Ärger mit der Krankenkasse BKK Mobil Oil

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Ärger mit der Krankenkasse BKK Mobil Oil

Beitrag #1 von Merlin » 09 Sep 2011 18:10


Hallo Leute,

ich habe echt einen "Hals" auf meine Krankenkasse :aerger:
Ich bezog fast zwei Jahren lang meine Hilfsmittel über die Firma Inkodirekt ohne Probleme. Der Preis für den TENA Maxi Slip, war im Übrigen im Vergleich fast immer der Billigste (19,90 für 22 Stück = 0,90 pro Slip), so das ich mit meiner Zuzahlung von 9,02€ pro Packung, echt zufrieden war. Nun teilte mir Inkodirekt mit, dass sie keinen Vertrag mehr mit der BKK Mobil Oil habe. Die Einzelanträge auf Kostenübernahme würden meist abgelehnt, so dass es am besten wäre, wenn ich mich bei meiner Krankenkasse nach einem neuen Vertragslieferanten erkundigen würde!? Gesagt, getan! Die BKK wollte mein Rezept... - und dieses sollte dann von der BKK direkt zu einem neuen Vertragslieferanten geschickt werden. Erst Mal passierte 2 Wochen lang nix! Dann auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass man das Rezept an eine Firma Servona weitergeleitet habe. "... die melden sich dann bei Ihnen!" Weitere 10 Tage später, bekam ich dann eine Musterlieferung der AbriForm Slips- eben von dieser Firma Servona!? Da ich diese Mega-Dicken- Dinger aber auf keinen Fall möchte, habe ich die Bitte geäußert, mir doch bitte die durch meinen Arzt verordneten TENA zu liefern. Antwort: Die haben wir nicht - UND, die werden von Ihrer Krankenkasse auch nicht gezahlt! Was soll das denn??? Ich habe natürlich gleich bei meiner Krankenkasse angerufen und nachgefragt, was denn dies Aussage zu bedeuten hat. Antwort BKK: Wir zahlen nur noch die Windeln, die den Erstattungsbetrag von 0,49€ pro Windelslip decken. Dazu hätte man mit verschiedenen Lieferanten Abkommen getroffen, die verschiedene Produkte in dieser Preisklasse hätten. Dazu gehören halt nicht Marken wie TENA, Attends u. Molicare. Wenn man die haben möchte, dann müsse man die sich halt komplett selber zahlen! Es ist aber nicht so, dass man die "Vertragspartner-Windeln like Abri etc., dann ohne Zuzahlung bekäme! Nein, nein! Der will pro Slip natürlich vom Patienten (also mir), noch die Zuzahlung haben. Also nochmal zum Mitschreiben: Die BKK macht mit der Firma X einen Vertrag, der eine günstige Pflegewindel (wie z.B. die AbriForm) für 0,49€ pro Stück der BKK in Rechnung stellt. Das geht, weil die Firma X sagt, dass dieses Produkt der Forderung einer günstigen Windel am nächsten kommt. Firma X kauft dann ganz viel von diesen Windeln ein (bekommt sie natürlich dadurch günstiger), und liefert diese den Patienten. Da aber die Windel Y von X teurer ist als 0,49€ pro Stück, muss der Patient eine Zuzahlung leisten. Das geht, weil die BKK sich da sicher ist, dass der Lieferant X die günstigste Windel Y (natürlich vertraglich zugesichert), dem Patienten liefert. In meinem Fall muss ich sogar mehr (für weniger Windel) zuzahlen, als dies bei den TENA der Fall war. Die Tena wird aber nicht bezahlt, weil der Lieferant X, die Windel TENA nicht im Programm hat. WAS SOLL DENN DER SCH...!? :aerger: Ich habe schon fast alle Windelmarken Mal versucht. Die, die für mich in Frage kommen (TENA, ATTENDS, MOLICARE), werden von der Kasse nicht mehr übernommen. Anstatt dessen, soll ich jetzt Abri, Ribo oder Forma Windeln verwenden. Hat jemand einen Vorschlag, was man dagegen unternehmen kann?
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Merlin
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Beitrag #2 von Struppi » 09 Sep 2011 20:36


Hallo Merlin,

ganz klare Sache: Kasse wechseln!

