Neues Feststellungsverfahren - Video Urodynamik

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Neues Feststellungsverfahren - Video Urodynamik

Beitrag #1 von Merlin » 08 Mai 2005 23:05


Hi, ich mal wieder :lach:

Also hinsichtlich meines Teilrente-Antrages hat sich in den vergangenen Tagen wirklich viel getan ! Eines vorweg: Alle Ämter und Versorgungsstellen haben ein offenes Ohr für meine Situation und helfen wirklich weiter. - es gibt doch noch nette Menschen - :P Allerdings hat sich bezüglich von Inkontinenzerkrankungen einiges geändert. Bei allen Leistungsträgern, Krankenkassen und Rententrägern gibt es seit 04.2005 eine neue Feststellungsrichtlinie bei Erstattungsfragen. Jeder behandelnde und verschreibende Arzt muss bei Inkontinenzerkrankungen ein "Reproduzierbares Gutachten" erstellen. Hier ist weniger die Erkrankung ansich nachzuweisen,als vielmehr die Erstattungsrelevanten Maßnahmen zu begründen. Gemäß dieser Anweisung der KV und des KKV Rheinland,hat mich mein Urologe an das Klinikum Kaiserslautern verwiesen. Hier habe ich letzte Woche folgende Gutachten (Untersuchungen) machen müssen: 48 Stunden wurde unter Kontrolle die Flüssigkeitszuführ und der Abgang kontrolliert. Ausgestattet mit einer speziellen Windelhose und diversen Kabeln und Sensoren im Schritt wurde kontrolliert, ober beim Einnässen das Ganze wirklich ohne Kontrolle passiert oder ob das Pullern erbeigeführt wird. Nachts wurde im Schlaflabor eine Hirnstrommessung gemacht um ebenfalls ein bewustes Einnässen auszuschließen. :idea: Alles lief prima :!: Das Einässen im Schlaf passiert im absoluten Tiefschlaf bei mir und tagsüber ist kaum eine Muskelkontation bei der Blase zu messen. Nun muß ich allerdings noch in die Uni-Klinik nach Homburg zur Video-Urodynamik !? Hat das jemand von Euch schon mal gemacht und was passiert da ? :?
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Merlin
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Beitrag #2 von Wolfgang_S » 09 Mai 2005 20:04


wenn auch diese art der untersuchungen (wie ein cyborg rumzulaufen) nicht gerade angenehm sein moegen, geben sie sehwohl genau darueber aufschluss wo denn die grunderkrankung zu suchen ist... inko ist ja nur ein sympthom einer grunderkrankung...

bis jetzt waren aerzte fast immer auf das angewiesen was ihnen die patienten praesentierten... wenn eine urodynamik, ein uroflow usw nichts brachten wurde es auf die psychische schiene geschoben... und genau hier kann jetzt noch detailierter nachgehakt werden
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Wolfgang_S
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Beitrag #3 von eckhard11 » 09 Mai 2005 21:29


Hallo Merlin,

Video-Urodynamik
Erstdiagnose bei Abklärung zur Erfassung der Morphologie, zur Klassifizierung und zur Durchführung gezielter therapeutischer Massnahmen,
Für eine präzise Klassifikation der neurogenen Inkontinenz ist eine video-urodynamische Untersuchung erforderlich.
Simultane Röntgendarstellung ist Standard, Sonographie weist erhebliche Nachteile auf (lokale Irritation bei neurogener Detrusorhyperaktivität durch grosskalibrige transrektale oder vaginale Schallköpfe, eingeschränkte Bildqualität gegenüber dem Röntgenbild beim Nachweis z.B. eines Refluxes in die männliche Adnexe)
Reflux in ein erweitertes Hohlsystem oder funktionswirksame Divertikel sind bei der Interpretation der gemessenen Drucke zu berücksichtigen


Quelle : www.uni-duesseldorf.de Indikation zur urodynamischen Diagnostik beim Erwachsenen

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Hört sich toll an, nicht wahr ? Und so viele schöne Fremdwörter.....

Sehr viel verständlicher ist folgender Beitrag :

Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Video-Urodynamik, ein Verfahren, das die Blasendruckmessung und die Röntgendarstellung kombiniert. Sie wird bei Blasenentleerungsstörungen, aber auch bei Harninkontinenz angewendet. Mit ihr können krankhafte Druckzustände in der Harnblase oder im Beckenboden dargestellt werden. So kann der Arzt entscheiden, welche Therapie geeignet ist.

Wechselwirkung zwischen Blase - Harnröhre - Beckenboden

Zunächst wird ein Katheter in die Harnröhre gelegt, der den Druck in der Blase misst. Ein zweiter Katheter, der rektal eingeführt wird, misst den Druck, der im Bauchraum bei unterschiedlichen Tätigkeiten entsteht.

Mit bis zu einem halben Liter wird die Blase über den Katheter nun mit Kontrastmittel gefüllt.
Am Monitor wird die Füllung der Blase sichtbar. Dann wird der Patient aufgefordert, zu husten.
Durch die Belastung ändern sich die Druckverhältnisse im Bauch. Das zeigt sich auch am Ausschlag der Druckkurven. So kann zum Beispiel die Ursache einer Stressinkontinenz aufgespürt werden.
Bei Hustenstößen muss es normalerweise zu einem Verschluss des Beckenbodens kommen. Ob dies der Fall ist, kann mit der Video-Urodynamik sehr gut dokumentiert werden. Auch das Wasserlassen wird mit der Druckmessung und den Momentaufnahmen erfasst. Dadurch können die Ärzte Rückschlüsse auf das Wechselspiel zwischen Blase, Harnröhre und Beckenboden ziehen und eventuelle Ursachen für Inkontinenz feststellen.

Sie erkennen zum Beispiel, ob im Beckenbodenbereich ein zu großer Druck vorhanden ist oder ob die Blase sehr hohe Drücke aufbauen muss, um das Wasser loszuwerden.


Quelle : mdr.de, Fernsehen, "Hauptsache Gesund"

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Ob dieser anstrengenden Suche lege ich mich wieder hin .sleep:
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Differentialdiagnostik

Beitrag #4 von frosch » 09 Mai 2005 21:43


Hallo Ihr Lieben,

ich finde diese technischen Möglichkeiten gut.
So lassen sich vielleicht die somatischen Störungen bei einer psychischen Inkontinenz auch besser erläutern. Natürlich muss der Patient dann für die Zeit der Messungen, genau seine Ängste, Gedanken usw. notieren.
Mit dem Ergebnis kann dann gegebenenfalls eine erfolgversprechende Bio-Feedback-Therapie wei Tages-Inkoformen begonnen werden.
Für das Bettnässen ist Biofeedback natürlich nicht ganz geeignet, aber da können Entspannungsübungen helfen.

Euer René
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