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Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Beitrag #1 von papa0861 » 05 Apr 2007 23:43


Hallo Leute,

sonst ein Freund weniger Worte, oft sarkastisch und ..... bin ich heute echt nachdenklich.

Warum?

Ich hatte heute nach langer Zeit wieder einmal einen Termin bei einem Urologen. Grund waren die letzte Laboruntersuchung bei der man Blut im Urin festgestellt hatte sowie meine undefinierbaren Schmerzen im Lendenbereich.

Habe lange für diesen Arztbesuch gebraucht, weil ich eigentlich kein „Kassen“-Füller bin und Arztgesuche scheue.

Absichtlich hatte ich vorerst bei diesem neuen Arzt meine Inko verschwiegen, da ja alle anderen Ärzte mir einhellig attestiert hatten, daß meine Inko rein psychisch ist.

Wenige Handgriffe reichten dem Arzt um festzustellen, daß meine schmerzen nicht aus der Nierenregion stammen. Er sah es dem überweisenden Arzt nach.

So nebenbei verklickerte er mir, daß er die Urologie nur so nebensächlich macht. Sein Feld sind Chirurgie und Akupunktur (inklusive Antirauchertherapie usw.).

Im weiteren Verlauf des Gespräches, was sage und schreibe 45 Minuten dauerte, hatte ich mich dann doch verplappert und meine „psycho-Inko“ angesprochen.

Er runzelt die Stirn und meint, daß er das nicht glaubt. Nach meinen Darstellungen kann die Inko nicht psychisch sein. Allerdings erkannte er auch an, daß alle anderen Voruntersuchungen (Ultraschall, Röhre, Urodynamik und und und) ohne Befund waren.

Meine Mitbringsel (die ich aus dem Urin herausgesammelt hatte) gingen sofort ins Labor.

Seiner Meinung nach könnte meine Inko auf einem vermutlichen Gendeffekt beruhen. Dieser wurde seiner Meinung nach erst vor kurzem erkannt und ist zur Zeit nicht heilbar. Die Untersuchungen zu diesem Ergebnis sind noch nicht abgeschlossen. Auch weiß man noch nicht, ob es sich tatsächlich um einen reinen Gendefekt handelt.

Ursache dieser Inko soll sein, daß der Körper ein bestimmtes Salz aufbaut oder nicht abbaut, was die (nächtliche) Urinproduktion steuert. So genau hab ich das dann auch nicht begriffen. Auf jeden Fall steuert diese Fehlfunktion des Körpers die Inko zur Nachtzeit und eventuell auch Tagzeit.

Das Ganze hat mich nun ziemlich verunsichert. Sicher ist zur Zeit nur Eines.

Ich bin naß und habe eine Überweisung zu einem Nephrologen.

Mal sehen, was der dann feststellt.

Nun wißt ihr, warum ich nachdenklich bin. Seit Jahren lebe ich nun mit der Erkenntnis, daß ich nicht ganz knusper bin. Und nun das?!

Aber einen Vorteil hatte der heutige Besuch. Ich bin wieder mal ein wenig aufgewacht.

Lg
Jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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Beitrag #2 von eckhard11 » 06 Apr 2007 23:08


Hallo Jürgen,

eine erhöhte, nächtliche Harnproduktion nennt man “ nächtliche Polyurie”

Das sogenannte “antidiuretische Hormon” ADH, ( auch Arginin-Vasopressin- Hormon AVP genannt ), soll eine mögliche Ursache für eine vermehrte nächliche Harnproduktion sein.
Eine höhere AVP-Konzentrationen in der Nacht führen beim gesunden Menschen zur vermehrten Wasserrückresorption aus den renalen Tubuli.

ADH-Mangel in der Nacht, bedingt entweder durch Sekretionsmangel oder durch ADH-Rezeptordysfunktion, führt zu einer verminderten Produktion konzentrierten Sekundärharns und somit zu einer vermehrten nächtlichen Harnproduktion.

Ausserdem können auch andere Hormone wie Parathormon, Aldosteron, Kortikosteroide und Glukagon ebenfalls die nächtliche Harnproduktion beeinflussen.

Bei der Schlafapnoe mit Erhöhung des Atemwiderstandes kommt es, bedingt durch atriale natriuretische Peptide, ebenfalls zu erhöhtem renalem Natrium und somit zu vermehrter Wasserausscheidung.

Ödeme der unteren Extremität, wie bei venöser Stauung oder Herzinsuffizienz, führen ebenso zu einer Steigerung der nächtlichen Harnproduktion. Diabetes mellitus, große abendliche Trinkmengen, abendliche Diuretikaeinnahmen vermehren ebenfalls die nächtliche Harnproduktion.

Die entsprechende “Übersetzung” solltest Du Dir aus einem medizinischen Wörterbuch ( oder eventuell Wikipedia ) erlesen.

Auf jeden Fall solltest Du Dich mal untersuchen lassen, ob einer der Faktoren auf Dich zutrifft..

Gruss
Eckhard
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Beitrag #3 von Mocca » 07 Apr 2007 13:27


Wow, Eckhard,

Deiner super umfassenden Darstellung ist eigentlich echt nichts hinzuzufügen!

Die gute Nachricht für Dich, Jürgen: Sollte es sich tatsächlich bei Dir um eine verminderte nächtliche Produktion des Hormons ADH (Antidiuretisches Hormon) handeln,so gibt es ein sehr wirksames Medikament dagegen ("Minirin" oder "Desmogalen", rezeptpflichtig). Kennzeichnend für solch eine verminderte Hormonproduktion wäre dann allerdings, dass Du nachts unnormal große Mengen Wasser (Urin kann man ja schon fast nicht mehr dazu sagen) ausscheidest.

Liebe Grüße und toi toi toi, dass Du auf diesem Wege weiterkommst! :D

Mocca
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Beitrag #4 von papa0861 » 07 Apr 2007 17:27


hallo ecki und mocca,

erstmal danke für die hinweise.

ich glaube, um eben dies abzuklären hat mich der urologe zu diesem anderen facharzt überwiesen. mal sehen was da rauskommt.

wenn sich das in irgend einer form bestätigen sollte, habe ich bislang ganze zwei jahre verschenkt. wobei ich mich natürlich frage, wieso der erste urologe das nicht abgeklärt hat.

na warten wir mal ab. so wie ich unsere mediziener kenne, wird dieser termin bestimmt auch wieder paar wochen auf sich warten lassen. aber geduld habe ich ja mittlerweile gelernt.

lg
jürgen
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