Berührungsängste/Tena Slip?

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Berührungsängste/Tena Slip?

Beitrag #1 von luca » 20 Nov 2007 10:13


Hallo miteinander,
habe ein kleines problem mit dem thema berührungsängste. ich bin mit meiner frau
seit mehreren jahren verheiratet und sie weiß um meine inkontinenzprobleme. bis
zum gestrigen gespräch mit meiner frau dachte ich, dass sie damit umgehen kann.
wir haben festgelegt zeiten fürs bad, haben schon tolle, schöne Urlaube miteinander verbracht....ich dachte, dass ich mir um solche sachen nie gedanken machen müßte.
Ich versuchte immer, den tagesablauf so normal zu gestalten, wie es in meinen augen geht,
kurz gesagt, meine probleme, die mit dieser sache passiern können, habe ich immer versucht, so von ihr fern zu halten, sodass ich sie nicht damit "belästigen" muss. Bsp.:
entsorgung der inko.-produkte, hautreizungen und was es sonst noch gibt. Mein bestreben
ist es, dass thema Inko nicht in den vordergrund zu schieben, sondern damit zu leben.
Um so mehr erstaunt es mich, dass meine Frau jetzt auf einmal probleme damit hat.
Früher war ein klaps auf den allerwertesten, oder "das raushelfen" aus dem slip (beim Sex)kein thema, heute sieht das ganz anderst aus. Im bezug auf dieses thema fragte ich meine
frau, was denn mit dem umgang des ehepartners passiert, wenn man wirklich an etwas
schlimmeres erkrankt? (zB. fehlende Brust/Brustkrebs oder fehlender Hoden/Hodenkrebs)
Wenn dann der ehepartner auch so reagiert, na dann viel spass. Meine frau antwortete zu
meinem ertaunen, dass dieses ja nicht so unangenehm für sie währe, wie ein Inko-slip.
Nun gut, nun meine frage an euch? Wie kann ich meiner frau diese "berührungsangst"
wieder nehmen? ich würde es mit einer humorvollen Situation versuchen, denn über "etwas"
zu lachen überwindet mit sicherheit diese kleine Barriere. Ich weiß nur noch nicht, wie ich es anstellen soll.

Gruß

luca
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Beitrag #2 von Struppi » 20 Nov 2007 16:51


Hallo Luca,

zunächst mal: Kopf hoch! Es gibt in jeder Beziehung Probleme verschiedenster Art, kann es angehen, dass Deine Frau die - ja jahrelang gut akzeptierte - Inko als Vorwand für eine ganz andere Problematik nimmt?

Meine Frau wußte von Beginn unserer Beziehung an, auf was sie sich mit mir eingelassen hatte... ich bin querschnittgelähmt und aufgrund weiterer Behinderungen/Einschränkungen nicht mal in der Lage, mir selbst zu behelfen. Trotzdem war das kein Problem für sie. Auch unser Sexualleben ist schön und erfüllend für uns beide.

Wie ich Deinen Zeilen entnehmen kann, war das offenbar bislang bei Euch auch so... was hat sich denn geändert, dass sie mit einem Mal solche Berührungsängste entwickelt hat? Ich würde Dir raten, ein offenes Gespräch zu suchen und sie freiheraus zu fragen, was sich ihrer Meinung nach geändert hat. Was ist es, was sie mit einem Mal so stört?

Vergiß da mal lieber ganz schnell das "Zwangs-Auseinandersetzen" mit der Thematik, auch Humor (den ich sonst auch sehr schätze) würde hier kaum weiterhelfen...

Du sagst ja selbst, dass die Inko ein normaler Teil Deines Lebens ist - das ist ja auch gut und wünschenswert so. Da würde mich die Reaktion Deiner Frau auch überraschen.

Ein ehrlicher Rat: Ihr müßt Euch zusammensetzen und über ihre Probleme reden.

Vielleicht ist es ja etwas ganz anderes, was wirklich im Busch ist.

Ich wünsche Euch auf alle Fälle alles Gute und das Ihr die Angelegenheit klären könnt!

