Schamgefühl

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Schamgefühl

Beitrag #1 von frosch » 31 Aug 2004 13:57


Hallo liebe Teilnehmer!

Mit meiner Einnäss-Problematik erlebe ich wechselnd mal Höhen und auch mal Tiefen. Mein Problem ist, dass mein Selbstwert immer weiter sinkt. Es ist so, dass ich mir vor Fremden immer so vorkomme, als stünde mir das Wort: Bettnässer auf die Stirn geschrieben. Hat einer vielleicht einen Rat, wie ich dieses Schämen wieder loswerden kann. Vom Verstand ist mir ja klar, dass die anderen es nicht wissen, aber das Gefühl quält mich. Ich habe Angst, dass das nun vielleicht auch wieder der Vorbote einer beginnenden neuen Depression sein könnte. Ich merke, dass mir immer viel Reden hilft. Ich hoffe ich treffe weiter so liebe Menschen hier und im Chat.

Alles Gute, René
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leider nein

Beitrag #2 von papa0861 » 31 Aug 2004 15:38


hallo rene,

leider kann ich dir da auch keinen tip geben oder was raten. ich suche, wie du ja weißt, selber nach einer lösung. bei mir schlägt sich das auch so wie von dir beschrieben nierder. oftmals denke ich, daß man das problem riechen könnte. obwohls eigentlich quatsch ist, sagt zumindest meine frau. was mich aber am meisten bedrückt ist, daß ich mich auch vor meiner frau schäme und das wirkt sich ungeheuer negativ auf das sexualleben aus.

viele grüße
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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Schamgefühl ?

Beitrag #3 von januca » 31 Aug 2004 16:37


Ich habe bemerkt das öffentlich reden über mein inko-sein und bettnässen viele menschen ans denken setzt. Zum erst weiss man nichts zu sagen.
Aber wenn ich weiter rede über andere sachen, zum beispiel brillen und hörgerate weil das leichnam stört, dan wirdt es besprechbar und wirdt das tabu weniger. :wink:
Grüsse von Januca

Achte nicht auf Schreibfehlern. Deutsch ist nicht meine Muttersprache
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Schamgefühl ???

Beitrag #4 von Chris » 31 Aug 2004 20:15


Hallo Ihr,

Bettnässer auf der Stirn geschriben - nette Vorstellung.

Ich bin seit fast 4 Jahren voll inko und da passiert es dann schon dann und wann, dass ich bei einem Kunden versuche ein schwieriges Rechnerproblem zu lösen und dabei mein Darm meint, er hat auch was dazu beizutragen - dann steht einen "fast auf die Stirn geschrieben - Inko" - weil jeder es riechen kann - meinte ich jedenfalls eine ganze Zeit.

Meine Lebensgefährtin hat mir der "Zahn gezogen" - wie sie mir immer wieder versichert ist es bei "passender" Versorgung - also Windelslip plus Überhose (ich nehme Suprima 1210) - nicht oder fast nichts außen wahrnehmbar. Wie ihr schon selbst geschrieben habt, das ist ein Problem im Kopf. Ich kann aus eigener Erfahrung versichern, denkt nicht so viel drüber nach, es löst sich von ganz allein.

Eine weitere Lösungsmöglichkeit für mich ist, die Menschen, zu denen ich Vertrauen habe mit ins Boot zu nehmen und sie zu informieren. Dadurch ist es viel leichter mit den Einschränkungen zu leben und zu lernen damit ungezwungen umzugehen. Zum Einen ist es das darüber sprechen und zum Anderen hilft die Sicherheit, die Leute wissen ja Bescheid, sie werden sich schon melden, wenns zu schlimm wird und dazu lasse ich es erst gar nicht kommen. Es fragt eben keiner, wenn ich einmal für ein paar Minuten auf der Toi verschwinde, weil viele Bescheid wissen und es eben zu mir quasi dazugehört.

Versucht eine Position zu euren Einschränkungen zu finden, dann löst sich das Selbstwertproblem von ganz allein und wenns allzuschlimm wird - ich habe eine Therapie gemacht - allerdings war ich schon wegen anderer Dinge in Behandlung als der Unfall passierte, aber es hat mir sehr geholfen.

In diesem Sinne allen einen schönen Abend

Chris
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Beitrag #5 von der Blinki » 31 Aug 2004 21:34


hallo Frosch.

Ich kann mich meien Vorrednern nur anschließen.

Ich denke auch es ist nicht schlimm genug das wir an dieser Symptomatik " Inkontinenz " leiden , nein , nun spielt unsere Psyche uns auch noch so manchen Streich.

Ich bin nun selber Harn- und Stuhlinkontinent, und ich hatte auch diese Wurm im Kopp das es man mir ansehen kann. das ich inkontinent bin, und auf Hilfsmittel angewiesen bin.

ALLES QUATSCH!!!!!!

Ich habe meine Freunde informiert, was mit mir los ist.
leider muß ich auch dazu sagen, das sich schnell die Spreu vom Weizen getrennt hat.

Naja, dann waren es wohl keine Freunde ! ?


Ich selber habe auch einen Psychologen aufgesucht , um it meiner Krankengeschichte fertig zu werden. Leider hate sie mich so eingewickelt das meine Familie darunter zu leiden hatte .
Und um sie nicht zu verlieren habe ich mich zu diesen Schritt entschlossen.
Auch diesen Kampf mußte ich mit mir führen denn :

" DU BIST DOCH NICHT BEKLOPPT! WARUM SOLL ICH AUF DIE COUCH ? ! "


Was ich eigentlich sagen möchte ist : Lassse dich nicht unterkriegen, denn wenn man erst einmal unten ist, ist es schwer wieder auf die Beine zu kommen.

Lieben Grußaus Bremen

Marco
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WOHER
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Beitrag #6 von frosch » 05 Sep 2004 20:02


Danke! Eure Beiträge haben mir geholfen. Ich habe mich jetzt weniger darauf konzentrieren müssen, obwohl ich zur Zeit sehr viel mit neuen Leuten beruflich zu tun habe.

Es ist so ein freies Gefühl, so mit weniger Angst und Scham! Nochmal Danke!
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