Selbsthilfegruppen

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Selbsthilfegruppen

Beitrag #1 von karina » 09 Jul 2003 10:27


Hallo

Ich bin selbst auch betroffen und hab hier auf der Seite einiges über Selbsthilfegruppen gelesen.
nun meine Frage hat jemand schon Erfahrungen gemacht? Wie groß sind die Gruppen in der Regel und wie ist dort die Atmosphäre
Bin schon seit langen am überlegen hab mich nun durchgerungen hinzugehen.

lieber Gruß

karina
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Beitrag #2 von Helmut » 09 Jul 2003 11:56


Hallo Karina,

also es bringt schon was, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Ich habe selber die Selbsthilfegruppe Inkontinenz in Augsburg gegründet. Die meisten Gruppen haben zwischen 5 und 10 Gruppenmitgliedern, kommt aber auch etwas auf den Altersdurchschnitt an. In meiner Gruppe liegt der bei etwa 40, als genau in meiner Altersgruppe.

Die Atmosphäre ist sehr freundschaftlich und mit der Zeit entstehen auch teilweise enge Kontakte zwischen den Teilnehmern. Klar ist das nicht von Anfang an, denn man muß sich ja erst mal "beschnuppern" wie man so schön sagt. Du kannst auch völlig Anonym eine solche Gruppe besuchen wenn du keine persönlichen Angaben machen willst. Es geht ja in erster Linie um seine Inkoprobleme und die Erfahrungen die man damit gemacht hat. Ich habe die Erfahrung gemacht daß die Teilnehmer mit der Zeit doch offener werden und mehr von sich Preis geben als am Anfang. Wir telefonieren gelegentlich oder halten Kontakt per E-Mail, auch zwischen den Treffen. Ich denke daß daraus eine enge Gemeinschaft entsteht, es somit allen Teilnehmern zu Gute kommt und jedem Hilft mit der Inkontinenz besser klar zu kommen.

Der schwerste Schritt für dich ist es natürlich dich zu überwinden und eine solche Gruppe zu besuchen, du offenbarst dich ja daß du auch darunter leidest. Ich habe damals auch lange Überlegt, ob ich wirklich soweit gehen will und eine Gruppe zu gründen. Für mich war es auch nicht so leicht, ich hatte auch etwas "wacklige Knie" denn ich wußte ja nicht wer kommt und wie die Reaktion sein wird. Ich hatte ja schon den Vorteil, daß ich mich schon Vorher mit anderen Betroffenen getroffen hatte und so war es doch noch etwas leichter.

Bei mir hat es hier im Internet angefangen, hier im alten Inkoforum habe ich die ersten Kontakte geknüpft. Zuerst nur über die Beiträge, dann später über E-Mail und irgendwann dann auch per Telefon. Es kostete auch Überwindung, zum Hörer zu greifen und anzurufen, denn im Internet bist du ja noch Anonym. Der nächste Schritt, das persönliche Treffen kostet nochmal eine große Überwindungskraft. Aber ich muß sagen, der Weg hat sich gelohnt, ich habe dadurch viele neue Freunde kennen gelernt. Also habe den Mut und besuche eine solche Gruppe, es bringt wirklich viel für dich.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von Gudrun » 09 Jul 2003 22:56


Hallo Karina,

wenn es bei Dir in der Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt, solltest Du hingehen, auch wenn das erste Mal große Überwindung kostet. Es wird Dir sicher gut tun, Dich mit anderen Betroffenen austauschen zu können. Ich selbst würde sehr gerne in eine Selbsthilfegruppe gehen, aber leider gibt es hier im weiteren Umkreis keine. Mir hat es aber schon sehr geholfen, dass ich übers Internet Kontakt mit anderen habe. Doch selbst hier ist es mir am Anfang sehr schwer gefallen über meine Probleme zu sprechen, obwohl es ja anonym ist.

Es ist so wie Helmut gesagt hat, jeder Schritt bedeutet erneute Überwindung. Inzwischen fällt es mir schon leichter und es ist einfach ein gutes Gefühl, dass man nicht mehr so alleine dasteht und die anderen Verständnis für die Probleme haben, weil es ihnen ja ähnlich geht. Das ist das Beste was einem passieren kann: Nicht mehr alleine sein und Verständnis erfahren. Das solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen und deshalb rate ich Dir unbedingt zum Besuch der Selbsthilfegruppe.

Mir steht demnächst ein erstes persönliches Treffen bevor. Ich bin ein wenig aufgeregt aber ich freue mich darauf. Es ist wieder ein Schritt in die Richtung, mit der Inko besser fertig zu werden und Hemmungen abzubauen.

Gruß Gudrun
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Einfach tun...

