Frauen, Beziehung, Sex - mit Stuhlinko kein Problem

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Beitrag #11 von eckhard11 » 04 Mär 2007 02:06


Nun denn,

ich habe mit keinem Wort gesagt, das Behinderte keine erotische Ausstrahlung besitzen oder sexy sein können.
Dies anzunehmen oder gar zu behaupten, wäre sicherlich äusserst dumm.
Und Askira hat dies auch nicht gesagt.
Er hat nur erwähnt, daß sich eine Windel bei einer - neuen, frischen - Beziehung störend auswirken würde.
Und da hat er mein vollstes Verständnis.

Allerdings sollte auch hier in dieser Diskussion unterschieden werden, von welche Behinderung überhaupt gesprochen wird.
Ich z.B. habe einen GdB von 80%, aufgrund eines Blasenkrebses, ich fühle mich aber in keiner Weise behindert, sondern durch die Inko und die fehlende Potenz nur gehindert.

Matti ist seit seiner Geburt schwerbehindert und Rollstuhlfahrer, sieht den Grundsatz dieser Diskussion ergo aus einem völlig anderen Gesichtfeld als z.B. ich, der erst mit 60 Jahren inko wurde, bis dahin völlig gesund und aktiv ( ich meine jetzt auch sexuell aktiv ) war und wenig ausgelassen hat.
Mein Vorteil war ( oder ist ) natürlich, daß nicht nur mein BMW bezahlt ist, sondern ich mir auch die Besuche in einer Disko ohne jede Einschränkung leisten könnte, wenn ich denn wollte.
( Aber leider, mein lieber Matti, haben weder BMW noch Geld einen Einfluss darauf , daß meine Potenz futsch ist. Und für mich war meine Potenz, auch hinsichtlich meines Selbstwertgefühles, wenn auch nicht übersteigert, aber doch recht wichtig, )

Ich will damit sagen, daß man die Aussagen in dieser Diskussion nicht gleichbedeutend nebeneinanderstellen kann, weil sie sich in ihrer Basis völlig voneinander unterscheiden.

Wir haben hier einen dreiundzwanzigjährigen jungen Mann, ( der übrigens seit seinem letzten Beitrag 2005 als “Demian” sehr viel dazugelernt hat, bravo, Askira ), welcher sich - zu recht - erst einmal austoben will, ohne das ihn seine Behinderung daran hindern soll.....
einen vierunddreissigjährigen, von Geburt an behinderten Rollstuhlfahrer, welcher naturgemäss hinsichtlich der Sexualität ganz andere Erfahrungen gemacht hat als....
der vierundfünfzigjährige Ingenieur, welcher vor sechs Jahren durch einen Unfall inko wurde, sich aber bis zu diesem Zeitpunkt niemals Gedanken über den heutigen Diskussionspunkt gemacht hat, genauso wenig wie der .....
zweiundfünfzigjährige Polizeibeamte, welcher ebenfalls erst im Sommer 2004 mit der plötzlich auftretenden Inko konfrontiert wurde, ergo bis dato ebenfalls ein ganz normales Ehe - bzw Liebesleben führte,
nicht zu vergessen den dreiundsechzigjährigen Unternehmer aus Hagen, welcher mit sechzig inko wurde und sich natürlich auch niemals vorher ( und auch nicht hinterher ) über diese Diskussionspunkte in irgendeiner Weise Gedanken gemacht hatte.

Alle haben ihre Wertvorstellungen von Liebe und Partnerschaft und Sexualität, welche sich aber nicht unbedingt decken müssen.
Daher sollten wir den Diskussionsteilnehmern doch zugestehen, dass der eine gern in der Disko ein junges Mädchen aufreisst, bei dem zweiten die Pflegerin ins Bett hüpft, dem dritten die Frau als Ärztin bei der Bewältigung behilflich ist, sich der vierte die körperlichen Vereinigung versagt, obwohl er dazu in der Lage wäre und der fünfte trotz seines biblischen Alters immer noch gern lange Beine unter kurzen Röcken anschaut.

Lasst uns also versuchen, nur unsere Standpunkte darzulegen und die anderen nicht unbedingt von der Richtigkeit des eigenen Standpunktes überzeugen zu wollen.

So werden wir sicherlich einen Konsens finden.

