Sport

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

Moderatoren: Helmut, Marco N., Georges, Benjamin

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Beitrag #1 von Doris » 23 Mai 2003 21:12


Hallo an alle,
habe überlegt, in einem Fitnessstudio zu trainieren. Hat da jemand Erfahrungen, welche Klamotten geeignet sind, damit keiner etwas merkt? Wie schaut es aus mit Sammelumkleiden? Würde schon ganz gerne hingehen, aber bin da sehr unsicher. Vielleicht macht das ja einer und weiss da Bescheid.
Viele Grüße
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Doris
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Beitrag #2 von walker » 24 Mai 2003 22:40


Hallo Doris,

schön dass Du Dich sportlich betätigen möchtes.

Hier einige Tipps und Infos:

Umkleiden: Sind zumeist Sammelumkleiden. Ich habe mich immer vorher umgezogen und habe letztlich nur die Schuhe gewechselt. Ich habe auch nicht im Studio geduscht, sondern Daheim.

Kleidung: Weite Kleidung tragen z.B. Jogginganzug Insbesondere ein extrem langes T-Shirt verwenden, da bei machen Übungen sonst Einblicke in den Rückenbereich möglich sind und Du Dich sonst outen könntest. Als Frau käme auch ein Body infrage. Falls Du Windelslips trägst könnte eine Miederhose hilfreich sein.

Hilfsmittel: Verwende doch kleinere Vorlagen während des Studioaufenthalts

Übungen: Bei Übungen, insbesondere bei Beinübungen, kann es zu einer starken Belastung des Bauchraums führen, mit dem Risiko von Harnverlust, ebenso das Hüpfen bei Turnübungen.

Ein Toilettenbesuch vor und während des Studioaufenthalts kann auch nicht schaden, dann sollten mögliche Verluste nicht zu groß sein.

Ich selbst habe mit diesem Sport aufgehört, da es mir zu stressig war, es könne jemand mein Problem erkennen.

Gruß Walker
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walker
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Beitrag #3 von wiebke46 » 25 Mai 2003 14:44


Hallo Doris,

Auf jeden Fal solltest Du im Studio trainieren, wenn Du Lust dazu hast! Ich mach' das seit längerem, und das lässt sich schon ganz gut organisieren. Wenn Du für die Zeit des Sportes mit kleineren Einlagen (Tena Lady) auskommst, kannst Du Dich ruhig im Studio umziehen, den Unterschied zu einer normalen Binde erkennt niemand. Trage dann einen straffen Slip + Leggins o.ä., damit die Einlage nicht rutscht. Obendrüber langes T-Sirt und fertig.
Du mußt außerdem bedenken, dass allein durchs Schwitzen im Schritt und an den Oberschenkelinnenseiten nasse Flecken erklärbar (und vielfach zu sehen) sind. DU FÄLLST NICHT AUF!
Falls Du wirklich große Vorlagen/Slips unbedingt brauchst, zieh Dich im Studio lieber nicht komplett um, das könnte evtl. ja schon auffallen. Aber ich glaube einfach , dass mit z.B. Tena Lady Super für fast jede Frau genug Schutz für einen so überschaubaren Zeitraum wie eine Stunde besteht. Die reichen doch sogar wenn Du mal plötzlich richtig kräftigen Harnabgang hast (und Du kannst doch zwischendurch nötigenfalls wechseln??).

Lass Dich nicht entmutigen, DU kannst ins Studio!

Lieber Gruß,
Wiebke
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Beitrag #4 von wiebke46 » 25 Mai 2003 19:07


