Wer weiß von Eurem Leiden?

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #31 von Cveta » 02 Jul 2014 12:29


Die meisten Freude wissen es. Ich habe immer Ersatz-Inkoslips und Kleidung dabei. Auch nehme ich Rucksack beim Wechsel mit aufs WC.

Bei online Computerspielen kommt es schon mal vor, dass ich sagen muss, dass ich mich frisch machen muss.
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Cveta
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #32 von Gulliam » 02 Jul 2014 15:25


Die Verwandte und die besten Freunde wissen es. Nun bin ich noch in einer besseren Lage, ich brauche keine Windeln, sondern Vorlagen,
Vorrat habe ich immer im Auto, und natürlich wenn ich wo hin gehe, immer in der Tasche.
Viele Grüsse
Gulliam
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #33 von Dennis1987 » 13 Aug 2014 10:48


Hallo Mullemaus.

Also bei mir weiß Mittlerweile fast jeder der mich kennt von meinem Leiden,
klar anfangs habe ich mich auch total Versteckt und gehofft dass keiner etwas sieht oder bemerkt.
Aber ich habe schnell gelernt damit umzugehen und dass mir Verstecken nichts bringt.
Dass beste beispiel ist von meiner Ersten Arbeit nach dem die Inkontinenz kam,
Ich hatte mir fest vorgenommen dass Geheim zu halten da es mir Wirklich Peinlich und unangenehm war.
Allerdings hat dass Verheimlichen mir im endeffekt mehr Probleme verschafft wie ich Vermutet habe.
Ich stand dauernd unter stress weil ich mehr damit beschäftigt war aufzupassen dass keiner was merkt wie alles andere.
Zudem kam dann irgendwann der tag x wo es dann doch jemand merkte und schwupps die Gerüchteküche brodelte, und so wie
viele Menschen halt sind kamen sie auf alle möglichen ideen bloß nicht auf eine Verursacht voll inko durch einen Unfall.
kurz gesagt Schrecklich.
Mittlerweile gehe ich sehr offen damit um mach sogar meine Witze darüber, und ich habe schnell gemerkt dass das mein schlüssel war
um noch besser damit umzugehen.
In meinem neuen Job habe ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt und siehe da jeder Akzeptierte es und Gerüchte gab es keine es wusste ja jeder warum es so ist.
In meinem Freundeskreis wissen es auch alle und auch da stehen alle Hinter mir.
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #34 von Ditta59 » 24 Feb 2015 02:50


Hi Mullemaus,

mein Mann hat es natürlich als Erster mitbekommen und war erstmal verwirrt. Denn er ist ja derjenige von uns beiden, der schwerbehindert und chronisch krank ist und ich bin diejenige, die das Inkontinenzproblem hat. Mein Mann hat viele "Baustellen" aber inkontinent ist er nicht. :sm1: Gott sei Dank. Es reicht schon, wenn einer von uns Vorlagen und Windeln braucht. Mit Menschen, die ich etwas besser kenne, habe ich auch schon darüber gesprochen. Mein persönlicher Eindruck hier: es gibt mehr Menschen mit Inkontinenz als wir denken, nur: die meisten Leute halten es nach wie vor als Tabuthema, über das "man" einfach nicht einfach so spricht. :idee:
Als Leiden würde ich meine Inkontinenz jetzt nicht bezeichnen, eher als lästiges Übel. Ich hätte noch gut und gerne 20 Jahre gehabt, die ich ohne Inkontinenzartikel verbracht und gelebt hätte. Vorallem im Sommer wenn´s so richtig heiss ist, finde ich es echt bescheiden, inkontinent zu sein und auch noch mit ner dicken Einlage im Schritt rumzuschwitzen. :puke: Na ja, es hilft nichts, es ist wie es ist und ich bin froh, dass es nicht nur mir alleine so geht, sondern dass es viel mehr Leute gibt, als ich denke, und nicht nur die Senioren ab 70 oder 80, die inkontinent sind oder werden. :humpel: Humor ist einfach, wenn frau trotz Inkontinenz noch lachen kann.

Alles Liebe, Ditta.
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #35 von Frederik » 26 Aug 2015 22:16


Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein möglichst "nebensächlicher" bis offener Umgang mit Inkontinenz der einfachste ist. Auch wenn das am Anfang extrem schwer ist. Zumal es eben doch seltener ist, dass es jüngere Semester trifft. Inkontinenz ist eben immer noch ein wenig als Rentner-Problem verschrien.

Ich hab es selber Jahrelang verheimlicht, was recht gut ging. Ich war sogar so gut, dass ich mir meine Windel selbst in Gemeinschaftsschlafräumen unauffällig anlegen und morgens loswerden konnte. Das hatte schon beinahe Thriller potenzial.
Aber als es mich dann auch Tagsüber erwischte war selbst für mich die Welt erstmal zuende. Als ich mich darauf hin in die längst überfällige, ärztliche Behandlung begab hat man mir recht schnell klargemacht, dass es mindestens eine längerfristige Sache wird. Mir war dann aber auch klar, dass ich mich nicht einfach aus dem Leben zurückziehen konnte(und auch nicht wollte).
Die Ersten denen ich es erzählt habe waren meine Eltern, welche sehr einfühlsam reagiert haben. Trotz der Vertrautheit ein schwerer Schritt, der mich aber angefangen hat wieder etwas zu erden. Ich hab es dann nach einer kleinen Verschnaufpause meinen allerbesten Freunden erzählt, welche das auch, zu meinem überraschen, sehr verständnisvoll reagiert haben. Dabei bekleckern wir uns in der Regel nicht durch besonders reifes Verhalten. :mrgreen:
Die Jungs waren immer wie Brüder für mich und haben da unter Beweis gestellt das dieses "Bro" Gelaber eben nicht nur Gerede ist. Ihr belangloser Umgang mir der Sache hat mich dann noch weiter auf den Boden der Realität zurückgeholt. Ich hab es dann auf ein paar weitere Freunde ausgeweitet mit denen ich öfter Umgang habe und nur positive Erlebnisse gehabt. Das hat mir noch mehr Selbstvertrauen zurückgegeben. Auch wenn es Situationen gab in denen ich wieder Herzklopfen hatte.

