Selbstkatheterisierung-Erfahrungsberichte gesucht

Hier könnt ihr eure Erfahrungen mit der Inkontinenz im täglichen Leben, wie zum Beispiel: welche Kleidung ist geeignet, wie mache ich das im Beruf, beim Sport ...... austauschen.

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Selbstkatheterisierung-Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag #1 von Ruedi » 15 Mai 2003 08:02


Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Selbstkatheterisieren und wie sieht es mit der Erstattung von der Krankenkasseaus ?
Mich interressieren die verschiedenen Anwendungen mit Gleitgel oder mit beschichteten Kathetern. Sowie für unterwegs die Katheter die einen Auffangbeutel gleich dabei haben.
Schickt mir bitte Eure Erfahrungen, damit ich meinen Bekannten (Querschnitt nach Sturz) etwas helfen kann den passenden Katheter zu finden.
Danke Ruedi
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Ruedi
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Beitrag #2 von walker » 15 Mai 2003 16:46


Hallo Ruedi,

ich habe den ISK (Selbstkatheterisierung) mehrere Jahre durchgeführt.

Grundsatz: Möglichst sauber mit dem Kath umgehen - eine Anleitung ist wichtig

Wichtig ist es, sich von einem Arzt den Ablauf des Katheterisierens zeigen zu lassen und es mehrfach mit dem Arzt zu üben.
Dabei geht es vor allem darum, den Vorgang möglichst sauber durchzuführen und die Abläufe sicher zu beherschen.
Ziel ist es dabei: Nichts einfangen und seine Hemmung abzubauen, sich so ein Ding selbst reinzuschieben.

Und noch was: Wenn er nicht rein will, dann geht das auch nicht mit Gewalt: Das kann "ins Auge" gehen.

Der Weg zum Kat:

Der Arzt hat mir die Katheter verordnet. Die Kats konnte ich in mit dem Rezept in einer Apotheke oder über ein Sanitätshaus gekommen.
Mit den Gleitgel ist das so eine Sache: Zum einen gibt es diese nur in der Apotheke, da es ein Medikament ist.
Zudem ist (oder war) eine mögliche Nebenwirkung des Gleitgel in der Fachpresse umstritten.
(Kennt jemand den aktuellen Stand der Diskussion?)

Die liebe Krankenkasse:

Wie immer bei Krankenkassen gilt auch hier: Die Produkte und vor allem die Mengen sollte man mit der Kasse abklären.
Manchmal gibt es Probleme mit den Mengen, bis zu 4 Stück pro Tag sollten jedoch immer erhältlich sein.

Und wie sieht es ohne Gleitgel aus?

Die beschichteten Kats sind eine feine Sache, da kein Gleitgel benötigt wird - Leitungswasser reicht.
Bei Lofric gibt es auch ein Modell mit vorbereiteter Flüssigkeit, sowie mit integriertem Beutel.
Ist auch auf Reisen eine gute Sache.

Die Beschichteten gehen genauso gut - vielleicht besser - rein. Dies ist aber individell verschieden, daher kann ich einen Test nur empfehlen.

Ich selbst habe Produkte von Lofric und Conveen verwendet und damit gute Erfahrungen gemacht.

Und zum Kat selbst:

Die Dicke des Kat (gemessen in CH) sollte so gewählt werden, das er gut und leicht reingeht. Er sollte jedoch nicht zu dünn sein,
denn auch so kann man sich verletzen - er kann sich leichter verhaken und einen falschen Weg nehmen und das ist wirklich übel.

Gruß Walker
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Beschichtete Katheter

Beitrag #3 von Regenmacher » 26 Mai 2003 16:51


Hallo,

manchmal muss ich zum ISK greifen. Ich verwende beschichtete Katheter von Conveen.

Wichtig für alles nicht-medizinische Personal: Unbedingt vom Arzt zeigen lassen, denn das ist nicht so einfach mal eben nur schieben. Und oberstes Gebot: Vorsicht bei der Anwendung. Wenn es zu weh tut oder nicht will - dann geht es eben nicht.

Beschichtete Katheter sind einfach in der Handhabung und machen den ISK sehr einfach und sicher. Der Umgang mit Instillagel muß echt geübt werden und dauert auch länger.

Für jeden, der damit gut umgehen kann, ist es eine gute Sache!

Gruß Marco
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Beitrag #4 von malö » 03 Aug 2003 16:53


Hallo auch Ich muss mich Katheterisieren und wie die anderen schon Geschrieben haben ist "Sauberkeit das oberste Gebot" Ich hatte schon eine Hodenentzündung weil Ich nicht so Sauber gearbeitet habe.
Es ist wirklich wichtig für den Anfang einen Katheter mit Runderspitze zu nehmen ,da ist das Verletzungsrisiko kleiner als einen mit Tiemannspitze.
Ich selber Schwöre auf LoFric Katheter die das Gleitmittel schon am Katheter haben und nur mit Wasser aktiviert werden muss,aber mann sollte besser selbst die Erfahrung machen..
Bei mir ist es so dass die Krankenkasse die kosten von den Katheter "Hilfsmittel"übernimmt.
Du kannst auch im Internet unter:
www.medical-sevice.de
www.coloplast.de
www.astratech.de
Katheter Proben anfordern..