Grüße

Struppi
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Berührungsangst, oder das ENDE der Liebe??

Beitrag #3 von klaro (+16.05.2008) » 20 Nov 2007 19:16


hallo Luca
ich sehe es auch wie Struppi und denke auhc eher, dass es nur jetzt *angeblich* an der Inko
liegt,
aber wirklich eigentlich es wohl ein andere Grund ist oder gibt, der euch zwei fast wie
voneinander trennt oder .. nicht zueinander findet.

zu deiner Inkontinenz im Profil steh, tags leich / nachts schwere inko

Was ich daraus mal schliesse, ohne dich zu kennen, dass es gar keine ärztliche Abklärung gab, resp. eine Diagnose dann auch

Kann das sein?

Wenn du so krampfhaft versucht hast, mit der Inkontinenz * einen so normalen Alltag wie es geht zu gestalten. ( stellst du sie ja erst recht in den Mittelpunkt)

deine Worte sind die_( ich kann immer noch nicht zittieren eintippen , sorry)
-----
Ich versuchte immer, den tagesablauf so normal zu gestalten, wie es in meinen augen geht,
kurz gesagt, meine probleme, die mit dieser sache passiern können, habe ich immer versucht, so von ihr fern zu halten, sodass ich sie nicht damit "belästigen" muss. Bsp.:
entsorgung der inko.-produkte, hautreizungen und was es sonst noch gibt. Mein bestreben
ist es, dass thema Inko nicht in den vordergrund zu schieben

------
Das ist doch normal das üblihce und auch richtig, dass du deine gebrauchten Produkte entspechend selber entsorgst.
Aber wenn ich lese, dass ihr sogar fixe Badezeiten abgemacht hat,etc.

dann stellt sich das Problem der Inkontinenz nicht in den Hintergrund.. sondern
im Vordergrund auf Platz 1 !! :idea:

Ich weiss nicht, mir wäre noch nie in den Sinn gekommen, den Tagesplan so zu planen, dass die Inkontinenz Platz hat. :?:

Ich mache den Tagesplan und dann pack ich entsprechende Reserve mit ein, oder zieh die passende Inko Produkte an.

ich denke echt auch, wenn ihr so doch einige Jahre verheiratet wart. dass es ECHT nicht am Thema Inkontinenz liegt.

Und mal ganz offen gesagt, ich hätte nach zig Ehejahren, wohl auch nicht immer mehr Lust, dir die Windeln aufzumachene, wenn ich was möchte. Denke da gehört auch ein Entgegenkommen deinerseits dazu.

-->Wann hast du die ärztliche Untersuchung denn gehabt??

-->Was wurde untersucht??

-->Was ist deine Diagnose, zum Thema Harninkontinenz??

Eine lustige Episode würd ich hierzu auch nicht ideal finden. Vielmehr der Schritt, deine Inkontinenz
ärztlich anzugehen. Falls du dies noch nicht hast.

Ich habe hier im Forum auch schon Männern in derselben Situation dies geschrieben.

" Oft geht eine Beziehung auseinander, aus zig Gründen, aber im Endeffekt wird einfach **ein Grund gesucht**,(und gefunden)
der wie ein Aufhängehaken dient, um etwas festzumachen oder abzuschliessen.
Auch Männern ohne Inkontinenz, passiert das, dort sind jeweilen andere Gründe dann der Aufhängehaken."

Wenn die Liebe nicht mehr stimmt, stimmts halt da unten auch nicht mehr.

Mehr dazu kann ich nicht sagen. Gruss klaro :fleissig:
---
mal was persönliches. ich bin geschieden. Ich ging also von meinem Mann weg, nach 15 Jahre Ehe.
Ich war inkontinent.. aber ich habe GENAU EINEN EINZIGEN Grund genannt, und hab ihn daran aufgehängt.

Ja, der reichte dann zur Scheidung.

Im Grunde genommen, wären es über 50 Gründe wohl gewesen, wäre ich ehrlicher gewesen oder hätte ich an alles gedacht.. aber ich hatte nur EINEN AUFHäNGEHAKEN gebraucht.
Verstehst du, was ich meine?

