Partnerschaft

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Beitrag #1 von Günther » 05 Jan 2009 18:21


Hallo!

Ich bin ganz neu hier und sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben.

Zu meinem Problem: Ich bin Bettnässer und hatte mit meinen mittlerweile 38 Jahren noch keine "richtige" Partnerschaft. Genauer: Ich hatte noch nie Sex (ja, Ihr lest richtig :( ). An sich bin ich ein kontaktfreudiger Mensch, und lockere Beziehungen gab es im Laufe der Zeit einige, doch immer, wenn es ernst zu werden drohte, verließ mich der Mut und ich zog mich zurück.

Auch ich trage nachts Windeln, wobei ich mich allerdings nicht jede Nacht entleere, etwa 2 bis 3 mal die Woche. Medizinisch ist nichts zu machen. Psychologische Hilfe habe ich auch schon erfolglos in Anspruch genommen, es bringt alles nichts, wenn ich an dem gewissen Punkt angelangt bin, blockiere ich innerlich. Mir ist mein Problem einfach zu peinlich.

Ich weiß, daß ich mir mit meinen Hemmungen mein ganzes Leben ruiniere. Früher hatte ich mal vor, eine Familie zu gründen. Mittlerweile sehne ich mich einfach nur noch nach einer ganz normalen, harmonischen Partnerschaft (zu der gemeinsames Übernachten und Sex nun mal dazugehören). Zu den Hemmungen wegen des Bettnässens kommen seit einiger Zeit auch noch Hemmungen hinzu, "es" nicht zu können, da ich über keinerlei Erfahrungen verfüge. Welche Frau nimmt schon eine 38jährige Jungfrau, die noch dazu Windeln im Bett trägt? Nee, geht gar nicht. Never.

Irgendwie habe ich den Zeitpunkt verpaßt, mich zu überwinden und zu dem Problem zu stehen. In dieser Hinsicht bin ich hier bestimmt ein Extremfall. Denn wie ich beim Überfliegen einiger Beiträge gelesen habe, schließen sich Inkontinenz und eine glückliche Partnerschaft nicht unbedingt aus.

Das war´s für´s Erste von mir.

Gruß, Günther
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Beitrag #2 von ela » 05 Jan 2009 18:32


Hallo Günther,
erstmal herzlich willkommen im Forum,
du darfst auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, mit Glück kommt auch der passende Deckel zu deinen Topf. :fleissig: :shock: :idea:
gruß ela
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Beitrag #3 von Günther » 05 Jan 2009 20:01


Danke für die nette Begrüßung.

Aber darum geht´s nicht. Wenn ein passender Deckel in Sicht ist, will der Topf nicht mehr kochen, um es mal genauso bildlich auszudrücken.

Gruß, Günther
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Beitrag #4 von ela » 06 Jan 2009 07:20


muss du eben die flamme neu entfachen :lach:
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Inko und Partnerschaft

Beitrag #5 von Kühlein » 06 Jan 2009 12:00


Hallo Günther,

Dein Beitrag hat mich sehr überrascht - da bin ich schon ehrlich - und auch in gewisser Weise betroffen gemacht.
Ein "Patentrezept" habe ich natürlich auch nicht für Dich parat.

Dass Du noch nie Sex hattest, ist außergewöhnlich. Aber denke bitte niemals (!!!), Du wärest "unnormal". Denn: WER definiert denn eigentlich, WAS "NORMAL" ist???

Trotzdem möchte ich Dir einiges an Anregungen mit auf den Weg geben:

Du schreibst, Du hast psychologische Hilfe in Anspruch genommen und an einem bestimmten Punkt "blockiert".
Keine Psychotherapie ist erfolgreich, wenn ein Patient "blockt" oder sich innerlich wehrt.
Für Inkontinente - gerade mit Enuresis Nocturna - ist es im Übrigen oft so, dass sie Psychotherapien - z.T . sogar langjährig - aufsuchen.
Es gibt viele mögliche Ursachen für eine Enuresis N. - bei manchen ist es z. B. ein "unteres Weinen", bei manchen auch eine Art "Spannungsabbau" u.v.m. - oft ist es aber einfach auch "nur so" oder es kann u.U. genetisch bedingt sein. In nur seltenen Fällen hat es eine med. Ursache.

