Häusliche Pflege meiner dementen Mutter, Kassen- und Versorger-Nahkampf...

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Re: Häusliche Pflege meiner dementen Mutter, Kassen- und Versorger-Nahkampf...

Beitrag #11 von Georges » 28 Aug 2019 20:39


Hi,

bezüglich Stuhlinkontinenz sind meine Erfahrungen mit Pants nicht die Besten, dies liegt aber auch an mein gelegentlicher krankheitsbedingten Durchfall. Da muss man ausprobieren was geht wenn es soweit ist, da kann man jetzt schwierig vorab ein guten Rat geben. Auch in der Nacht rutschen Pants gerne, weil diese einfach nicht so gut den Körperform beibehalten wollen. Im Schlaf bewegt man sich, manche Leute sogar recht viel, sodass der Pant irgendwann zu locker sitzt. Hier hilft evtl. eine normale Unterhose als Fixierhilfe. Die Frage ist ob deine Mutter zwei Unterhosen zulässt.

Für Tagsüber weniger geeignet, aber eventuell bekommst du deine Mutter dahin bewegt, dass sie für die Nacht eine modische "Bodystocking" tragen möchte? Dann wäre vielleicht ein Body geeignet um alles auf den Platz zu behalten? Wenn sie nachts aber für die Toilette wach wird, ist es keine gute Idee, da wenn es schnell gehen muss... Es ist echt eine schwierige Lage, halte durch! Was sagt evtl. der Pflegemitarbeiter (m/w/d) dazu? Hat dieser ein heißen Tipp für euch?

Bei einer Pflege in eine Hebevorrichtung sind Klebewindeln möglich die bessere Wahl, aber "in zwei Stufen" ankleiden geht trotzdem auch. Da kann dir auch besser die Pflegedienst beraten, die haben Erfahrung mit solche Pflegehilfen.

Der Uringeruch, tsja, das wird schwieriger. Klar, bei Leckagen hast du keine Chance! Außerdem können Essgewohnheiten (z. B. "Spargel-Effekt") und Medikamentegebrauch Einfluss auf der Geruch von Urin und Stuhl haben. Morgens, je nach Speicherkapazität der Blase, riecht Urin oft etwas strammer. Da hilft nur regelmäßig wechseln (ja ich weiß, einfach gesagt...) und ein geschlossenes Produkt wäre da evtl. auch der bessere Wahl. Fange nur nicht mit Plastikhosen etc. an. Die Windelhosen schließen schon so genug ab und deine Mutter hatte ja schon mal mehrere Dekubitus-Probleme, da sollte der Haut atmen können.

Ich weiß dass ich dir so nicht viel helfen kann, ich kann dir nur ein paar Ideen meinerseits mitgeben. Wichtig ist mal mit eine erfahrene Pflegekraft zu sprechen oder mache dich mal schlau beim Sozialamt. Du muss dies alles nicht alleine durchstehen und manchmal hat auch das Sozialamt gute Ideen bzw. die wissen wo du anklopfen kannst.

Mit alle Respekt für dein Vorhaben, denke aber auch zwischendurch an dich! Es ist sehr gut das du deine Mutter hilfst und ich habe die Erfahrung selbst in eine viel leichtere Form nah miterlebt. Ich weiß wie anstregend dies für dich, deine Partnerin und der Beziehung sein kann. Lasse dich helfen wo es geht und es ist nicht egoistisch deine Mutter auch mal in der Obhut einer Kurzzeitpflege zu geben. Zum Beispiel einmal im Jahr zwei Wochen Urlaub am Stück brauchst du auch... , oder wenn es dir mal zu viel wird. Das ist keine Schande und man ist dann auch kein Versager!

Viele Grüße
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Re: Häusliche Pflege meiner dementen Mutter, Kassen- und Versorger-Nahkampf...

Beitrag #12 von Erik Larsson » 28 Aug 2019 21:49


Hallo Georges,
danke für Deine liebe Antwort!
Für das Verrutschen von Pants in der Nacht besteht in ihrem Fall keine Gefahr - meine Mutter rührt sich die ganze Nacht nicht vom Fleck, sie bewegt höchstens mit etwas Glück die Beine ein wenig, aber nicht viel. Sie kann sich nicht mehr allein drehen. Die Beine sind angewinkelt (Kontrakturen), sie kann sie nicht mehr strecken. Weil außerdem ihr Schmerzempfinden nicht intakt ist, spürt sie nicht, wenn ihre Knie oder Knöchel stundenlang aufeinanderliegen. Ich polstere das alles immer mit Kissen, so gut es geht. Trotzdem müsste sie (zusätzlich zur vorhandenen Wechseldruck-Matratze) eigentlich mehrmals in der Nacht umgelagert werden, damit der Dekubitus keine Chance hat. Leider schreit sie das ganze Haus zusammen, wenn ich das versuche... In der Nacht aufs Klo ist auch kein Thema. Sie sagt ja nicht einmal tagsüber bescheid, wenn sie hellwach ist. Sie lässt es einfach laufen.

Schade, dass gegen den Geruch noch nichts erfunden ist. Ich hoffe, ich gewöhne mich dran.

Ohne Helfer ist das alles nicht lange durchzuhalten, da mache ich mir keine Illusionen. Spätestens nach ein paar weiteren Wochen wären meine Akkus leer - und davon hätte ja niemand was, meine Mutter am allerwenigsten. Ich habe Kontakt zu einem Pflegedienst aufgenommen, um mich wenigstens mal wegen der Hilfsmittel beraten zu lassen, und ich bin seit Wochen über mehrere Agenturen auf der Suche nach einem 24h-Helfer, mit dem ich mir die Pflege teilen kann.

Nochmals lieben Dank und Grüße
e.
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