Empfindest du noch etwas für deine Frau? Liebe im Herzen??

und Sie??? für dich?? ich denke, diese Fragen, müssten geklärt werden.

schwieriges Thema , ich weiss. Und auch hier kann jeder eine andere Meinung dazu haben.
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klaro (+16.05.2008)
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Beitrag #4 von luca » 21 Nov 2007 09:51


Hallo klaro, hallo struppi,
zuerst einmal vielen vielen dank für Eure prompte Antwort. Ich finde gut, dass ich zwei
Meinungen von einer männl./sowie weibl. Person bekomme habe.
Ich möchte Euch kurz meine Beziehung zwischen meiner Frau und mir erläutern.
Meine Frau ist ein wunderbarer Mensch. Ich liebe sie noch heute so, wie am ersten Tag -
und ich bin mir nach dem gespräch sicher, dass es von Ihrer seite noch genaus so ist.
Zu meiner ärzlichen Diagnose möchte ich sagen, dass ich in guter Behandlung bin-näher möchte ich moment nicht darauf eingehen.
Ich glaub, ich habe mich in mancher bemerkung unglückl. ausgedrückt. Ich verlange nicht
von meiner frau, dass sie mir vor dem sex in irgendeinerweise aus dem slip helfen soll...
oder sonstiges. Wenn das geschehen ist, kam es immer freiwillig, ohne das ich es je angesprochen hätte. Und das zeichnet [i]unter anderem [/i]eine vertrauensvolle basis für
eine beruhigende, tolle ehe aus. Zu den fixen Badezeiten möchte ich sagen, dass
ich mich nicht verstecken will. Ich möchte nur, dass ein geregelter Ablauf eines morgentlichen
Aufstehens entsteht. Trotzdem, so bin ich der festen Überzeugung, möchte niemand
seinem Ehepartner jeden tag zumuten, nur mit einem "Slip um den Popo" im bad anzutreffen.
Ich meine, dass man sein gemeinsames leben mit diesem Problem in dieser hinsicht soweit beeinflussen kann, dass ein "normaler" tagesablauf für beide problemlos zu bewältigen ist.
Ich werde noch einmal ein Gespräch mit meiner frau suchen, ansätze bzw. tipps
habe ich von euch beiden ja bekommen.

Vieln dank noch mal !

Gruss

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Beitrag #5 von Die_Steffi » 21 Nov 2007 12:19


Hallo Luca,

ich denke es wäre gut, wenn ihr beiden mal zur Eheberatung geht. Deine Frau, so toll sie und die Ehe klingt hat da eine Bemerkung gemacht, die ich so nicht ignorieren würde.

Nach ein paar Jahren Ehe stört einen nun mal oft was am andern, das können ganz verschiedene Sachen sein. Manche Frauen hassen es, wenn ihr Mann morgens beim Müsli schmatzt, haben ihn aber ansonsten doch lieb.

Das Problem ist, dass wenn es die stört, ist es möglich, dass bei einem großen Ehekrach (den es in jeder guten Ehe gibt, ich bin auch sehr glücklich verheiratet) möglicherweise ein Kommentar von ihr geben könnte, der Dich verletzen würde.

Es ist besser, die Inontinenz als "ein Problem" statt "etwas, das nicht stimmt mit dir" anzusehen. Also sie praktisch als "Ding" als "Sache" zu sehen, völlig ohne Schuldzuweisungen. Eine Sache mit der ihr beiden umgehen müsst, woran ihr beide arbeiten könnt, und eine Lösung finden könnt.

Ich will jetzt nicht belehrend oder beleidigend klingen, es ist nur meine ehrliche Meinung und wär mein Rat.