Bitte denke einmal darüber nach, ob Du Dir nicht einen vertrauenswürdigen Psychotherapeuten suchst (ich empfehle Dir für das Erste DRINGEND einen Mann!), dem Du Dich dann auch öffnen kannst, mit welchem Du die GEESAMTE Problematik der Inko anzusprechen vermagst.
Du musst nicht den "Erstbesten" wählen. Als Patient hast Du das Recht, Dir bei mehreren Therapeuten einen sogenannten "Gesprächstermin" zu holen und dann eine Auswahl zu treffen. Die "Chemie" muss vor allem stimmen, der Therapeut sollte in erster Linie mit Deiner Geschichte sorgsam und einfühlsam umgehen.
Das kannst Du "testen".

Ich bin davon überzeugt: Erst wenn Du Dich diesbezüglich nicht mehr "sperrst", dann kannst Du DICH besser akzeptieren und mögen.
Stabile Beziehungen und LIEBE empfinden sind nur DANN möglich, wenn Du DICH selbst liebst - das ist eine recht alte Weisheit.
(Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich gehe gerade diesen Weg....)

Denn Du hast Recht: Inko, Sex und Partnerschaft SIND grundsätzlich möglich!!! Warum auch nicht? Wir sind wie alle anderen Menschen - eben nur nicht "trocken" :lach: (kleiner Spaß zur Auflockerung...).

Vorerst möchte ich nicht darüber schreiben, wie es ist, wenn man einen Menschen kennenlernt und ihm gestehen muss, dass man Windeln braucht (ob "nur" nachts oder auch tagsüber), denn ich bin der Ansicht, dass erst DU damit klar kommen musst, Dich öffnen solltest, Toleranz DIR selbst gegenüber üben lernen KANNST.
Glaub mir, ICH weiß, WOVON ich rede. Ich habe lange gebraucht, um zu akzeptieren, dass ich Windeln in der Nacht (und nun manchmal am Tag) brauche. Bis vor 5 Jahren hatte ich "nur" die Eneurisis N., seit 5 Jahren eine "Neurogene Blasenentleerungsstörung".

Denk mal bitte über all das nach, okay?

Du kannst Dir gern weiter Rat holen, dazu sind wir ja da!
Ich drücke Dir die Daumen!

Liebe Grüße
Kühlein
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Beitrag #6 von Günther » 06 Jan 2009 15:04


Danke, aber mein Bedarf an therapeutischer Hilfe ist gedeckt. Da habe ich schon eine wahre Odyssee hinter mir. Allgemeingültige Ratschläge wie "Jeder Mensch hat seine Schwächen, stehen Sie zu Ihren" bringen mir nichts. Auch nicht die Empfehlung eines Psychologen, doch hin und wieder ins Bordell zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln, dann hätte ich schon mal ein Problem weniger. Sehr witzig!

Meine Frage wäre, wie Ihr mit dem Problem umgeht bzw. umgegangen seid. Wann habt Ihr Euch offenbart und vor allem wie? In einigen Beiträgen ist ja zu lesen, daß manche Beziehungen daran zerbrochen bzw. gar nicht erst entstanden sind. Davor habe ich Angst. Gefühle zuzulassen, die dann mit einem Mal zerstört werden. Und ich denke, daß der Frust dann noch tiefer sitzen und sich das Problem eher noch verstärken würde.

Gruß, Günther
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Beitrag #7 von Günther » 06 Jan 2009 15:05


Doppelposting
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Inko und Partnerschaft

Beitrag #8 von Kühlein » 06 Jan 2009 15:22


Hallo Günther,

okay, ich sehe schon - Du bist "geheilt" - von Therapeuten. :lach:

