ratlos obwohl schon so lange inkontinent

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

Moderatoren: Helmut, Marco N., Georges, Benjamin

ratlos obwohl schon so lange inkontinent

Beitrag #1 von aki_nuray » 12 Nov 2010 21:31


Hallo Ihr Lieben,

eher zufällig bin ich auf diese Seite gestoßen. Es hat mich etwas Überwindung gekostet, mich hier anzumelden.

Ich bin eigentlich schon fast immer inkontinent. Als Kind ist mir oft was in die Hose gegangen. In den letzten Jahren war es mal besser, mal schlechter. Inzwischen habe ich zwei Kinder bekommen und seitdem ist es natürlich wieder schlechter!

Allerdings bin ich ein sehr geselliger Mensch und hatte auf Grund der Inkontinenz mich schon ziemlich aus dem Leben zurückgezogen. Seit über zwei Jahren habe ich jetzt eine neue Arbeitsstelle mit supernetten Kolleginnen und Kollegen. Seitdem ich in so einem tollen Team mit so viel Spaß arbeite, hab ich mir schon ein paar Mal was ausdenken müssen, warum ich unbedingt jetzt sofort heim muss. Es ist einfach zu peinlich!!

Vor einem halben Jahr war ich (mal wieder) bei einer Urologin, die eine Blasenschwäche festgestellt hat - ach nee! - und mir Beckenbodentraining empfohlen hat. Wie all die Jahre alle anderen Ärzte vorher auch ... "Das ist doch noch so eine leichte Form der Inkontinenz, da lohnt sich eine andere Behandlung noch nicht ..." - das waren ihre Worte ...

Ich erreiche nichts durch Beckenbodentraining, meine Muskulatur ist ziemlich schwach ... seit einigen Monaten kaufe ich mir immer wieder Einlagen und gehe nur noch mit auf die Arbeit - ich war schon mehrfach froh darüber!!

Ich bin schon sooo lange dabei und immer noch ratlos, was ich tun könnte. Gerade überkam mich die Idee, so ein Set Vaginalkonen zu kaufen. Laut Website kann man sich das auch verschreiben lassen - aber ich mag nicht wieder zum Urologen ... es ist so erniedrigend ... also halte ich es weiter aus ... das ist doch verrückt, oder??

Ich leide darunter, aber ich finde keine Hilfe. Ich möchte mein Leben wieder mehr genießen und weiß nicht , zu wem ich damit gehen soll ... ich fühle mich unverstanden, hilflos und der Sache ausgeliefert ...

Ich habe auch gleichzeitig Angst um meine Mädels. Das hab ich denen bestimmt vererbt!! Meine Mum hatte und hat auch damit lebenslang Probleme, sie unternimmt aber nichts dagegen ("Ach Schatz, das ist halt so ... damit lebe ich!") und ich weiß, dass ich als Teenager mal ziemlich traurig deswegen war, weil ich dachte, wenn sie sich besser informiert hätte, dann hätte sie mir auch besser helfen können ... Heute weiß ich, dass sie keine andere Möglichkeit hatte, sie fand auch keine große Hilfe ...

Was mach ich denn nur?? Habt Ihr einen rat? hat jemand diese Konen gekauft? Funktionieren sie?? 80 € mal eben so ausgeben ... hmm ...

Danke für Euer Feedback,
aki_nuray
Benutzeravatar
aki_nuray
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Registriert: 12 Nov 2010 21:18
Wohnort: Bayern
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Belastungsinkontinenz
Hilfsmittel: Einlagen

Beitrag #2 von Helmut » 13 Nov 2010 00:20


Hallo aki_nuray,

erst mal herzlich willkommen bei uns hier im Forum.

Das glaube ich dir gerne, dass es für dich eine Überwindung war, hier zu schreiben. Aus deinem Text lese ich heraus, dass es dir gut tut, mal alles von der Seele zu schreiben. Bestimmt hast du auch schon aus den vielen anderen Beiträgen gesehen dass du mit deiner Inkontinenz nicht alleine bist und viele Informationen und ERfahrungen von anderen Betroffenen hier findest.