Ich hab inzwischen Dinge gemacht, die ich am Anfang abgeschrieben hatte, wie Disco-, Konzert-, Festival- oder Schwimmbadbesuche. Mein Selbstbewusstsein ist, bis auf ein paar düstere Tage, dann und wann, wieder so wie früher. Etwas größer als nötig. ^^

Ich sehe zwar keinen Grund es mir auf die Stirn zu tätowieren und es gibt auch noch genug Leute aus Freundeskreis und Familie die es nicht wissen, aber sollten sie es irgendwie merken ist mir das egal. Auch auf der Arbeit weiß es niemand. Ich leg es nicht drauf an. Wer aber meint sich darüber lustig zu machen erntet meinen Zorn - und der hat Menschen auch vorher schon eingeschüchtert. Wie ich festgestellt habe klappt dies auch wenn jemand, der etwas merkt, meint sich dumm zu äußern. :twisted:

Vielleicht hatte ich Glück, dass meine ersten Erfahrungen alle positiv verlaufen sind und ich so schnell wieder einigermaßen auf die Beine kam. Aber ich kann jedem nur empfehlen am Leben teilzunehmen und selbstbewusst zu reagieren wenn es dazu kommt - es ist der bessere Weg. Oft ist es rethorisch recht einfach solche Menschen von ihrem hohen Ross zu treten. Seht es als Chance in diesen Situationen euer Umfeld zu säubern. Menschen die meinen dich wegen deiner Erkrankung zu demütigen sind wertlos und für das eigene Glück völlig entbehrlich. Früher oder später hätten dich solche Leute ohnehin enttäuscht.

Achja, und geht zum Arzt. Es legt sich dann eben doch nicht irgendwann von selbst...
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #36 von StefanHageleit » 04 Nov 2015 09:11


Da es damals in der Schule nicht zu verheimlichen war weiss eigentlich jeder aus meinem Freundeskreis Bescheid. Wieso auch damit hinterm Berg halten, am Ende kommt es eh raus.

Meine bessere Hälfte fand es zuerst etwas erschreckend hat dann aber gemerkt das es doch schlimmeres gibt. Man lebt einfach damit :)
Meine Unterhose hat 4 Klebestreifen, na und?!
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #37 von LisaMi » 25 Apr 2017 19:35


Familie und enge Freunde. Und die, bei denen ich übernachte. Ich dränge die Info niemandem auf, aber vertusche es nciht komplett. So frage ich z.B. diskret nach einem größeren Eimer oder einer Tüte im Bad. Es ist nie auch nur ein einziges Wort gefallen. Im gegenteil reichten mir bereits 3 Leute die Hand udn sagten: Willkommen im CLub. :P
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #38 von julia42 » 10 Jan 2018 19:37


Bei mir weiss es nur meine Partnerin und meine Tochter und mein bester Freund. Dann gibt es natürlich noch diverse Ärtz_innen die das wissen. In meinem Job weiss es auch noch eine Kollegin, die hat es aber selber rausgefunden - war aber kein Problem. Mir war es ultra Peinlich. Ansonsten habe ich es niemandem erzählt. Es fällt mir sehr schwer mir Leuten die ich kenne drüber zu sprechen. Das würde ich aber gerne ändern (Neujahrsvorsatz für 2018, haha :D ).
Vor allem weil sich bei mir langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass sich an meiner Inko wohl nix mehr ändern wird. Nach über sieben Jahren erfolgloser Ursachensuche und unzähligen ebenso erfloglosen Therapieversuchen steht das jetzt wohl an - nicht einfach...
Grüße
Julia
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #39 von Powerfix » 10 Jan 2018 20:15


Hallo
Bei mir weiß es selbstverständlich meine Frau, meine Kinder, mein Hausarzt und natürlich mein Proktologe und Urologe. Sonst braucht es niemand wissen. Ich habe festgestellt das selbst gute Bekannte und Freunde oft nicht dicht halten können (die verbale Inkontinenz war zwar bei einer anderen Sache, aber gebranntes Kind......). In der Arbeit weiß es auch keiner, alles ohne Probleme
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Re: Wer weiß von Eurem Leiden?

Beitrag #40 von Sebald » 15 Jan 2018 16:31


...na ja, was heißt 'Leiden'? - Inkontinenz ist ja kein 'Leiden' an sich, sondern nicht immer heiterer Nebenschauplatz einer anderen Erkrankung...; wenn ich davon erzähle, dann eben immer nur im Zusammenhang dieser größeren Erkrankung. Und dann auch nochmal dahingehend abgestuft, dass ich die Stuhlinkontinenz deutlich weniger eingestehe....

Aber gut, wer weiß nun davon? Mal nachdenken: Ganz nah stehende Verwandte (Kernfamilie), enge Freunde, Vereinskollegen im Behindertensport und - ja! - auch die direkten Nachbarn. Was dem Müllszenario deutlich den Schrecken genommen hat.

Ansonsten selbstverständlich Ärzte (alle), Physio-, Ergo-, Hippotherapeuten.

Und nein, auf der Arbeit hatte ich es praktisch keinem erzählt. Bis auf Cheffe, weil das in einem bestimmten Moment sein musste.

Beste Grüße, Sebald
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