Wer gibt einem eigentlich wirklich Hilfe !?

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Wer gibt einem eigentlich wirklich Hilfe !?

Beitrag #1 von Merlin » 10 Aug 2003 18:12


Hallo,
ich habe seit ca. 11. Jahren ein Problem mit meiner Inkontinenz (Urin+Stuhl). Meiner Meihnung nach, liegt der Grund bei einer verpfuschten Darm-OP die ich während meiner Bundeswehrzeit über mich ergehen lassen mußte (...zumindest ist seit diesem Zeitpunkt meine Erkrankung vorhanden). Seit damals habe ich unzählige Untersuchungen, Therapien etc. mitgemacht. Resultat: Keine "organische" Erkrankung ! Eigentlich eine gute Nachricht, wenn da nicht das Problem mit dem in die Hosen machen wäre !? Im Verlauf verschiedener Ansätze von Ärzten, Therapeuten und Rehaeinrichtungen sind alle immer und immer wieder bei dem gleichen Ergebnis angelangt: - Psychosomatische Erkrankung - ...sprich; Sie haben eine an der Klatsche ! Einige gingen sogar soweit, dass sie mir eine gewisse Neigung zum Windelfetisch attestiert hatten. Über eines bin ich mir jedoch ganz sicher. Ich habe weder den Hang mir absichtlich in die Hose zu machen, noch finde ich es besonders Toll mit Pampers herumzulaufen !!!! Wo ist da bitte ein Fetisch !? Im Gegenteil, für mich gibt es kein größeres Handycab als eine Inkontinenz zu haben. Seit 11. Jahren ständig die "Macherei" mit Vorlagen, Windelslips etc. - ständiges Wundsein ...gerade im Sommer - Wo ist der nächste Klo - welche Slips rascheln - wem fällt es auf das man Pampers trägt - Und nun der Main-Point schlecht hin: " Wie ist es mit einer Partnerin ... wie läuft es mit dem Sex !? " Und wer kann oder will einem bei seiner Krankheit noch helfen ? Für meine Ärzte ist das Problem mit einem monatlichen Rezept für Tena`s erledigt ! Das kann ich ja noch verstehn, den eine Pille gegen Inkontinenz gibt es nun mal nicht. Mein Therapeut versucht immer noch einen Grund für eine "Psychosomatische Ursache" zu finden. Und ich lebe derweilen mit 35. Jahren wie ein Kleinkind mit Pampers am Hintern, toll !!! Also, falls es jemanden gibt der eine Lösung oder gute Idee hat, dann melde Dich doch mal. Ich würde mich freuen !
Gruß Rüdiger
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Merlin
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Beitrag #2 von Helmut » 10 Aug 2003 18:36


Hallo Rüdiger,

die Antwort der Ärzte "Keine "organische" Erkrankung !" nehmen sie gerne, wenn sie nichts finden, weil sie vielleicht mit deinem Problem überfordert waren.

Deine Inkontinenz könnte auch durch eine neurologische Störung, sprich einer Nervenschädigung ausgelöst werden. Du hast ja geschrieben daß bei dir eine Darmoperation gemacht wurde und dabei könnten durchaus Nerven verletzt worden sein. Wurde bei dir auch ein EMG ( Elektromyographie), das ist eine neurologische Untersuchung gemacht? Damit wird die Nervenleitgeschwindigkeit ermittelt, um zu sehen ob die Nervenimpulse auch bei den Schließmuskeln ankommen. Sollten die Nerven ok sein, dann bleibt praktisch nur noch eine psychische Ursache übrig. Diese Ursache zu finden dürfte sehr schwer sein, da es bei dir keinen erkennbaren Anhaltspunkt gibt, wie du schreibst.

Für dich ist die Inkontinenz noch viel mehr belastender, weil du ja keinen Grund dafür kennst, als für andere Betroffene, die ihren Grund der Inkontinenz sehr genau kennen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Die lieben Ärzte..

Beitrag #3 von Regenmacher » 10 Aug 2003 23:28


Hallo Merlin,

also ich hatte vor zwei Jahren ein Gutachten, wo auch geklärt werden sollte, ob meine Harninkontinenz mit meinem Arbeitsunfall (Verkehrsunfall) zu tun hat. Die Untersuchung an sich war schon ein Witz - ein Ultraschall! Danach kam ein seitenlanges Gutachten raus, daß erklärte, die Inkontinenz wäre so nicht möglich und hätte, falls sie überhaupt vorhanden ist, nichts mit dem Unfall zu tun. Bemerkenswert war auch, welche Ursachen da angenommen wurden. Also entweder habe ich Spaß an der Sache oder bin einfach ein wenig plem plem, um das mal umgangssprachlich einzuordnen.

