Reiseservice für Behinderte

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

Moderatoren: Helmut, Marco N., Georges, Benjamin

Beitrag #31 von danny » 04 Apr 2006 13:15


Du liegst überhaupt nicht daneben mit Deinen Aussagen.

Gehen wir mal auf unser Klo zu hause. Auch wenn wir Leute sind, die oft putzen und sich an gewissen Dinge halten, die leider nicht für jeden selbstverständlich sind (ich wasche immer die Spülung, Türgriffe und Wasserhahn ab - täglich UND mit einem andern Lappen, als den, den ich fürs Klo benutze - für die Klobrille nehme ich mittlerweile fertige feuchte Tücher).
Bevor ein falscher Eindruck entsteht - beim Katheterisieren arbeite ich steril, mit Desinfektionsmitteln.

Und trotzdem wird man überall keime finden. Fragt sich nur, in welchem Ausmaß und welche es sind. Alles ist voller Keime, auch unsere Haut. Und ich werde nicht zu hause auch noch überall desinfizieren. Je mehr man desinfiziert, desto mehr gibt man aggressiven Keimen die Chance sich breit zu machen. Wieso sind Hände vom Pflegepersonal der Hauptüberträger von Keimen im Krankenhaus? Weil sie ständig desinfizieren und so ihre natürliche Flora keine Chance hat.

Aber zu hause sind es meine Keime, die ich gewöhnt bin - mein Keimspektrum. Aber draußen weiß ich nicht, was sich da tummelt, womit ich ev. nicht klar komme.

Eine Altenpflegerin hat mit mir im Krankenhaus gelegen. Sie hat beobachtet, wie das Pflegepersonal eine alte Frau gewaschen hat und war entrüstet. Sie hatte vollkommen recht. Sie sagt, man muß sich die Handschuhe wechseln, wenn man mit dem Intimbereich fertig ist. Die sind immer wieder raus gegangen, was holen, haben hier und da was angefaßt, nie die Handschuhe gewechselt. Dann ein Pfleger, der geputzt hat, hat im Bad den gleichen Lappen benutzt, wie anschließend im Zimmer für den Tisch. :aerger:
Gerade im Krankenhaus, wo man es mit gefährlichen Keimen zu tun hat, da dürfen solche Sachen nicht passieren.

Und trotzdem finde ich es erschreckend, wenn mit versteckter Kammera aufgenommen wird, wie viele Leute sich nicht die Hände waschen, nachdem sie auf der Toilette waren. Das finde ich ekelig.
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Beitrag #32 von welute » 10 Apr 2006 12:44


Hallo Eckhardt, nach Deinem Bericht über die Zustände im Zug, sollten wir vielleicht froh sein, dass die Toiletten geschlossen sind :kiss:

Liebe Grüße
Elisabeth
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/index.php

Bleibt mutig!
Es geht immer weiter, man muss nur daran glauben.
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Beitrag #33 von Lucky » 14 Apr 2006 00:18


Ich will mir gar nicht erst vorstellen, wie es ist, wenn man dann zusätzlich noch im Rollstuhl sitzt, oder sich auf andere Art und Weise nicht mehr richtig bewegen kann. Wenn wir mit Bahn, Flugzeug oder Reisebus auf Tour gehen, greife ich eigentlich nur noch auf Dauerkatheter zurück.

Einzig die Toiletten entlang der Autobahnen, die wo fast überall der Schlüssel paßt und fast immer auch Reinigungspersonal arbeitet, die sind richtig ordentlich.

Was mich persönlich immer stört ist die Tatsache, daß häufig die BehindertenToilette gleich mit dem Damen-WC kombiniert ist, oder noch viel besser, sich im Damenbereich befindet. Zum einen schließe ich daraus, daß die Erfinder dieser Aufteilung davon ausgingen, daß Frauen also in irgend einer Form immer behindert sind und ein behinderter Mann mehr Frau als Mann ist und deshalb zu den Damen muß. :mrgreen:

Was ich mir da schon anhören mußte. :aerger:

Gruß und frohe Ostern,
Lucky
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krass

Beitrag #34 von klaro (+16.05.2008) » 14 Apr 2006 11:33


hallo Lucky

das fiel mir als Frau noch gar nie auf, also ich bin grad erstaunt ab deinem Beitrag. DAss Behinderten WCs normal geteilt werden ist klar. Für beide Geschlechter zugänglich, aber wenn s bei Frauen ein Behindertenklo gibt, nahm ich eigentlich an, dass es dasselbe auf der Herrenseite auch gäbe.

