Inkontinenz! - Partnerschaft?

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Inkontinenz! - Partnerschaft?

Beitrag #1 von bernhard » 18 Aug 2003 20:33


:halloall:
Bin eigentlich neu hier auf dieser hp, freue mich aber diese seriöse Seite gefunden zu haben :lach: !!! Gratulation an die macher :laola:

Kurz meine Vorgeschichte: Vor 3 Jahren kletterunfall (wie es sich eben für einen Schluchtenkacker :D gehört). Schwerste Verletzungen unter anderem Wirbelbruch (gottseidank keine Querschnittslähmung), Becken zertrümmert, dadurch Harnblase bzw. deren Schließmuskel beschädigt. Das übliche dann, langer Krankenhausaufenthalt und Reha. Damals war meine Freundin eine wirkliche unterstützung, bin ihr dafür noch immer dankbar.
Habe mich soweit von den Folgen ganz gut erholt, doch blieb eben diese verd... inko :evil: über. War für meine damalige Freundin aber kein Problem. Auf jeden Fall sind wir jetzt seit kurzem getrennt, und ich mache mir seit dieser Zeit natürlich wieder gedanken betreffend einer neuen Partnerin. Je länger ich überlege desto auswegloser erscheint mir meine situation. Habe schon eure beiträge zu diesem thema gelesen, waren auch gute ratschläge dabei.
Doch ich bin mit der derzeitigen situation irgendwie überfordert. 1. ich bin nicht der offensive typ bei frauen, obwohl ich eigentlich immer kontaktfreudig bin. Klingt jetzt vielleicht eingebildet, doch hatte ich mit der suche nach einer neuen partnerin nie probleme, da ich anscheinend bei den mädchen immer gut ankam.
2. Habe früher nie den ersten schritt gemacht, wahrscheinlich aus Angst vor einem Korb. Konnte schon damals nicht über meinen Schatten springen, wie soll dies nun mit meiner Inko gehen? Habe Angst wirklich verletzt zu werden. Oder vielleicht doch der sprung ins kalte wasser (man muß erwähnen, daß wirklich nur wenige von meiner inko wissen)? fragen über fragen :aerger: ! Ich habe auch z.B. eine freundin die ich schon sehr lang kenne und mit der ich mich wirklich gut verstehe. Aber nicht mal ihr kann ich es ihr sagen, da ich angst habe, daß sie sich zurückzieht und die Freundschaft in die Brüche geht.

Im großen und ganzen sind diese Probleme wahrscheinlich vielen von euch bekannt. Würde mich über antworten freuen, wenn keine kommen auch nicht schlimm, wollte einfach mich mal bei euch melden und meine Meinung zu diesem thema schreiben.

:sm13: Bernhard

PS: Ich hoffe, daß ich nicht zuviele smilies verwendet habe :mrgreen: :elefant: :huepf: :pp: :!: :!: :!:
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Beitrag #2 von der Blinki » 19 Aug 2003 14:45


Hallo Bernhard.

Nicht das die Inkontinenz das Schlimmste wäre, es kommen leider auch noch die Propleme mit der Gesellschaft dazu.
Leider zählt das Thema Partnerschaft auch dazu.

Ich selber habe mit meiner Inkontinenz immer hinter den Berg gehalten,( außer meiner Frau und meiner Familie wußte es keiner ) und habe dabei imer den falschen Schritt unternommen.
Im ersten Moment war alles super , nur wenn mir dann ein Missgeschick passiert ist und es dann auffällt kommt mann in echte Bedrängnis es zu erklären.

Ich habe auch eine lange Zeit gebraucht um aus meinen Schneckenhaus herauszukommen.

Du hast mit deiner Inkontinenz auch so schon genug zu tun , da mußt du dir es nicht noch schwerer machen , wenn du dich selber verückt machst.

Du mußt ja nun nicht beim ersten Date gleich deinen Gegenüber mit der Nase darauf stoßen das du an einer Inkontinenz leidest.

Aus nmeiner eigener Erfahrung weiss ich selber das es ein weiter Weg ist bis die Inkontinenz in einer Partnerschaft so eingegliedert ist, das mann frei und unbefangen mit seinen Gegenüber kommunizieren kann.

Lasse den Kopf nicht hängen .
ch sage immer für jeden Topf giebt es den passenden Deckel.
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Inko und Partnerschaft

Beitrag #3 von Chris » 19 Aug 2003 17:44


Hallo Bernhard,

zu Thema Partnerschaft habe ich ich so einige Erfahrungen gemacht - zum Glück bisher nur positive!!!! Also, ich kannte meine Lebensgefährtin schon, als mein Unfall passierte. In der Folge hatte ich die üblichen Probleme, dass ich erst einmal selbst mit den Folgen, insbesondere der Stuhlinko, klar kommen mußte. Es hat sich für mich gezeigt, dass ein sehr offener Umgang mit der Tatsache, dass ich inkontinent bin, das Beste ist. Ich bin selbständig in der EDV Branche und wenn dort Stress auf mich zu kommt, dann kann es schon mal einen Unfall geben. Wenn der Kunde oder die Mitarbeiter, die in meiner Nähe sind, dann nicht informiert sind, kann das sehr peinlich werden. So gehe ich sehr offensiv mit den Tatsachen um und informiere die Leute, nicht beim ersten Kontakt, aber sobald klar ist, dass es nicht bei einem Kundenbesuch bleiben wird und ich habe bisher sehr viel Verständnis gefunden.

So nun aber zum eigentlichen Punkt - Inkontinenz ist eine Einschränkung, die jeden treffen kann. Jeder war in seinem Leben schon inkontinet (na klar, als Baby) und sehr viele werden im Alter wieder mit diesen Problemen zu tun haben. Daher ist, oder besser sollte es für jeden klar sein, dass Inkontinenz nichts mit der Persönlichkeit des Betroffenen zu tun hat. Wenn du in der Vergangenheit keine Schwierigkeiten hattest, eine Partnerin zu finden, so liegt heute das Problem vermutlich auch eher bei dir und deiner Einstellung zu dir mit der Inko! Versuche, die Inkontinenz als etwas zu sehen, das zu dir gehört und sei dem Schöpfer dankbar, dass du "so gut" davongekommen bist. Ich bin sicher, wenn du zu dir und deinem Leben, eine positive Einstellung nach außen tragen kannst, löst sich die Frage einer Partnerin von allein. Partnerschaft heißt doch - alles im Leben zu teilen, in guten wie in schlechten Tagen - wenn diese Voraussetzung gegeben ist, dann tritt die kleine Einschränkung Inko in den Hintergrund.

Viel Glück und Kraft wünsche ich dir für die Zukunft

Chris
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Das ist kein Problem..

Beitrag #4 von Regenmacher » 20 Aug 2003 01:49


Hallo Chris,

erst einmal Herzlichen Glückwunsch für dein Glück im Unglück. Mir erging es mit dem (Un-)Glücksfall ähnlich (nur im Auto), aber ich war damals single. Also stellte ich mich auf ein Leben ohne Frau ein - ein trostloser Gedanke, aber meine Angst vor Ablehnung war größer, als meine Sehnsucht nach einer Frau.

Dann, als ich schon 5 Jahre ein Einsiedlerdasein geführt hatte, kam es iwe ein Blitz aus heiterem Himmel und heute bin ich glücklich verheiratet.

Meine unnbewusste Strategie: Ich bin ich und nicht die Inkontinenz. Wenn du einen chronisch vereiterten Zehennagel hast, gehst du ja auch nicht auf Partnersuche mit einem T-Shirt, wo draufsteht, was du hast. Wieso machen das dann Inkontinente mental?

Wir lernten uns ganz normal kennen und erst, als wir zusammengezogen sind, musste ich es ihr ja sagen. Die Geschichte findest du im Bereich Selbsthilfe -> Hilfe zur Selbsthilfe -> Inkontinenz und Partnerschaft.

Sei einfach du selbst und du wirst feststellen, daß Inkontinenz nur eine Organisationsfrage ist, kein Hinderungsgrund für eine Partnerschaft. Wenn deine Freundin damit ein echtes Problem hat, dann hat sie dich nicht wirklich geliebt!

Also, Kopf hoch und durch, du wirst das schon schaffen!

Gruß Marco
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Beitrag #5 von der Blinki » 21 Aug 2003 20:15


Hallo Chris.

Wie du an den anderen Statements sehen kannst , haben viele Inkontinente die selben Propleme wie du gehabt , und haben es auch geschafft damit klar zu kommen.
Nicht nur das sie haben auch eine Partnerin gefunden.

Also Kopf hoch und nicht entmutigen lassen.

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Es geht aus anders

Beitrag #6 von ijanda » 12 Dez 2003 20:12


Hallo Leidensgenossen

Ich bin - wie einige evtl. wissen - auf Grund eines Unfalls seit meinem 12ten Lj. Blaseninko - somit jetzt also seit 29 Jahren. Ich habe meine jetzige Frau mit 24 Jahren kennengelernt. Es war "Liebe auf dem zweiten Blick" - auf einen Gewerkschaftseminar.

Ich habe ihr natürlich von Anfang an gesagt "was Sache" ist.

Wir hatten damlas aber ein ganz anderes Problem - ich war aus Hamburg und Sie aus Weiden/Bayern - also locker 850 km entfernt.

Sie ist erstaunlicher Weise von Anfang an mit meinem Problem extrem locker umgegangen - so nach dem Motto "Naja es ist halt eben so" . Ich selber hatte vermutlich vesentlich mehr Hemmungen und Probleme mit der Situation.

Wir hatten im Oktober unseren 19ten Hochzeitstag und habe inzwischen zwei Kinder im ALter von 12 + 14 Jahren.

Natürlich bin ich überglücklich, das ich solch eine Frau gefunden habe und mir ist durchaus bekannt, das es fast wie ein Sechser im Lotto ist - aber mit Liebe und Zuneigung ist es möglich. Inko ist ja im Vergleich mit anderen Behinderungen eher ein zu ertragenes Schicksal. Gerade diejenige die durch einen Unfall inko geworden sind wissen, das sie meist um haaresbreite an einer Querschnittslähmung vorbeigerutscht sind. Mit diesen Bewusstsein komme ich auch in Situationen in denen ich "alles Sche..." finde gut hinweg und halte mir vor Augen: Es hätte viel Schlimmer kommen können"

In diesem Sinne


mfg

Ingo
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Kopf hoch an alle die noch "Beichten müssen!"

Beitrag #7 von Malcolm » 13 Dez 2003 14:59


Ich habe meine jetzige Freundin in der Schule kennengelernt und wir sind jetzt immernoch glücklich zusammen. In meinem Fall fand ich es sehr schrecklich das ganze Thema vor ihr verbergen zu müssen, weil ich evtl. dadurch auch ein wenig abweisend gewirkt haben mag - hat sie aber nicht abgeschreckt. Irgendwann habe ich allen Mut zusammen genommen, den ich irgendwie in mir finden konnte und habe ihr von meiner Inkontinenz und den Windeln erzählt. Sie hat mir erstaunlich - für mein empfinden - ruhig und gelassen zugehört und war auch danach nicht irgendwie von mir abgeneigt. Für mich war das eine unheimliche Befreiung nicht mehr damit vor den Berg halten zu müssen. Es weiß zwar trotz meiner Offenheit zu ihr nur mein bester Freund, meine Freundin und die engere Familie davon.
Meine größte Sorge war damals, das sie mich verlassen könnte und evtl. nicht "dicht hält". Zum Gück ist keines davon eingetreten.
Ich habe ihr nach etwa 3 Monaten davon erzählt.

Ich kann allen nur raten, es zu erzählen, denn sonst kommt es irgendwann vielleicht durch einen dummen Zufall heraus. Es ist eine große Belastung für einen Selbst und es könnte auch als ein Vertrauensbeweis genutzt werden. Den richtigen Zeitpunkt müsstet ihr aber selber wählen. Zu früh und zu spät ist beides nicht gut.

Viel Glück euch!!!

Malcolm
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Abends im Bett

Beitrag #8 von rolfi » 22 Dez 2003 18:36


Ich habe eine vielleicht etwas heikle Frage.
wenn ich abends mit meiner Frau ins Bett gehe, ziehe ich gezwungenermassen ja meine Windeln und PVC Hosen an.
Nun unser Probelm wenn ich mit dem "Windelpack" wie meine Frau sagt ins Bett komme möchte sie nicht zu nahe an mich rankomen wegen den Windeln.
Ich möchte aber trotzdem was mit ihr machen, und dann muss ich vorher die Windeln ausziehen und danach wiederanziehen was dann sehr deprimierend ist. :oops:
Hat irgendjemand auch die gleichen oder ähnliche "sörgeli"??
Es Grüessli

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