Hallo Doris,

hier melde ich mich nocheinmal, Deine Frage wegen des Sports hat mich bewegt und ich möchte zu meiner Antwort noch etwas anfügen.
Der Sport steht ja nur als Beispiel für tausend Sachen, an denen wir gerne teilnehmen wollen, wo wir aber mehr oder weniger Hemmungen haben, aus Angst, als "Inko" enttarnt zu werden. Hierbei halte ich für wichtig, dass die Angst vor dem Entdecken der Hilfsmittel meist unbegründet ist, während die Angst vor einem "Unfall" eher einen realen Sinn hat. Nämlich fällt das dann eben doch auf, wenn man plötzlich eine nasse Hose hat. Und das ist dann eben richtig peinlich. Umgekehrt sind Inko-Hilfsmittel eben nicht peinlich, zumeist würde man damit vermutlich auf Verständnis stoßen, wenn man sich nur trauen würde dazu zu stehen.
Die Konsequenz ist, dass man gut damit beraten scheint, wenn man sich eher zu stark, als zu wenig mit Hilfsmitteln schützt.
Die einzige Gefahr, die mir dabei "droht", ist die, dass ich eben weiß. ich kann mich auf die Einlage etc. verlassen, so dass ich eben nicht in dem Maße bemüht bin, das Einnässen zu verhindern, wie ich das ohne Einlage würde. Gerade bei der Streß- und bei der Urge-Inkontinenz kann dieses Training aber wichtig sein. Da gibt es so typische Situationen, z.B. bei der Arbeit. Wenn ich kurz vor der Pause eigentlich eher mal zur Toilette gehen sollte, lasse ich das und bleibe stattdessen im Laden, denn ich weiß, dass ich Urin lassen "darf", weil die Vorlage ausreichen stark ist. Das kann ein Teufelskreis sein, glaube ich.

Übrigens: Im Fitnesscenter trainiere ich oft mit zwei Freundinnen zusammen. Die wissen von meinem Problem, und deshalb brauche ich mich vor ihnen nicht zu verstecken. Nimm Dir doch auch jemanden mit!
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Beitrag #5 von Doris » 26 Mai 2003 12:11


Hallo Wiebke,

vielen Dank für die ausführliche Anwort. Vielleicht ist da meine Angst unbegründet. Aber irgendwie versucht man es ja doch zu vermeiden, dass jemand etwas merkt.

Meinst Du, für die Stunde reicht eine Tena Lady? Ich habe halt so gut wie gar keine Kontrolle mehr über meine Blase. Normalerweise trage ich Slips von Attends oder Molicare. Vielleicht sollte ich es wirklich mal mit einer weiten Jogginghose und einem langen T-Shirt versuchen. Normalerweise sollte das klappen, ich denke nur, dass möglicherweise durch die Übungen das T-Shirt verrutscht oder sich durch die Hose etwas abzeichnet.

Aber das ist ja schon mal positiv, wenn Du bis jetzt keine Probleme hattest.

Schöne Grüße
Doris
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Keine Sorge!

Beitrag #6 von Regenmacher » 02 Jun 2003 14:30


Hallo Doris,

das allgemeine ist ja schon gesagt.

Was mir wichtig ist, ist der Umgang mit Inkontinenz. Ich lebe heute offen inkontinent, das bedeutet, ich spreche auch mit Leuten darüber. Meine Erfahrungen sind bis heute sehr positiv, die meisten Leute erkennen mit Respekt an, daß ich mein Leben trotzdem uneingeschränkt meistere und mich nicht unterkriegen lasse.

Zu mir, ich bin 29 Jahre alt, habe mich selbständig gemacht und habe 5 Jahre nach meiner Inkontinenz meine Frau kennengelernt und geheiratet. Ich mache viele Dinge, von denen Inkontinente meinen, man könne sie nicht machen. Ich schränke mich in keiner Tätigkeit ein - einzig das Liegen am Strand mache ich nicht mehr, ich mag die Leute nicht mit einer Inkontinenzhose belästigen.

Sport ist eine tolle Sache, wenn man dazu in der Lage ist. Die Kleidung spielt fast keine Rolle, das habe ich gemerkt, nur lange T-Shirts oder ein Body sind sinnvoll. Und sollte doch mal jemand was merken, dann kann man mit einer lockeren Bemerkung drüber weggehen (z.B. "Das ist mein Auslaufschutz, ich würde ungern den Sitz nassmachen.."). Selbstbewußtsein hat nämlich den Vorteil, daß man anderen Leuten die Luft nimmt. Ein verschämtes "hmmm..." macht die Leute erst Recht neugierig und dich selbst angreifbar.

