19 € pro Monat für 24h Inkoversorgung - oder auch: gehen Sie doch einfach aufs Klo

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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19 € pro Monat für 24h Inkoversorgung - oder auch: gehen Sie doch einfach aufs Klo

Beitrag #1 von denny16 » 13 Mai 2012 02:32


Heute habe ich mal wieder mit voller Freude und an nichts böses denkend die Post geöffnet. Doch da war ein Brief einer Firma "Medi-Center" die mir freudig mitteilt, dass Sie ab nun für meine Inkontinenzversorgung zuständig sei. Bekräftigt wurde dass noch mit dem Satz "Ihre gesetzliche Zuzahlung beträgt nur noch € 1.90."

Die Modalitäten wurden dann auch noch gleich erläutert und begründet. So muss ich jetzt eine Einzugsermächtigung erteilen und den Betrag Quartalsweise einziehen lassen, sonst würde man eine monatliche Bearbeitungsgebühr von € 2,50 berechnen "müssen". Wie bei meinem bisherigen Versorger wird mir auch gleich eine Komfortversorgung mit Windelhosen angeboten. Was auch immer das sein soll. Anbei wurde mir auch gleich noch ein Bestellformular für u.a. Fingerlinge, Mundschutz, Schutzschürzen, Flächendesinfektionsmittel usw. untergejubelt.

Nun ist mir ja bekannt, dass die Zuzahlung 10% beträgt. Da ich bei meinem bisherigen Versorger 2,14 zuzahlen muss, bedeutet dies also zwangsläufig, dass dieser Versorger den bisherigen Vertrag nochmals unterboten hat.

Ich frage mich nur wie lange man sich dies noch gefallen lassen soll/muss.

Mit der Belieferung durch das Sanitätshaus war ich eigentlich sehr zufrieden. Jedoch teilte mir dieses irgendwann mit, dass Sie die nächste Bestellung leider nicht liefern könnten, da
die Krankenkasse die Kosten für die vorherige Lieferung nicht übernommen hätte. Auf meine Nachfrage bei der Krankenkasse teilte man mir mit, dass ja jetzt die Firma Abena für die Lieferung zuständig wäre. Dummerweise hatte man weder das Sanitätshaus noch mich darüber unterrichtet.

Also fragte ich via Tel bei der Firma Abena nach. Die freundlich Telefonstimme sagte mir, dass sie mir nun ein paar Muster zusenden wolle. Doch da ich nur noch wenige Stk. hatte, wollte ich doch gleich eine richtige Lieferung. Nach Wahl der laut Telefonstimme für mich geeignetsten Slips wurde mir dann auch gleich ein Betrag von ca. 50 Cent pro Stk. genannt. Als ich Sie freundlich darauf hinwies, dass ich doch ein Rezept besitze, erfuhr ich, dass dies nur für die "einfache" "Standard" Windel sei. Sie würde mir aber davon abraten diese zu benutzen. Wörtlich: "Die sind nicht gut". Mir egal. Ich kann keine 75 € pro Monat zuzahlen. Also doch das Standard Produkt. Nun wurden mir 80 Stk. Müll, ähm Verzeihung 80 x Abriform L1, zugesandt. Ich fühlte mich dann genötigt der Firma mitzuteilen, dass ich doch noch recht jung sei, auch mobil, dass ich die Dinger fast 24 Stunden am Tag brauche und auch noch hin und wieder raus möchte. Also mal in die Stadt, bissle Sport machen usw. Die Saugleistung etwas zu wünschen übrig lässt und nachts reichen die schon mal gar nicht. Ich fragte natürlich auch wie ich mit 2,6 Stk. am Tag auskommen soll. Die mittlerweile nicht mehr so freundliche Telefonstimme sagte mir dann wörtlich: Gehen Sie doch einfach aufs Klo".
(habe dann einfach mal aufgelegt)

Mit Hilfe des Hausarztes und auf Anraten der Krankenkasse reichte ich dann ein Zusatzrezept ein, auf dem Vermerkt war, dass ich einen Mehrbedarf hätte. Daraufhin bekam ich 110 Stk Abriform L2. Diese reichen auch nicht und die Saugleistung ist auch, zumindest Nachts, keineswegs ausreichend.

Sport ist mit diesen Slips auch nicht möglich, da ich mir damit die Schenkel innen völlig wund reibe.

Jetzt freue ich mich schon auf die Firma Medi-Center. Die können mir bestimmt mit 19€ eine 24 Stunden Versorgung bieten.
Oder ich wechsle doch mal die Krankenkasse. Doch welche. Ich habe nur Angst ich komm vom Regen in die Traufe.

So... ich schließe nun meinen Beitrag. Und für alle die eventuell nachfrage hier nochmal ein paar Eckdaten:

Kurzinfo:

- seit fast immer Harn Inko
- Versorgung mit Windelslips/Inkontinenzhosen (Klebeslips)
- Bedarf: Tag und Nacht
- Ursache: Stoffwechselerkrankung im Gehirn, Fehlsteuerung der Muskeln, usw.
- Symptome: kein Harndrang, unregelmäßige Entleerung der Blase, usw.
- Rezept: Dauerverordnung Inkontinenz sowie Diagnose
- usw.
Damit wäre schon mal für alle Nachfrager geklärt dass ich Inkontinent bin. ;)

Gruß an alle
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denny16
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Beitrag #2 von Sebald » 13 Mai 2012 08:53


Hallo!