Nun hatte ich vor zwei Wochen eine Operation, bei der im Brustbereich am Rücken was gemacht werden sollte. Und endlich stießen die Ärzte auf eine Anomalie, die zumindest erklärt, daß im Bereich BKW 9 bis 10 ein Unfallereignis stattgefunden hat und damit auch erklären könnte, woher die Inkontinenz kommt. Der Arzt geht zu 99 Prozent von einem Zusammenhang aus.

Witzig war nur, daß trotz mehrfacher CT und MRT in diesem Bereich bisher nichts gefunden wurde. Auch bei der nach der OP stattfindenden Untersuchung war erst mal nichts zu erkennen. NUR WEIL die Ärzte wussten, daß da was sein muss, haben sie so lange gesucht (mit Kontrastmittel etc.), bis sie fündig geworden sind.

Ich will damit sagen - nur weil eine Untersuchung nicht zum Ergebnis führt heißt das noch nicht, daß da nichts ist. Auch die Medizin hat ihre Grenzen und etwas zu suchen, von dem man nicht glaubt, daß es da ist oder wo man nicht weiß, wonach man suchen soll, ist auch schwer zu finden.

Gib nicht auf - mach den Ärzten Dampf. Wechsle so lange die Ärzte, bis du an einen rankommst, der dich ernst nimmt. Manchmal bedeutet das, zu mehr als 10 Ärzten zu gehen - aber für dich ist es doch wichtig, wenigstens mal ernst genommen zu werden und zu wissen, was du hast. Lass dich nicht abstempeln.

Alles Gute!

Marco
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Zustimmung und Tipp

Beitrag #4 von mehlbox2001 » 11 Aug 2003 04:04


Kopf hoch, Merlin (und alle andern),

ich kann das aus 'ner ganz andern Ecke bestätigen! Der Mann, mit dem ich zusammen lebe, hat seit über 20 Jahren alle paar Jahre akute Anfälle von Facialis Parese, kommt dann mit total schiefem und entstellten Gesicht ins Krankenhaus, und alle kümmern sich rührend. Wenn er "zwischendurch" starke Anspannungsgefühle in der Gesichtsmuskulatur hat, schicken sie ihn regelmäßig zu "Therapeuten", die nicht so recht wissen, was sie mit diesem selbstbewussten und obendrein Pädagogik- und Psy-studierten Chefredakteur anfangen sollen -- sowas kommt nämlich in den Lehrbüchern nicht vor. Bis zum nächsten akuten Schub natürlich, da nimmt ihn jeder wieder ernst. Dumm daran ist, er will nicht immer wieder krankgeschrieben werden, sondern seinen Job gut machen!

Inzwischen hat er nach Suche in diversen Medizin-Foren zwei, drei Leute im gesamten deutschsprachigen Raum gefunden, die sein Leiden kennen und teilen. Ist wohl wirklich sehr selten, wie mehrfache Facialis Parese überhaupt. Dagegen ist das Suchen und Finden dieses Inko-Forums übrigens kinderleicht! Das übrigens als kleiner Trost an alle mit "feuchten Hosen": Verglichen mit meinem Freund haben wir's einfach, Leute mit ähnlichen Fragen und Antworten zu finden!

Die Message kann also bloß lauten, Leute, lasst euch nicht unterkriegen! Einen Tipp möcht ich noch zusätzlich loswerden, obwohl das auch der Thomas noch nicht gemacht hat: Bei manchen noch wenig erforschten Sachen hat sich ein Anschlag am "Schwarzen Brett" am Medizin-Fachbereich der nächstgelegenen Uni bewährt, oder in der Uni-Klinik. Text wäre "Seltene Krankheit für Forscher / Studi / AIP / Diss: Wer möchte xyz erforschen ..." -- ich hab früher mal im AIP-Versicherungsgeschäft gearbeitet, mir haben manche Jungmediziner erzählt, dass so Forschungsthemen entstehen können. Und heute mit anonymen Mehl-Adressen ist das ja noch tausend Mal diskreter als in den 90er Jahren ...