Gruss malö
Wer Gesund ist hat Tausend Wünsche....

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@malö

Beitrag #5 von Regenmacher » 03 Aug 2003 19:45


Hallo Malö,

du hast einen netten Spruch in deinem Anhang - kennst du den?

"Wer sind keine Zeit für seine Gesundheit nimmt, wird sich irgendwann viel Zeit für seine Krankheit nehmen müssen..."

Gruß Marco
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Beitrag #6 von barbara » 23 Mär 2007 10:11


Hallo,
ich habe eure Tips gelesen und weiss nun, dass mann/frau halt üben muss.
Ich komme mit den genannten Kathetern von LoFric gut ,nach und nach besser ,klar.
Also,gut dass es euch gibt, die schon etwas mehr Erfahrungen haben und die auch so freimütig mitteilen. Drumherumgeredet wird schon von anderen genug.
Ein schönes Wochenende
Barbara aus Berlin :laola:
miss den ängsten und sorgen in deinem inneren nicht so viel bedeutung bei!
lass sie nicht in dir wachsen.
oft sind sie um so größer, je mehr raum wir ihnen geben!
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Beitrag #7 von Matti » 23 Mär 2007 12:16


Hallo Barbara,

ich habe noch einen weiteren Tipp für dich. Gib bei einer Suchmaschine wie Goggle einmal die Suchbegriffe: Homecare oder Homecare Berlin ein.

Homecare Unternehmen sind meist unabhängige Dienstleister, die vor Ort, also bei dir zuhause! eine kostenlose und unverbindliche Vorstellung und Einweisung der Produkte anbieten. Dies kostet gar nichts! Die Unkosten werden durch die Belieferung mit den Hilfsmitteln (auf Rezept, zu handelsüblichen Preisen) abgerechnet.

Diese Firmen bieten neben der Produkteinweisung auch meist eine weiterführende Betreuung an, die ebenfalls kostenlos ist.

Gerne kann ich dir auf Anfrage Adressen mitteilen (ich möchte hier ja keine Werbung machen, sondern auf ein gutes Angebot hinweisen).

Gruß

Matti
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Ihr seid alle Helden in meinen Augen!

Beitrag #8 von Ference71 » 23 Mär 2007 14:48


Ich wurde bei einem Krankenhausaufenthalt in der Charité, Campus Benjamin Franklin, nephrologische Abteilung, in Berlin, kathederisiert, weil die Ärzte den kompletten 24-Stunden-Urin für eine Untersuchung benötigten. Zuvor hatte ich keine Erfahrung mit einem Katheder jemals gemacht. Ich dachte, wenn soviele Menschen dort um mich herum einen Katheder haben, müssten die Schmerzen auszuhalten sein. Dem war leider nicht so. Erst kam der Stationspfleger und versuchte, den Katheder einzuführen. Als ich vor Schmerzen schrie, holte er einen, wie er sagte, "Notfallkatheder" und probierte sein Glück ein zweites Mal. Ich schrie wieder aber meinte, dass ich das bestimmt aushalten könnte. Ja, knapp zwei Stunden lang....dann wurde ich bewusstlos. Als ich wieder wach wurde, lang ich am Tropf. Eine Woche musste ich Ibupropfen (1000 mg) und Tramal-Tropfen einnehmen und meinen kleinen Willimann in einer bräunlichen Lösung zwei mal täglich baden. Das war für mich das erste traumatische Krankenhauserlebnis.

Wie steht ihr das immer durch? Nemt ihr voher starke Schmerzmittel ein oder habt ihr vielleicht gar überhaupt keine Schmerzen?

Euch Helden einen ganz, ganz lieben Gruß,

Euer

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Beitrag #9 von Matti » 23 Mär 2007 16:38


Hallo Ference,

ich weiss ja nicht was man versucht hat dir da einzuführen, ein Katheter wird es nicht gewesen sein.

Ein normaler Katheter, so wie er beim intermittiernden Selbstkatheterismus eingesetzt wird, erzeugt überhaupt keine Schmerzen, es sei den man wendet ihn falsch an.

Ich katheterisiere teilweise bis zu 6 mal am Tag und tausende andere machen es genauso.

Wenn es erlaubt ist, setze ich einmal einen Link, wo das Selbstkathterisieren sehr anschaulich erläutert wird. (Wenn dies nicht gewünscht ist einfach wieder löschen!)

http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/ ... ismus.html

Gruß

Matti
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Beitrag #10 von Ference71 » 24 Mär 2007 11:10


Lieber Matti,

ich danke Dir sehr herzlich für den Link und Deinen Hinweis, dass es sich vermutlich um keinen Katheter gehandelt haben dürfte, den man mir seinerzeit einführte. Hast Du mal den Begriff des "Notfallkatheters" gehört, von dem der Pfleger sprach?

Der Urin lief dann, beim zweiten Katheter, dem "Notfallkatheter" in einen Beutel ab, allerdings sehr, sehr langsam, sodass ich das Gefühl hatte, die Blase würde platzen. Ja, und die Schmerzen waren für mich so unerträglich, dass ich bewusstlos wurde.

Matti, ich danke Dir!

Ein traumhaft schönes Wochenende wünscht,

Ference71
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