Katheterventil auf Rezept

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Katheterventil auf Rezept

Beitrag #1 von Sepp » 04 Aug 2006 15:48


Hallo,

ich habe einen Pufi, der alle 6 Wochen gewechselt wird. Dieser Wechsel ist wohl eine Sachleistung des Arztes, bei dem ich keine Zuzahlung leisten muss.

Nun ist bei dem Wechsel ein Katheterventil mit einem Schiebeverschluss, der schon beim geringsten Druck den Urin laufen lässt. Das führt manchmal zu ungewolltem urinieren, auch in der Öffentlichkeit, wenn dieser Verschluss in der Hose etwas eingeklemmt wird.
Aus diesem Grunde will ich so ein Ventil nicht mehr haben.

Es gibt Ventile mit Drehverschluss, die einfach dicht sind. Nun kann ich mir, lt. Arzt, diese über Rezept in der Apotheke selber besorgen.
Auf Nachfrage in der Apotheke gibt es folgende Verpackungseinheiten:
1 St. 5,23 EUR
5 St. 52,70 EUR
20 St. ca. 202,- EUR
(Warum hier die 5er bzw. 20er Packung eine ca. 10 EUR Stückpreis haben, verstehe ich nicht)
Der Arzt ist nur bereit pro Rezept 1 St. aufzuschreiben, d.h. bei 5,23 EUR muss ich 5,00 EUR zuzahlen. Ich sehe hier eine reine Abzocke.

Wer kann mir hier weiterhelfen?


Gruß Sepp
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Sepp
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Re: Katheterventil auf Rezept

Beitrag #2 von papa0861 » 05 Aug 2006 08:57


Sepp hat geschrieben:Wer kann mir hier weiterhelfen?



guten morgen sepp,

zu deinem angesprochenen problem kann ich dir nicht weiterhelfen.

aber hast du vilelleicht schon einmal über alternativen nachgedacht?

lach jetzt bitte nicht. ich bin mmer mal so auf der suche nach alternativen für bestimmte dinge, die es eigentlich nur in teuren spezialläden gibt. oftmals ist es so, daß man gleichartige sachen dann in irgendwelchen anderen läden findet und diese dinge dann dort für einen ganz anderen zweck angeboten werden und zudem noch meist umdie hälfte billiger sind

bei deinem problem kam mir die idee, es mal dort zu versuchen, wo man viel mit wasser zu tun hat.

dabei bin ich im zoo-laden fündig geworden. hier gibt es schlauchverschlüsse in vielen formen und größen. ich weiß ja nicht, ob das aus hygienischer sicht machbar wäre und wie so ein katheterverschluß genau aussieht.

ich könnte mir aber vorstellen, daß man hier alternativen finden könnte.

wie gesagt, ist nur ein vorschlag eines ewig suchenden.

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Beitrag #3 von Helmut » 05 Aug 2006 18:24


Hallo Sepp,

von den Katheterventilen gibt es unterschiedliche Ausführungen, die sich auch etwas in der Handhabung unterscheiden. Hier einige Beispiele:

http://www.topvalve.com/de/default.htm
http://www.pfm-ag.de/index.php/Products/171/0/?&L=&prodcat=184

Die Katheterventile haben die Hilfsmittelnummer 15.25.16.0*** und gehören zu den Hilfsmitteln die zum Verbrauch bestimmt sind. Daher mußt du auch nur 10% oder maximal 10,- € zuzahlen und nicht 5,- €. Bei einem Stückpreis von 5,23 sind das 0,52 € Zuzahlung pro Stück, daher müßtest du bei 20 Stück auch nur 10,- € zuzahlen. Für Hilfsmittel die zum Verbrauch bestimmt sind, gilt die Zuzahlung von 10% der VE bis maximal 10,- € gesamt pro Monat, auch wenn du mehr Hilfsmittel die zum Verbrauch bestimmt sind, im Monat verbrauchst.


@papa0861
klar könnte man theoretisch auch solche Schlauchverschlüsse aus der Zoohandlung verwenden, nur sind diese nicht Steril und daher für diese Anwendung völlig ungeeignet. So gesehen gibt es praktisch keine alternativen zu den echten Medizinprodukten, schon wegen der Gefahr der Keimverschleppung, eine Blasenentzündung ist dann nur noch eine Frage der Zeit.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #4 von papa0861 » 05 Aug 2006 18:34


hallo helmut,

ich bin bloß draufgekommen, weil ich im zooladen die gleichen schlauchklemmen gekauft hatte, die im krankenhaus für den tropf verwendet werden.
aber natürlich hast du recht, daß es probleme mit der sterilität geben könnte.

war ja auch nur so ein gedanke.

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Beitrag #5 von Matti » 05 Aug 2006 19:48


Hallo Helmut!

Du irrst evtl. in deiner Aussage bzw. hast du ein Kriterium vergessen!

Für Hilfsmittel ist eine Zuzahlung von 10% des Abgabepreises, mindestens 5 EUR und höchstens 10 EUR, jedoch nicht mehr als die Kosten des Mittels vorgeschrieben. Für Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, wie z. B. Windeln bei Inkontinenz, sind 10% je Packung, max. 10 EUR je Indikation im Monat zu zahlen.

... mindestens 5 € ist der entscheidende Punkt!

Vielleicht habe ich dich aber auch nur falsch verstanden. Du hast nämlich recht mit der Höchtsgrenze.

