Kontrolliert einnässen

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Kontrolliert einnässen

Beitrag #1 von wiebke46 » 25 Jun 2003 20:28


Hallo Ihr Lieben,

was ich neulich schonmal in einem Nebensatz einer meiner Beiträge erwähnte, möchte jetzt einfach mal als Frage an Euch richten, und zwar wohl in erster Linie an diejenigen, bei denen eine stärkere Streß-, oder eine Dranginkontinenz vorliegen:
Ich wünsche mir Stellungnahmen dazu, ob ich mit meiner "Vorgehensweise" in der Öffentlichkeit genau das tue, wie einige von Euch auch, oder ob ich damit völlig allein dastehe. Konkret bedeutet das, dass ich sehr häufig vermeiden will, dass sich meine Blase überhaupt füllt, um massive "Unfälle" zu vermeiden. Ich suche also soweit ich kann sehr häufig die Toilette auf, auch wenn ich eigentlich noch nicht muß. Wenn das aber nicht ständig geht, z.B. beim Einkaufen, dann neige ich dazu, lieber gezielt kleine Mengen Urin zu lassen, und zwar in solchen Momenten, in denen ich irgendwo gerade stehen kann, als dann später evtl. mit einer größeren Menge die Einlage zu "überlasten". Dies hat den großen Vorteil, dass ich mit Tena Lady Vorlagen meist auskomme, und dass sich nasse "Unfälle" eigentlich nie ereignen. Die Frage ist aber, ob mein Verhalten die Blasenfunktion weiter schwächt, quasi im Sinne eines Anti-Blasentrainings, da bin ich mir einfach selbst nicht sicher. Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass ich auf diese Weise natürlich, wenn ich unterwegs bin, seltener trocken bleibe, als ich es andernfalls würde.
Über Meinungen dazu würde ich mich freuen!

Lieber Gruß, Wiebke
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Beitrag #2 von Helmut » 25 Jun 2003 21:26


Hallo wiebke46,

nun es macht keinen Sinn, "kontrolliert" sein Hilfsmittel einzunässen. Bei einer Dranginko zum Beispiel ist nicht viel mit kontrollieren los, da der Betroffene den Drang nicht bewußt unterdrücken kann und somit auch nicht kontrolliert Einnässen. Es mag bei einer Stressinko gehen, aber Sinnvoll ist das nicht. Solange noch eine gewisse Kontrolle da ist, wie bei einer Stressinko, da sollte man auch die Toilette entsprechend benutzen und nicht das Hilfsmittel. Lieber wählst du eine etwas stärkere Vorlage, damit bist du dann auf der sicheren Seite.

Mit den "kontrollierten Einnässen" sorgst du für ein falsches Sicherheitsgefühl und dein Körper stellt sich entsprechend darauf ein. Das hat dann zur Folge, daß über einen längeren Zeitraum betrachtet, die "Vorwarnzeiten" der Blase extrem kurz werden und du es dann noch schlechter rechtzeitig zur Toilette schaffst. Also besser versuchen, die Toilette aufzusuchen, als die Vorlage zu benutzen.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von wiebke46 » 25 Jun 2003 23:44


Danke Helmut,

für die prompte Antwort auf meine Frage. Im Grunde bestätigst Du mich in genau dem was ich eigentlich ohnehin vermute. Wahrscheinlich sollte ich langfristig konsequent "trainieren". Allerdings scheint mir der von Dir angedachte Wechsel auf stärkere Vorlagen auch wiederum problematisch, denn der fördert ja auch diese Mentalität, oder das Bewußtsein, dass eben "nichts passiert" wenn's läuft. Andererseits ist es für mich persönlich nicht vorstellbar, nasse Unfälle in Kauf zu nehmen, um die Restfunktion von Blase/Schließmuskulatur angemessen trainieren zu können. Einen Mittelweg werde ich wohl suchen...

Gruß, Wiebke
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Noch ein Problem...

Beitrag #4 von Regenmacher » 26 Jun 2003 10:00


Hallo Wiebke,

die Blase kann wachsen bei Belastung und schrumpfen bei Nicht-Nutzung. Wenn du also nie an die normale Füllmenge rankommst, dann wirst deine Blase mit der Zeit kleiner werden - weil sie ja nicht benötigt wird. Das bedeutet dann ein langes Training, um diese wieder größer zu bekommen - bei Stressinkontinenz sehr schwer.

