Angst vor spontanem Sex

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Angst vor spontanem Sex

Beitrag #1 von plastique » 21 Jun 2009 22:08


Ich weiß wirklich nicht, ob das Thema zu intim ist, aber ich versuche es einfach.

Mich belastet meine Blasenschwäche/Inkontinenz sehr, da ich mich in meinem Sexualleben sehr eingeschränkt fühle. Ich lebe in keiner festen Beziehung, somit weiß mein "Partner" von dem Problem selbstverständlich nichts. Aber in letzter Zeit habe ich kaum mehr Ambitionen, mit ihm zu schlafen. Ich finde es sehr ermüdend und abtörnend, wenn ich vor jeder intimen Annäherungen ins Bad gehen und die Slipeinlage entfernen muss. Und gleichzeitig noch Angst verspüre, dass ich im nächsten Moment schon wieder Urin verliere und mich am liebsten direkt vorher waschen würde, um nicht schlecht zu riechen. Noch mehr stört es mich, dass kein spontaner Sex möglich ist. Ich will um Himmels Willen keinen falschen Eindruck erwecken, aber wir sind doch noch sehr jung und hatten anfangs auch öfter außer Haus miteinander Sex. Jetzt, da es schlimmer und mir bewusst geworden ist, geht das nicht mehr und das bedauere ich sehr.

Vielleicht kennen das ein paar Leute von euch auch. In einer festen Partnerschaft kann ich ja verstehen, dass man darüber spricht. Aber wie handhabt man es bei weniger festen Partnerschaften, die vielleicht nicht direkt auf Liebe basieren? Ich möchte wirklich keine Predigten über Sex mit oder ohne Gefühle auslösen und dazu eine Meinung ... Doch ich würde mich sehr freuen, wenn jemand, der das Problem kennt, Erfahrungen mit mir tauscht oder Tips geben kann, was zu tun ist.
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Beitrag #2 von xja » 24 Jun 2009 07:32


Hallo,
Das Problem haben wir alle. Ich denke alle die Inkontinent sind und nicht in einer festen Partnerschaft sind.
Ich halte es so. Wenn ich jemand kennen lerne mit der ich ev. eine Beziehung aufbauen will, sage ich was mein Problem ist. Dann kann die Parnternin entscheiden ob sie will oder nicht. Da ist es leider so das etwa 3/4 sagen kein Interesse. Ist leider so.
One night Stands waren bei mir immer schon nie die Diskussion. Geht leider nicht mit dem Problem.
Ich denke wenn man jemand kennen lernen will und hald mal mit ihm schlafen will muss man ihm vom Problem sagen. Ich denke das ist auch ihm gegenüber fair. Denn wenn nach dem Akt ein Unfall passiert ist er genau so betroffen wie Du
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xja
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Hallo,

Beitrag #3 von Kühlein » 01 Jul 2009 12:53


Ich kann Dein Problem sehr gut nachvollziehen - wie wir alle hier.
Auch ich leben - wieder einmal - in keiner festen Partnerschaft und werde dennoch keinesfalls auf Sex verzichten.
Wenn ich einen Mann kennenlerne, dann gibt es bei mir (auch wenn es nicht gleich um "Beziehung" geht) erst einmal viele Gespräche und es wird eine gewisse emotionale Basis aufgebaut. Diese ist für mich essentiell - ohne ihr gibt es für mich keine körperliche Annäherung.
Ist diese Basis da, erkläre ich dem Mann ohne Umschweife (das habe ich auch erst im letzten Jahr gelernt), dass ich Blasenkrank bin und welche Folgen dies hat. Meistens spreche ich darüber sogar ca. 15 Minuten, bis ich dem Mann klargemacht habe, welche Konsequenzen meine NBES hat.
Es gab schon mal einen oder zwei, die sich dann zurückzogen. Und ich verzichte dann sehr gern auf weitere Kontakte.
Die NBES gehört zu mir - ebenso wie alle schönen Seiten - und wer sie nicht ebenso annimmt wie ich, der soll "bleiben, wo der Pfeffer wächst"... :-).
Bisher habe ich also überwiegend sehr gute Erfahrungen sammeln können - die Männer meines Alters sind allerdings auch wesentlich reifer und belastbarer.

Das Problem mit dem Gefühl, "Frau" könnte nicht gut riechen, habe ich auch. Ich habe jedoch auch feststellen müssen, dass ich nur selbst es so empfinde - wir sind als Inkontinente dafür besonder anfällig und geruchsempfindlich. Zur Sicherheit habe ich immer Feuchttücher bei mir und Wechsel-Tangas. Wenn ich "vermute", es könnte sich bald "etwas entwickeln" an körperlicher Nähe, sorge ich vor und lieber einmal mehr als zu wenig.

Du bist sicher ebenso gepflegt wie ich und die "trockenen" Frauen.
Versuche einfach, etwas "lockerer" zu werden und Dich zu entspannen - nicht immer daran zu denken.
Sorge vor - aber sorge Dich nicht.

Ganz liebe Grüße
Kühlein aus DD
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Beitrag #4 von plastique » 01 Jul 2009 17:24


Also ich finde es wirklich bewundernswert, den Mut aufzubringen, darüber zu sprechen. Ich bin leider kein Mensch, der emotionale Näherung großartig zulässt - oft bleiben meine Beziehungen da sehr locker und offen. Was so lange, wie es mir gut tut, ja auch völlig okay ist. Aber mit Problem jetzt wird es wirklich schwierig. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, mit besagtem Partner darüber zu sprechen. Ich habe das Gefühl, mich damit zu angreifbar zu machen und viel zu sehr zu öffnen. Andererseits will ich mein Sexleben natürlich nicht aufgeben. Es ist bisher nicht so akut, dass irgendjemand etwas bemerkt hätte. Das einzig momentan relevante Problem in dem Breich ist wohl wirklich meine Sorge, meine Gedanken. Ich steh mir da wohl selbst ein bisschen im Weg. Aber die Idee mit den "Wechselsachen" ist gut. Ich denke, das könnte funktionieren. Muss es ja. Leider ist mir das alles so neu, dass ich mich einfach noch nicht damit abfinden kann und will. Ich erwarte immernoch, dass es irgendwie wieder "normal" wird und eine Lösung, die keine Unannehmlichkeiten bereithält. Aber ich werd mich mit der Zeit schon an den Gedanken gewöhnen. Das mit den Feuchttüchern und das ganze ein bisschen lockerer zu sehen, werde ich auf jeden Fall mal versuchen. Danke!
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Beitrag #5 von Torsten » 02 Jul 2009 09:35


Also ich lebe jetzt schon bald vier jahre in einer festen beziehung .
Natürlich weis es meine freundin (bald Frau :lach: ).
Ich kann dir nur raten dir keinen kopf zu machen für mich war es anfangs auch unangenem mit meiner freundin darüber zu reden ,ich sage aber auch wenn jemand etwas grips im kopf hat und du im erklärst was sache ist kommt er damit schon klar.
Lebe nicht für die inkntinenz sondern für dich

Liebe grüße boy234
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Beitrag #6 von plastique » 06 Jul 2009 14:39


Ja, da hast du schon Recht. Ich mache mir halt zu viele Gedanken - aber es ist auch echt noch Neuland für mich. Ich werde erstmal schauen, was ich so darüber erfahre vom Arzt - d.h. wie schlimm es tatsächlich ist usw. Wenn es gut behandelbar ist, werde ich das sicherlich für mich behalten. Nur solltes es zu einem dauerhaft schweren Problem werden, wird mir dann tatsächlich nichts anderes übrig bleiben, als reinen Tisch zu machen ... :roll:
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Beitrag #7 von Lucky » 11 Nov 2009 21:41


Gerade mit so einem "Krankheitsdruck" würde ich mich um mehr emotionale Nähe zu meinen Freunden und im Falle von Zuneigung und Liebe zu einem Menschen bemühem. Lockere und offene Beziehungen haben mit solchen Problemen häufig ein Problem, weil die Beziehungen aus einem guten Grund locker sind - man will und kann sie schnell beenden.

Wer Nähe sucht, erlaubt und findet, der wird feststellen, daß körperliche Probleme in vielen Partnerschaften gar kein Problem sind. Genau dazu sind auch Partnerschaften da. Lockere Beziehungen sollen unkompliziert sein und dem stehen dann solche äußeren Bedingungen im Wege - oder man steht sich selbet im Wege, weil man meint, daß Heil und das Glück läge im lockeren/ offenen Leben. Tut es nicht unbedingt.
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Beitrag #8 von AlexK » 13 Nov 2009 02:20


Ich glaube Frauen haben da mehr Probleme als wir Männers. Oder ?
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Beitrag #9 von xja » 23 Nov 2009 08:13


Ich denke nicht das es da ein Problem von Männern oder Frauen ist. Wichtiger denke ich ist zu welchem Zeitpunkt jemand inkontinent geworden ist. Ich selber habe auch sehr grosse Mühe bei einem One Night Stand. Aber bei mir kommt es davon. Ich bekam über die Nacht mit 13 14 wieder Windeln. Mit 16 17 meinte der Arzt dass ich im Zusammenhang wegen einer Terapie auch Tagsüber diese tragen soll. Tja die Terapie war nach 1 Jahr fertig. Die Windeln blieben.
Tja. Das war auch der Zeitpunkt wo man sich fürs andere Geschlecht beginnt zu interessieren. Leider hat man sich daran an die Situation nicht ganz gewöhnt und zudem sind die Jugendlichen in dem Alter sehr oft nicht besonders nett. Wenn es um solche Sachen geht. Ich denke das sind eher dan Probleme
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re:

Beitrag #10 von FrankBoe » 28 Dez 2009 15:36


ich finde es sehr positiv dass es in einer zeit der unmenschlichkteit doch so langsam sich dahin entwikelt dass man auch über das problem inko etwas freier reden kann, zwar wird es noch ein sehr langer weg sein und werden, doch ich denke wenn die japaner es geschaft haben öffentlich sogar über das problem zu reden und sogar über hilfsmittel eine sogenante modenschau von über 170 inkontinenz-slips und hilfsmittel vor zu stellen wird es hier ebenso bald so sein dass es ein normales thema wird wie ein armbruch, zudem einen armbruch sicht man die inko nicht.

jedoch um nicht abzuschweifen vom thema inko und partnerschaft...
ich lebe in einer partnerschaft und dazu sehr glücklich ich bin leider inko und habe sehr sehr lange dafür gebraucht freier drüber zu reden doch ist leider eine beziehung kaputt gegangen was doch noch gezeigt hat dass noch sehr viel zu tun ist.

jedoch es ist absolut sehr wichtig dass man seiner partnerin sagt was los ist und es ist sehr wichtig sehr offen mit der partnerin drüber zu reden. es geht auch ohne sprache, mit kleinen zetteln geht es wo drauf steht ... i

ich habe ein problem und weiss nicht wie du reagierst, doch wenn ich nicht drüber rede werde ich deine reaktion nicht erfahren.

einen weiteren zettel schreibt man nur einen kleinen satz.

ich bin inkontinenz

und es ist alles möglich auch mit der inko ein ausgewogenes sexualleben zu haben.
da fängt nämlich dass vertrauensverhältnis noch intensiver zu werden an.

kein mensch muss sich schämen.

gruss
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