Der Urlaub naht!

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Beitrag #11 von papa0861 » 27 Mai 2005 00:15


eckhard11 hat geschrieben:Hallo papa
( und alle anderen, die schon ganz gespannt warten ) :

Ich habe gerade den Versuch durchgeführt :



hallo ecki,

vielen dank für deinen versuch. ich werd mal mit meiner hausärztin reden und auch mit meinem gebietshändler. vielleicht auch mal hinfahren. scheint auf grund der vorwahl ja nicht allzuweit weg zu sein.

mensch wenn das klappen würde. das wärde eine echte befreiung. mal ganz abgesehen von den kosten, die die waschmaschine täglich frißt.

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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papa0861
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Situationsbericht Urinalkondome

Beitrag #12 von eckhard11 » 26 Jul 2005 01:05


Hallo Interessierte,

seit 60 Tagen verwende ich jetzt Urinalkondome.
Ich denke, es ist Zeit für einen Erfahrungsbericht.

Von der Fa. Sauer hatte ich mir ja einige Muster kommen lassen.
Wie ich vorab schrieb, gibt es da verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Längen und unterschiedlichen Durchmessern ( von 18 mm bis 40 mm ). Bei der Auswahl nicht auf den Putz hauen, ein etwas kleinerer Durchmesser klebt besser !!
Die verschiedenen Längen resultieren aus unterschiedlich langen "Pufferzonen", welche dazu gedacht sind, eine gewisse Menge "Spontanurin" aufzunehmen.

Für jemanden, der spontan einen kräftigen Urinstrahl ungewollt abgibt, mag dies von Vorteil sein.

Aber man sollte die Nachteile auch erwähnen :

Die Schläuche an den Bettbeuteln haben anfangs einen recht starken Spannungsverwurf.
Auch wenn man den Schlauch vor dem Verbinden mit dem Kondom durch die Hände zieht ( so wie mir Fa. Sauer empfahl ) sind diese Spannungen nicht so schnell zu entfernen. Der Schlauch verdreht sich.
Erst nach mehrmaliger Nutzung, ( und wenn sie im Bett und durch den Urin warm werden ), lassen die Spannungen nach. Allerdings kommen sie tagsüber, wenn der Beutel ausgewaschen und aufgehängt ist, wieder rein.
Es ist halt ein Kunststoff mit "Erinnerungsvermögen".
Für jemanden mit Beinbeutel mag dies nicht störend sein, aber für einen Liegenden mit Bettbeutel doch recht unangenehm.

Kurzum, bei mir verdrehte sich bei 9 Versuchen mit den längeren Kondomen ( Pufferzone 75 mm ) dreimal der Schlauch, dabei kam es zu Verdrehern der - natürlich viel weicheren und dünneren - Pufferzone und der Urin konnte nicht mehr durch den Schlauch abfliessen.
Der Urindruck in dem verbliebenen, sehr kurzen Teil vor der Eichel wurde so groß, dass der Urin durch die Klebestelle austrat.
Resultat : Nasse Unterlage und nasses Oberbett...

Daraufhin habe ich mir kürzere Kondome ( Pufferzone 60 mm ) mit stärkerem Kleber besorgt.
Aber auch hier verdrehte sich die Pufferzone bei 6 Versuchen zweimal.
Der Urin trat - trotz des stärkeren Klebers - durch die Klebestelle aus.

Ich muß hier erwähnen, dass ich seit der Operation einen retrahierenden Penis habe, was bedeutet, dass sich der Penis kurz nach dem Aufrollen des Kondomes, ( meistens schon so nach 2-3 Minuten ) vornehm in den Unterleib zurückzieht und nur durch die Klebestelle des Kondomes daran gehindert wird, ganz zu verschwinden.
( Wie ich schon einmal an anderer Stelle ausdrückte : Manchmal sieht es so aus, als würde ich im Sitzen aus einer Kartoffel pinkeln ) :oops:

Dann habe ich mir selbstklebende Kondome ohne Pufferzone besorgt, da ich keinen Spontanurin habe. Bei mir läuft der Urin langsam, aber stetig.
Auch diese Kondome sind bei Fa. Sauer erhältlich. Es ist aber ein US-amerikanisches Produkt.

Die Kondome haben ein erheblich dickeres Gummi, welches sich auch durch die Schlauchspannungen nicht verdreht.
Seither habe ich keine Probleme mehr mit Undichtigkeiten.

Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass diese Kondome nicht für eine etwas größere Menge Spontanurin geeignet sind.
Außerdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich Seitenschläfer bin und mich des Nachts schon mal von einer Seite zur anderen drehe...

Den Bettbeutel nutze ich ca. eine Woche lang.

Morgens rolle ich das Kondom ab, lasse es aber mit dem Schlauch verbunden.
Dann bringe ich den Beutel ( Inhalt immer so um die 1.000 bis 1.200 cm² ) ins Bad, lege den Beutel ins Waschbecken und öffne den Schiebeauslauf.
Gleichzeitig drehe ich den Wasserhahn auf und gehe dann Kaffee aufsetzen.
Wenn ich zurück bin, ist der Beutel ausgelaufen und der Urin mitsamt dem fliessenden Wasser weg.
Jetzt ziehe ich das Kondom über den Wasserspeiher ( ich habe so einen beweglichen, kleinen Duschkopf an der Armatur, da passt das Kondom genau drüber ), öffne das Heisswasserventil und lasse - bei geöffnetem Ablassventil- heisses Wasser durch den Schlauch in den Beutel laufen. Dabei bewege ich den Beutel mehrfach und / oder drücke mit der Hand auf ihn, sodass das heisse Wasser im Beutel richtig hin - und herschwappt.
Danach lasse ich das heisse Wasser auslaufen.
Dann lasse ich den Beutel wieder so circa halbvoll laufen und wiederhole das Ganze.

Wenn ich sicher bin, dass der Beutel ( und natürlich der Schlauch ) sauber sind, entferne ich den Schlauch von dem Kondom und blase einmal durch den Schlauch hindurch, damit die Rücklaufsicherung ebenfalls wasserfrei ist. Die Luft drücke ich raus und hänge den Beutel an seiner Halterung auf.
( Die Beutelhalterung ist Müll. Hier hat Sauer am falschen Ende gespart... )

Jetzt rolle ich das Kondom von dem Wasserspeiher und entsorge es in der dafür vorhandenen Tonne.

Das hört sich alles recht umständlich an, dauert aber nur so um die eineinhalb bis zwei Minuten. Vorteil : Des Nachts ist nur die Eichel nass und nicht der ganze Unterkörper.

Und in einer Woche sieben Kondome und ein Bettbeutel passen in einen klitzekleinen Abfallsack.
Und keine riesigen Windeln, kein Geruch, keine schweren Beutel in Nachbars Tonne usw.usw.

Also, ich bin begeistert

Ich erinnere aber nochmal daran, dass ich diese Kondome nur des Nachts verwende.

Übrigens habe ich mir so eine Art größere Butterbrotdose gekauft, welche ich halb unter dem Bett zu stehen habe, ( natürlich ohne Deckel !!), während darüber der Bettbeutel mit dem Ablass-Schiebehahn hängt.
Fa. Sauer gibt auf die Dichtigkeit dieser Schiebehähne nämlich keine Garantie.
Die schreiben wörtlich :
HINWEIS : Bettbeutel können aus Kostengründen nicht einzeln geprüft werden. Deshalb können wir nicht ausschliessen, dass ein Bettbeutel undicht werden könnte. Um diesem Risiko vorzubeugen, empfehlen wir den Überbeutel als zusätzliche Sicherheit


Da ist mir meine Butterbrotdose doch lieber. :lol: :lol:

Ich habe aber bisher keinen undichten Bettbeutel gehabt !!

Ach so, noch etwas :
Ich empfehle wöchentlich eine Rasur um das Glied herum. Dann werden keine Schamhaare mit eingeklebt ( Dichtigkeit der Klebestelle ) und des Morgens beim Abrollen auch nicht schmerzhaft mit herausgerissen.

Diese Rasur nicht mit den Elektrorasierer ausführen, besser mit einer Nassklinge.
Die feinen Öffnungen im Elektrorasierer verkleben, da sich doch immer noch - nach dem Abrollen des Kondomes - etwas Kleber auf dem Glied befindet, auch wenn man glaubt, den Kleber komplett abgepopelt zu haben.
Mein Elektrorasierer jedenfalls war nach zwei Rasuren kaum noch zu verwenden. Den habe ich mühsam mit Waschbenzin wieder sauber bekommen. Eine Schweinearbeit, dass kann ich euch sagen.....

So, jetzt lege ich mich wieder hin, ich hab dies alles ja nur mit dem linken Zeigefinger schreiben können, das erschöpft .sleep:
Eckhard
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