Hilfe, Problem ist für uns neu!

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

Moderatoren: Helmut, Marco N., Georges, Benjamin

Hilfe, Problem ist für uns neu!

Beitrag #1 von LaClaudi » 28 Feb 2005 16:14


Hallo alle,

ich hab schon ein wenig durch das Forum geschnüffelt um ein wenig mehr Sicherheit auf dem Gebiet der Inkontinenz durch Wissen zu erlangen.

Meinem Mann wurde die Prostata vor 3 Wochen entfernt und seit dem schlägt er sich mit Inkontinenz herum. Im Liegen, Sitzen und stehen kann er es weitesgehend kontrollieren, nur beim Gehen kommt es schwallartig. Wir sind überhaupt nicht darauf vorbereitet worden im Krankenhaus und haben uns das Ausmaß gar nicht vorstellen können.

Nun wissen wir, dass Tena for Men Stufe 2 absolut lachhaft ist bei echter Inkontinenz.

Bitte gebt uns ein paar Anfängerinformationen:

1) Welche Vorlage oder Windel sollten wir testen? Wichtig ist uns große Saugleistung und kein Rascheln (wie ich hier schon gelesen habe), sondern enge Passform.
2) Wie kann ich ihm seine Traurigkeit nehmen, wenn er mal wieder nach einer Viertelstunde spazierengehen völlig durchgeweicht ist?
3) Kennt jemand in Düsseldorf Therapeuten, die sich auf das Spezielle Beckenbodentraining für Männer konzentriert haben?
4) Kann man mit bestimmten Hosen (Stoff, Jeans,etc) besser kaschieren?

Werden wohl noch viele Fragen folgen, aber ich hoffe, ihr helft mir immer weiter.

Es fühlt sich nichts schlimmer an, als die letzten Tage der absoluten Hilflosigkeit.

Liebe Grüße,

Claudia

PS: Vielleicht wäre es generell mal gut, wenn jemand so ein Starterpaket aufschreiben und auf diese Seite stellen würde, so wie die Grundausstattung, wenn man ein Baby bekommt..

:wink:
Benutzeravatar
LaClaudi
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 2
Alter: 37
Registriert: 28 Feb 2005 15:50
Wohnort: düsseldorf
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: keine

Beitrag #2 von walker » 28 Feb 2005 20:50


Hallo LaClaudi,

und wieder ist es die Frau die sich um alles kümmern muss - respekt.

1. Frage doch mal in deiner apotheke nach hilfsmitteln (Tena, Molicare, etc.)
2. Zu eng ist nicht gut, da der Schwall sonst nicht gleich aufgenommen werden kann
3. Evtl. ist nach der OP noch der Bereich gereizt und die inko ist nur zeitl. begrenzt gegeben
4. Ein Urologe des vetrauens sollte den tipp gegeben können, ansonsten ist aus meiner sicht beckenbodengym. geschlechtsunspezifisch
5. Evtl. gibt es in eurem PLZ-Bereich eine Selbsthilfegruppe Inko, die können auch weiterhelfen - nur mut überzeuge ihn.

Grüsse Walker
Benutzeravatar
walker
Megaautor (min. 100 Beiträge)
Megaautor (min. 100 Beiträge)
 
Beiträge: 108
Registriert: 26 Apr 2003 19:37
Wohnort: TG
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Harn

Beitrag #3 von Jens Schriever » 28 Feb 2005 20:54


Hallo Claudia
nach einer Prostatoperation ist eine Belastungsinkontinenz gar nicht mal so selten. Meist ist die Inkontinenz nicht von Dauer. Nur in wenigen Fällen ist die Inkeontinenz bleibend. Nun du Deinen Fragen:
Ich rate Euch zu Trainers/Pants. Das sind Inkontinentslips die wie normale Unterhosen angezogen werden. Der Vorteil dabei ist das man sie beim Toilettengang schnell runterziehen und wieder hochziehen kann. Wie eine normale Unterhose halt. Die Aufnahmekapazität ist nicht ganz so hoch wie bei einer Windelhose, aber sie zeichnent sich nicht ab und knistert nicht und bei Leuten die ihre Blase noch spüren, d.h. den Harndrang, ist es so einfacher als mit einer Windelhose, wo erst die Klebestreifen gelöst werden müssen. Die Aufnahmekapazität bei Trainers/Pants ist schon relativ hoch. Unter normaler Kleidung (Jeans etc.) ist weder einer Windelhose noch eine Pants zu erkennen. Nur ein geschulter Blick läßt sowas erkennen. Am besten Ihr geht in ein Sanitätsfachgeschäft oder Apotheke und lasst Euch beraten und Muster mitgeben. Inkontinenzhilfen (Windeln, Pants) sind Hilfsmittel und fallen so nicht in das Buget. Wenn Ihr das richtige Produkt gefunden habt, lasst Ihr Euch ein Rezept vom Urologen oder Hausarzt ausstellen. Hilfreich bei einer Belastungsinkontinenz ist ausser der Beckenbodengymnastik noch die Elektrostimmulation und vorn allen Dingen das Bio-Feedback. Zur Elektrostimmulation und Feedback haben wir auf unserer Hompage dies:

harninko.php und dann weiter auf die Seite konservative Behandlungen.