Ich rate dir also dazu, schon bewusst so lange wie möglich anzuhalten und auch nicht beim ersten Anzeichen auf die Toilette zu rennen. Außerdem kann ein sehr gutes Training sein, während des Urinierens den Strahl immer mal wieder zu unterbrechen und für ein paar Sekunden anzuhalten - das trainiert den Blasenschließmuskel.

So, und jetzt alles gute!

Marco
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Beitrag #5 von wiebke46 » 27 Jun 2003 19:15


Danke Marco,

für Deine Antwort, die ja ziemlich in die gleiche Richtung geht, wie die Deines "Vorredners". Ich bekomme den Eindruck, dass das wohl wirklich niemand außer mir so macht wie ich oben beschrieben habe. Übrigens habe ich bereits angefangen, mich versuchsweise an Eure Ratschläge zu halten, was mir schwerfällt.

Gruß, Wiebke
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Beitrag #6 von walker » 27 Jun 2003 19:56


Hallo wiebke,

ich möchte Dir Beckenbodengymnastik empfehlen. Ist zwar recht mühsam (durchhalten!), aber die Übungen können jederzeit und überall gemacht werden, ohne dass jemand etwas merkt.

Je nach Ursache und Art der Harninko kann dies eine gute Sache sein. Das Thema Beckenbodengymnastik kann auch für uns männliche Betroffene hilfreich sein.

Grüsse walker
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Beitrag #7 von Doris » 27 Jun 2003 20:30


Hallo Wiebke,

es ist wohl so, dass die Inkontinenz so eher schlimmer wird.
Für mich stellt sich das Problem inzwischen nicht mehr, da ich inzwischen fast völlig inkontinent bin, aber mir wäre das zu heikel gewesen, eine so kleine Einlage bewusst einzunässen. Hätte viel zu viel Angst gehabt, es nicht mehr stoppen zu können.
Da würde ich doch lieber einen ausreichenden Schutz nehmen, entweder andere Einlagen oder eine PVC-Hose, so dass im Falle eines Falles nichts passiert.

Schöne Grüße
Doris
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Beitrag #8 von Hansi » 06 Jul 2003 15:35


Hallo! Das kontrollierte Einnässe stelle meiner Meinung nach kein Problem dar. Auch ich trage Windeln (tags und nachts) und nässe wenn keine Toilette in der Nähe ist - auch öfter bewußt ein. Da meine Inkontinenz stark fortgeschritten ist und ich dicke Windeln (Molicare Super Plus) trage, finde ich nichts schlimmes dabei, da die Windel ja für solche "Geschäfte" da ist und auch benutzt werden kann.

Bei weniger starker Inkontinenz meine ich, daß man die Toilette so oft es geht aufsuchen sollte.

Jedoch bleibt jedem selber überlassen, wie , bzw. wann er seine Windel "bewußt" benutzt.
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Beitrag #9 von Matti » 06 Jul 2003 19:29


Hallo,

bei dem Beitrag von Hansi komme ich nicht mehr mit. Wie kann man den aus Bequemlichkeit und Faulheit bewusst eine Windel als Toiletten ersatz benutzen?

Ausserdem ist es mir immer wieder ein Rätsel wie Personen die an einer so starken Inkontinenz leiden das sie Molicare Plus benutzen müssen in der Lage sind bewusst Urin lassen zu können und dieses dann nicht nutzen um solche Unfälle zu vermeiden.
Ein Inkontinenzhilfmittel ist zwar dafür da Urin und Stuhlgang , oder wie du schreibst das "Geschäft" aufzunehemen, aber sicher nicht um die Toiletten abzuschaffen.

Vieleicht kannst di ja mal etwas zu den Gründen deiner Inkontinenz schreiben, das würde mich mal Interesieren.

Gruss

Matti

Grundsätzlich kannst du aber machen was du willst, nur Verstämdnis kannst du von mir keines bekommen.
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So könnte ich mir das vorstellen...

Beitrag #10 von Regenmacher » 06 Jul 2003 21:06


Hallo Mattie,

mir fällt eigentlich nur eine Form ein, bei der man das machen kann - wenn man Rollifahrer ist und nicht anders kann.

Bei allen anderen Inkontinenzformen sollte bei der Stärke eigentlich der Wille nicht mehr so richtig zählen - ich selbst wäre froh, wenn der Wille die Macht hätte.

Gruß Marco
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