So wie ich aus deinen Beitrag lese, scheint es sich wirklich um eine vererbte Schwäche des Beckenbodens zu sein. Sicher haben deine Ärzte und Urologen damit recht, dass sie dir ein Beckenbodentraining empfehlen, aber das alleine ich aus meiner Sicht nicht ganz ausreichend. Zusätzlich sind eine Elektrostimulation und auch die schon von dir genannten Vaginalkonen bei Belastungsinkontinenz sehr nützlich.

Da du bis jetzt keine so guten Erfahrungen mit deinen Urologen gemacht hast, solltest du mal mit einem sogenannten Kontinenzzentrum in Kontakt treten, dort sind Ärzte mehrere Fachrichtungen besammen, welche gemeinsam die wirkliche Ursache deiner Inkontinenz finden können.

Du schreibst auch dass du Angst hast, deine Kinder könnten ebenfalls die Blasenschwäche vererbt bekommen haben, das ist nicht ganz unbegründet. Sollten deine Kinder schon aus dem Windelalter heraus sein, dann könntest du mit ihnen zu einem sogenannten Urotherapeuten gehen, der hat sich auf die Behandlung von bestimmten Inkontinenzformen bei Kindern spezialisiert.

Dasss man sich mit einer Inkontinenz aus dem sozialen Leben zurück zieht, das kommt recht oft vor. Meistens liegt es aber daran dass die betreffende Person Angst hat, jemand könnte was von der Inkontinenz mitbekommen. Diese Angst ist aber völlig unbegründet, denn es gibt inzwischen sehr gute Hilfsmittel wie Einlagen oder bei stärkerer Inkontinenz auch Pants/Pullons oder gar richtige Windeln. Traue dich ruhig, passende saugfähige Einlagen oder wenn es die Situation erfordert, auch mal Windeln zu nehmen. Glaube mir, es wird keinem auffallen dass du eine "spezielle Unterwäsche" trägst.

Übrigens kannst du dir die nötigen Einlagen und ggf. Vaginalkonen und das Elektrostimulationsgerät auch verordnen lassen, das musst du nicht selber zahlen.

Wie die Vaginalkonen oder die Elektrostimulation funktioniert, das kannst du bei uns hier in den Themenseiten nachlesen.

Liebe Grüße Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 2013
Bilder: 7
Alter: 55
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

Beitrag #3 von Anji » 14 Nov 2010 03:34


Erstmal auch von mir herzlich Willkommen =)
Na der Ausführung von Helmut kann ich nicht mehr viel hinzufügen, ausser dir ebenfalls Mut zuzusprechen dich wieder ins Gemeinschaftsleben zu stürzen.
Das richtige Inkontinenzmittel bietet Sicherheit im Alltag und du musst dir nicht ständig Gedanken machen, ob auch wirklich nichts passiert. Sie sind unauffällig (auch wenn es einem selbst Anfangs nicht so vorkommt) und helfen, dass man sich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren kann.
Bei der Auswahl des Richtigen Produkts sind dir bestimmt auch die von Helmut angesprochenen Ärzte des Inkontinenzzentrums behilflich. Auch sind Proben aus der Apotheke oft eine gute Methode das richtige Mittel zum Zweck zu finden.

Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg,
Anji
Benutzeravatar
Anji
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 26
Alter: 30
Registriert: 17 Feb 2010 21:18
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Komplette Harninkontinenz und teilweise Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends und Molicare

Danke ...

Beitrag #4 von aki_nuray » 15 Nov 2010 20:25


Hallo Ihr zwei,

danke für euren rat. Es ist unglaublich, wieviele auch junge Menschen das Thema betrifft!! Warum bin ich nicht schon eher auf die Idee gekommen, nach einem passenden Forum zu suchen!!