So ein Biofeedback oder Elektrosimmulationsgerät wird Euch der Urologe bestimmt verschreiben. Der Vorteil beim Biofeedback ist das Du Deinen Erfolg am Diagramm erkennen kannst. Ausserdem musst Du beim Biofeedback im Gegensatz zur Elektrosimmulation aktiv mitarbeiten. Du solltest Deinen Urologen auch um ein Rezept für Krankengymnastik (Beckenbodengymnastik) bitten. Beckenbodengymnastik ist bei dieser Form von Inkontinenz sehr wichtig, und bei regelmässigen Übungen kann die Inkontinenz ganz verschwinden. Jeder gute Physiotherapeut-Krankengymnast oder Gesundheitszentrum hat einen ausgebildeteten Beckenbodenspezialisten. Beckenbodengymnastik kannst du überall und zu jedem Zeitpunkt machen. Wichtig ist die Regelmässigkeit. Noch ein Tipp: einige Hersteller von Inkontinenzhilfsmitteln bieten kleinen Broschüren über Blasenschwäche an wo auch Bockenbodengymnastische Übungen enthalten sind. Frage doch mal in der Apotheke oder Sanitätsfachgeschäften nach. Ausserdem haben wir auf unserer Hompage auch Beckenbodenübungen siehe:

beckenboden.php

Wie kann ich meinen Mann helfen: Indem Du mit Deinem Mann offen über die Inkontinenz und den Problemem sprichst. Sprechen macht den Kopf frei. Du kannst auch mit Deinem Mann zusammen die Beckenbodengymnastik machen , zu zweit macht es mehr Spass und lenkt vom Problem ab. Hilfreich ist es auch ein Erfolgstagebuch zu führen.
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.



Viele Grüsse
Jens
Benutzeravatar
Jens Schriever
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 258
Bilder: 1
Alter: 57
Registriert: 21 Aug 2003 12:44
Wohnort: Uelzen/Lüneburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: Verh.
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz MS bedingt
Hilfsmittel: Bauchdeckenkatheter, Windeln, Irrigation

Beitrag #4 von Matti » 28 Feb 2005 21:53


Hallo,

schon einpaar mal ist mir in Beiträge aufgefallen das Menschen anscheinend von den Ärzten völlig alleine gelassen werden mit ihrer Situation. Wenn das an der Kosteneinparung im Gesundheitswesen liegt, wäre es Alarmierend.

Als erstes sollte dein Mann schleunigst eine Anschlussheilbehandlung beantragen. Ich habe zwar noch meine Prostata, aber ich war schon ein paar mal in Urologischen Rehakliniken.
Gerade bei einer Prostata Entfernung bestehen sehr gute Heilungchancen bzw. die Chance auf eine Wiedererlangung der Kontinenz. In der Regel wird ja "nur" der innere Schließmuskel entfernt bzw. beschädigt. Da der Mensch aber auch über einen Äußeren Schließmuskel verfügt ( der die Harnröhre noch einmal zusätzlich abdichtet ) kann man mit viel Übung diesen Schließmuskel ( der eigentlich nicht unserem Willen unterliegt ) dazu Trainieren eine gute Kontinez zu Gewährleisten. Die wenigsten Menschen können aber einen Muskel Trainieren der für sie nicht Greifbar und Fühlbar ist. Genau dieses Gefühl für den Muskel zu Erlernen kann in einer solchen Reha durchgeführt werden. ( Ich bitte die Forenteilnehmer eine Reha nicht schlecht zu Reden, auch wenn der ein oder andere negative Erfahrungen gemacht hat ).
Für einen Düsseldorfer eignet sich Bad Wildungen sehr gut. Bad Wildungen ist ein Zentrum für Urlogische Erkrankungen in Deutschland. Auf gar keinen Fall solltet ihr Resignieren oder euch mit dem Umstand einer Inkontinenz Arrangieren. Dreht den Spieß um, lasst aus der "Ohnmacht" der Inkontinenz eine Kraft entstehen, nach dem Motto: Ich zeig der Krankheit die Zähne. Über 80 % der Betroffenen nach Prostataentfernung können wieder Kontinent werden, manchmal dauert es aber bis zu einen Jahr und länger.
Ich habe Männer erlebt die nach 3 Wochen Reha sehr gute Erfolge hatten, andere brauchten wesentlich länger. Nutzt auf jeden Fall die Chance.
Zu den Hilfsmitteln: Diese Forum ist absolut von den Windelnutzern und Windelbefürwortern geprägt. Es gibt aber auch Alternativen zu einem Saugenden Inkontinenzprodukt. Z.B. ein Kondomurinal. Vielleicht ist das ja auch einmal eine Alternative, zumindest sollte man es einmal Versuchen.