Lebe dein Leben, wie du willst und mache dir keine Sorgen, du kannst ja nichts dafür.

Gruß Marco
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Antwort auf Sport und Inkontinenzhilfsmittel

Beitrag #7 von Hansi » 06 Jul 2003 15:56


Hallo, Doris!

auch ich bin der Meinung daß man mit einem stärkeren Schutz immer besser beraten ist als mit einem Produkt, daß evtl. nicht genug aufnimmt. Deshalb würde auch ich Dir raten, eine Windel im Fitnisstudio zu tragen, wenn Du diese normalerweise auch trägst. Du kannst diese Windel normalerweise gut mit einer engen Unterhose und zusätzlicher Strumpfhose so gut kaschieren, daß nichts mehr auffällt. Mit langem T-Shirt darüber ist überhaupt nicht mehr zu sehen, daß man eine Windel trägt. Im Fitnesstudio tragen ja viele Frauen Strumpfhosen, was dann auch nicht auffällt.

Bei mir hat es auf diese Weise zumindest noch niemand bemerkt, was mich auch darin bestätigt, daß man fast jede Windel so kaschieren kann, daß sie nicht zu sehen ist.
Ebenfalls bin ich der Meinung, daß man auch dazu stehen sollte, wenn es jemand bemerkt.
Für mich gehören diese Hilfsmittel zum Leben und ich schäme mich nicht mehr dafür, Windeln zu tragen. Lieber Windeln drin, als nasse Hosen!
Keep smiling 8)
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Beitrag #8 von Malcolm » 31 Aug 2003 00:07


Hi!

Ich habe alle eure beiträge zum Thema Sport & Inkontinenz gelesen, jedoch sind das alles Ratschläge, die ich nicht anwenden könnte, da ich ein Mann bin und ich auf Windeln angewiesen bin.
Für meine sportliche Aktivitäten stehen mir NUR Sammelumkleiden zur Verfügung und ich habe eigentlich kein großes Interesse daran, das es jemand mitbekommt.

Falls ihr ein paar Ratschläge für einen Mann habt, antwortet mir bitte!

MfG
Malcolm
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Macht euch doch nicht selber verrückt...

Beitrag #9 von Hoschited » 31 Aug 2003 02:33


Hallo,
ich heiße Peter und bin seit etwa 10 Jahren durch eine Nervenschädigung Harninkontinent.
Anfangs hatte ich große Probleme darüber zu reden.

Mittlerweile schließe ich mich der Meinung von Marco an. Lebt mit eure Inkontinenz offen. Wenn es mal auffällt , na und..... schließlich müssen wir alle daran Arbeiten das wir dieses Tabuthema endlich an die Öffentlichkeit bekommen. Übrigens finde ich es super von Marco das er so offen damit umgeht (TV). Sein Beitrag hat mir einen Denkanstoß gegeben nun endlich offen mit mein Problem umzugehen, und siehe da, meine Verwandten und Bekannten haben überhaupt kein Problem damit. Dies habe ich mir nur selber eingeredet.

IHR SEIT NICHT MIT DIESEN PROBLEM ALLEINE ! Gemeinsam sind wir stark
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Beitrag #10 von Olivia » 31 Aug 2003 17:41


Hallo allerseits,

ich denke, für einen Besuch im Fitness-Studio ist ein Produkt wie die Tena Flex oder die Arbri Wing sehr geeignet.

Zum einen geben sie wesentlich mehr Schutz als nur eine Vorlage, zum anderen sind sie aber um einiges weniger voluminös als eine "richtige" Windel und daher auch unauffälliger. Außerdem haben sie eine papierähnliche Oberfläche und man schwitzt beim Sport nicht so sehr wie in einer "Plastikverpackung"!

Darüber würde ich einfach locker sitzende Boxershorts (findet man auch als Frau in einer passenden Größe bei den Herrensachen) ziehen - und dann ab die Post ins Studio und viel Spaß!

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