@ Sepp

Warum will dir dein Arzt eigentlich nur eins aufschreiben? Hilfsmittel belasten nicht sein Budget!
Bestehe doch einfach darauf, dass dein Urologe ein anderes Katheterventil von Anfang an verwendet. Ansonsten einmal über einen Arztwechsel nachdenken!

Gruß

Matti
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Beitrag #6 von Helmut » 05 Aug 2006 20:58


Hallo Matti,

neee, es stimmt schon, die Katheterventile gehören zu den Hilfsmittel die zum Verbrauch bestimmt sind. Auf der Seite vom IKK Bundesverband findest du hier ein Dokument zum Download, auf Seite 3 ziemlich unten stehen die Katheterventile.

Gruß Helmut
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Beitrag #7 von papa0861 » 05 Aug 2006 21:09


Matti hat geschrieben: Für Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, wie z. B. Windeln bei Inkontinenz, sind 10% je Packung, max. 10 EUR je Indikation im Monat zu zahlen.




hallo,

das verstehe ich jetzt nicht ganz.
ich mußte bei meinem letzten rezept für die abri form (3 Einzelpackungen Inhalt 12 Stück) und für die tena pants (4 Einzelpackungen Inhalt 12 Stück), verbrauchszeitraum ein monat etwas über 60 Euro berappen.
gehe ich jetzt von mattis rechnung aus hätte sich doch lediglich eine zuzahlung von

3 x 15,23 abri davon 3 x 10% = 4,56 Euro
4 x 17,72 tena davon 4 x 10% = 7,08 Euro

zuzahlen müssen. oder verstehe ich da jetzt was total falsch?

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Beitrag #8 von Matti » 06 Aug 2006 11:43


Hallo Papa,

ja, du verwechselst etwas!

Es gibt einen Unterschied zwischen Zuzahlung und Aufzahlung.

Bei Hilfsmitteln wird zwischen den gesetzlichen Zuzahlungen und sogenannten Aufzahlungen unterschieden: Die Zuzahlungen sind der Eigenanteil mit dem sich jeder Versicherte an den Kosten des Hilfsmittels beteiligen muss. Die Höhe der Zuzahlungen zu Hilfsmitteln ist gesetzlich festgelegt.

Die Hilfsmittel werden je nach Anbieter zu verschiedenen Preisen abgegeben. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Kosten für Hilfsmittel nur bis zu bestimmten Preisgrenzen übernehmen. Die Preisgrenzen, die sogenannten Festbeträge, werden von den Spitzenverbänden der Krankenkassen gemeinsam festgelegt und gelten einheitlich für das ganze Bundesgebiet und alle Versicherten.

Du erhälst also die Hilfsmittel, deren Preise den Festbetrag nicht überschreiten, - abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung von maximal 10 Euro - kostenfrei. Wenn der Preis des benötigten Hilfsmittels bei dem von dir gewählten Anbieter über dem Festbetrag liegt, musst du den darüber hinausgehenden Teil selber bezahlen. Diesen Betrag nennt man Aufzahlung.

Kommt es also bei dir zu den beschriebenen Aufzahlungen liegt der Preis für dein Hilfsmittel über den Festbeträgen der Krankenkassen.

Darüber wurde in der Presse und sämtlichen Patienten und Interessenverbänden (auch hier) ausführlich Diskutiert. Es ist eines der Grundübel des Gesundheitssystems und belastet vor allem chronisch Kranke, Behinderte und alte Menschen, also genau diejenigen, welche eh meist schon zu den schwächeren unserer Gesellschaft gehören.

Ja, Papa dagegen kämpfen Interessenverbände (wenn sie nicht gerade mit Blockflöten durch die Straßen laufen, um "Ratten" zu fangen!) (Mensch, zieh deine Mundwinkel nach oben und lach mal über meinen Komentar:)

DAS IST SPAß!

Gruß

Matti
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Beitrag #9 von papa0861 » 06 Aug 2006 11:55


Matti hat geschrieben:Mensch, zieh deine Mundwinkel nach oben und lach mal über meinen Komentar:)
Matti


hallo matti,

schau mal ganz nach unten. breiter geht die gusche nicht.

mir kam die höhe der zuzahlung bannig hoch vor.

noch einen tip an alle, die bei o.weidlichbestellen.

das sonderangebot mit der nummer SO100 stimmt nicht mit dem tatsächlichen inhalt überein.
die pants werden mit einer Hüftweite von 100-130 cm beschrieben, lassen sich mit größter anstrengung nur auf 103 cm dehnen. und da paß ich nie und nimmer rein. *heul*
ansonsten scheinen sie aber von der qualität her den tenas nichr nachzustehen. vielleicht war die falsche größe in der packung nur ein einzelfall. mal sehen wie der händler reagiert.

lg
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Danke

Beitrag #10 von Sepp » 07 Aug 2006 13:54


Danke für diese Auskünfte, hat mich sehr gefreut.
Endlich mal jemand, der sich konkret äußert. Vom Arzt bekommt man immer nur Schulterzucken oder einen schweigenden Blick. Von der Krankenkasse gab es auch keine positive Unterstützung.

Hat hier auch jemand mit Katheterventilen mit Schiebeverschluss der Fa. Rüsch Erfahrung?

Gruß Sepp

und nochmals vielen Dank
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