Lass dich drücken und Kopf hoch :)

lg

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Beitrag #6 von luca » 21 Nov 2007 15:21


hallo steffi,
auch dir gleich ein danke schön für deine ehrliche meinung. Du hast die bemerkung mit
einem "verletzendem kommentar" gemacht. Würde im schlimmsten fall so eine bemerkung
fallen, würde ich sofort reagieren. Denn in meinen Augen spielt der ton in einer ehe bzw.
beziehung immer eine sehr entscheidende rolle für mich. ich habe da mal ein sprichwort gelesen, was für mich im alltag, berufsleben sowie in der Ehe und einer freundschaft immer
zählt. "Worte die mal gesagt sind, können wie schwerter sein, und nie zurückgenommen werden". Nach diesem motto leben wir auch in unserer ehe. Ich bin ein mensch, für den
harmonie, freude, humor, einfühlsam zu sein, zuhören bei problemen, treue....immer im vordergrund steht. Auch das wort "hassen" versuche ich so oft wie es geht, zu vermeiden, da es für mich ein sehr "hartes" wort ist. Ich mußte mich mit dem Problem der Inkontinenz
schon sehr lange auseinander setzen und bekomme das, bis auf ganz wenige tage im jahr,
eigentlich "prima" hin. Ich habe mein leben darauf abgestimmt und so meine frau kennengelernt. Meine Frau ist etwas jünger als ich, und wie du selber schreibst, erscheinen
vielleicht dinge, die in den ersten jahren einer ehe eine kleinere bedeutung gespielt haben,
später einer größeren bedeutung? Nur wie kann man dann dem "negativen" entgegenbeugen?
Ich möchte meiner Frau ja nicht sagen müssen: "Du hast mich so geheiratet, jetzt schaue, wie du damit zu recht kommst??!!" (Oder) ich versuche mir gerade vorzustellen,
dass ich mit meiner frau bei der "Ehe-beratung" sitze und die punkte angesprochen werden,
über die wir gerade schreiben. Kann solch ein "Berater" sich überhaupt in diese Situationen
hereinfühlen bzw. denken. Ich weiß es nicht, aber ich kann es mir nur sehr schlecht vorstellen. Und was mache ich, wenn meine frau diese beratung ablehnen würde, und beteuern würde, dass sonst nach ihren gesichtspunkten alles in der ehe ok ist und sie mich immer noch liebt, bzw. für sie dieses beratung unnötig währe?
Ich wiederhole mich noch einmal, aber ich glaube wirklich nicht, dass meine frau gerade
diesen punt als aufhänger für was anderes nimmt.
Nur, wie sollte ich, wenns doch so währe, dieses herausfinden, außer alleine mit ihr zu reden, reden, reden? Da ich meine Inko im freundschaftsbereich (bis auf ganz wenige) nicht angesprochen habe, kann ich von dieser seite auch keine unterstützung erwarten. Und ich glaube noch viel weniger, dass meine frau dieses thema je mit einer ihrer freundinen besprochen hat, da es ihr wahrscheinlich peinlich währe. (verstehe ich sie auch ein bisle,
wer spricht "gerne" über dieses thema, besonderst dann, wenn vielleicht noch unangenehme fragen von menschen kommen, die mit dem thema nicht vertraut sind)

Ich möchte doch nur eines wieder erreichen, dass meine frau mich wieder so nimmt, wie ich bin und das ich ihr nicht ein klotz am bein sein möchte. es ist ein merkwürdiges
gefühl, wenn auf einmal streicheleinheiten und berührungen (die für jeden wichtig sind) nur noch an den partien am körper stattfinden, die nicht zu der "problemzone" gehören. Auch
ein "eingepackter popo" gehört zum körper, und gerade dieser ist auch ein sehr empfindlicher
teil des menschen, der gerade in meinem fall auf einmal mit "nichtbeachtung" bestraft wird.
Denn oft entwickelt sich aus diesen angenehmen Berührungen mehr...und dieses ist leider
nicht mehr der fall, da meine frau nun berührungsängste mit den inko-produkten hat.
Und das geht mir nicht in den kopf, denn gibt es nicht dinge, die schlimmer und unangenehmer sind? Leider können anscheinend aber "nichtbetroffene" dieses nicht nachvollziehen, wie auch?
(entschuldigt meine Emotionen, aber ich mußte es jetzt einfach mal schreiben)

Nun ja,

ich danke euch und dir liebe steffi noch einmal,
mal sehen wie es weitergeht.

gruss

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Beitrag #7 von Die_Steffi » 21 Nov 2007 16:10


Ist schon schwierig in so einer Ehe, ich find's auch nicht immer einfach. Bevor du schon von vorn herein davon ausgehst, dass deine Frau keine Beratung will, würd ich erst mal fragen. Frauen sind da ganz anders als man denkt... manchmal... :o


Kann solch ein "Berater" sich überhaupt in diese Situationen
hereinfühlen bzw. denken. Ich weiß es nicht, aber ich kann es mir nur sehr schlecht vorstellen.