Ich wünsche allseits genug Energie ...
Andreas

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Beitrag #5 von der Blinki » 12 Aug 2003 22:59


Hallo Merlin.

Das mit der psyhosomatischen Angelegenheit habe ich auch hinter mir.
Nur habe ich auch noch andere Erkrankungen wo bei auch immer von psychosomatisch gesprochen worden ist.
Ich kann dir sagen , bald hätte ich es auch geglaubt.
Aber ich habe mir ans Herz gefasst und einen termin bei einen Psychater ausgemacht.
nach einen sehr langenm Gespräch in meheren Runden hatte er fest gestellt das bei mir keine psychsomatische Erkrankung vorläge.
Nun Frage ich mich .: WEM SOLL ICH DENN NUN GLAUBEN:

Einerseits bin ich froh das ich ein Arzt gefunmden habe der mir attestiert das ich kein an der Klatsche habe, anderseits aber auch traurig denn so bin ich immer noch auf der Suche nach der Ursache der Erkrankung und deren Hintergründe.

Ich stimme meinen Vorrednern zu. Die Ärzte machen sich es sehr leicht , wenn sie keine organischen Ursachen finden können alles auf der psychosomatischen Schiene zu schieben.
Aber wie ich in vielen meiner vorhergehen Beiträgen schon immer wieder angemerkt habe . wo bleibt da der Mensch.
Ich habe eine Schlimme Zeit mitgemacht , wo ich nicht mehr wusste was eigentlich mit mir los war, und habe auf die Ärzte geschimpft wie ein Rohrspatz.

Bei mior wurde eine Syringomyelie des Rückenmarkes ( Th4 - Th 12 ) festgestellt aber es kann nicht die Ursache der Inkontinenz sein.

Ich habe seit einen halben Jahr epilkeptische Anfälle ( bin dadurch z. Z krank geschrieben )
LZ-EEg . Leichte Veränderung der .....
Schädel-MRT : Verformung der Stirnlappen dadurch.....

Alles aber nicht die Ursache für.........,...

Merlin das ist mein Statement zum Thema Ärzte.
Bleine nicht bei einen , Sondern ziehe mehere zu Rate.

Einen liebnen Gruß aus den sonnigen Bremen

Der blinki
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Beitrag #6 von Harald1969 » 14 Aug 2003 19:00


Hallo Merlin!

EMG wurde bei mir auch gemacht. Hatte hier aber einen negativen Befund. Auch bei mir konnte man nicht viel erkennen. Ich wurde dann zur Neurologin geschickt, die ZUFÄLLIG auch eine Psychiaterin war. Sie hat es zuerst mit Antidepressiva versucht, die ich aber nach kurzer Zeit wegen der Nebenwirkungen selber abgesetzt habe. Danach hat sie ein wenig in meiner Vergangenheit herumgestochert (eher planlos) und ich habe, wohlwissend was es auslöst, den Grund gesangt, den sie sucht: eine Vergewaltigung in meiner Kindheit durch eine Kinderkrankenschwester. Sie war recht erleichtert, dass sie endlich einen Grund gefunden zu haben glaubte. De facto hats nix geändert.

Die Tatsache, dass ich immer im Sommer fast trocken war und im Winter auch das große Geschäft reinging, machte mich stutzig und ich hab mal selber herumgestöbert. Es gibt verschiedene Hormone, die mittels UV-Licht gewisse Nervenprozesse im Körper auslösen. Der Vorgang ist sehr kompliziert und hat neben dem Hormonhaushalt auch mit dem Vitamin D Haushalt zu tun. Anscheinend ist dieses Gleichgewicht bei mir gestört. Das Problem hat auch andere Auswirkungen (Muskelkrämpfe, vor allem in den Beinen, Muskelzucken, Herzrhytmusstörungen, etc.)

Was tue ich dagegen? Milchprodukte, Gemüse (vor allem alles was Karotin enthält) und viel Sonne, bzw. im Winter manchmal ein Solariumsbesuch. So gebe ich meinem Körper, was er braucht.

Resultat: vielleicht ists ja auch der Placebo-Effekt, aber ich habe für mich persönlich tolle Resultate erzielt.

Vielleicht hilfts ja bei Dir auch was. Wär schön!
H.
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