Mann, das ist ja ekelhaft in dem Fall für Männer, sich in die Damen Abteilung zu begeben.

Ist ja krass, aber mir war das bisher gar nie bewusst. Aber man gukkt dann schon blöd, ist schon klar, wenn da plötzlich ein Mann drinne ist. Noch nie erlebt. Aber kanns mir gut vorstellen.

danke, dein beitrag hat mir etwas gelernt udn hoffe, andern auch.

kann diese tatsache kaum fassen. mir war das bisher nie bewusst,klaro :shock:
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Beitrag #35 von mehlbox2001 » 15 Apr 2006 04:41


Hallo Danny,

das war gut mit dem Einwurf mit dem Klo zu Hause. Man kann da noch so reinlich sein und täglich putzen -- allein die Klospülung schleudert Partikel und Bakterien ohne Ende in die Umluft, auch bei geschlossenem Klodeckel. Keine Panik: Weil eine feuchte Zahnbürste besser putzt, spülen wir sie fast instinktiv vorher unter fließend Wasser ...

Andererseits: Öffentliche Toiletten waren schon immer als dreckig verschrien. Genauso dreckig sind aber -- aus Sicht des Bakteriologen und Virologen -- Haltegriffe in der U-Bahn oder das bekanntlich nicht stinkende Geld. Wer glaubt, deswegen besser mit dem Kärtchen zu zahlen, ist auch auf dem Holzweg: Weil das auch andere Leute tun, sind Bankomaten und Zahlkartenstationen fast so heftige Bakterienschleudern wie Heißluft-Händetrockner.

Mein Freund lebt als Nierentransplantierter seit der Transplantation mit Immunsuppressiva, aber selbst die noch funktionierenden Teile des Immunsystems reichen für die Benutzung öffentlicher Toiletten aus. Na gut, als Mann darf er meist stehen ... Und Klaro hat Recht: Nicht alles, was sauber aussieht, ist sauber ... Mal ganz offen: Bloß, weil jemand mal "daneben gepieselt" hat, oder gar bloß Dreck von regennassen Schuhen zu finden ist, bedeutet das noch lange nicht "mehr gefährdender" als anderswo. Ersthelfer lernen sogar, dass Blut und Urin das sauberste sind, was sie auf der Autobahn finden können.

Mein Fazit: Sauberkeit und Desinfizierung sollten fast überall den gleichen Stellenwert haben. Und immer die Zahnbürste erst spülen :wink:

Andreas
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Beitrag #36 von eckhard11 » 15 Apr 2006 10:40


Nun, ich glaube, noch viel, viel, viel, viel, viel problematischer ist es in vielen Praxen, in welchen eine Urinprobe abgegeben werden soll.

Ich weiss ja nicht, wie es bei den Damen ist, aber auf den Männerklos sieht es manchmal aus wie im Schwimmbad.....

Logischerweise !
Sehr viele Patienten bei Urologen sind ältere oder alte Männer.
Die sollen jetzt, "aber bitte den Mittelstrahl", in einen kleinen Plastikbecher pinkeln.
"Aber nicht über halbvoll!"

Da geht ein Teil über die Hände, ein Teil ins Pinkelbecken und ein Teil auf den Fussboden.
Von der Toilettenabdeckung will ich gar nicht sprechen.....
Dann wird der Wasserhahn mit den bepinkelten Händen geöffnet und sich die Hände im viel zu kleinen Becken gewaschen.
Oder es werden sich die Hände nur im Handtuchhalter oder mit den Papeirtüchern getrocknet, ohne sie vorher zu waschen.
Dann geht es ins Wartezimmer und es wird intensiv in den Illustrierten geblättert, möglichst noch mit "Fingerlecken"

Und so verteilen sich die Blasenbakterien komplett durch die gesamte Praxis, bis hin zur Liege. Und dies bei -zig Patienten am Tag.....

Bei den Frauen dürfte es sich nicht viel anders abspielen.

Schon der Türgriff einer Praxistür oder der Knopf im Aufzug des Gebäudes sind richtige Bakterienbomben.
Und da sind noch ein Zahnarzt, ein Gynäkologe, ein Internist und und und im Haus, da es sich um ein "Ärztehaus" handelt.
Bei einem Arztbesuch bekommst Du von jedem Facharzt etwas mit.

Und hier ist nicht die Rede von Eisenbahn-oder Autobahntoiletten, sondern von Praxen, in denen offene Wunden etc. versorgt werden müssen !!
Und in denen sich ja zum grossen Teil schon eh´ etwas immungeschwächte Kranke aufhalten.