Das "Reinfühlen" ist gar nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist es, das Problem zu erkennen, zu definieren, zu verbalisieren, zu externalisieren. Dazu muss er nicht wissen wie sich das anfühlt. So viele Menschen mit so vielen Problemen gehen zu Beratern oder Therapeuten, die wissen nicht immer "wie sich das anfühlt" aber können trotzdem helfen. Vielleicht sagt sie ja, vielleicht auch nicht, dann musste eh umdenken.

Auch das wort "hassen" versuche ich so oft wie es geht, zu vermeiden, da es für mich ein sehr "hartes" wort ist.


Hab ich auch nicht so krass gemeint, du weißt ja was ich meine...

Meine Frau ist etwas jünger als ich, und wie du selber schreibst, erscheinen
vielleicht dinge, die in den ersten jahren einer ehe eine kleinere bedeutung gespielt haben,
später einer größeren bedeutung? Nur wie kann man dann dem "negativen" entgegenbeugen?


Erstmal musst du dir (nee, du musst gar nix, aber du weißt was ich meine) darüber klar werden, dass DU was von IHR willst. Nämlich die Scheu verlieren. Das ist DEIN Wunsch, nicht ihrer. Was ist denn deine Reaktion, wenn sie zeichen der Scheu zeigt?

Dann ignorierst du das Problem nicht, sondern sprichst es direkt an. Ohne Urteil, ohne Schuldzuweisung. Das Problem braucht Aufmerksamkeit.


Der nächste Schritt ist das Zuhören, und nicht unterbrechen. Wenn sie redet, dann lass sie und hör zu. Widerspreche ihren Gefühlen nicht (so wie: ist doch gar nicht so schlimm, andere Frauen kommen damit auch klar, usw, das würde ihre Gefühle negieren und sie hätte nicht das Gefühl, dass du auf ihrer Seite bist) sondern lass sie ausreden und akzeptiere sie so wie sie sind.

Um es ihr dann leichter zu machen, würde es helfen, ihre gefühle zu validieren. Das heißt, dass du sie wahrnimmst, benennst und akzeptierst. Sie ist nun mal kein Windelfreund (das ist auch gut so würd ich meinen) und hat da Scheu. Wenn dir ihre Unsicherheit auffällt, bei der nächsten Situation kannst du das machen. Ganz offen einfach deine Theorie über ihre Unsicherheit ansprechen und dann sagen, das ist auch in Ordnung so. Wenn man so als Frau seine Gefühle wahrgenommen bekommt und sie akzeptiert werden, dann ist da schon geholfen. Anstatt Sachen wie: "Andere Männer schlagen ihre Frauen, da bist du doch gut dran" würde ihre Gefühle negieren und das alles schlimmer machen.
Eher so rangehen wie: "Ich find das auch nicht schön. Ich kann dich völlig verstehen. Was denkst du was wir da machen können?"

Und dann fragst du sie, wie sie zu der Lösung des Problems (nicht deines Problems, DES Problems) beitragen kann, und was du beitragen kannst. Es ist ein Problem und nichts, was von irgend wem die Schuld ist.


Und jetzt noch ein nicht so offener Vorschlag, du kannst auch ab und zu Freunde, Bekannte, usw zur Sprache bringen (oder bringen lassen) wo die Männer ihre Frauen gar nicht gut behandeln, es wäre gut für sie zu sehen, dass sie wirklich gutes an dir hat.

