Was soll ich´s noch groß leugnen...

Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaft und Sexualität.

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Was soll ich´s noch groß leugnen...

Beitrag #1 von Frederik » 01 Mai 2018 18:49


... auch wenn man durchaus alleine klar kommen kann und auch so ne Menge Spaß haben kann - es fehlt einfach etwas.

Auf Dauer ist es ohne Partnerin im Leben einfach mau. Der Mensch ist nun mal so veranlagt, Fakt.
Selbst "gesund" ist es schwer genug Frauen zu finden die keine wahrnehmungsgestörte "Für mich bitte nur das Feinste vom Feinen" Attitüde haben, während sie selbst schließlich alles andere als perfekt sind. Erbärmlich...
Wenn man(n) sich dann auch noch "in die Hosen macht" wird die Sache ziemlich düster. Irgendwann kommt man sich zwangsläufig näher oder es gibt Situationen wo man erläutern muss, dass es gewisse Probleme gibt. Schwupps wird sich zurückgezogen, der Kontakt vermieden und die wenigsten haben den Schneid zuzugeben das sie damit ein Problem haben. Nur gut, dass ich auf sowas mit stiller Verachtung reagiere. Nicht auszudenken wie scheiße es mir gehen würde wenn ich mir sowas auch noch zu Herzen nehmen würde... Trotzdem frisst es an einem wie der Rost am Stahl.

Weder sehe ich scheiße aus, noch bin ich unzureichend ausgestattet. Ich bin vielseitig interessiert - von Kunst bis Kitsch, von intelligent bis primitiv. Kann mich für vieles begeistern und habe einen recht umfangreichen Sinn für Humor. Weder juckt mich die höhere/niederigere Schulbildung/Gehalt einer Frau, noch bin ich ein überkritischer Fanatiker wenn es um Größe oder Gewicht geht. Klar auch ich hab meinen Geschmack aber am wichtigsten ist, was Madamchen für ein Mensch ist.

Aber das ist offensichtlich einfach noch zu wenig. Selbst kontinente, umgängliche, Männer berichten ähnliches.
Als ob alles ausser 1+ nicht in Frage kommt... Verzogene Bratzen, ich hoffe die enden alle als einsame Katzen-Ladys. Ewig wartent auf den Traumprinzen, den sie sich aus irgendwelchen realitätsfremden Romanen und Hollywood-Schnulzen zusammenphantasiert haben - Ups, der is leider nie aufgetaucht. Das hat exakt das Niveau, wie dass von pubertierenden Jungs, die davon träumen sich eine zu angeln die aussieht als wäre sie einem dieser, absichtlich überzeichneten, japanischen Animes(Zeichentrickfilmen) entsprungen. Beides Hirngespinste, nur scheint es als wären Frauen einem solch faulen Zauber gründlicher erlegen...
Wenn ich dann auch noch von irgendwelchen Freundinnen/Frauen von Freunden/Famile höre, dass sie nicht verstehen warum ich immer noch Single bin und das sie sich mich ja sofort schnappen würden, wenn sie denn nicht vergeben wären. Da bekomm ich, gelinde gesagt, Zuckungen am Auge. Bitte, liebe Frauen/Mädels - sagt so etwas NIEMALS zu einem Kerl. Is nett gemeint, ich weiß. Aber der Pfad zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.
Teufel auch! Wenn ich sehe wie manch eine mit einem totalen Arschloch zusammen ist den sie offensichtlich nur wegen Geld, Position oder perfektem Aussehen genommen hat könnte ich kotzen. Früher taten mir solche Mädels leid. Mittlerweile finde ich, sie bekommen was sie verdienen.
Es interessiert mich auch nicht ob ich eventuell permanentes Pech habe - das ändert die Situation nicht!

Richtig erkannt - Frust.
Mir egal, es tat gut es runterzuschreiben, egal ob es irgendwer ließt oder nicht. Ich werd nur einfach nicht gern wie Dreck behandelt - auch Männer haben Gefühle.

Wer noch nich weggelaufen ist - ich bin noch zu haben! :sm5:
Unter dem schwarzem, vergiftetem Dornenpanzer steckt nur ein desillusioniertes, eigentlich sensibles, nettes Kerlchen(bloß etwas undicht) mit dem man über alles reden kann. Bei allem Zorn und Frust, ich bin kein Frauenfeind und weiß, dass nicht alle so sind. Das es irgendwo die Eine geben muss. Hoffnung ist erstaunlich schwer kaputt zu kriegen.
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Re: Was soll ich´s noch groß leugnen...

Beitrag #2 von Regenmacher » 18 Mai 2018 08:12


Vielleicht ist deine Inkontinenz der Grund, warum du dich selbst blockierst.

Meine erste Frau lernte ich in München kennen. Das war eine Beziehung, die innerhalb der gleichen Firma entstand. Windeln gehörten da schon zu meinem Leben und waren ein natürlicher Teil davon. Ich hab das keinem Kollegen erzählt, einfach, weil es keinen Sinn macht. Man kommt ja nicht Morgens in die Firma und sagt "Hey, Kollegen, schaut auch an, was ich heute für eine Unterhose trage.". Windeln sind auch Unterwäsche.

Die Liebe bahnte sich an und eines Tages kam der Tag, wo wir in einer gemeinsamen Wohnung waren. Ganz offen: ich war ziemlich aufgeregt, denn es war das erste Mal, dass ich mit dem Thema "Partnerschaft und Windel" konfrontiert war. Ich hatte gerade meine aktuelle Lieferung erhalten und damals war es üblich, dass wir uns die Pakete in die Firma schicken ließen. Das Paket wurde also mit nach Hause genommen und meine Frau war ganz gespannt, was in dem Karton drin war. Ich sagte einfach: "Wenn du es wissen willst, mach ihn doch auf."

Ehrlich, ich war total nervös. Sie öffnete den Karton und sagte erstaunt "Das sind ja Windeln" und ich sagte "Ja. Die sind ein Teil von mir."

Damit war das Thema durch. Meine Frau hatte sich in mich verliebt, nicht in meine Unterwäsche.

Mittlerweile lebe ich nicht mehr in München. Die Ehe ging kaputt, aber das hatte andere Gründe. Ich habe in der Zwischenzeit einige Frauen kennengelernt und nicht eine einzige hatte ein Problem mit meiner Unterwäsche. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich kein Problem mit meiner Unterwäsche habe.

Klar, mein Alltag ist eben anders. Windeln machen ganz schön viel Müll im Eimer. Man hat etwas mehr Gepäck im Alltag und wenn man mal wohin verreisen will ist das Gepäck bei der Anreise wesentlich größer, als bei der Abreise. Aber das sind nur Lebensumstände, keine Einschränkungen. Ich seh das mittlerweile manchmal sogar lächelnd, wenn wir unterwegs sind und die anderen verzweifelt nach einer Toilette suchen. Dann kann ich sagen "Wie gut, dass ich das Problem nicht habe.". Selbst unsere Kinder haben null Probleme damit, dass ich Windeln an habe. Sie kennen es nicht anders. Unser Großer wagt sich da auch im Wortgefecht auch schon mal vor und bringt einen Kommentar, der ganz natürlich ist. "ist ja logisch, du hast ja auch ne Windel an."

Windeln sind nicht schlimm. Klar, es gibt nervige Aspekte, das Thema Krankenkasse war eine zeitlang ein Reizthema, aber das ist überstanden und die Kasse zahlt nun anstandslos den vollen Preis. Ja, manchmal wird was nass, das eigentlich trocken bleiben sollte, aber da gewöhnt man sich dran. Und der Mülleimer, der ist eben öfter voll, als anderswo. Aber das Leben kann durchaus interessant sein. Ich muss zum Beispiel nicht immer ein Gespräch unterbrechen, weil ich mal aufs Klo muss.

Am Anfang hatte ich so meine Probleme, das richtig einzuordnen. Manchmal klappte es mit der Blase, manchmal nicht. Manchmal dachte ich mir: das schaffst du auch ohne Windel. Ich glaube, mein Umdenken begann, als ich mal wieder ganz mutig ohne Windel den Heimweg angetreten habe. Ich stand vor der Haustür, als die Blase einfach aufgemacht hat und ich nichts dagegen tun konnte. Es lief und lief und die Wäsche wurde nasser und nasser und irgendwann stand ich in einer Pfütze. Das war so mega peinlich und ich bin heute noch froh, dass in dem Moment niemand aus dem Haus kam oder mir später im Hausflur begegnet ist. Und da begriff ich: lästig oder nicht in manchen Situationen: da zu stehen und nass zu werden, ohne etwas dagegen tun zu können ist peinlicher, als immer eine Windel anzuhaben.

Meine Erfahrungen mit Frauen und Freunden sind durchweg positiv. Ich hatte erst jetzt Besuch für längere Zeit und die Person gestand mir am Telefon: "Mir ist das schon komisch vorgekommen, wenn wir unterwegs waren und ich so oft auf Toilette musste und du nicht. Ich dachte mir "Der trägt doch bestimmt eine Windel". Aber ich hab dir auf den Arsch geschaut und da war nichts zu sehen. Tut mir leid."

Schönes Beispiel dafür, dass man Windeln unter der normalen Kleidung nicht sieht, selbst wenn jemand bewusst hinschaut.

Mein Umfeld hat kein Problem mit den Windeln, weil ich kein Problem mehr damit habe. Ich binde es nicht jedem gleich auf die Nase - es ist meine Unterwäsche - aber ich mache auch kein Geheimnis draus. Und komischer Weise mögen mich die Frauen trotzdem, denn das, was sie mögen ist meine ganze Person und nicht nur meine Unterwäsche, von der sie ja gar nichts wissen, bis ich es ihnen dann mal sagen musste.

Und was die Sache mit dem Sex angeht: da wird mir sicher jeder verheiratete Inko hier zustimmen: da findet sich ein Weg, ohne dass es problematisch wird.
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