Danke für Euren Zuspruch. Einlagen hab ich ja schon. Heute hab ich sie wieder gebraucht und es ist einerseits befreiend, dass es das gibt, auf der anderen Seite wird es mir im Moment zu viel. Ich bin ziemlich angespannt und komme nicht gut mit mir selbst zurecht ...

Ein Inkontinenzzentrum ist 100 km entfernt. In unserer derzeitigen Situation, wo wir eigentlich vor lauter Arbeit kaum zu etwas anderem kommen, werde ich das wohl nicht schaffen. Ich denke mal, ich behalte es im Hinterkopf und sprech mit meinem Mann darüber. Vielleicht kann ich das Anfang nächsten jahres mal einplanen (derzeit habe ich viele Arzttermine mit den Kindern, beide sind in verschiedenen Richtungen chronisch erkrankt ...)

Aber ich glaube, ich werde mir Vaginalkonen kaufen und zusätzlich zu meinem Beckenbodentraining nutzen ... wenn es was bringt, sind die 80 € kein rausgeworfenes geld!!

LG aki_nuray
Benutzeravatar
aki_nuray
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Registriert: 12 Nov 2010 21:18
Wohnort: Bayern
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Belastungsinkontinenz
Hilfsmittel: Einlagen

Beitrag #5 von Chris24 » 22 Nov 2010 22:12


Hallo aki,

stürze dich ins Leben und genieße es.
NIEMAND wird etwas merken. Insbesondere, wenn es wirklich nur eine relativ leichte Form ist.

Zu deiner "technischen" Frage kann ich dir leider keine Antwort geben.

Kopf hoch und lass dich davon nicht einnehmen und unterkriegen.
Grüße
:wink:
Chris
Benutzeravatar
Chris24
Superautor (min. 50 Beiträge)
Superautor (min. 50 Beiträge)
 
Beiträge: 59
Alter: 38
Registriert: 17 Apr 2005 17:02
Wohnort: Norddeutschland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: verheiratet
Art der Inkontinenz: nachts, alle 2-3 Wochen
Hilfsmittel: Zumindest wenn ich auswärts schlafe. Meistens Pants

nur Mut

Beitrag #6 von rehlein » 12 Nov 2011 21:50


Hallo erstmal!Ich kämpfe seit fast zwei Jahren mit einer Dranginkontinenz.Das heißt alles oder nichts.Demnach muß ich so ziemlich das "dickste"tragen was es gibt.Ich bin berufstätig und habe neben meiner Frau noch drei Kinder. Zum Anfang war das für mich ein riesen Problem und ich habe versucht,es geheimzuhalten.Alles Blödsinn.Ich habe es meiner Frau und dem großen Sohn erzählt und einige Kollegen wissen es auch.Ich kann dir versprechen,die haben sehr viel Verständnis dafür. Ich war letzte Woche im Krankenhaus.3-Bettzimmer, da bekam ich gleich Panik.Dann mußte ich der schwester erklären das ich inkontinent bin.Die war super Verständnisvoll,bot mir gleich Windeln an.Die erste Nacht war ich noch alleine.Mitten in der Nacht kam die Schwester herein fasste mir an die Windel und fragte,"na alles trocken"und mein Kopf war hochrot.Für sie war das völlig normal.Am nächsten Tag bekam ich einen Bettnachbarn,nahm meinen Mut zusammen und erzählte mein Problem.Auch er hatte sehr viel Verständnis. Am nächste Morgen war mein Bett trotz Windel nass.Zum Glück habe ich ihn vorher aufgeklährt. Also Kopf hoch und gehe mit deinem Problem immer offen um! das hilft.
Benutzeravatar
rehlein
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 10
Alter: 47
Registriert: 21 Okt 2011 22:19
Wohnort: MV
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Dranginkontinenz
Hilfsmittel: Windeln+Pants+Gummihose


Zurück zu Inkontinenz im täglichen Leben

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron