Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #1 von TimmausK » 03 Apr 2017 14:04


Liebe Forenmitglieder,

wer hat zum Thema Hilfmittel und Sicherheitskontrollen noch einen nützlichen Tip? Ich war am Wochenende in Paris und bin in zwei Wochen in London. Seit den Anschlägen in beiden Städten sind die Sicherheitskontrollen an Sehenswürdigkeiten drastisch gestiegen und es müssen teilweise mehrere Sicherheitszonen mit Taschenkontrollen durchlaufen werden. Das ist auf Grund der Massenabfertigung ein echtes Spießroutenlaufen und sehr stressig wenn man in der Tasche (so wie ich) mehrere Windeln mit sich führt. Im aktuellen Fall hatte ein Sicherheitsmann eine meiner Windeln in den Fingern... Der erkannte Gott sei Dank sofort was er in den Händen hielt und verhielt sich sehr diskret. Dennoch keine besonders schöne Situation. Da ich unter besonders starker Dranginkontinenz leide bin ich auf sehr saugstarke Windeln angewiesen und muß auch mehrmals am Tag wechseln. Im Moment habe ich keine Ideen wie ich die Situation lösen kann. Vielleicht hat jemand von euch noch eine gute Idee...
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #2 von SquareLoop » 03 Apr 2017 22:17


Hallo Timm,

Du könntest es mit einem Hilfsmittelpass versuchen, um Dir die nervigen Erklärungen zu sparen. Die Erklärungstexte sind in mehreren Sprachen aufgedruckt. Darin füllst Du aus, was Du benutzt und lässt das von Deinem Arzt stempeln und unterschreiben. Den Hilfsmittelpass kannst Du hier kostenlos beziehen:
https://www.coloplast.de/ueber_uns/land ... ittelpass/

Viele Grüße,
Jan
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #3 von TimmausK » 04 Apr 2017 21:41


Vielen Dank Jan,

das gute Stück habe ich mir vorher auch besorgt und vom Uro Stempeln lassen, aber wie das so ist hatte ich keine Chance den Inkoperso rechtzeitig zu zücken bzw. hätte sehr wahrscheinlich einen grösseren Tumult beim Griff zur Brieftasche riskiert.
Werde wohl auf zusätzliche Saugeinlagen und Schutzhose zurückgreifen müssen ...oder als Alternative drüberstehen und den Sicherheitsfritz angrinsen wenn er mit Windel in der Hand dasteht...Jedenfalls möchte ich mich nicht verbiegen und werde meinen Vorrat auf meinen Touren mitführen.

Viele Grüße Timm
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #4 von Georges » 05 Apr 2017 18:45


Als ehemalig Vielflieger kenne ich solche Situationen eigentlich nicht. Ja, es wird viel "gecheckt" (Pseudosicherheit...), aber beim Röntgen des Gepäcks sind Slips & Co. schon "sichtbar" für den geübten Augen des Sicherheitspersonals. Da man in der Regel immer selbst sein Tasche öffnen muss (!), hat man schon die Möglichkeit von beide Seiten diskret mit dem Thema umzugehen. Bei mir ist es noch nicht passiert dass man meine Tascheninhalt vor versammelter Mannschaft ausgepackt hat. Dafür gibt es etwas abgeschottete Bereiche. Sogar in Russland (bereits Gepäckkontrolle beim betreten des Flughafens oder Bahnhofs) und in Asien ist man immer mit Respekt und Diskretion an den Sachen anderer Leute ran gegangen. Auch beim "Befummeln" bin ich vielleicht zwei oder dreimal ganz diskret gefragt worden ob ich Inkontinenzvorlagen verwende. Ein einfaches ja reichte immer aus.

Wichtiger als ein Hilfsmittelpass ist der Medikamentepass, dazu ein Attest bzgl. den Medikamente. Manche Mittelchen fallen in andere Länder unter Drogengesetze, da wird man nicht der Erste oder Letzte sein, der Probleme mit Spezialmedikamente hat.

//Georg1
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #5 von TimmausK » 06 Apr 2017 09:18


Danke Georg!,

deine Tipps sind sehr hilfreich werde das Thema Medikamente mal angehen. Die Kontrolle die so in die Hose gegangen ist war am Arc de Triumph um 22 Uhr durch einen schon recht gestressten und übermüdeten Sicherheitsmann. In der ersten Sicherheitszone am Eifelturm fast die selbe Situation. Ich habe es bisher auch immer diskreter erlebt bzw durch Röntgengeräte. oder abgeschirmte Bereiche. Die Sicherheitszonen an den Sehenswürdigkeiten sind eher improvisiert oder auch überlastet. Die "Sicherheitskräfte" scheinbar wenig ausgebildet.