Ich hatte Anfang des letzten Jahres ganz ähnlich gelagerte Probleme (*auch mal auskotzen will*). Ich hatte zwar ein ganz tolles Jahresrezept, aber keines der Sanitätshäuser war Willens, mir die verordneten Abena AbriForm X-Plus zu liefern (zu teuer, führen wir nicht, wollen wir nicht etc. - also ähnlich wie bei dir).

Genervt bei meiner KK angerufen, die haben mir dann eine Liste mit fast fünfzig Vertragssanitätshäusern geschickt; auch da bei diversen telefonischen Anfragen die gleichen, blöden Antworten: Kennen wir nicht, nehmen Sie doch unsere Hausmarke, die Dinger sind doch alle gleich, bla, bla, bla.

Schlußendlich bin ich dann direkt an Firma Abena herangetreten und siehe da, es geht. Ich zahle zwar üppige 48,00 € drauf (für 120 Stk./Monat ist das aber noch okay), bekomme dafür aber endlich die benötigte Menge und das Produkt, dass ich möchte. Zuzahlungsfrei wären für mich nur die Produkte der Delta-Reihe von Abena (welche ich aber nach Probe nicht möchte, passen nicht richtig und sind qualitativ schlechter als das "Original").

Was bei allem Kostendruck von den Krankenkassen einfach nicht kapiert werden will ist, dass jeder Hintern verschieden ist. Mit was der eine klar kommt, passt dem anderen noch lange nicht. Individualversorgung ist ein Wörtchen, das die einfach nicht kennen (wollen).

Abena gehört zwar entgegen Deiner Meinung zu den hochwertigen Produkten, aber wie schon erwähnt: Was nützen sie Dir, wenn sie nicht passen? Außerdem würde ich als Fußgänger die Dinger auch nicht tragen wollen; ich denke mal, sie tragen ganz schön auf.

Gruß

Hannes
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Beitrag #3 von Sebald » 10 Sep 2011 07:47


...wobei man sagen muß, daß Abena das auch weiß, und immer wieder mal die Preise für ihre Hochpreisprodukte anzieht. Slips bringen es derzeit auf 35 Cent Zuzahlung, Pull-ons auf 65 Cent (!).

Zwischendrin war ich mal bei Attends, und fand deren 'Regular'-Angebot (= zuzahlungsfrei) eigentlich ganz gut.

Die haben ebenfalls mit diversen KK einen Vertrag...

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #4 von Struppi » 10 Sep 2011 17:35


Hallo Sebald,

die Attends sind gute Produkte und haben, was die Saugstärke anbelangt, genau das, was ich mir unter einer guten Versorgung vorstelle. Nur die Passform haut bei mir nicht so gut hin, zumal ich Slips nur dann verwende, wenn ich verstärkte Probleme mit der Stuhlinko habe, z.B. nach einer Chemo. In diesen Fällen habe ich bislang die besseren Erfahrungen mit Abena gemacht (passen genau über meinen Hintern :wink: ).

Sollte Abena aber weiterhin an der Preisschraube drehen, werde ich mich wohl doch irgendwann nach einer Alternative umsehen.

Gruß

Hannes
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Beitrag #5 von Sebald » 11 Sep 2011 09:00


Hallo Hannes,

ja, stimmt schon. Alles so Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit sammelt...; dabei kann es auch sein, daß Produkte verschlimmbessert werden, oder aber im Laufe der Zeit mit ihrer Paßform doch irgendwie auf die Nerven gehen. In diesen Fällen probiere ich gerne auch mal was Neues aus.