Noch ein Wort zu Mattis Anmerkung wegen der “Brautschau” :
Natürlich ist alle, Matti, aber auch alles nur eine “Bräutigam” - oder “Brautschau”.
Das Flanieren in entsprechendem Outfit auf der Kö in Düsseldorf oder in der Einkaufsstrasse einer Kleinstadt genauso wie die Besuche in der Disko, ( natürlich ebenfalls in entsprechender, wenn auch völlig anderer Kleidung ) sowie die “Kriegsbemalung” und die Betonung der körperlichen Vorzüge bei den weiblichen Wesen und das Zeigen des Erfolges durch Sportwagen, Maßanzug und Edeluhr bei den männlichen Probanden.
Alle zeigen : “Seht her, ich bin´s. Ich bin die/derjenige, die/den Du gesucht hast, denn ich bin schön, ( aufregend, smart, erfolgreich ), habe also bewiesen, daß ich geeignet bin, die beste Gene aufzunehmen/abzugeben”.
Jeder “Wonderbra” und all der schöne Damen - oder Herrenschmuck, selbst die gestylte Frisur sowie die gezupften Augenbrauen dienen ausschliesslich dazu, jemand anderen von den Vorzügen der eigenen Gene zu überzeugen.
Und wie wird diese Gene weitergegeben ? Na ? Na ????? Richtig !!!!!!!!!

Liebe und Partnerschaft und Sexualität und Treue und Verbundenheit und all diese moralischen, aber letztendlich anerzogenen Verhaltensweisen kommen hinterher.

Zuerst kommt der animalische, wilde, ungestüme, herrliche, wundervoll befreiende, körperliche Sex.......

Und da haben Behinderte nun mal eindeutig die schlechteren Karten.

Gruss
Eckhard
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eckhard11
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Beitrag #12 von Matti » 04 Mär 2007 11:17


Hallo,

ich kann mir vorstellen, dass sich einige, gerade hier im Forum, wieder ihre Händchen reiben, weil sie eine Diskussion nicht von einem Streitgespräch unterscheiden können. Nur um es einmal festzuhalten: Wir führen hier eine Diskussion und deren Wesen ist nun einmal häufig die Tatsache der unterschiedlichen Sichtweisen!

Wie Eckhard richtig feststellt ist meine Sichtweise aus der Situation „geboren“, dass ich mich mit diesem Thema, schon fast zwangsläufig, anders auseinandergesetzt habe, wie ein Mensch, welcher erst im laufe seines Lebens von einer Behinderung betroffen oder damit nie selbst in Berührung kommt. Ich kann von mir behaupten dass ich zu hohem soziales Engagement neige, welches sich nicht ausschließlich auf das Thema Inkontinenz beschränkt, sondern vor allem die Ursachen mit einbezieht.

‚Der behinderte Mensch’ oder ‚der Mensch mit einer Behinderung’ wird immer wieder zu
‚der oder die Behinderte’, wodurch Einzelne auf ihre Behinderung reduziert werden.
Diese Aussage findet sich auch in diesem Beitragsthema wieder. Behinderung wird noch immer, von weiten Teilen der Gesellschaft mit Leid, Schmerz, Abhängigkeit und letztendlichen dem Tod verbunden. Dass dem nicht so ist, erlebe ich an mir selbst und in einem breiten Umfeld von Menschen, welche man als „Behinderte“ bezeichnen würde. Deshalb differenziere ich die eigentlich unterschiedlichen Themen in diesen Beiträgen auch nicht so stark. Aus meiner Sicht hat das eine mit dem anderen zu tun.

Noch 1977 erschien ein Buch mit dem Titel ‚Sollen, können, dürfen Behinderte heiraten?’. Was ist denn das für eine Frage? Ersetzen wir mal das Wort ‚Behinderte’ durch ‚Menschen’: ‚Sollen,
können, dürfen Menschen heiraten?’ Diese Frage würde keiner stellen, aber was ist daraus zu
folgern? Sind Behinderte etwa keine Menschen? Es herrscht oftmals ein völlig falsches Bild von Menschen mit einer Behinderung. Deshalb kann ich es auch nicht nachvollziehen, wenn ich lese: „Wenn ich in jungen Jahren als gesunder, kräftiger, gutaussehender Mann eine Partnerin suche, dann würde ich doch den Deubel tun und mir eine Behinderte aussuchen.
Jeder, der etwas anderes erzählt, lügt.“

Ein Gesellschaftlicher Wandel hat sich nur bedingt vollzogen, so wurde z.B. aus der „Aktion Sorgenkind“ die „Aktion Mensch“, aus so mancher „Psychiatrie“ eine „Einrichtung für Soziales und Gesundheit“. Nun, gut Wortspielchen, die Einstellung hat sich allerdings selten geändert. Eine Psychiatrie wird auch heute noch, zumindest in vielen Köpfen, mit dem Begriff „Irrenanstalt“ assoziiert.

