Die Inkontinenz ist ein soziales hygienisches psychologisch somatisches Problem

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Die Inkontinenz ist ein soziales hygienisches psychologisch somatisches Problem

Beitrag #1 von Reno » 16 Jan 2012 07:56


Hallo Mitglieder der SVI Augsburg !

Inkontinenz im jungen Alter , wie ich es auch einer davon bin wird häufig oft als ,,unnatürlich'' angesehen . Also die Rückbildung des Menschen auf der früheren Stufe eines hilflosen heute bezüglich grossen Erwachsenen BABYS und KLEINKINDES . Schamgefühle und die Angst jener Entdeckung lassen Menschen die lange Zeit ihre Probleme verschweigen auch wenn oft Flecken an der Kleidung Bettwäsche führende Symtome sind . Dann werden sie schon eine Belastung für die Umgebung . Bekannte Verwandte gehen auf Distanz . Daraus ergibt sich die hier dabei dauerhafte Vereinsamung Isolierung und Hoffnungslosigkeit . Es heisst : Mit solche Menschen möchte man lieber keinen Kontakt haben , wo doch 4 Millionen daran leiden . Also ab dann ins
Heim . Soweit ist es aber noch noch lange nicht . Ich wünsche mir gerne Kontakt zu haben wo man sich darüber austauschen kann aus Nah wie Fern .

Liebe Grüsse von Reno und Geli

:fleissig:
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Reno
 
 

Beitrag #2 von mipa » 16 Jan 2012 08:52


Hallo Reno

Nun, ich habe bis heute gute bis schlechte Erfahrungen gemacht mit meiner Inko. Ich brauche in der Nacht immer schon Windeln. Treibe viel Sport und bin viel unterwegs. Mein Liebesleben war eigendlich auch nie eingeschränkt durch die Windeln. Ich war und bin einfach immer sehr vorsichtig, wem ich mein kleines Problem anvertraue und darüber rede.
Mein bis heute einziges aber wirkliches, schlechtes Erlebnis: Ich lernte vor gut 13 Jahren eine junge Frau kennen, mit der ich bis vor einem Jahr zusammen war und eine ganz süsse Tochter habe. Vor ca. 4 Jahren heirateten wir auch und es machte wirklich nie den Anschein, dass meine Inko ein Problem für sie war. In ihrer Schwangerschaft hat sie sich aber ganz komischerweise von mir distanziert. Ich konnte sie kaum in den Arm nehmen geschweige intim sein. Wir leben ca. 4 Jahre wie Bruder und Schwester. Bis ich im Geschäft eine sehr nette Frau kennen lernte. Ich konnte bald sehr gut mit ihr über meine Sorgen in meiner Ehe reden und wir kamen uns sehr nahe. Ich versuchte auch auf anraten meiner Bekanntschfaft meine Ehe ^mit proffesioneller Beratung durch Paarterapie zu retten. Machte ein Termin ab und versuchte mit meiner damaligen Frau zu reden. Ich versuchte immer wieder mit ihr zu reden und wollte wissen, was an mir so falsch ist Ich bekam nie eine Antwort. Heute lebe ich getrennt von meiner Frau. Vor Gericht versuchte ich sie das alleinige Sorgerecht zu bekommen, da ich Windeln trage und dies dem Kind schadet. Ich wurde vor Gericht wegen meiner Inkontinenz blos gestellt. Durch das ich vor dem Gericht so offen über meine Inkontinenz reden konnte und das ich darum in der Nacht Windeln trage, auch oft beim Arzt war, half mir, dass wir bis heute nach wie vor das gemeinsame Sorgerecht haben.
Heute lebe ich ganz glücklich mit meiner Bekanntschaft aus dem Geschäft zusammen und wir geniessen immer die Zeit, wenn meine Tochter bei uns ist. Meine Tochter liebt sie auch und wir unternehmen sehr viel zu dritt.
Gerade durch diese Trennungsfase habe ich den Mut bekommen, offen in meinem engen Freundeskreis über meine Inkontinenz zu reden und erlebte wirkich zu meiner Überraschung nur positives. Alle standen zu mir und unterstützen uns. Wir redeten oft über das Problem mit der Inkontinenz. Alle fanden das es doch absolut normal ist, wenn man in der Situation Windeln trägt und das dies kein Grund ist.
Auch früher hatte ich eigendlich nie Probleme mit Beziehungen. Die Inkontinenz wurde in jeder Beziehung voll akzeptiert und mir dabei sogar geholfen. Ich würde eher sagen, die Beziehungen waren immer intensiver, da doch immer ein sehr grosses Vertrauen war.
Auch im Gesellschaftlichen oder im Sport oder Massenlager hatte ich bis heute nie etwas negatives erlebt.
Ich denke, es ist einfach sehr wichtig, wie man selber dazu steht, wehm man es anvertraut und wie offen man darüber reden kann und schlussendlich wie man selber ist. Wir als Person sollten doch wichtig sein für unser Freundeskreis!

Liebe Grüsse Michael
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Beitrag #3 von Sebald » 16 Jan 2012 15:11


Hallo!

So ganz verstehe ich das Posting nicht, weil hier soziale Beobachtung und persönliche Betroffenheit irgendwie unverbunden nebeneinander stehen.

Wenn man jedenfalls das Tragen einer Inkontinenzversorgung als Rückfall in die Kleinkindphase empfindet (oder glaubt, dass andere es so sehen), dann gibt es genügend Wege die Sache 'technischer' anzugehen. An erster Stelle steht dann die ableitende Versorgung (beim Mann) oder das Selbstkatheterisieren.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #4 von Helmut » 18 Jan 2012 19:32


Hallo,

es stimmt schon dass eine Inkontinenz hauptsächlich nur älteren Personen oder Frauen nach Schwangerschaften zugeschrieben werden. Es stimmt auch dass sich viele Patienten mit Inkontinenz zurück ziehen, aber deswegen eine Inkontinenz mit Hilflosigkeit oder zurückversetzen ins Kleinkindalter zu vergleichen, halte ich für falsch.

Wie Sebald schon sagte, gibt es auch z.B. Kondomurinale für Männer oder auch Katheter, beides hat mit Kleinkind sein nichts zu tun. Vielmehr ist der Umgang mit Inkontinenz zu 90% eine Sache der Organisation, wenn ich die für mich passenden Hilfsmittel habe und auch damit umgehen kann, dann ist ein nahezu normales Leben möglich.

Die psychosoziale Seite spielt sicherlich eine Rolle wie man selbst mit der Inkontinenz umgeht und wie man sich nach außen hin gibt (Schamgefühl usw.). Wenn man meint, in die AB/DL Rolle schlüpfen zu müssen, um mit der Inkontinenz klar zu kommen, dann kann man das machen solange man keine unbeteiligten damit belästigt. Besser ist es aber, professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu holen.

Ich selbst bin seit etwa 20 Jahren inkontinent, bin voll berufstätig und die Inkontinenz belastet mich fast nicht im Alltag.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #5 von Luisa » 02 Apr 2013 14:23


wird häufig oft als ,,unnatürlich'' angesehen

Doch meistens von "den anderen", oder? ;-)

Ich glaube wir können unheimlich viel bei anderen auslösen, dadurch wie wir uns selber sehen. Auffallen mag ich auch nicht, schon gar nicht durch Flecken oder Geruch. Aber sonst gehe ich da mir selbst gegenüber ganz natürlich mit um. Nur weil ich Windeln trage, bin ich doch kein Baby! :D

Wenn eine vor dem Kino noch auf die Toilette geht und ewig anstehen muss, sehe ich mich sogar durchaus im Vorteil. Warum sollte man so etwas selber nicht erkennen? Aber klar ist auch, dass "so etwas" tabuisiert wird. Da sehe ich es dann aber wie mipa. Gerade in Beziehungen kann das zu unheimlich viel Nähe führen. Wenn bisher jemand davon erfahren hat, waren das aber auch immer positive Reaktionen. Aber weder muss man das jedem erzählen, noch sich darüber definieren.
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Re:

Beitrag #6 von Cveta » 02 Jul 2014 12:56


Luisa hat geschrieben:Nur weil ich Windeln trage, bin ich doch kein Baby! :D



Richtig! Ich bin primär eine erwachsene schwerbehinderte Frau mit erwachsenen Intersessen und Hobbies.
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