Beitrag #4 von Regenmacher » 10 Jul 2003 12:20


Hallo Karin,

natürlich mag es etwas Überwindung kosten, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen. Aber das Gute ist - die Leute sind ja auch alle inkontinent, also peinlich braucht es dir nicht zu sein.

Dein Vorteil - du kannst endlich mal mit jemandem sprechen, der das gleiche Problem hat. Ärzte oder Pflegepersonal im Krankenhaus kennen zwar Inkontinenz, aber praktische Tipps kann dir nur ein Mensch geben, der unter dem gleichen Problem leidet.

Ich selbst bin schon über sieben Jahre inkontinent, das meiste habe ich aber erst durch das Forum und durch Gespräche mit Mitgliedern gelernt. Zwar gibt es noch keine Selbsthilfegruppe in München, aber wir arbeiten daran. Und klar ist, daß ich diese dann auch immer besuchen werde, sofern es mein Terminkalender zuläßt, denn meine Erfahrungen können auch anderen helfen, so wie diese mir gute Tipps geben.

Und außerdem ist es doch schön, irgendwann mal Freunde zu haben, bei denen du ganz unbesorgt einfach du selbst sein kannst. Nutze die Chance und verlass das Schneckenhaus, in das viele sich gerne zurückziehen.

Marco
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Beitrag #5 von Alf_ » 10 Jul 2003 21:01


Hallo,

nach einem Herzinfarkt schämt sich ja auch keiner offen über seine Krankheit zu sprechen, oder einer Selbsthilfegruppe beizutreten und offen darüber zu reden.
Doch beim Tabuthema „Inkontinenz" gib es jedoch eine grosse Hemmschwelle, einer Selbsthilfegruppe beizutreten, die meisten versuchen dies zu verheimlichen.
In der Selbsthilfegruppe können Erfahrungen und Ratschläge von Betroffenen ausgetauscht werden. Wasfür alle nur von Vorteil ist.
:lol:
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mir reichen foren und chat

Beitrag #6 von Amethysta » 11 Jul 2003 01:27


Hallo,

für mich persönlich sind Chat und Foren vollkommen ausreichend um mich mit *undichten personen* auszutauschen.

Ich kann auch sagen, daß ich sehr viele gute Freunde im Netz gefunden habe und auch mit vielen in sehr engem persönlichen Kontakt stehe. Und ich erinner mich sehr gerne an meine ersten Postings auf Marcos Inko-Forum und die ersten Schritte im Chat auf yellohost.

Besonders die Suche nach INES kommt mir jetz wieder in den Sinn und die Hilfe von Denny, wenn ich mal wieder Probleme beim Bilderöffnen durch AOL-Mails hatte. (Denny hat die Bilder für mich umgewandelt). Ja das waren noch Zeiten, Nächte haben wir durchgechattet *rotwerd und auch sehr viel telefoniert (wobei ich Telefon immer noch hasse) !!!

Auf diesem Wege einen kleiner Abschiedsgruß an Denny, ich hab mir die mails noch mal durchgelesen, er hat mir sehr geholfen und auch durch seinen Einsatz für diese Seite wird er mir immer in Erinnerung bleiben.

Um noch mal aufs Thema SHG zurückzukommen, es ist nicht jedermanns Sache, sich anderen zu *outen*, wie Alf geschrieben hat, in eine SHG nach Herzinfarkt zu gehen ist kein Problem, warum dann bei Inko ??? Also ich sag mal den Bauch entscheiden lassen, und wie in der Titelzeile beschrieben : Mir reichen Foren und Chat

die Amethysta
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Danke Amethysta!

Beitrag #7 von Regenmacher » 11 Jul 2003 01:52


Liebe Amethysta,

ja, es ist im Forum nicht laut angesprochen worden. Denny ist ein echter Verlust. Grade als die Seite, in der so viel Arbeit gesteckt hat, fertig war, wurde er abberufen.

Nun, die Seite ist ein voller Erfolg und so lebt er in seiner Arbeit weiter. Und ich denke, der Verein wird ihm irgendwann sein virtuelles Denkmal setzen.

Zum Thema Inkontinenz-SHG. Klar, jeder nach seinem Geschmack. Mir persönlich ist eigentlich der Internet-Kontakt der bequemste. Das mache ich von zu Hause aus. Wann und wie ich will.

Trotzdem mag eine SHG sehr gut sein - vor allem für Leute, die durch die Inkontinenz verlernt haben, ein Leben außerhalb ihrer vier Wände zu führen. So kommt man auch mal wieder unter Leute. Und außerdem - nicht jeder Inkontinente ist unbedingt Internetaffin.

Jeder sollte nutzen, was ihm am meisten gibt - unter Umständen auch beide Wege.

Gruß Marco
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