Badebekleidung

Hier könnt ihr alles über die übrigen Hilfsmittel, wie zum Beispiel Betteinlagen, PVC-Schutzhosen, Bodys usw.... erfahren und auch euere Meinungen dazu schreiben.

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Badebekleidung

Beitrag #1 von Kalle » 10 Aug 2004 08:14


Hallo und Hilfe!!

Ich leide seit 2 1/2 Jahren an einer Dranginkontinenz. Ich hatte mir jetzt vom Arzt ein Rezept ausstellen lassen für eine Inkontinenzbadehose. Mein Sanitätshaus hat dies bei der TKK eingereicht. Ich habe von denen einen Brief bekommen, das die Bewilligung abgelehnt wurde.
:aerger: :aerger:
Begründung : Es gebe keine Wassertherapiemassnahmen für mich. Gibt es in der Hinsicht etwas, das ich sie trotzdem bewilligt bekomme?
Meine Zweite Frage ist : Ich bin ein leidenschaftlicher Taucher. :lach:
Kann ich trotz meiner Erkrankung meinem Hobby wieder nachgehen? Hat einer damit schon Erfahrungen?
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Beitrag #2 von Helmut » 10 Aug 2004 10:36


Hallo Kalle,

es ist Richtig, daß die gesetzlichen Krankenkassen nicht in jedem Fall die Inkontenzbadehosen zahlen müssen. Wenn du diese Hose nur zu deinem privaten Vergnügen benötigst dann müssen die Kassen nicht zahlen. Als Gesunder kannst du dir ja auch nicht deine Badebekleidung von der Kasse zahlen lassen. Anders sieht es da aus, wenn der Arzt dir zum Beispiel eine Bewegungstherapie im Wasser verordnet, dann können die Krankenkassen einen Zuschuß gewähren. Übrigens müssen sie dir nicht den vollen Betrag bezahlen, sie können den Betrag die eine normale hochwertige Badebekleidung kostet, vom Zuschuß abziehen.

Damit du auch die Handlungsgrundlage siehst, wonach die gesetzlichen Krankenkassen arbeiten, habe ich dir einen Ausschnitt aus der Bekanntmachung des Hilfsmittelverzeichnisses hier einmal herausgesucht, den dich betreffenden Absatz habe ich Blau markiert:

Bekanntmachung
des
Hilfsmittelverzeichnisses
Produktgruppe 15 Inkontinenzhilfen
Vom 16. Dezember 2003


[....]
Leistungspflicht der GKV:

Die Verordnung von Inkontinenzhilfen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung kommt dann in Betracht, wenn eine mindestens mittelgradige (100 ml in 4 Stunden) Harn und/oder Stuhlinkontinenz vorliegt und der Einsatz der Inkontinenzhilfen

 medizinisch indiziert und
 im Einzelfall erforderlich ist und
 den Versicherten in die Lage versetzt, Grundbedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen.

Vorlagen, die der Hygiene dienen (i.S. der Monatsbinden) und der Aufnahme geringer Ausscheidungsmengen, gelten nicht als Inkontinenzhilfen. Sie dienen mehr einem persönlichen Sicherheitsbedürfnis, dessen Befriedigung evtl. die Einleitung einer gezielten Diagnostik und Therapie verhindert oder verzögert. Sie dienen im übrigen eher dem Schutz der Kleidung, da bei geringen Urinmengen sekundäre Hautveränderungen nicht zu erwarten sind.

Penistaschen verfügen ebenfalls nur über eine zu geringe Saugleistung und stellen daher keine adäquate Inkontinenzversorgung dar. Die Notwendigkeit einer Inkontinenzversorgung sollte in regelmäßigen Abständen (3 - 6 Monate) vom behandelnden Arzt oder dem Medizinischen Dienst überprüft werden. Dies ist erforderlich, damit es nicht zu einer routinemäßigen Hilfsmittelversorgung beim einzelnen Patienten kommt. Insbesondere bei einer über einen längeren Zeitraum notwendigen Versorgung mit Inkontinenzhilfen sind unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebotes des § 12 SGB V alle in Frage kommenden Einsparmöglichkeiten (z.B. Direktbezug) zu nutzen.

Ausschließlich der Erleichterung hygienischer und pflegerischer Maßnahmen dienende Produkte begründen keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn aufgrund des körperlichen oder geistigen Zustands dauernde Bettlägerigkeit vorliegt und Inkontinenzhilfen allein aus hygienischen oder pflegerischen Gesichtspunkten zum Einsatz kommen.

Da Krankenunterlagen nicht körpernah (direkt am Ausscheidungsort) wirken, können sie nicht der Produktgruppe "Inkontinenzhilfen" zugeordnet werden. Die Voraussetzungen für eine Verordnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung sind in der Produktgruppe "Krankenpflegeartikel" definiert.

Es entspricht durchaus der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Kinder bis zum dritten Lebensjahr mit Windeln versorgt werden. Daher besteht für aufsaugende Inkontinenzhilfen grundsätzlich bis zu diesem Lebensalter keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung.

Versorgungssets für die ableitende Inkontinenzversorgung sind dann zu Lasten der GKV verordnungsfähig, wenn das Set aus zugelassenen Produkten besteht. Für die Abrechnung sind die Pos.-Nr. der zugelassenen Einzelprodukte anzugeben. Nicht zugelassene Teile eines Sets können nicht zu Lasten der GKV verordnet werden.

Eine Leistungspflicht der GKV im Rahmen einer Schwangerschaftsverhütung mit Pessaren ist nicht gegeben. Weiter besteht nur eine Leistungspflicht der GKV für Pessare, die von der Patientin selbstständig wieder entfernt, gereinigt und neu eingesetzt werden können. Produkte, die ausschließlich vom Arzt angelegt oder in den Körper eingeführt werden, sind keine Hilfsmittel im Sinne des § 33 SGB V. Da die Erstanlage und der Wechsel der suprapubischen Katheter zwingend durch den Arzt durchgeführt werden muss, erfolgt keine Aufnahme von suprapubischen Kathetern in diese Produktgruppe.

Ein Zuschuss zu Wassertherapiehosen kann dann gewährleistet werden, wenn derartige Produkte bei Inkontinenten für Übungsbehandlungen im Wasser oder zur Krankengymnastik im Bewegungsbad auf der Grundlage des § 32 SGB V benötigt werden. Eine ähnliche Bewertung ergibt sich für schulpflichtige inkontinente Kinder, die am Schwimmen im Rahmen der Schulpflicht teilnehmen. Die Höhe des Zuschusses ist individuell zu prüfen. Der Zuschuss kann unter der entsprechenden Abrechnungspositionsnummer abgerechnet werden.

Querverweise:
Krankenunterlagen: siehe PG 19 "Krankenpflegeartikel"
Urostomieversorgung: siehe PG 29 "Stomaartikel"
Elektrostimulationsgeräte bei Inkontinenz: siehe PG 09
"Elektrostimulationsgeräte"
Hysterophore: siehe PG 99 „Verschiedenes“
Siehe auch "Pflegehilfsmittelverzeichnis"
[....]

Bergisch Gladbach, den 16. Dezember 2003
AOK Bundesverband, Bonn-Bad Godesberg
BKK-Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Bundesknappschaft, Bochum
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg



Also um doch noch zumindestens einen Zuschuß zu bekommen, müßte dir der Arzt schon eine Bewegungstherapie verordnen, diese haben einen günstigen Einfluß auf die Beckenbodenmuskulatur. Nur bei einer reinen Dranginkontinenz bringt so eine Therapie eigentlich wenig bzw. nichts, da hier ja eine Überreaktion der Blase vorhanden ist.

Zu deiner zweiten Frage:
Natürlich kannst du mit einer Inkontinenz auch zum Tauchen gehen, sie stellt eigentlich kein Hindernis dar. In solchen Fällen wirst du aber auf sogenannte Trockentauchanzüge zurück greifen müssen, damit kein Wasser in den Anzug eindringt und die Windel sich vorzeitig vollsaugt. Auch eine gut sitzende Gummihose ist hierbei ratsam.

Ich habe schon öfter in Taucherforen davon gelesen, daß auch Gesunde bei längeren Tauchgängen mit Trockenanzug Windeln benützen. Hier gibt es auch unterschiedliche Meinungen, die einen vertreten die Sache mit den Windeln, die anderen lehnen es strikt ab und verweisen auf andere technische Hilfen im Tauchanzug.

Gruß Helmut :fleissig:
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Badebekleidung

Beitrag #3 von Kalle » 11 Aug 2004 10:22


Hallo Helmut

Vielen Dank für deine Antworten. Ich versuche mir dann eine Badehose zu besorgen.

Hast du oder ein Anderer vielleicht Internet-Adressen für unsere spezielle Badebekleidung.

Ich habe bis jetzt nur eine Adresse gefunden, die von der Fa. Buse. Von dieser Firma bekomme ich Informationsmaterial, das ich gerne hier in einem der Foren bereitstellen kann, wenn Interesse besteht.
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