Und noch was, versuch nicht immer so sehr zu überkompensieren. Du machst ja nichts falsch, Du hast dir nichts vorzuwerfen. Wenn du ständig ängstlich bist, dass sie dich nicht mehr liebt, dass sie dich verlässt, etc, dann katapultiert sie das in die totale Machtposition. Das geht auch nicht. Du bist immer noch der Mann, genau so wichtig und genau gut wie jeder andere. Sie sollte auch wissen, dass andere Frauen an dir auch interessiert sein würden. das ist bei Männern mit Inko oft schwer, die denken keiner will sie und klammern an der Frau die sie haben, der Frau ist das gar nicht lieb.

Soweit jedenfalls von mir... sorry fürs Schwafeln, lass es dir gutgehen und ich hoffe es wird alles wieder :-)
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Berührungsängste/Tena Slip

Beitrag #8 von luca » 21 Nov 2007 17:00


Hi steffi,
ich habe deine Antwort mit großer interesse gelesen. Doch bin ich der Meinung, dass
du mich als mensch falsch einschätzt. "Ich suche" das gespräch mit meiner frau,
ich frage sie, wie dieses problem entstanden ist und wie ich es ihr ermöglichen kann,
es zu vereinfachen. Meine frau hat immer die möglichkeit, ihre wünsche, gefühle ohne
unterbrechungen meinerseits zu äußern. Auch halte ich ihr nicht vor, dass andere
frauen viel schlimmere ehemänner und probleme habe, da ich das nur beurteilen
könnte, wenn ich selber (entschuldige) so ein "arsch" währe. Für mich ist meine sache
mit der Inko und meiner ehe das wesentliche. Hier versuche ich, harmonie und zufriedenheit... so gut wie es halt geht, in die ehe einzubringen und zu bewahren.
Entschuldige, dass ich jetzt gereizt wirke, aber entweder habe ich deine letzte antwort nicht verstanden, oder du die meinige nicht. Ich will nicht jammern oder hilflos wirken, aber
ich bin auch nur ein mensch und diese sache beschäftigt mich und ich nehme sie ernst.
(kurz noch ein wort zu dem "Windelfreund") Währe meine frau ein WINDELFREUND, würde
ich mir wohl nicht die finger wundschreiben und ich hätte ein "TOLLES LEBEN"

meine frau kommt jetzt nachhause ich mache jetzt schluß

danke

luca

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nur in der Firma arbeiten.)
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Beitrag #9 von Die_Steffi » 21 Nov 2007 20:50


Hi Luca, wollte dich nicht reizen, war gar nicht so gemeint. Ist ja klar, dass du das Gespaech mit deiner Frau suchst, ich dachte nur du wolltest fragen wie das am besten zu machen waere.

Wollte Dir ja nicht auf den Schlips treten :oops:

Ich kenn dich doch nicht als Mensch, da kann ich dich weder falsch nich richtig einschaetzen, sondern nur Rat geben, wie man an ein Problemgespraech rangehen kann, aber du weisst sicher am besten wie du das bewerkstelligen kannst.

Noch mal zu dem Windelliebhaber Kommentar. Ich faende es nicht schoen, wenn mein Mann sich von der Inko sexuell erregt fuehlen wuerde, dann haette ich schon lieber, dass er es as Problem sieht. Aber vieleicht steh ich mit der Meinung auch alleine da, was weiss ich.

Ach ja, negieren und validieren kann man ja in verneinen und bestaetigen umaendern :wink:
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Beitrag #10 von Gunnar » 21 Nov 2007 21:55


Hallo zusammen,
ich bin eigentlich nur ein stiller Mitleser und schreibe nur ganz selten was, aber die Probleme mit der (Noch-)Ehefrau kommen mir schon bekannt vor.
Seit ich krankheitsbedingt (MS) auf Windeln angewiesen bin reagierte sie auf Berührungen eher ablehnend, Umarmungen ja, aber darüber hinaus nichts mehr. Ein Intimleben fand nicht mehr statt. Nach meiner Einschätzung wäre ein gewindelter Partner im Bett für sie auf Dauer unzumutbar gewesen.

Viele Grüße
Gunnar
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