Ein Literaturtipp:
Wolfgang Ide, Winfried Vahlensieck:
Die Harninkontinenz beim Mann
Pflaum Verlag, 2002
ISBN 3790508721; Preis: 22 €

Wolfgang Ide ist Kontinenztherapeut in der Klinik Wildetal ( Hartenstein) in Bad Wildungen
Winfried Vahlensieck ist der Chefarzt dieser Klinik, beide sind mir persönlich bekannt und haben mir sehr geholfen, wenn es auch nicht zu einer Kontinenz geführt hat.


Lieben Gruß

Matti
Benutzeravatar
Matti
 
 

@Mattie

Beitrag #5 von Regenmacher » 01 Mär 2005 00:17


Hallo Mattie,

danke erst einmal für den guten Beitrag. Also ich habe zwar noch keine Reha für Inko gemacht, aber die letzte Reha war gut, wenngleich der Erfolg doch sehr zu wünschen übrig ließ. Das lag aber daran, daß es für mein Krankheitsbild keine passende Reha gibt. Pech gehabt.

Generell wird meiner Meinung nach Beckenbodengymnastik viel zu negativ angesehen. Daran mag liegen, daß viele Menschen denken, daß sie selbst Schuld daran sind, daß der Beckenbodenmuskel zu schwach ist. Außerdem ist das wie mit Übergewicht: niemand müsste es haben, es loszuwerden strengt aber an. Und da ist doch Krankheit besser als Selbstanstrengung... Das klingt brutal, ist aber so. Ich kenne es von mir selbst und habe es geschafft, aus dieser Komfortzone rauszukommen.

Physiotherapie ist auch so eine Sache - viele wollen lieber eine Massage, als Krankengymnastik. Dabei ist Aktivität oft besser, als Passivität.

Kondomurinale wären eine feine Sache - allerdings kam ich damit nicht klar. Windeln sind für mich eigentlich immer erst die letzte Alternative - ich habe vorher alles andere ausprobiert und probiere immer wieder, weil ich Windeln so nicht einfach hinnehme. Ich begrüße auch immer wieder Freistilversuche ohne Hilfsmittel - damit man sich nicht zu einfach verlässt. Denn den Körper zu zwingen, normale Abläufe nicht zu verlernen, kann auch ein hilfreiches Training sein.

Und die Aktivität in der Selbsthilfe. Krankheit ist kein Dauerzustand, niemals gleich. Zu lernen, damit zu leben und nicht ständig einen Kampf zu kämpfen, den man u.U. nicht gewinnen kann, ist genauso wichtig, wie niemals aufzugeben. Ein fehlgeschlagener Versuch ist besser als kein Versuch.

Marco
----
Ohne Signatur geht es auch.
Benutzeravatar
Regenmacher
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 232
Alter: 46
Registriert: 13 Mär 2003 03:00
Wohnort: Musterstadt
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: geschieden
Art der Inkontinenz: Reflexinkontinenz
Hilfsmittel: Spezialunterwäsche

Beitrag #6 von eckhard11 » 01 Mär 2005 16:57


Hallo, alle,

als ich Ende letzten Jahres in Bad Wildungen war ( mir konnte dort - leider - nicht geholfen werden ), waren sicherlich 70% aller anwesenden Männer an der Prostata operiert und machten dort eine Reha zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur und zur Wiedererlangung der Kontinenz.
In Gesprächen mit den Ärzten, den Therapeuten und den Betroffenen selbst wurde ersichtlich, daß bei den Betroffenen, welchen “nur” der innere Schließmuskel entfernt wurde, die Erfolgsquote zur Kontinenz bei erstaunlichen 92% liegt.
Ich saß mit Leuten am Tisch, welche nach 2 Wochen Training ( also ca. 6 Wochen nach der Operation ) schon wieder kontinent waren.
Diejenigen, bei welchen beide Muskeln entfernt waren und die jetzt lernen sollten, mit dem Beckenbodenmuskel den Urin zu halten, waren zu etwa 56% erfolgreich.
Das Halten des Urines mit dem Beckenbodenmuskel ist aber in einem solchen Fall nur tagsüber möglich, da der Beckenbodenmuskel des Nachts erschlafft und nicht willkürlich gehalten werden kann.
Diese Inkontinenz ist wohl nicht mehr heilbar. ( Sagte mir zumindestens der Ärztliche Direktor )

Matti:
Ich bitte die Forenteilnehmer, eine Reha nicht schlecht zu reden, auch wenn der ein oder andere negative Erfahrungen gemacht hat


Ich bin sehr für eine Rehamaßnahme !
Nur: Bei mir war vorher klar, daß mich ein Beckenbodentraining hinsichtlich der nächtlichen Inko nicht weiterbringen würde. Tagsüber war ich ja schon - fast - kontinent. ( Ein bissel was läuft immer, sagte Monaco-Franze :lol: :lol: ). Das hätten Klinik und LVA wissen müssen und somit sich selbst Kosten und mir Zeit sparen können.....


Generell wird meiner Meinung nach Beckenbodengymnastik viel zu negativ angesehen. Daran mag liegen, daß viele Menschen denken, daß sie selbst Schuld daran sind, daß der Beckenbodenmuskel zu schwach ist. Außerdem ist das wie mit Übergewicht: niemand müsste es haben, es loszuwerden strengt aber an. Und da ist doch Krankheit besser als Selbstanstrengung... Das klingt brutal, ist aber so. Ich kenne es von mir selbst und habe es geschafft, aus dieser Komfortzone rauszukommen


Da kann ich Marco nur recht geben !
Ich bin absoluter Verfechter des Beckenbodentrainings !
Ich weiss noch genau, wie es aus mir heraussprudelte, nachdem ich das Krankenhaus verließ.
Und heuer habe ich tagsüber keinerlei Probleme mehr.
Dies ist nur und ausschließlich dem Beckenbodentraining zu verdanken !!
Und obwohl mir gesagt wurde, es gäbe keine Möglichkeit, die nächtliche Inko zu beherrschen, trainiere ich weiterhin jeden Abend ( vorzugsweise in der Wanne ). Selbst wenn es nicht hilft, schaden kann es keinesfalls.....

LaClaudi :
Auch ich wurde völlig unvorbereitet aus dem Krankenhaus entlassen. :aerger:
Man hatte mich zwar intensiv aufgeklärt über die Gefahren der OP und daß ich danach wohl auf Geschlechtsverkehr etc. verzichten müsse, aber von eine Inko hat mir kein Mensch etwas gesagt.
Und von einer bleibenden Inko schon gar nicht. Aus mir lief es raus wie aus einem Wasserhahn....
Gott sei Dank hatte der Pfleger schon etwas mit mir trainiert, nachdem ich den Dauerkatheter entfernt bekam, und mir einige Vorlagen und eine Betteinlage mitgegeben.

Ich war dann in ein Sanitätshaus und hatte mich dort beraten lassen. Die haben dort täglich damit zu tun und kennen sich aus.
Und ich hatte mich über Beckenbodentraining informiert und dieses ab sofort durchgeführt.
Der Erfolg gibt mir recht.
Man muß nur durchhalten !! Nicht nach einer Woche die Lust verlieren, wenn sich noch kein Erfolg eingestellt hat. So schnell geht es nun auch wieder nicht.

Ich leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
Benutzeravatar
eckhard11
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 1185
Registriert: 24 Dez 2003 14:51
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Hallo Eckhard...

Beitrag #7 von Regenmacher » 01 Mär 2005 19:12


Hallo Eckhard...

ich hatte gestern die Freue, mich durch 9 Monate Forumsbeiträge durchzuquälen und dabei bin ich immer wieder auf deine Beiträge gestoßen! Hut ab, wie du damit so gut umgehst. Für mich bist du ein klassisches Beispiel für einen Menschen, der sich nicht unterkriegen lässt.

Deshalb gebe ich dir auch noch einmal Recht, wenn es um den Wert des Beckenbodentrainings geht. Ein Muskel ist immer nur so fit, wie er trainiert ist. Und wenn man die Erfolgsquote bedenkt - über 50 Prozent aller Betroffenen ohne inneren und äußeren Schließmuskel erlangen dort wieder ihre Kontinenz bei Tage - das ist doch ein gutes Ergebnis. Dafür lohnt es sich auch, etwas anzustrengen.

Ich bin total gegen Menschen, die in Krankheiten aufgehen, aber nicht bereit sind, selbst etwas dagegen zu tun. Da werden Pillen geschluckt, z.T. operative Eingriffe vorgenommen, aber der Betroffene lässt sich einfach hängen. Das ist nicht nur bei Inkontinenz so, eigentlich betrifft das alle Bereiche der Gesundheit. Aber gejammert wird auf hohem Niveau.

Erst kürztlich traf ich eine Freizeitwanderin, die seit über 20 Jahren Mitglied im Alpenverein ist. Sie macht dort nichts aktiv, zahlt aber den Beitrag, weil sie 2 bis 3 mal im Jahr die Wanderwege benutzt. Wenn ich sehe, wie aktiv dieses Forum genutzt wird, wie wenige Leute aber zahlendes Mitglied im Verein sind, dann wundert mich das schon sehr.

Viele haben Probleme mit der Erkrankung, beschweren sich über Hilfsmittel, mangelnde Aufklärung etc. Man muß selbst nicht unbedingt etwas zur Behebung der Probleme tun, aber den Verein durch seinen Beitrag zu unterstützen, damit andere die notwendige Arbeit tun, das wäre doch schon mal ein Anfang. Dabei geht es ja nicht mal um Unterstützung vom Vorstand etc. Die arbeiten alle ehrenamtlich. Aber trotzdem kostet die Arbeit (allein die Homepage) auch Geld und niemand außerhalb des Vereins bietet seine Leistung kostenlos an, nur weil da ein Verein an die Tür klopft.

Also Handeln um die eigene Erkrankung kann viele Seiten haben. Man kann bei sich selbst anfangen mit scheinbar kleinen Dingen und dann Schritt für Schritt immer mehr erreichen. Und gemeinsam erreichen wir vielleicht in absehbarer Zukunft Dinge, die allein niemand vollbracht hätte.

In diesem Sinne noch einmal Danke an dein Engagement und weiterhin viel Erfolg mit deinem Beckenbodentraining für die Nacht!

Marco
----
Ohne Signatur geht es auch.
Benutzeravatar
Regenmacher
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 232
Alter: 46
Registriert: 13 Mär 2003 03:00
Wohnort: Musterstadt
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: geschieden
Art der Inkontinenz: Reflexinkontinenz
Hilfsmittel: Spezialunterwäsche

Beitrag #8 von poseidon » 02 Mär 2005 15:32


Hallo Claudi!
Nur nicht verzweifeln.Bei mir wurde auch die Prostata vor 12 Wochen entfernt und die daraus
entstandene Harninkontinenz habe ich gerade vor einer Woche fast überwunden.
Eine Woche nach Verlassen des Krankenhauses hatte ich nachts und beim Sitzen keine Probleme. Nur wenn ich spazierenging, das brachte mich zum verzweifeln!!! Das tröpfelt und
tröpfelt...
In einer Reha-Klinik in Bad Wildungen (Reinhardshausen) wurde mir in einem 4-wöchig.Aufenthalt Beckenbodengymnastik beigebracht,die mir den ersehnten Erfolg vor
einer Woche brachte. Ich freue mich jetzt nach jedem Spaziergang, wie gut es klappt aber
ich trainiere weiter bis der letzte Tropfen mir nicht entwischt.
Mit den "Abri-San"-Vorlagen,die mir in der Rehaklinik empfolen wurden hatte ich gute Erfahrungen gemacht:diskret und saugfähig.
Um die Blase zu beruhigen hatte mir mein Urologe "Detrusitol" verschrieben,die zum Erfolg
auch beitrugen.
Dein Mann wird sich bald auf seine Spaziergänge freuen.
Kopf hoch!
Benutzeravatar
poseidon
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 2
Alter: 80
Registriert: 16 Feb 2005 18:20
Wohnort: Berlin-Steglitz
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: verheiratet
Art der Inkontinenz: harninkontinenz
Hilfsmittel: Vorlagen

Beitrag #9 von Matti » 02 Mär 2005 22:50


Lieber Poseidon,


ich freue mich für dich, das du so gute Erfolge verzeichnen konntest.
Du bist ein gutes Beispiel dafür das es sich Lohnt gegen die Inkontinenz anzugehen. Oftmals finde ich das Forenteilnehmer zu schnell Resignieren und ihre Inkontinenz als unabenderlich ansehen. Schön das du anderen mit deiner "Geschichte" Mut machst.

Lieben Gruß

Matti
Benutzeravatar
Matti
 
 


Zurück zu Inkontinenz im täglichen Leben

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron