühflasche Octenisept und eine große Flasche zum nachfüllen. Kostet ca. 15 Euro und hält wirklich lange vor.

Solltest Du für die Lernphase bildlich- kommentierte Unterstützung wünschen, dann kann ich Dir vielleicht helfen. Ich habe für meine Stomatherapeutin eine CD erstellt, die mit vielen Fotos und Texten den ISK erklärt. Die CD ist für Anfänger und vielleicht auch für deren Familienmitglieder, damit die sich auf die Erfordernisse besser einstellen können.
Vielleicht ist sie auch eine gute Einführung für Pflegepersonal, was noch keine Erfahrung im Umgang mit ISK-Patienten hat.

Und wenn Dir eine Frau bei der Anleitung zum ISK unangenehm ist, dann würde ich das sagen. Es gibt auch Stomatherapeuten.

Alles Gute.
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Beitrag #7 von danny » 12 Sep 2005 21:56


Mein Urologe hatte mich extra in die Klinik geschickt, da dort eine SChwester speziell dazu ausgebildet ist. Ohne die Betreuung wäre ich am anfang, glaube ich, ausgeflippt (kann sien, das ich es auch so bin :oops: ). Die ersten paar Wochen waren gar nciht einfach.
Allerdings habe ich ein ziemlich großes Problem. Meine Harnwegsinfekte heilen nicht ab. Fehler beim Katheterisieren sind ausgeschlossen (wurde mehrfach kontrolliert). Ich stopfe nur Antibiotika in mich rein und es kommt über nacht trotzdem wieder. Ich habe auch schon mehrfach im Krankenhaus verbracht, da meine Nieren die Entzündungen nicht ignoriert haben.
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Beitrag #8 von Lucky » 12 Sep 2005 23:08


Hallo danny,

ich will noch schnell auf Deinen letzten Beitrag antworten, auch wenn ich gleich vorwegschicken muß, daß ich natürlich kein Patentrezept gegen wiederkehrende Blasenentzündungen habe, leider nicht.

Seitdem ich mich selbständig katheterisiere (4 Jahre), hatte ich drei Blasenentzündungen.
Ein Erfolg, den ich persönlich meinem Reinigungswahn zuschreibe. Immer die Hände waschen, oder ein Desinfektionstuch (die nutze ich gern unterwegs) und immer Octenisept.

Außerdem trinke ich genug, und besonders gerne Kräutertee. Und wenn ich mal zu wenig trinke, dann kommt meine Frau ganz schnell mit der Apfelsaftflasche.
Trinkst Du genug?

Bei mir kam die Stomatherapeutin in der Anfangsphase mehrfach nach Hause. Wir haben mich dann gemeinsam katheterisiert und das gab mir wirklich viel Sicherheit, so daß ich mich dann relativ schnell alleine traute und schon beruhigt war, wenn Sie nur in der Nähe war.

Über der Arbeit an der bereits erwähnten ISK-Lern-CD habe ich auch einiges zu Frauen und ISK gelernt und ein Punkt scheint mir hier besonders schwierig zu sein.
Öffnest Du den Katheter mit dem Mund? Das ist recht schweirig, oder?

Na ja, mehr fällt mir auch nicht ein. Aber Kräutertee (reichlich) ist gut.
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Beitrag #9 von danny » 13 Sep 2005 01:59


yep, ich trinke genug (laut Krankenhaus trinke ich zuviel), ich desinfiziere die Hände mit Sterilium, reinige den Intimbereich mit Kochsalzlösung und Kompresse vor, desinfiziere mit Octenisept den Intimbereich, halte auch die EInwirkzeit ein, benutze einen Spiegel (also, ich treffe wirklich den EIngang), ich berühre mit NICHTS dem Katheter (sonst gibt es einen neuen)... Sogar nachts katheterisiere ich zwei mal, damit sich der Urin nicht zu lange in der Blase sammelt. Insgesamt kathetersiere ich 7 mal.
Zusätzlich zu den normalen Getränken trinke ich Cranberry-Saft, was ja eigentlich helfen sollte. Ich hatte schon porphylaktische Dauerantibiosen und habe sogar unter diesen Antibiosen Infekte bekommen. Grüner Tee soll prophylaktisch wirken. Ich trinke aber meist Apfelsaftschorle (und zwar bis 7 liter!).
Es versteht niemandn woher die Infekte kommen. Ich weiß auch gar nicht, ob sie überhaupt wieder kommen oder nie abheilen...es also immer noch der erste Infekt ist.
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Beitrag #10 von nikki » 13 Sep 2005 02:13


Hi Danny,
ich habe gerade dein posting gelesen und da schreibst du, dass du bis zu 7/ in worten SIEBEN) liter trinkst. also sei mir nicht böse aber ich denke das geht gar nicht und warum soll es soviel sein??? hast du ständig durst?? dann lass dich umgehend auf diabetes untersuchen, denn wer so viel trinkt ist normalerweise ein nicht erkannter diabetiker. und nehm das bitte ernst: wenn der test negativ ist , dann ist ja alles oki aber wenn nicht dann wird es höchste zeit
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