Gruß Timm
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #6 von Sebald » 07 Apr 2017 19:16


Hi!

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass diese Situationen unangenehm sind. Aber es sind - eben! - Situationen: Sicherheitspersonal erkennt (d)eine Windel, nebenstehende Personen bekommen davon eventuell etwas mit ... - und nachher gehen alle ihrer Wege und keiner sieht den anderen mehr wieder.

Ich denke, eigentlich sollte man sich von sowas nicht stressen lassen. Sprich: Man kann sich ja im Vorfeld mal einen Spruch überlegen, mit dem man humorvoll drüber hinweg kommt, und damit sollte es dann auch gut sein.

Ein 'offizieller' Inko-Ausweis ist zwar sicher richtig. Der moderiert aber wohl vor allem Szenarien, die durchaus dumm laufen könnten. So etwa, dass man mit hydrophil beschichteten Kathetern nicht ins Flugzeug kommt, weil es sich da ja um Flüssigkeiten handelt.

Ich will deine Erfahrung nicht klein reden - aber vielleicht muss man sich auch ein bisschen Mut antrainieren. Solche Situationen kommen im Leben immer wieder.

Beste Grüße,
Sebald
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #7 von Cveta » 10 Apr 2017 11:35


Hi,

ich musste mal vor Schengen im Marktneukirchen mein komplettes Auto ausräumen, klar fanden da die Zöllner auch eine frische (unbenutzte) Windeln in einem Beutel. Ein anderes Mal hatte ich eine Ersatzwindel beim Besuch der Expo in Hannover mit dabei.

Zoll und Sicherheitspersonal sagten aber nichts.

LG Cveta
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #8 von TimmausK » 10 Apr 2017 17:07


Hallo ihr Lieben,
Vielen Dank für die netten Worte. Letztendlich geht es tatsächlich nur darum sich auszutauschen um etwas mutiger durchs Leben zu gehen. Ich bin erst seit ein paar Wochen Dranginkontinent (Überaktive Blase). Das wiederum "nur" durch die Langzeiteinnahme eines Blutdruckmittels mit Diuretikum. Wie sich herausstellte bringt das Medikament die Blase und den Schließmuskel aus dem Takt. Es gibt etliche Abhandlungen zum Thema auch im Netz. Ironischer Weise auch auf der Homepage meiner Krankenkasse. Alle möglichen Organe sind ohne Befund auch mein Rücken (Ein Tag in der Neurochirurgie) ist auch in Ordnung. Ich habe Jahre lang immer wieder starke Flankenschmerzen im Rücken gehabt. Gegen die Schmerzen habe ich unter anderem Diclofenac, teilweise sehr hoch dosiert und auch überdosiert als Infusion erhalten.
Die Wirkstoffkombination aus allen drei Medikamenten führt zu Nierenschäden und den damit verbundenen Schmerzen...Seit dem die Medikamente ausgeschlichen sind sind die Schmerzen weg! Was bleibt ist die Dranginkontinenz. Die Nieren haben zum Glück nichts abbekommen. Die Dranginkontinenz ist allerdings heftig weil ich immer ganze Blasenfüllstände verliere, bin ich auf maximale Saugstärken angewiesen und muß häufig wechseln.

Liebe Grüße

Timm
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #9 von Cveta » 13 Apr 2017 13:08


Hi,

gestern hat der Hausdetektiv in Friedland in Böhmen in meinen Rucksack und Reisetasche geschaut. Natürlich hatte ich auch Ersatzwindeln dabei. Nebenbei hatte der gelbe Triebwagen der Tschechischen Bahnen (CD) auf dem Behinderten WC ausreichend Platz.

LG Cveta
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Re: Hilfsmittel und Sicherheitskontrollen

Beitrag #10 von Sebald » 19 Apr 2017 09:40


... oh nein, da weiß jetzt ein Hausdetektiv in Frýdlant v Čechách, dass in deiner Tasche eine Erwachsenenwindel war! Erschütternd...

Sebald
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