Um nun direkter auf Deine Frage einzugehen, kann ich nur sagen, dass ich bei den Partnerschaften bisher keine Probleme mit der Inko hatte - nur während der Trennung (da warfen sie mir "das Problem" dann vor - "schmutzige Wäsche" sozusagen - was dann für mich nicht mehr relevant war).
Zunächst habe ich aber anfangs immer dafür gesorgt, dass man sich emotional näher kommt.
Erst nach Wochen habe ich mich offenbart - mit allem Charme, den ich aus mir "herausholen" konnte. Bisher hatte ich damit kein Problem.
(Was zukünftig wird, weiß ich natürlich noch nicht... auch mir können da noch unangenehme Erlebnisse "unterkommen"...)
Wenn Gefühle ins Spiel kamen und der Partner für Dich auch FÜHLT, Du das dann offen ansprichst, dürfte es meiner Meinung nach nicht so ein Problem werden. Ansonsten war es einfach nicht die Richtige! Das klingt vielleicht "platt", aber letztendlich ist es so. Dumm wäre es nur für, wenn man sich bereits auf der Gefühlsebene eingelassen hat.
Es ist halt ein Risiko - eine Garantie gibt es nicht.
Das kannst Du nur ausprobieren. Wenn Du eine sensible und empathische Frau kennenlernst, die tolerant und mit offenem Herzen durchs Leben geht, sollte die Inko nicht hinderlich sein.

Nun, Du hast Recht, wenn Du schreibst: "Gefühle zuzulassen" und dann kommt das dicke Ende - sobald Du Dich offenbarst.
Ich glaube, das kann man nicht pauschalisieren. Jeder Mensch hat seine eigene Toleranz-Grenze.
Sicherlich wäre es für "uns" sicherer, einen ebenfalls inkontinenten Partner zu haben, der all das - was uns beschäftigt - umfassend nachvollziehen kann.
Doch es geht auch so.

Liebe Grüße
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Beitrag #9 von mehlbox2001 » 10 Jan 2009 03:56


Hallo Günther,

das ist glaub ich immer eine Frage der Sichtweise. Im Vergleich zu Rollifahrern geht's dir Gold, und wenn sich das Bettnässen -- ach nee, ist ja bloß Windelnässen! -- auf die Schlafphase beschränkt, bist du doch Null und Nix im Liebesleben eingeschränkt ... Ganz anders als manche anderen Leute hier im Forum ...

Nun hat ja jeder so seine kleinen persönlichen Eigenschaften, aber man kann sich auch irgendwann einen Ruck geben (in den nächsten Absätzen kommen dann sehr praktische Tipps), aber sei erstmal gewiss, dass du nicht alleine bist: Mein Freund war bis 33 Jungfrau, und nach einer dummen Erfahrung, die mehrere Monate gedauert hat, ist er auf mich getroffen ... Jahrzehntelang schob er seine Nierenerkrankung vor, um keine Beziehungen zu haben -- bloß um später zu erkennen, dass das nicht alles war ...

Praktischer Tipp -- so leb ich: Bevor ich abends zum Kuscheln ins Bett hupfe, kann ich dank meiner konischen Körperform (manche sagen Bodymaßindex > 25) den Windelslip zusammen mit der Baumwolle-Lycra-Boxershort runterziehen und nebens Bett legen, um das ganze später einfach unauffällig wieder anzuziehen (hochzuziehen).

Wenn es denn mal soweit kommt, dass du nach einem kuscheligen und anregenden Erlebnis das Licht ausmachen willst, brauchst du nur in genau diese vorbereitete Klamotte schlüpfen: Stunden vorher (!) Windelslip anziehen, passende enganliegende Boxershorts drüber (95% Baumwolle, 5% Lycra), das ganze vorsichtig ausziehen und komplett ineinander geschachtelt neben's Bett legen ....... Erst kurz vorm Lichtausmachen anziehen ... "Du, Schatz, das ist besser so ..."

Glaub mir eins, Günther: Wir beide kennen und lieben uns jetzt vier Jahre, und mein Freund merkt immer, wenn ich mal pupse, aber er hat noch nie gemerkt, ob die Unterwäsche morgens nass oder trocken war ...

Ich wünsche entspanntere Zeiten ...

Andreas
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Beitrag #10 von papa0861 » 11 Jan 2009 01:11


hallo günther,

vielleicht nimmst du deine probleme viel zu ernst. mach dich einfach locker.

ich glaube, daß mehlbox genau ins ziel getroffen hat.

mein chef sagte mal, daß er nach allen seiten offen ist. da habe ich geschmunzelt.

wer nach allen seiten offen sein will, kann nicht dicht sein.

uns so lebe ich nach dem motto:

ich bin nicht ganz dicht, aber nicht blöd.

@ mehlbox

schön, dich wieder mal zu lesen.

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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