Inzwischen häufen sich wieder die Berichte über geänderte/verschlechterte Versorgung. Die Tipps, wie man genau das bekommt, was der Arzt verordnet, kann man mit der Suchfunktion finden. Um das durchzuzuziehen, braucht es, wenn ich richtig sehe, ein gewisses Standvermögen.

Ich weiß nicht, welche KK du hast. Klingt nach Barmer/GEK. Ich selbst bin bei der DAK und habe Auswahl bei den Lieferanten. Da auch ich keine Lust mehr hatte, 60 € pro Monat zuzuzahlen (so bei Abena), bin ich probeweise zu Attends gewechselt.

Ich finde deren zuzahlungsfreie Slips (Regular Nr. 8 & 9) völlig okay. Die Bestellmodalitäten sind allerdings strenger: Man kriegt erst nach genau einem Monat den neuen Karton geliefert. Und man kann nicht mischen. Das heisst, zwischen Nacht- und Tagesversorgung wird nicht unterschieden. Beziehungsweise für die Nacht müsstest du dann eben doch Slips mit privater Zuzahlung kaufen.

Beste Grüße,
Sebald
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Krankenkasse vs. Patient

Beitrag #3 von denny16 » 13 Mai 2012 14:50


Bin bei der KKH und wohne in Nordbaden (Baden-W.)

Auf Nachfrage bei der AOK wurde mir mitgeteilt, dass diese etwas über 30 € pro Monat an Versorgung zahlen. Beziehen würde man es dann über örtliche Sanitätshäuser bzw Apotheken. Die Produkte muss man sich dann mit Hilfe des Anbieters zusammenstellen. Vorgabe der AOK sind Produkte von Hartmann und Tena. Bei Nachfrage bei verschiedenen Sanitätshäusern wollte aber keiner etwas von Tena wissen. Wenn ich aber mal nachrechne, was die um Monat für mich ausgeben und was monatlich an Beiträgen kommt, lohnt es sich immernoch für eine Krankenkasse inkontinente Läute zu nehmen. Ich find es eine absolute Freschheit mir jeden Monat 400 € für Beiträge abzuknöpfen und dann nur 19 € für die Inkoversorgung zu zahlen. Und an Geld mangelt es den Krankenkassen im Moment mal gar nicht.


Gruß
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WECHSEL derAnbieter durch die Krankenkassen 01.05.2012 BEK

Beitrag #4 von wasser » 13 Mai 2012 15:36


Hallo,
nachdem ich nunmehr mehrere Beiträge gelesen habe und meine Antwort leider am 8.5.12 abgestürzt war - versuche ich es nunmehr nochmals zu schreiben.

Habe am 10.04.2012 der Krankenkasse die Unterlagen Medi- Markt oder auch MEdia-Markt Elekronik statt Inko-Hilfsmittel >grins> abgelehnt. Die Unterlagen hatte ich der BEK zu gesendet, mit der Bitte um Prüfung, ob ich nicht meine Hilfsmittel vom ersten Anbieter beziehen kann! Sage und schreibe - bis HEUTE keine Reaktion.

Da ich Morgen auf einer Dienstreise bin werde ich am Dienstag das in Angriff nehmen!

Es ist M.E. ein Unding, was dort betrieben wird! Die Krankenkassen wechsel auf unser Kosten den Anbieter und wir können uns denn damit herum schlagen!

Einen Kassenwechsel - würde ich selber nicht riskieren, zumal ich 30 Jahre in der Kasse bin! Ferner bei Behinderungsgraden - selber 70 % dürfte eien andere Kasse auch nicht gerade beglückt sein!

Werde mich wieder melden! - hoffe das man ggf gemeinsam etwas veranlassen kann!!

Herzliche Grüße
Euer Wasser
Wasser versucht zu helfen und braucht auch ein paar gute Ratschläge "Jeder hilft halt Jedem" DANKE!
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Beitrag #5 von Sebald » 15 Mai 2012 18:14


Hallo!

Zum ersten: So ein Kassenwechsel ist jederzeit unter Einhaltung der Fristen möglich. Auch mit Behinderungsgrad. Der interessiert die Kassen eigentlich nicht (und das ist eigentlich auch gut so). Das einzige, was bei einem solchen Wechsel verlorengeht, ist die 'Versorgungsgeschichte' des Kunden. Da kann es anfangs mal zu Problemen kommen - aber ihr wollt wegen Versorgungsproblemen ja auch wechseln...

Zum zweiten: Die Zeiten, in denen das Sanihaus um die Ecke einen mit Hilfsmitteln versorgte sind, fürchte ich, endgültig vorbei. Ein guter Weg ist: Man schickt das Rezept direkt an einen der Hersteller und bespricht dann den Bedarf mit diesem ab. Wenn man zuzahlungsfreie Produkte haben will, dann kann es allerdings ein bisschen dauern, bis man das optimale Hilfsmittel gefunden hat. Ich persönlich fand die Delta-Serie von Abena anfangs gar nicht so schlimm, merkte dann aber bald doch ein paar Nachteile; habe dann eine zeitlang Hochpreis- und Kassenmodelle 'gemischt' - und bin jetzt bei Attends. Ohne Zuzahlung! Nachteil dort, wie schon geschrieben: die sind etwas unflexibel in der Belieferung.

Besten Gruß,
Sebald
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