Sehen wir uns das Beispiel von Menschen mit Behinderungen im Fernsehen doch einmal etwas genauer an. Entweder werden sie als Abbild eines hilflosen, auf die Fürsorge des Sozialstaates angewiesenen Wesens dargestellt oder treten in Erscheinung, weil sie eine ungewöhnliche, meist sportliche Leistung (z. B. bei den Paralympics), erbracht haben. Beide Seiten polarisieren und entsprechen damit nicht im Entferntesten der Normalität des Alltags behinderter Menschen. Beide Tendenzen sind gleich weit weg vom Ziel einer zusammengehörenden Gesellschaft entfernt, indem sie entweder den Betroffenen auf ein erhöhtes Podest stellen oder umgekehrt außerhalb jeglicher sozialen Verpflichtung als ausschließlich Nehmende.

Selbstverständlich, oder zumindest ist es nicht verwunderlich, sehe ich als schwerbehinderter Mensch Dinge aus einer anderen Sicht.
Deshalb lese ich geschriebenes auch anders, als es der Verfasser, und davon bin ich überzeugt, gemeint hat.
Nehmen wir einmal die Aussage zu den Genen, welche ja möglichst gesund und prachtvoll sein sollen (müssen?)
Menschen mit Behinderungen wurden zu allen Zeiten als defizitär und ‚unnormal’ wahrgenommen und ihr Recht auf Leben wurde – nicht nur im Nationalsozialismus – (‚aktiv’) in Frage gestellt. Dass ein solches Denken nicht der Vergangenheit angehört, beweist uns beispielsweise die ‚Genforschungsdebatte’. Deshalb sehe ich eine solche Aussage auch aus einem anderen, ja beängstigendem Blickwinkel, wie gesagt auch wenn der Verfasser dies ganz anders gemeint hat.
Die Natur lässt nur den stärksten überleben, so ist es im Tierreich. Der Mensch entscheidet sich in dieser Beziehung gar nicht so stark vom Tier. Der Mensch besitzt nur die Fähigkeit soziales Verhalten zu entwickeln, welches allzu häufig allerdings mit Mitleid verwechselt wird.

Auch die Redewendung ‚an den Rollstuhl gefesselt’ vermittelt einen falschen Eindruck:
Viele auf den Rollstuhl angewiesene Personen verbinden mit ihrem Rollstuhl keine Einschränkung, sondern Mobilität – ein Leben ohne ihn, würde für sie erst recht eine Behinderung darstellen.

Ich möchte niemanden zwingen meine Standpunkte als die Seinigen annehmen zu müssen. Wenn ich zum Nachdenken anrege, währe ich schon glücklich.

Ich spreche auch niemanden ab, dass er die Schönheit und Erotik von Menschen mit Behinderung in Abrede stellt. Ich wollte nur darstellen das Menschen mit Behinderung eben nicht die „sexuellen Neutren“ sind, für welche sie häufig gehalten werden. Wenn mir so manche Rollstuhlfahrerin, auf den Bildern meines Links, als Fußgänger begegnet währe hätte sich so manches Gen (Trieb) bei mir bemerkbar gemacht. Und wenn dann noch das hinter der „Fassade“ passt, dann würde mich eine Windel zwischen ihren Beinen nun wirklich nicht stören.

Ich kenne einige Frauen die aktiven Rollstuhltanz betreiben. Tanz wird ja allgemein mit Erotik und Sinnlichkeit verbunden. Viele Frauen nutzen beim Rollstuhltanz eine Vorlage oder Windel, weil die extrem schnellen Bewegungen nicht selten zu einem Urinverlust führen. Ich würde die meisten nicht von meiner Bettkante schubsen.


Gruß

Matti
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Beitrag #13 von Askira » 04 Mär 2007 13:38


eckhard hat das sehr schon gesagt und ich kann dem nicht mehr viel hinzufügen.

Nur lediglich das hier immer wieder von inneren Werten gesprochen wird.