Ich selbst hatte Attends längere Zeit nicht mehr auf der Liste. Und war dann sehr überrascht, daß die ihre 'Kassenmodelle' doch sehr verbessert hatten. Worunter diese seitlichen Textilstreifen und die Saugleistung fallen.

Derzeit nutze ich zwar verstärkt die Pull-ons von Abena. Ich finde aber die 65 Cent schon irgendwie, nun ja, überteuert. Und die Delta-Serie ist gegenüber dem, was Attends einem zuzahlungsfrei bietet, schon schlechter.

Kleiner Gedanke am Rande: Meistens reichen ein zwei Probexemplare nicht aus, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Wer kann, sollte am besten eine Packungseinheit, also mehr als 10 Stück, 'durchtesten'. Schwachstellen zeigen sich eher im längeren Alltagsgebrauch.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #6 von olaf-uwe » 08 Okt 2011 18:46


Hi, und wurde der Vertrag von der KK aus erneuert? Bei meiner KK ist das jetzt auf ein Pauschalsystem umgestellt worden.

Also die Zahlen dem Lieferanten eine Pauschale je Inko-Patient (sollen 30 Euro je Monat sein).
Gruß Olaf
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Beitrag #7 von Struppi » 08 Okt 2011 19:31


Hallo,

die sog. Inkontinenzpauschale in Höhe von ca. 28,00 € zahlt auch meine KK den Vertragspartnern. Für diese Pauschale bekommt der Versicherte die benötigten Produkte; allerdings mit der Einschränkung der sog. "Kassenversorgung", bei Abena stellt dies z.B. die Produkte der Delta-Reihe dar. Andere namenhafte Hersteller handhaben dies auf die gleiche Weise.

Sollte man auf "sein" Produkt bestehen, so zahlt man die entstehenden Mehrkosten.

Gruß

Hannes
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Beitrag #8 von olaf-uwe » 09 Okt 2011 17:07


Hi,

also die Erfindung der Pauschale ist doch nur zum Nachteil des Versicherten.

Meine Kasse sagte dazu folgendes. Also ein Versorger bekommt diese Pauschale je Patient den dieser beliefert. Patienten die weniger verbrauchen gleichen das aus mit den Patienten die mehr verbrauchen.

Also ich kann nicht so recht glauben das alle Inkontinenzenzpatienten im Durchschnitt 28 Euro verbrauchen.

Mein Versorger der hier regional ansässig ist sagte mir zur Pauschale folgendes. Jede Kasse hat eigene Pauschalen. Und die Anzahl der Versicherten von meiner Kasse (DAK) die sie beliefern ist zu gering bzw die bekommen den eigentlichen Sinn der Pauschale (die einen gleichen das der anderen aus) nicht hin. Daher nimmt der Versorger die Pauschale der Kasse und rechnet es je Patient. Sprich alles was über der Pauschale liegt wird dem Patienten in Rechnung gestellt. Egal ob Kassenversorgung oder nicht. Wer es nicht will kann ja den Versorger wechseln. Das sagt auch die KK dazu.

Bis jetzt konnte ich mein Wunschprodukt für den Kassensatz beziehen ohne Aufzahlung. Wenn ich jetzt den Versorger nicht wechsel, bekomme ich nicht mal die Kassenversorgung ohne Aufzahlung.
Gruß Olaf
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Beitrag #9 von Miriam » 11 Okt 2011 11:19


Hallo Olaf-Uwe,

Was deine Kasse sagt ist richtig, die Pauschale soll einen Durchschnitt bieten.

Wenn dann dein Versorger pro Patient rechnet und dir den Aufpreis für eine "ausreichende Versorgung" - ich weiß. schwer zu definieren - in Rechnung stellt ist und bleibt es Betrug und ich würde sofort wechseln oder Anzeige erstatten.

Wenn ein Produkt namentlich verordnet ist, muss es auch das ohne Aufpreis sein, egal welches.

Wie immer gilt leider: Nur wer sich wehrt bekommt sein Recht.

Gruß,

Miriam
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