Das hört sich zwar jetzt etwas übertrieben und massiv an, aber genauso isses und nicht anders !!!
Ich persönlich glaube, etliche Leute sterben nicht deswegen, weil sie keinen Arzt aufgesucht haben, sondern weil sie diesen in der Praxis aufgesucht haben.


Ich leg mich jetzt in mein - nur von meinen Bakterien verseuchtes - Bett .sleep:
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Beitrag #37 von danny » 18 Apr 2006 21:21


:shock:
bei meinen Ärzten habe ich bisher sehr sauber "aussehende" Toiletten angetroffen.
Ich weiß ja nicht, wie ihr die Becher abfüllt, aber wenn man sich auf die Toilette setzt, dann tropft das, was vorbei geht IN die Toilette und nicht daneben.
Mein Frauenarzt hat ein Klobrille, die sich selbst reinigt (wird einmal durch einen Reiniger gedreht).
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Beitrag #38 von Lucky » 19 Apr 2006 14:09


Also die Sauberkeit bei meiner Urologin ist so wie ich es mir wünsche. Ich finde es halt nur immer recht umständlich über den katheter in ein Töpfchen zu pullern, oder, wenn ich einen Katheter mit Beutel nehme, dann teile des Beutels in das Töpfchen zu füllen.
Als ich beim letzten Inspektionstermin mit Dauerkatheter ankam, war es viel leichter. Ventil auf, tropf, tropf, tropf, Ventil zu.
Absolut sauber. :mrgreen:
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grins

Beitrag #39 von klaro (+16.05.2008) » 19 Apr 2006 15:01


halol danny

lach. Ja da haben wir Frauen es schon toll einfacher... "was daneben geht , neben Becher, das geht mindestends IN die Kloschüssel"!!

Vorteil der Frauen. Sauberkeit war immer gut. Hausärzten, Gynäkologin....

.. nur beim Zahnarzt hab ich Mühe.. da kann man den ersten Termin haben am Morgen und danach aufs Klo... weil mien WEg hin un dzurück dauert meist so lange, dass ich wechseln muss...

bei ihm stellts mir dann immer an... wenn am morgen der Mülleimer... schon so gruselig voll is... da fragt man sich echt.. wie oft wird denn hier und wie geputzt.. für dass sie einem dann in den Mund langen...

ätsch.. und wie Eckhard schrebt.... die Illustrietern an sehen und sich dabei noch die Finger albecken zum blättern...

oft darf man an so Sachen gar nicht denken.


mir scheint nur, wenn ic die Spitalhygiene, mals aufs Spital-Zimmer beziehe, waren unser Anweisungen,(vor 24 Jahren )die wir ganz strikte befolgten.. MASSIVST :!: :!: :!: stärker als heute..... :?:


Dennoch kams damals zu ner Ansteckung eines Patienten im Isolierzimmer.... wobei eine Mitarbeiterin, ne kollegin dann an Hepatitic C verstarb....

mir hat sich dadurch.. dann auc hepatitis C Antikörper gebildet....

da hab ih mich auch gefragt.. " wie um Himmels willen kann denn das möglich gewesen sein"

---

DDamit will ich sagen... Wir Patienten sind gefährdet.. aber BITTE denkt dran... das Pflegeprsonal, die Aerzte.... KEIN BISCHEn WENIGER!!!


mir ist der Vorfall, der Tod der Kollegin sehr nah gegangen damals mit 17 j. denn, es hätte genaug leich MICh treffen können, oder wen anderes...

Hygiene ist NICHT sichtbar... Bakterien tummeln sich über all.........

wo keine bakterien tummeln... kein Leben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


klaro. :roll: .. aber dennoch weiterhin :idea: Vorsicht geboten..
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Beitrag #40 von danny » 19 Apr 2006 23:40


Das ist es ja gerade, worauf ich hinaus wollte. Auch Männer sollten sich AUF die Toilette setzen. Tun sie das nicht, so spritzt es immer auf die Klobrille und auf den Boden. Das finde ich nie besonders appetitlich - ich wohne in einer WG, aber Gott sei dank haben wir zwei Toilette - Damen und Herren...Mein Freund ist zum Glück nicht von diesem Kalliber.

Zum Thema Abfüllen vom Dauerkatheter aus. Hoffentlich weiß Du, das man erst Vorlaufen lassen muß, da sich im Katheter immer jede Menge Bakterien sammeln, egal ob infekt oder nicht. Also, auch beim Dauerkatheter "Mittelstrahlurin".
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