@Matti

Ein ernste Frage an dich. Angenommen du wärst gerade 25, keinen Rollstuhl und würdest nach außen so erscheinen, dass dich viele Frauen haben wollen.
Welche von folgenden Frauen würdest du nehmen:
a.) Eine Frau mit tollen inneren Werten, nach außen nicht unbedingt mein Geschmack - "aber ich zähle auf die inneren Werte"
b.) Eine nach außen hin sehr attraktive Frau, doch etwas naiv, kalt - "ich find es bessere, sie ist schön anzusehen, als das sie meinen Werten entspricht"
c.) Eine Frau, die nach außen hin durchaus attraktiv ist und auch freude am schminken hat, und "gerne schön fortgeht essen, auf Bällen oder ähnliches". Genauso hat sie golerant und die inneren Werte decken sich mit einem.


Wer sagt, das es Frauen wie c.) nicht gibt?
Ich zumindest wähle (bzw. wählte) c.) aus und werde auch immer danach gehen.

Ich finde numal ein Mensch der gerne Bilder sieht. Wenn ich könnte, würde ich gerne ein Auto fahren das optisch einem Nissan Z3 entspricht, aber als Motor einen VW Opel 2 hat. Sogar wenn dafür ein neues Auto auf den Markt kommt, das genau dem entspricht und jeder weiß, das es 40 PS sind. Mir gefällt das Design.
Genauso sieht auch meine Wohnung aus oder meine Kleidung. Keine Markenkleidung und billig und genauso ein wenig extravagant. Ich bekomme auch viel lob dafür.

So bin ich :)


PS: Ich bin ganz eckhards Meinung was die verschiedenen Standpunkte betrifft.

PPS: Matti, auch wenn du mit a.) Antworten wirst, oder vermutlich gar nicht wirklich eine auswählst, sondern einfach allemein Antworten wirs mit Argumenten wie "so grob kann man nicht einteilen" oder ähnlichem: Ich finde es ist sehr schwer etwas objektiv zu betrachten und zu sagen "Wäre ich anders, dann würde ich genauso handeln" - du würdest anders handeln.


---

Wie gesagt, jeder muss einfach zufrieden sein.

Ich wollte mit dem Thread zeigen, das es als Behinderter (Inko mit Analatresie, 2 Löcher im Herz von Geburt an, genauso eines im Zwerchfell -> 8 Narben am Oberkörper) genauso möglich ist Frauen nach seinem eigenen Geschmack zu bekommen. :-)



LG
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Beitrag #14 von eckhard11 » 04 Mär 2007 14:05


.... und genau hier wird jetzt doch die unterschiedliche Sichtweise bzw. Gewichtung verschiedener Elemente wie z.B. dem Rollstuhl präsent :
Natürlich ist für denjenigen, der ohne den Rollstuhl immobil ist, dieser Rollstuhl eine ungeheuer wichtige Einrichtung für ein selbstständiges Leben innerhalb unserer mobilen Gesellschaft, ermöglicht ihm dieser doch, seinen Körper an Orte zu bewegen, welche ihm ohne Rollstuhl nur äusserst schwer zu erreichen möglich wäre.

Der Nichtbehinderte sieht dies meiner Meinung nach aber ganz anders. Für ihn ist ein Rollstuhlfahrer “an den Rollstuhl gefesselt”, weil es diesem eben nicht möglich ist, einfach aufzustehen.
( Ich erlaube mir, diese These aus der Sicht eines Nichtbehinderten zu vertreten, da ich seit 63 Jahren ohne Rollstuhl bin und annehme, daß meine Sichtweise nicht aussergewöhnlich ist )

Als Nichtbehinderter mache ich mir in den seltensten Fällen Gedanken darüber, wie es einem Behinderten geht und/oder wie dieser mit seiner Behinderung fertig wird bzw. welche Hilfsmittel er für ein - zumindestens etwas - menschenwürdiges Leben braucht

Treffen sich ein Mantafahrer und ein Rollstuhlfahrer.
“Ey man, was macht Deine Kiste denn so in der Spitze ?”
“Na, wohl so um die sechs Stundenkilometer.”
“Boa ey, Mensch, da kannste doch auch laufen.”

Dieser kleine Gedankenaustausch mag zwar aus einer unteren Schublade kommen, zeigt aber auch sehr trefflich, was ich damit meine..

Entsprechend passen auch die Geschichten, welche der geneigte Leser hier findet :
ftopic930-0-asc-70.html ( Beitrag vom 28. Oktober 2005 )
oder hier :
ftopic930-0-asc-50.html ( übrigens ein Beitrag von Matti vom 07. Oktober 2005 )

Wie dem auch sei, letzten Endes ist alles eine Sache der Sichtweise.

Und seien wir doch mal ehrlich :
Was ist denn schon unsere “Behinderung”, das bisschen pinkeln oder kacken, gegen die Behinderungen, mit welchen sich andere Mitmenschen täglich auseinandersetzen müssen, seien es Querschnittgelähmte, beidseitig Armamputierte, Spastiker, Conterganopfer oder andere.
Soviele Windeln oder Bein-und Bettbeutel könnte ich gar nicht auf einmal tragen, als auch nur eine einzige Woche mit den ungeheuren Nachteilen dieser tatsächlich Behinderten tauschen zu wollen.

Übrigens, Matti, dieser Satz als “kräftiger, gutaussehender junger Mann”, welchen Du bereits zweimal zitiert hast, ist doch ein Allgemeinplatz, den ich nicht auf mich persönlich beziehe, schon allein deswegen nicht, weil ich in jungen Jahren aussah wie eine Schüppe Würmer.
Ich hätte ja genau so gut ( oder zugegebenermassen besser ) schreiben können :
Wenn man(n) in jungen Jahren als gesunder, kräftiger, gutaussehender Mann eine Partnerin sucht, dann würde man(n) doch den Deubel tun und sich eine Behinderte aussuchen.
Jeder, der etwas anderes erzählt, lügt.

Und schon erscheint diese Meinung in einem ganz anderen Licht, nicht wahr ?

Warum in aller Welt sollte diese Möglichkeit einem behinderten, kräftigen, gutaussehendem Manne ( oder natürlich einer entsprechenden Frau ) verweigert werden ?

Jeder Mensch, ob behindert oder nicht, hat das Recht, sich seinen Partner nach seinen Vorstellungen zu suchen, ob diese nun “innere Werte” oder “zügellosen Sex” bedeuten, hat andere gar nicht zu interessieren.

Aber “Suche” bedeutet eben auch “aussuchen”, hat jedoch mit einem Bazar weniger zu tun, oder ?
Wie heißt es schon in der Bibel : “Suchet, und ihr werdet finden. Gebet, und euch wird gegeben. Klopfet an, und euch wird aufgetan.”
Ergo wurde seinerzeit schon zur Suche aufgefordert, hi, hi......

Ich kann Askiras Argumentation ( die ich gerade gelesen habe, während ich diesen Beitrag schreibe ), gut verstehen.
Warum sollte er nicht versuchen, das Beste, was der Markt hergibt, für sich zu erlangen ??
( Bitte hänge Dich jetzt nicht an dem Wort “Markt” auf. Du weißt, daß ich “die Gesellschaft” meine !! )

Und hinsichtlich der Gene gibt es doch eh´ keine Diskussionen :
Meine Gene waren schon immer die Besten, hi, hi.....

Schönen Sonntag
Eckhard
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Beitrag #15 von Chris » 05 Mär 2007 10:23


Hallo Jürgen,

schade duss du oft mit solcher "Absoludität" schreibst, als wäre eine andere Entwicklung gar nicht möglich.

Wer sagt dir denn, dass deine "Einschränkung" sich bis an dein Lebensende fortsetzt ?? wer sagt, dass es nicht genau so, wie es "aus heiterem Himmel" gekommen ist, auch wieder weg geht. Also - woher weißt du heute, wie es dir morgen geht und ob diese Blockaden auch morgen noch bestehen. Wir - du und ich und viele Andere haben erlebt, wie schnell es oft geht, dass sich die Lebensumstände verändern. Hier wird oft von der Verschlechterung geschrieben, wenn sich etwas ganz intensiv zum Besseren wendet leider viel zu selten, aber es passiert doch auch.

Wir - also viele, die auf dieser Erde leben, neigen leider viel zu oft dazu, uns, mit unserem begrenzten Horizont, als das Maß aller Dinge zu sehen. Dabei vergessen wir ganz, dass wir aus uns heraus nichts sind. Ohne hier wilde Dinge aus der Religion heranzuziehen - der Mensch an sich und insbesondere allein auf sich gestellt vermag ganz wenig. Erst wenn ihm Kraft (von irgendwoher) zuwächst, dann kann er oft viel zu viel.

Was meine ich damit - wir sind in der Lage auf der einen Seite zu den nächsten Himmelskörpern zu fliegen, durch Technik vieles in der Natur zu beeinflussen, aber - bedenken wir die Folgen ?? können wir unsere Mitmenschen verstehen ?? oder noch viel wichtiger - verstehen wir uns selbst ??

Insofern - ich wünsche mir/uns die Gelassenheit zu erkennen, was ich verändern kann und die Geduld zu "ertragen", was ich nicht beinflussen oder ändern kann.

In diesem Sinne - machts gut

Chris
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