Kontrolliert einnässen

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

Moderatoren: Helmut, Marco N., Georges, Benjamin

Beitrag #11 von Ramona » 08 Jul 2003 12:52


Ich bin ja Rollstuhlfahrerin und trage die Windeln wegen der stark eingeschränkten Mobiltät. Durch eine degenerative Nervenerkrankung sind bei mir, neben den Beinen auch Oberkörper und Arme betroffen. Als ich 2000 einen Rollantrieb (e-motion) bekam, der meine Restkraft unterstützt, mußte ich mir überlegen, wie ich das mit der Toilette mache. Ich fing mir Vorlagen an, bin aber nach nicht mal einen Jahr zur Windel umgestiegen.
Jetzt aber zum kontrollierten Einnässen: Anfangs habe ich das auch probiert immer nur kleine Mengen laufen zu lassen, damit die Vorlage nicht alles auf einmal aufnehmen muß. Aber es fiel mir echt schwer, denn die Blase meldete sich kurze Zeit später wieder und es war dann keine Erleichterung. Ich benutzte da erst die Tena Lady super. Bin dann aber auf die Tena Comfort Extra umgestiegen. Ich habe dann die Vorlage benutzt, wenn keine behindertengerechte Toilette in der Nähe war. Da die rasch augelaufen sind habe ich noch die Moliform plus eine Zeit lang genommen, bevor ich dann auf Inko-Slips umgestiegen bin (erst Tena plus + super, dann Attends Nr. 10 und jetzt Molicare super).

Mittlerweile habe ich die Windeln auch Tag und Nacht an, da ich diese Sicherheit brauche. Da ich ja alleine wohne ist nicht immer jemand da, der sofort behilflich sein kann beim Toilettengang. Vorher wurde ich dann leicht hektisch und meine Blase fing an sich zu verkrampfen und ich konnte dann es nicht so einfach auf Klo laufen lassen. Jetzt, wo ich die Windel umhabe weiß ich ja, daß ich im Notfall es laufen lassen kann und keine nasse Hose habe. Ich versuche halt trotzdem noch immer die Toieltte zu erreichen, aber wenn ich spüe, ich packe es nicht, ohne, daß ich einen Harnverhalt bekomme, kann ich die Windeln nutzen. Unterwegs ist es schon schwieriger, da plane ich wie die "richtigen" Inko´s, da ich nie genau weiß, wann ich muß oder nicht. Klar versuche ich auch da eine behindertengerechte Toilette zu finden (wobei die mir nur was nutzt, wenn ich jemand dabei habe. Und meist ist es so, daß wenn ich weiß, ich kann jetzt gehen, oft sehr schnell gehen muß. Aber selbst da tue ich mir keinen Streß an. Ich wechsel dann halt, falls sich der Gang selber erledigt hat.

So, jetzt wißt Ihr wie das bei mir aussieht mit dem kontrollierten Einnässen bzw. nicht Einnässen. Vielleicht hilft es Dir ja auch wiebke.

Gruß Ramona
GESTERN ist vorbei,
MORGEN ist noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.

Hermann Bezzel
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Pro kontrolliertes Einnässen

Beitrag #12 von Volker » 09 Jul 2003 00:52


Hallo,

nach den vielen Contras zum Thema kontrolliertes Einnässen, will ich auch mal meine Erfahrungen schildern.

Ich habe eine Streßinko, die macht, was sie will. Weiterhin habe ich seit über 20 Jahren Diabetes und bei hohem Zucker eine vermehrte Ausscheidung von Urin, manchmal einen Liter in der Stunde. Wenn ich einen Harndrang verspüre, geht es mir wie bei kleinen Kindern, die auf Toilette müssen, sie werden hibbelig. Für mich ist es sehr wichtig, daß ich die Sicherheit habe zu wissen, daß ich jederzeit meinen Harn laufen lassen kann. Ansonsten könnte ich wahnsinnig werden. Besonders, bei hohem Zucker, wenn sich sehr viel Flüssigkeit in der Blase ansammelt, ist es bei mir nicht möglich abzuwarten bis ich eine Toilette vor mir habe. Mir ist es früher passiert, daß ich mich sehr angestrengt habe, meinen Harn zu halten, eine Toilette aufgesucht habe und beim Auskleiden ist es losgelaufen ohne daß ich etwas dagegen machen konnte. Wenn ich unterwegs bin und zwischendurch kontrolliert einnässe, habe ich eine Kontrolle wie viel Flüssigkeit sich in der Zeit ansammelt, da ich den Füllstand der Blase nicht gut einschätzen kann. Weiterhin habe ich auch die Erfahrung gemacht, daß wenn man auf öffentliche Toiletten geht, man dort immer sehr leise sein muß und die Windel stark raschelt. Ein zügiges Auskleiden ist da eh nicht möglich wegen des begrenzten Raumes und manchmal muß man sich sehr vorsehen, daß man nicht schmutzig wird. Da bin ich wirklich froh, wenn ich unterwegs nciht aufs Klo muß und eine hygienisch einwandfreie Windel tragen kann. Da ich die Absorin Windeln trage ist es wirklich besser, wenn ich die Urinmengen verteilt abgebe, da das Vlies einige Zeit benötigt die Flüssigkeit zu binden. Dies versuche ich immer dann zu erledigen, wenn ich mich wirklich konzentrieren kann und weiß, daß ich unbeobachtet bin. Weiterhin kann es auch ein Training sein, beim bewußten Einnässen, den Strahl zu unterbrechen und zu versuchen, daß nicht alles auf einmal in die Hose geht.

Trotzalledem ist es wohl jedem selbst überlassen, wie er es handhabt. Hauptsache ist, daß sich derjenige wohlfühlt und eine Möglichkeit gefunden hat, wie er mit dem Problem am Besten klarkommt.

Ich wünsche allen schöne Ferien!


Viele Grüße


Euer Volker
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